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Borussia Park

Warum Vietnam statt Thailand?

midiberlin

polygam
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21 Oktober 2012
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Nun bin ich seit über zehn Jahren mit einem Thailänder zusammen und wir wurden Thailand über die Jahre etwas überdrüssig.
Natürlich gibt es immer noch schöne Ecken, die man besuchen kann, aber so richtig gereizt hat es mich nicht mehr. Irgendwann taucht man tiefer in die Kultur ein und versteht thailändische Menschen ganz anders. Dann lässt auch dieser erste Zauber nach, wenn man merkt, dass das berühmte Lächeln im Alltag oft einer gewissen Gleichgültigkeit weicht.
Wenn es meine Kids nicht geben würde, die sich immer wieder wünschen, nach Thailand zu fliegen, würde ich das heute wohl nicht mehr tun. Dazu kommen in Pattaya eben auch die Schattenseiten wie der Dreck oder die Ratten, die einen irgendwann einfach nur noch ermüden.

Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal nach Vietnam geflogen bin, war ich jedenfalls sofort wieder so geflasht wie vor zwanzig Jahren in Thailand. Alles war in Aufbruchstimmung und das Land verändert sich so rasant, dass man kaum hinterherkommt.
Kommt man ein Jahr später zurück, ist schon wieder alles anders, während einzig die Altstadt von Hanoi im Großen und Ganzen gleich bleibt.

Mich interessiert, wie ihr das seht und ob ihr diesen Reiz des Neuen in Vietnam auch so spürt.

Gern Vor-, und Nachteile!
 

Micha L

Ich mag es panasiatisch
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Dabei wirkt stark die Gewohnheit.
So bei mir bezüglich Vietnam. Aber da ist ja die Familie und da sind alte Freunde aus DDR-Tagen, Kommilitonen meiner Frau.
In VN gibt es die Sitte, daß Ehepartner ihre Freizeit getrennt verbringen. Von daher habe ich dort mehrere Frauen um mich :)

Früher, als Hanoi nur indirekt erreichbar war, haben wir paar mal einen verlängerten Zwischenstopp in Bangkok eingelegt und es hat uns gut gefallen.

Im Vergleich kann man generell sagen, daß Nordvietnamesen eher nur lächeln, wenn es angebracht ist. Und sie sind distanzierter als auch ihre südlichen Landsleute.

Das entspricht der dt. Mentalität.

Und unerfahrene Touristen wissen eher, woran sie sind.
Mein allererster Besuch in VN begann mit einem Zwischenstopp in Saigon.
Dort beschimpfte mich ein kleines Männchen in einem Gasthaus lautstark. Ich war ratlos. Da kam die minderjährige Wirtstocher und hat den Krakeeler im wahrsten Sinn vor die Tür gesetzt.
Aber nicht nur Betrunkene waren distanzlos.
Ich ging einmal mit meinem damals 2-jährigen Sohn allein spazieren. Eine Familie fand ihn süß und ehe ich reagieren konnte, wurde er ins Haus weitergereicht. Minutenlange Panik meinerseits und Ratlosigkeit: Ruhig bleiben oder ausrasten und dabei eventuell das Gesicht verlieren?
Große Erleichterung, als er schnell wieder rausgereicht wurde.

Nordvietnamesen sind generell nicht penetrant.
 

cavatine

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Ich bin mittlerweile von LOS auf Vietnam gewechselt für den Großteil. Mir gefällt das Leben in Da Nang gut. Pattaya ist für ein paar Tage/Wochen immer noch reizvoll und von dort aus recht schnell erreicht. Aber dort ist halt alles same same.

Da Nang ist ein anderes Leben. Weniger Sex, mehr soziale Kontakte, davon sogar einige neue Freundschaften. Lebenstil gefällt mir dort ebenfalls mit viel Sport (Pickleball, Gym, Schwimmen), den Cafes usw. Das Essen ist ebenfalls gut und international. Strand deutlich besser, aber halt auch erst ab März, April richtig nutzbar, wenn du im Meer baden willst. Infrastruktur insgesamt gut dort. Ordentliche Krankenhäuser, sicher ist es auch. Man kann tagsüber genügend unternehmen. Ausflüge z.B. nach Hoi An oder andere Städte sind ebenfalls recht einfach.

Preislich nen Tick günstiger. Da du keine (wenige) Ladies bezahlst, unterm Strich deutlich günstiger. Allerdings ist die Entwicklung in Da Nang sehr schnell und imo nicht alles zum guten. Bin mal gespannt, wie es dieses Mal wird. Die Entwicklung von 2025 auf Anfang 2026 war schon recht extrem. Gerade was die Mietpreise betrifft, da sehr viele dort mittlerweile langfristig leben. Probleme nehmen natürlich auch dort zu. Aber noch ist es für mich aktuell der Ort für meine Winterbase. Mal schauen, wie lange das noch so weitergeht.

Visa ebenfalls recht easy, 1 x 90 Tage. Kein Problem das nochmals 90 Tage zu verlängern. Einzig das Wetter ist im Okt - Dez nicht so gut, Jan. war letztes Jahr schön. Bin mal gespannt, wie es dieses Jahr wird. Werde zum ersten Mal im Dez ankommen. Davor wars April bzw. letztes Jahr Ende Jan.
 
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midiberlin

polygam
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Da Nang ist für mich ohnehin absolut nachvollziehbar. Ich war bereits dreimal dort und wenn man mich nachts wecken würde und ich müsste jetzt sofort entscheiden, wohin ich auswandern würde, wäre es genau dorthin. Ich werde auch den Januar dort verbringen und noch ein bisschen mehr in die Stadt eintauchen. Ich überlege sogar, mein Quartier nicht mehr auf Sơn Trà zu buchen, sondern mir mal ein Haus in den Nachbarschaften in der Nähe des Flusses oder direkt im Zentrum zu mieten. Ich liebe es einfach, zwischen den Locals zu leben.

Ich lerne übrigens seit Ende Januar zweimal die Woche Vietnamesisch und bin gespannt, ob ich es wirklich anwenden kann. Nach anfänglichen Sprüchen wie Vietnamesisch sei ganz einfach, kehrt sich das gerade ein bisschen um und gestaltet sich doch als schwieriger als gedacht. Aber ich werde natürlich dranbleiben.
 

Bd999

Hat nix anderes zu tun
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Ich war dieses Jahr zwei Wochen in Da Nang und mir hat es sehr gut gefallen. Wird auch nicht langweilig, die Stadt hat ja ca. 1 Mio. Einwohner und ist entsprechend groß und abwechslungsreich.

Werde sicher wieder kommen.

Hanoi und HCMC fand ich zwar gut, könnte mir aber nicht vorstellen, dort längere Zeit zu verbringen.
 

midiberlin

polygam
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Was mir an Vietnam einfach unfassbar gut gefallen hat, war das Essen!
Thai-Küche mag ich schon sehr gerne, aber dieser leicht französische Touch beim vietnamesischen Essen war einfach noch 'nen Tick geiler! 👌
Witzigerweise empfinde ich das gar nicht so. Klar geht über eine gute Phở Bò oder Bún Chả im Grunde nichts drüber, aber die thailändische Küche ist für mich doch unverwechselbarer und vor allem würziger. Es gibt einige Gerichte in Vietnam, die ich nicht essen würde, weil die Zutaten nicht so ganz mit meinem europäischen Geschmack harmonieren. Thú linh, chả rươi oder auch Hột vịt lộn sind jetzt nicht unbedingt das, was ich bevorzuge, und manchmal fehlt mir schlicht die richtige Schärfe. Gott sei Dank gibt es in den Zentren inzwischen fast alles, sodass man im Zweifel immer etwas Passendes findet.
 

Micha L

Ich mag es panasiatisch
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Die Wörter im Vietnamesischen sind kurz und leicht zu merken. Problematisch dabei ist die Betonung.
Da wir das nicht gewohnt sind, versteht man uns u. U. falsch oder gar nicht.

Einige Fehler in deutscher Übersetzung, die bei falscher Betonung ansonsten gleicher vn Wörter passieren können:

Pomelo bzw. Penis
Kirche bzw. Puff
Schwiegersohn bzw. Hurenbock
 

midiberlin

polygam
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21 Oktober 2012
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Aus der Sicht von jemandem, der die Sprache nicht beherrscht, mag das alles vielleicht so treffend sein. Ich selber quäle mich seit Ende Januar durch die Materie. Anfänglich hatte ich zwei Stunden Einzelunterricht pro Woche hier in Berlin und da das absolut nicht ausreicht, habe ich mir über Preply noch eine vietnamesische Lehrerin gesucht und nehme dreimal die Woche zusätzlich Unterricht. Im Moment lerne ich also fünf Stunden pro Woche. Das alles im Detail zu erklären ist etwas kompliziert, aber so viel kann ich sagen: Ich habe nicht mal das Niveau von A2 erreicht. Am Anfang muss man unheimlich viel Satzstruktur und Grammatik lernen, bevor man überhaupt Töne richtig erkennen und sprechen kann. Da braucht man mit dem reinen Vokabelernen noch gar nicht anfangen, da diese ohne das Grundverständnis sowieso nicht korrekt ausgesprochen werden können. Unabhängig davon bringt das vietnamesische Alphabet eben auch Buchstaben wie ư oder ơ mit, zuzüglich der Betonungen und komplexen Buchstabenkombinationen wie ường welche mit unseren Stimmbändern fast gar nicht machbar sind.
😉😛😔
 

Hohenstein

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Pratumnak
Sprache ? Ich meine rudimentäre Lautäusserung 🤣🤣🤣 Versuch mal irgendwas was die von sich geben in deutschen Buchstaben niederzuschreiben - geht für mich nicht
 
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BorussiaMG

Schreibwütig
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11 August 2010
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Mich interessiert, wie ihr das seht und ob ihr diesen Reiz des Neuen in Vietnam auch so spürt.
Tatsächlich gar nicht und ich habe bei Abreise meine letzten Dong auf Teufel komm raus im Land gelassen, während ich gerne Pesos oder Baht in nennenswerter Anzahl mitnehme um direkt einen Grund für die nächste Flugbuchung zu haben ;). Und ursprünglich war das auch in Vietnam (u.a. für Hanoi / Halong Bay) geplant. Da du ja auch Meilen sammelst... Über Vietnam Airlines (Buchung über KLM/AmEx MR) kann man recht anständig bepreist in der Business Class fliegen.

Ich war dieses Jahr erstmalig in Vietnam, weil es allerorts so gelobt wird. Der Flug von BKK nach DaNang war sehr entspannt, gerade auch was die Einreise anging (hier hört man ja immer mal wieder Horrorgeschichten von der Immigration). Der Strand ist deutlich schöner als in Pattaya, wobei ich den Hype um My Khe Beach (u.a. mal Forbes Liste) nicht ganz teile. Highlight waren eigentlich die Körper der ein oder anderen Russin, die vorübergehend Da Nang als Lebensmittelpunkt ausgewählt haben. Da du die Ratten ansprichst... Ich habe sowohl in Da Nang als auch in Saigon (HCMC) deutlich mehr gesehen als in Thailand. Tatsächlich auch auf offenen Lebensmitteln auf einem Markt ohne das sich daran jmd. störte. Logisch, dass das in Pattaya auch so sein wird, aber wissen und sehen sind doch noch mal zwei verschiedene paar Schuhe. Das Englisch der Einheimischen habe ich ebenfalls als noch deutlich schlechter empfunden. Einfachster Smalltalk während einer Massage war mir nicht möglich. Natürlich kann ich Pech gehabt haben, aber das zog sich eigentlich so durch den Urlaub.

Gleichzeitig waren Die goldene Brücke/Ba-Na-Hills (von Da Nang aus) oder auch Touren ins Inland (u.a. Mekong Delta von Saigon aus) Kaffeefahrten und nach meinem Eindruck auf Chinesen ausgelegt; auch wenn diese nicht in meinen MiniVan saßen. Sicherlich lag es auch an mir. Ich war First-Timer, bin sonst viel auf eigene Faust unterwegs und habe hier dann Pakete gebucht - allerdings absichtlich Kleingruppen. Auch das Wetter war maximal durchwachsen (nach 14 Tagen Sommer in Thailand) und trug daher nicht zum Wohlfühlfaktor bei.

Ein wirkliches Highlight war jedoch "Little Tokyo" in Saigon. Sensationelles Sushi, teuer für Südostasien, aber bezahlbar für europäische Urlauber und schöne Hostessen. Hier könnte ich mich gerne noch mal wenige Tage niederlassen. In Summe klingt es jetzt auch schlechter als es war. Ich hatte einen guten Urlaub, gute Kurzzeitbekanntschaften und auch gutes Essen. Trotzdem fühle ich mich zu anderen Ländern in Asien einfach mehr hingezogen.
 

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