Vor gefühlt 1000 Jahren war ich während einer Ausbildungskooparation ein paar Monate in Thailand stationiert. In dieser Zeit hatte ich eine Art Beziehung mit der Witwe eines Generals. Das war so ziemlich das anstrengendste das ich je erlebt habe. Niemand durfte davon wissen weil ich ein farang bin. Trotzdem hat sie mir ein Drama nach dem anderen geliefert. Damals habe ich mir geschworen von der „normalen“ Gesellschaft im Los die Finger zu lassen. Bin ganz zufrieden damit.
Mensch sei froh, da bist du nochmal glimpflich davongekommen, das hätte auch ganz anders ausgehen können.
Zum Beispiel dass du eines Tages kurz vor Sonnenaufgang immer lauter werdendes Motorengeräusch vor deinem Haus hörst und als du die Vorhänge zur Seite ziehst, steht da ein Riesenpanzer.
Dann verstummt der Motor und es ertönt ein lautes „Quietsch, quietsch, quietsch“ weil jemand gerade den Geschützturm genau auf dein Fenster ausrichtet, so daß das Ende der Panzerkanone ungefähr 10 Zentimeter vor deiner Nase stehen bleibt.
Dann siehst du plötzlich wie am Ende des dunklen Rohrs kurz eine Luke aufgeht und für 2 Sekunden erblickst Du das wutverzerrte Gesicht der Generalsfrau, die dann behände ein Wuchtgeschoß einlegt und das letzte was du in diesem Leben hörst ist ein:
"คำสั่งยิง" (Aussprache: kham-sang ying = Thailändischer Militärschießbefehl)
Während der heißen Phase meines Scheidungskrieges ist meine (mittlerweile) Exfrau damals nach Chonburi und hat dort einen Waffenschein gemacht.
Erst schickte sie mir per mail einen Song, dessen Refrain lautete:
“You better run better run, faster than my bullet.
You better run better run, outrun my gun.”
Dann hat sie mir Bilder von Zielscheiben zugeschickt, aus denen ich wohl entnehmen sollte, was für eine talentierte Scharfschützin sie ist.
Irgendwann kam ein Brief und darin war tatsächlich das Projektil einer abgefeuerten Patrone mit einem kleinen Zettel auf dem stand:
„
Die nächste Kugel kommt nicht per Post.“
Das wurde mir dann doch irgendwann zu blöde und ich hab das meinem Anwalt gezeigt.
Der meinte nur: „
Das ist gut, hebt das ja auf, das kann uns helfen.“
„
Inwiefern soll das hilfreich sein?“ fragte ich noch.
„
Na, ist doch klar, wenn du erschossen wirst, dann wissen wir gleich, wer´s war.“
„
Oh, prima, ich fühle mich schon viel sicherer.“
"Sag ich doch."