Durch den Monsun und dieses Karma oder so
Ich war des Nachts nochmal kurz wach. Kommt davon, wenn man vor dem Schlafengehen nach viel Bier auch noch viel Wasser trinkt.

Irgendwann muss die Natur schließlich auch mal ihre Rechnung präsentieren.
Dabei hörte ich schon, dass es draußen ordentlich regnete.
Als ich morgens aufwachte, hörte es sich draußen immer noch ziemlich ähnlich an. Da war mir eigentlich schon klar: Heute geht’s direkt nach Udon – ohne große Zwischenstopps.
Der Monsun hatte schließlich offensichtlich andere Pläne mit uns.
Morgens rief Schwager noch an und fragte, wann wir kommen. Zu Hause war wettertechnisch nachts wohl ebenfalls Land unter gewesen … laut seiner Aussage aber inzwischen schon wieder besser. Na immerhin – irgendwo musste das Wetter ja bessere Laune haben.
Ich ging also nochmal runter, um mir eine Tasse Kaffee zu gönnen. Oder lösliche Brühe. Oder irgendwas dazwischen. Hauptsache warm und koffeinhaltig – die kulinarische Definition von Hoffnung am frühen Morgen.

Gegen 11 Uhr fuhren wir dann los, mit dem Plan: Wenn wir unterwegs etwas sehen, halten wir an und frühstücken.
Zwei Straßen weiter ging dieser Plan bereits auf und wir hielten beim
ก๋วยเตี๋ยวเรือชามไม้ เทพารักษ์ (ต้นตำรับ) – übersetzt ungefähr:
Boat Noodle in Wooden Bowl, Thepharak (Original Recipe).
So ist es auf Goole Maps aufgeführt . An der Wand draußen stand aber Time Café & Bar . Könnt ihr euch was aussuchen....
Irgendwie haben wir natürlich alle Suppe bestellt. Ich hingegen freute mich schon auf einen echten Kaffee.
Und dann kam der Kellner.
„Sorry, Kaffeemaschine kaputt. Wird gerade repariert “

Da war es wieder …
dieses Karma.
Was habe ich bloß dieses Jahr angestellt, was ich nicht auf dem Schirm habe?



Ich hatte jedenfalls langsam den Kaffee auf – und das sogar ohne einen einzigen bzw vernünftigen getrunken zu haben.
Danach ging es auf direktem Weg
grab baan nach Udon. Also ab durch den Monsun.
War das nicht mal so ein blöder Song?
Durch den Monsun …
Warum muss ich jetzt ausgerechnet daran denken?
Karma scheint wirklich ein Fluch zu sein.
Bis zum Bungalow kamen wir tatsächlich noch trocken durch und konnten auf der Terrasse sogar noch eine Weile sitzen bleiben.
Und dann tauchte plötzlich dieser Kamerad auf und setzte sich zu uns.
Er schaute mich an, als wollte er sagen:
„Küss mich, ich bin ein Prinz.“ 
Nee, nee, Kollege … so läuft das hier nicht.
Hast dich die ganze Zeit nicht blicken lassen, seit wir hier sind. Kein einziges Mal für mich posiert. Und schon gar nicht auf einem hübschen Lotusblatt für ein schönes Foto gesetzt.
Jetzt ist zu spät.
Meine Mädels kriegst du übrigens auch nicht.
Und wer weiß, was passiert wäre, wenn ich ihn tatsächlich geküsst hätte …
Am Ende wäre da plötzlich ein Ladyboy-Prinz rausgekommen.
Wer weiß …
Karma und so. 
Der Regen und der Wind wurden schließlich immer heftiger, sodass wir uns irgendwann in den Bungalow zurückzogen.
Frau brauchte – wie immer – nicht lange zum Einschlafen.
Ich schrieb noch an meinem Bericht und draußen hämmerte der Regen laut auf das Dach.
Irgendwann fielen aber auch mir beim Schreiben auf dem Smartphone die Augen zu.
Das Handy fiel zum Glück nicht auf die Nase.
Man muss ja auch mal Glück haben.
Neuer Morgen – neues Glück
Wie so oft war ich als Erster draußen. Kaffee fertig gemacht, Kamera auf die Bank gelegt und erstmal tief durchgeatmet.
Ich dachte mir:
„Genießen wir den Morgen, bevor das Karma wieder aufwacht.“
Nach so einem heftigen Regen liegt erstmal eine ganz besondere Ruhe über dem Land.
Die Langbeine waren allerdings schon auf der Lauer. Momentan gibt es hier ziemlich viele große Schnecken – und die stehen offenbar mit auf ihrem Speiseplan.
Dieser wollte anscheinend ein wenig für mich posen oder er hat einfach seine Morgen Toilette erledigt ....man weiss es nicht
Ich hatte letztens schon festgestellt, dass meine gelben Lieblingsvögel, die
Asian Golden Weavers, angefangen hatten, zwei Nester ziemlich nah an der Terrasse zu bauen.
Ich war allerdings davon ausgegangen, dass sie dieses Bauprojekt wieder aufgegeben hatten.
Tja …
Dann saß ich ganz gemütlich bei meinem Kaffee, als sie plötzlich auftauchten.
Offenbar wollten sie sich persönlich vorstellen und gleichzeitig beweisen, dass
ich mal wieder völlig falsch lag.
Wer meinen Bericht vom letzten Jahr kennt, weiß, wovon ich rede.
Dar waren sie wieder und haben Material gesammelt
Später tauchte zu meiner Überraschung sogar noch ein asiatischer Specht bei uns auf.
Laut Schwager gibt es hier sogar drei verschiedene Arten.
Hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht.
Unser kleines Grundstück entwickelt sich langsam zum
Thai Wildlife Resort – Eintritt frei, Kaffee weiterhin Glückssache. 
Auser ich mache diesen.
Der Rest des Tages ging leider größtenteils dafür drauf, eine Alternative für Chantaburi zu finden.
Denn wie bereits erwähnt, musste ich feststellen, dass es derzeit bis Anfang Oktober keine Flüge von Udon nach U-Tapao gibt.
Natürlich genau dann, wenn man sie braucht.
Warum sollte auch mal etwas einfach funktionieren? Das wäre ja schließlich viel zu einfach und würde nicht zu meiner diesjährigen Karma-Bilanz passen.
Wie ihr vermutlich gelesen habt, gibt es nun eine Alternative.
Also machen wir einfach das Beste daraus.
Das Wetter hat heute allerdings auch nicht gerade dazu beigetragen, noch große Aktivitäten zu starten.
Morgen muss ich allerdings erstmal zu einer Geburtstagsfeier ins sogenannte
DNA, das nahegelegene Tawandang.

Ich kann deshalb für die Bilder von morgen Abend vorsichtshalber schon mal keine scharfen Aufnahmen garantieren.
Die Kamera kann schließlich nichts dafür, wenn der Fotograf irgendwann anfängt, mit dem Motiv zu schwanken.

Bis denne … und möge das Karma mit mir sein oder so
