Survival Guide für E-Mails an thailändische Banken (und warum deine niemand liest)
Von jemandem, der es besser machen will – aber höflich bleibt.
1. Anrede:
Falsch: Dear Sir or Madam
Richtig: Dear Bangkok Bank Team oder To whom it may concern at [Filiale XY]
Warum? In Thailand ist man zwar höflich, aber keine Hellseher. Wer nicht weiß, an wen er schreibt, bekommt auch keine Antwort.
Tipp: Wer pauschal schreibt, landet pauschal im Spam.
2. Zeichensetzung ist kein Luxus, sondern Pflicht.
Falsch: I hope this message finds you well I am preparing for a planned property purchase in Thailand...
Richtig: I hope this message finds you well. I am currently preparing...
Warum? Ein Satz ohne Punkt ist wie ein Tuk-Tuk ohne Fahrer – es bewegt sich nichts, und keiner weiß, wo’s hingeht.
3. Struktur schlägt Wortmasse.
Falsch: Alles in einem einzigen Absatz ohne Abschnitte oder Hervorhebungen.
Richtig: Einleitung – Anliegen – Fragen – Bitte um Termin – Dank.
Warum? Ein Bankmitarbeiter, der den Text auf dem Handy liest, braucht klare Gliederung. Niemand blättert freiwillig durch Textwände.
4. Tonfall und Anspruch müssen zusammenpassen.
Falsch: Please confirm if such an appointment is available and what I should prepare in advance.
Richtig: If possible, I would appreciate the opportunity to schedule an appointment…
Warum? In Thailand gilt: Wer sich höflich und bescheiden gibt, bekommt Hilfe. Wer klingt wie ein Kontrollfreak, bekommt – gar nichts.
5. Timing ist alles – und zwar auch im Kalender.
Falsch: Termin für Oktober 2025 im Mai anfragen, ohne Zusammenhang.
Richtig: Erst fragen, ob das Verfahren überhaupt möglich ist – dann ggf. kurzfristig Termin anfragen.
Warum? Du würdest auch keine Reservierung für Weihnachten im Mai beim Dönerladen um die Ecke machen.
6. Und zu guter Letzt:Ich muss sie also entfernen, damit die Mail
Wenn du bisher noch nie eine Antwort auf eine E-Mail aus Thailand bekommen hast – könnte es sein, dass nicht Thailand das Problem ist?
Abschließende Diagnose:
Du schreibst, als ob du in einem Chat mit dir selbst wärst – und erwartest, dass andere sich die Mühe machen, deine Gedanken zu sortieren. Tun sie aber nicht. Warum? Weil sie arbeiten müssen.