Die letzten beiden Tage oder weniger Drama, mehr Sanuk oder so .
Über die letzten beiden Tage gibt es diesmal nicht ganz so ausschweifend zu berichten.
Keine Sorge – das bedeutet nicht, dass gar nichts passiert ist. Wir hatten nur ausnahmsweise mal nicht alle fünf Minuten das Bedürfnis, einen Versicherungsvertreter anzurufen oder den U-Turn Rekord zu brechen
Die Gewitter- und Blitzgeschichte haben wir ja inzwischen hinter uns.
Schwager hat vorsichtshalber noch ein neues Zuleitungskabel verlegt, nachdem der Blitz offenbar irgendwo mit einem Kabel eine etwas intensivere Bekanntschaft gemacht hatte.
Sagen wir es so:
Der Blitz war geladen. Das Kabel danach nicht mehr. Inzwischen haben wir aber wieder vollen Strom

Nach einem leckeren Isaan-Frühstück machte ich mich anschließend schon mal soweit für den Besuch beim Mönch fertig.
Um dann zu erfahren: Wir fahren erst mittags. Aha.
Timing ist hier also weiterhin eher eine Empfehlung als eine feste Größe Sowie Kommunikation , aber das kenne ich .
Also wurde kurzerhand die Wartezeit mit etwas Schlauchboot-Sanuk überbrückt.
Und wie das hier so ist, wollte natürlich jeder der Anwesenden auch mal ausprobieren.
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Es ist wirklich immer wieder schön zu sehen, wie einfach man hier Menschen eine Freude machen kann. Ein Schlauchboot. Ein bisschen Wasser. Und schon ist die Unterhaltung für den halben Tag organisiert.
Ab zum kleinen Wat im Wald
Später ging es dann tatsächlich zum kleinen Wat mitten im Wald:
Wat Pa Don Noi (วัดป่าดอนน้อย)
im Kut-Chap-District bei Udon Thani.
Der Mönch ist der Familie bekannt und dementsprechend wurde dort erst einmal ausgiebig geredet, gelacht und sich ausgetauscht.
Also eigentlich genau das, was man bei einem Mönchsbesuch erwartet.
Nur vermutlich etwas weniger Netflix und dafür mehr Karma.
Am Ende gab es natürlich noch das obligatorische Bändchen ums Handgelenk.
Madames schlechter Traum?
Keine besondere Bedeutung.
Zumindest nicht im Sinne von „Da kommt jetzt etwas ganz Schlimmes auf uns zu“.
Der Mönch erklärte, dass auf diesem Gelände früher einmal ein Dorf gestanden habe und sich dort auch alte Begräbnisstätten befunden hätten – unter anderem wohl auch von Mönchen.
Nach dem hiesigen Glauben können solche Orte natürlich auch Einfluss auf Träume und Wahrnehmungen haben.
Aus familiären Erzählungen weiß ich außerdem, dass bei früheren Feldarbeiten und Umgrabungen wohl vereinzelt kleine Relikte aus älteren Kulturen gefunden wurden.
Nichts von großem Wert.
Und die Behörden wurden darüber auch lieber nicht informiert.
Denn wenn plötzlich jemand vom Amt kommt und sagt:
„Interessant. Dann gehört das Grundstück jetzt erstmal der Archäologie.“
kann aus einem Acker ziemlich schnell eine Außenstelle des Museums werden.
Aber zurück zum Mönch.
Laut seiner Aussage konnte er im Tempel selbst nicht wirklich viel machen.
Er muss vor Ort kommen.
Also heißt es heute: Einkaufen.
Und später kommt noch eine Bekannte vorbei, um beim Kochen zu helfen.
Denn wenn ein Mönch vorbeikommt, wird hier natürlich nicht einfach gesagt:
„Soll ich Ihnen ein Sandwich machen?“
Nein. Da wird ein Buffet aufgefahren.
Schließlich möchte man Karma nicht mit einem trockenen Toast aufs Spiel setzen.
Und wer ist schuld?
Warum muss der Mönch überhaupt zu uns kommen?
Nun ja...
Angefangen bei den verlorenen beziehungsweise problematischen Koffern, gefolgt vom Autounfall, scheint laut Familienlogik möglicherweise etwas Negatives – oder gar etwas Böses – aus Europa mit mir mitgekommen zu sein.
Ja.
Ihr lest richtig.
Ich bin mal wieder schuld. 

Nicht mit uns - mit mir .
Aber daran bin ich inzwischen gewöhnt.
Bei meiner Frau gilt offenbar das bewährte internationale Schuldprinzip:
Wenn irgendjemand etwas falsch gemacht hat und nicht eindeutig festgestellt werden kann, wer es war, war ich es.
Praktisch. Spart Diskussionen.
Da das letzte Ereignis – der Blitz – nun allerdings hier vor Ort passiert ist, muss der Mönch eben auch hierherkommen.
Wie gut, dass er morgen früh um 06:00 Uhr noch einen Termin frei hat.
Ich liebe es, wenn mein spirituelles Krisenmanagement so früh beginnt.
Kleine Lehrstunde – wer will, darf scrollen
Aber jetzt mal im Ernst:
Theravada-Mönche in Thailand dürfen traditionell nach 12:00 Uhr mittags keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen.
Das heißt, die letzte richtige Mahlzeit muss vor Mittag beendet sein.
Der klassische Tagesablauf sieht ungefähr so aus:
Frühstück: gegen 07:00 Uhr, häufig nach Morgengebeten und Almosengang.
Mittagessen: ungefähr gegen 11:00 Uhr.
Nachmittag und Abend: Keine feste Nahrung mehr.
Erlaubt sind je nach den jeweiligen Regeln bestimmte Flüssigkeiten, beispielsweise Wasser, klare Säfte ohne Fruchtfleisch oder medizinische Tonika.
Der Hintergrund ist zum einen ein klarer Geist.
Große Mahlzeiten am Nachmittag oder Abend machen schließlich müde und sind bei Meditation eher kontraproduktiv.
Zum anderen geht es um Disziplin, Enthaltsamkeit und Genügsamkeit – festgehalten im buddhistischen Regelwerk, dem Vinaya.
Kurz gesagt:
Während wir uns abends überlegen, ob noch eine Portion bestellt wird, überlegt sich der Mönch vermutlich, ob er überhaupt noch einen Schluck trinken darf.
Respekt dafür.
Genug Glaubenskram.
Jetzt kommen wieder Bilder.
Ein paar Aufnahmen vom Tempel und der kleinen Anlage.
Dazu zwei Bilder vom Mönch, die mir persönlich besonders gut gefallen haben und deshalb in die Auswahl gekommen sind.
Die Kleine war von der ganzen Religionsveranstaltung offenbar irgendwann komplett platt.
Karma-Level erreicht – Akku leer.
Ein bisschen Familienprogramm
Nach dem Tempel ging es noch außerhalb weiter.
Wir mussten etwas zur Familie einer thailändischen Freundin aus Deutschland bringen.
Als wir anschließend wieder grab baan – also zu Hause – waren, gab es erstmal einen Haircut à la Isaan. Familieninterner Friseur.
Warum auch zum Friseur gehen, wenn man doch einfach jemanden in der Familie hat, der eine Schere halten kann?
Wir sind hier irgendwie schon ziemlich simpel ausgestattet.
Aber dafür: Rundum-Service. Familien Connection sozusagen


Und was macht der Farang in dieser Situation?
Genau.
Kamera schnappen, Gunst der Stunde nutzen und Thai-Rup – รูปไทย – machen.
Und dabei sind, wie ich finde, tatsächlich drei richtig klasse Aufnahmen entstanden.
Manchmal braucht es eben kein Studio, keine Softbox und keinen professionellen Stylisten.
Man braucht nur: Familie, einen der still hält und passendes Licht.
Feierabend – zumindest fast
Am Abend kehrte dann wieder etwas Ruhe ein.
Ich war von der Guai Tiao, die ich unterwegs gegessen hatte, immer noch ziemlich satt.
Also gab es zum Abendessen nichts Großartiges mehr.
Nur noch eine gekühlte Hopfen-Erfrischung.
Man muss ja schließlich auch auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten.

Für eine Reihe von Aufnahmen habe ich anschließend noch einen kleinen Belichtungstest gemacht.
Schließlich muss man ja wissen, wie weit man gehen kann.
Bei der Belichtung natürlich.
Alles andere wäre ich wieder bei meiner Frau schuld.
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Also bis denne ...
