Machen wir ein Beispiel, vielleicht hilft es ja. Thailand macht Festplatten und schickt sie nach China, die bauen die Dinger in Computer ein und schicken das Zeuch nach USA. Nun macht USA Grenze zu, wer hat nun ein Problem? Hmm?
Eine ebenfalls sehr eingeschränkte Sicht der Dinge.
Bleiben wir beim Beispiel: Thailand baut Festplatten welche von China aufgekauft und in Computer eingebaut werden. Diese Computer werden in die USA verkauft. Die USA macht dieses Geschäft via Strafzöllen unrentabel.
*Ironie an*
Natürlich lehnen sich die Chinesen nun zurück, sind trotzig und verzichten auf das Geschäft grundsätzlich.
Thailändische Festplatten werden nicht mehr gekauft da China das Endprodukt "Computer" nicht mehr an die USA verkaufen kann.
*Ironie aus*
China exportiert 19% seiner Gesamtgüter in die USA. Sollte dieser Markt vollends geschlossen werden würde es lediglich darum gehen, diese 19% auf andere Länder zu verteilen.
Quelle:
China - Wichtigste Exportländer 2017 | Statistik
Keine ach so große Herausforderung, oder?
8,4% macht der Export der USA nach China aus.
Quelle:
USA - Wichtigste Exportländer 2017 | Statistik
Unterm Strich verbleibt ein echtes Defizit bei China von knapp 10%.
Meinst Du wirklich, dass es "die Herausforderung" schlechthin für China wäre, diese 10% auf die Zielländer
Europäische Union (EU),
Kanada,
Mexiko,
Japan,
Indien und die
Türkei zu verteilen, mit denen sich die USa ebenfalls bezüglich Handel im Klinch befinden?
Quelle:
Themenseite: Handelskrieg
Lass mich kurz laut nachdenken:
1. Die EU plant den Netzausbau mit Huaweii umzusetzen, sehr zum Ärger der USA.
2. Deutschland hält an Nordstream 2 fest, sehr zum Ärger der USA.
3. Die Türkei kauft ein Flugabwehrsystem von den Russen, sehr zum Ärger der USA.
4. China entwickelt eine Bahntrasse in den Iran. Die Exporte Chinas in den Iran sind von 2016 bis 2017 um das Doppelte gestiegen. Sehr zum Ärger der USA.
Quelle:
China Exports to Iran | 2019 | Data | Chart | Calendar | Forecast | News
5. Russland und China haben sich mit dem Iran und mit Venezuela ihre Energielieferanten gesichert. Sehr zum Ärger der USA.
6. Das Fracking in den USA läuft nicht mehr so arg toll. Sehr zum Ärger der USA.
Quelle:
Amerikas Ölfelder haben zu viele "Kinder"
7. Der wichtigste Energielieferant der USA, Saudi Arabien, beginnt zu revoltieren und droht offen, sein Öl nicht mehr in USD zu verkaufen. Sehr zum Ärger der USA.
Quelle:
Ölgeschäfte: Saudi-Arabien droht mit Dollar-Ablösung
8. China und Japan rücken näher zusammen. Eine Reihe von Wirtschaftsabkommen getroffen. Sehr zum Ärger der USA.
Quelle:
China und Japan wollen näher zusammenrücken | DW | 26.10.2018
9. China baut neue "Seidenstraße" bis nach Europa. Sehr zum Ärger der USA.
Wenn ich mir das Gesamtbild betrachte, ist die USA derzeit sehr stark am Wanken und der "Große Drache" ist mit seinen Plänen, dieses Debit von 10% zu kompensieren, sehr sehr sehr weit vorangeschritten.
Im Gegensatz zu den USA, die sich gerade selbst ins Abseits stellen.
Bezüglich der Aufwertung des EUR im Bezug auf diese Entwicklung:
Der Wert einer Währung, die nicht Gold gedeckt ist, hängt davon ab, welche Menge dieser Währung im Umlauf ist.
Gibt es wenig im Umlauf befindliches Geld, ist der Wert hoch - und vice versa.
Wie schaut es mit der Geldmenge M3 des EUR aus?
+30% in den letzten 10 Jahren !!!
Quelle:
Geldmenge M3 - Entwicklung in der Euro-Zone bis 2018 | Statistik
Und beim THB?
+30% in den letzten 10 Jahren !!!
Quelle:
Thailand - Geldmenge M3
Das gibt sich also nichts. Und dennoch haben wir die aktuelle EUR/THB Entwicklung.
Vergiss den feuchten Traum, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China irgendeine Auswirkung auf die Thailändische Wirtschaft haben wird und daher der EUR erstarken könnte.