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Tagebuch eines Ruheständlers in Pattaya. Ich bereite es vor: in wenigen Monaten wird es starten

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Der Michel sagt : fasse dich kurz ! Das Leben ist zu kurz für solche Diskussionen 🤣🤣🤣


Hohensteins wiederkehrender Wunsch nach Kürze hat inzwischen fast schon etwas Liebevolles – wie ein höflich formuliertes „Nu mach mal hinne“ im feinen Zwirn.

Entspann Dich mein Guter ;)
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Hinweis für die, die meine Beiträge verfolgen und in diesem Jahr Flüge nach Thailand gebucht haben:

In zwei Fällen von Bekannten und meinem eigenen, kam es zu erheblichen Änderungen im Flugverkehr. Vermutlich wegen Kerosinmangel.

In 2 Fällen berichtete man mir, dass die Flüge von der Fluggesellschaft einseitig storniert wurden, da die Flugnutzer angeblich die Hinweise unbeantwortet ließen.

Bei mir landete der Hinweis im Spamordner; ich überprüfe den aber. Ich fliege fast immer über Zürich. Schon wegen des guten Schnapses, den ich dort kaufen kann.

Bitte überprüft sehr gewissenhaft, was hier bei euch ggf. abgefragt wird. Es werden Flüge zusammen gelegt, fallen aus ect. Insbesondere die Zubringer als Kurzstreckenflüge.

Die Direktflüge (Nonstopflüge) von Frankfurt, Zürich oder München, sind weniger betroffen oder gar nicht.

Bitte bucht auch nichts mehr über die Golfstaaten. Kann gut gehen, kann auch im Fiasko enden.

DAS habe ich ebenfalls erfahren.


Ist off Topic, aber ich wünsche hier allen gute Verbindungen statt Chaos. Da es mein Strang ist, darf ich das so auch schreiben.


Grüße
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Teil 40: Auswandern nach Thailand, Steuern und die Frage nach der Vorhersehbarkeit des Rechts​


Bevor ich beginne, eine kleine Vorbemerkung:

Wer meine bisherigen Beiträge kennt, wird bemerken, dass dieser Bericht ungewöhnlich sachlich ausgefallen ist. Normalerweise neige ich dazu, auch trockene Themen mit einer gewissen Portion Humor zu versehen, schon um die geistige Gesundheit aller Beteiligten zu schützen. In diesem Fall habe ich darauf weitgehend verzichtet.

Der Grund ist einfach: Die Materie ist bereits kompliziert genug. Zusätzliche Ironie, Sarkasmus oder gedankliche Abschweifungen würden vermutlich eher die Verwirrung als das Verständnis fördern. Ich bitte daher ausnahmsweise um Nachsicht für einen etwas nüchterneren Ton. Es handelt sich gewissermaßen um eine seltene Ausnahmeerscheinung innerhalb dieses Strangs.

Je länger ich mich mit der Besteuerung von Alterseinkünften bei einem dauerhaften Aufenthalt in Thailand beschäftige, desto mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass das eigentliche Problem möglicherweise gar nicht die Höhe einer Steuer ist. Das eigentliche Problem scheint mir vielmehr die Frage zu sein, ob ein rechtschaffener Bürger überhaupt noch mit hinreichender Sicherheit erkennen kann, was von ihm erwartet wird.

Damit bin ich bei einem Gedanken, der mir als Jurist deutlich vertrauter ist als jede steuerliche Detailfrage: dem Rechtsstaatsprinzip.

Ein funktionierender Rechtsstaat zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass er Regeln aufstellt. Er muss diese Regeln auch so ausgestalten, dass der Betroffene sein Verhalten daran ausrichten kann. Recht muss vorhersehbar sein. Es muss transparent sein. Es muss mit vertretbarem Aufwand erkennbar sein, welche Folgen ein bestimmtes Verhalten nach sich zieht. Nur dann kann der Bürger überhaupt die Chance haben, sich rechtstreu zu verhalten.

Genau an diesem Punkt beginnen bei mir die Schwierigkeiten.

Wer nach Thailand auswandern möchte, trifft auf mehrere gleichzeitig wirkende Regelungsebenen: deutsches Steuerrecht, thailändisches Steuerrecht und das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Staaten. Hinzu kommen unterschiedliche Auffassungen zur Auslegung, unterschiedliche Verwaltungspraxen und nicht selten auch unterschiedliche Beratungsmeinungen.

Bereits die scheinbar einfache Frage, wie eine bestimmte Altersversorgung steuerlich einzuordnen ist, kann erstaunlich komplex werden. Handelt es sich um eine gesetzliche Rente, um Leistungen eines Versorgungswerks, um private Altersvorsorge, um Kapitalerträge oder um vorhandenes Vermögen? Je nach Einordnung können sich unterschiedliche Konsequenzen ergeben.

Noch schwieriger wird es, wenn man versucht, die tatsächlichen wirtschaftlichen Vorgänge mit den steuerlichen Kategorien in Einklang zu bringen. Im wirklichen Leben fließen Renten, Kapitalerträge und Vermögensbestände häufig über dieselben Konten. Der Bürger denkt wirtschaftlich. Das Steuerrecht denkt in Kategorien. Beides muss nicht zwingend deckungsgleich sein.

Selbstverständlich kann man diese Unterschiede dogmatisch erklären. Man kann Einkunftsarten definieren, Vermögenssubstanz von Erträgen abgrenzen und unterschiedliche Besteuerungsrechte zuweisen. Das alles ist juristisch möglich. Die entscheidende Frage lautet jedoch, ob die daraus resultierende Rechtslage für den Betroffenen noch hinreichend verständlich und vorhersehbar bleibt.

Gerade hier habe ich zunehmend Zweifel.

Ich will ausdrücklich nicht behaupten, dass die beteiligten Staaten unberechtigte Interessen verfolgen. Jeder Staat hat ein legitimes Interesse daran, sein Steueraufkommen zu sichern. Das steht außer Frage.

Ebenso wenig möchte ich behaupten, dass die zuständigen Behörden oder Gerichte ihre Aufgaben nicht ordnungsgemäß wahrnehmen würden. Auch das wäre weder fair noch sachlich.

Mein Punkt ist ein anderer.

Wenn selbst gut informierte Menschen nach längerer Beschäftigung mit einer Materie zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen, wenn Foren, Berater, Videos und Fachbeiträge teilweise widersprüchliche Einschätzungen liefern und wenn die praktische Umsetzung für den Betroffenen nur noch schwer nachvollziehbar erscheint, dann sollte man zumindest die Frage stellen dürfen, ob die Regelungstechnik ihren Zweck noch vollständig erfüllt.

Aus Sicht eines Verwaltungsjuristen ist Recht kein Selbstzweck. Es soll Orientierung schaffen. Es soll Konflikte vermeiden. Es soll berechenbare Ergebnisse ermöglichen. Je stärker die Unsicherheit zunimmt, desto mehr gerät diese Orientierungsfunktion unter Druck.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung dieser Thematik.

Vorliegend besteht die Schwierigkeit für Einkommen die nach Thailand bei einem Residenten der über 180 Tage im Jahr im Paradies verweilt und das Einkommen aus Deutschland dem Ausland transferiert darin, dass bereits über die grundlegende Reichweite des Doppelbesteuerungsabkommens unterschiedliche Auffassungen vertreten werden.

Vereinfacht dargestellt wird häufig angenommen, dass bei einer steuerlichen Ansässigkeit in Thailand laufende Renten- und Versorgungsleistungen grundsätzlich dort steuerlich erfasst werden können. Diese Auffassung stützt sich regelmäßig auf die rentenbezogenen Vorschriften des Doppelbesteuerungsabkommens, insbesondere auf die Regelungen zu Ruhegehältern und sonstigen wiederkehrenden Bezügen.

Demgegenüber wird eingewandt, dass einzelne Rentenarten unterschiedlich einzuordnen sein können und dass die konkrete Zuweisung des Besteuerungsrechts nicht immer so eindeutig erscheint, wie es auf den ersten Blick vermutet wird. Gerade an dieser Stelle beginnen die bekannten Auslegungsfragen, die in Foren, Videos und Fachbeiträgen immer wieder zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Ohne hier eine abschließende rechtliche Bewertung vornehmen zu wollen, scheint gegenwärtig jedenfalls die Auffassung weit verbreitet zu sein, dass bei einer steuerlichen Ansässigkeit in Thailand laufende Renten- und Versorgungsleistungen grundsätzlich in die thailändische Besteuerung einbezogen werden können. Ob und in welchem Umfang dies im Einzelfall tatsächlich geschieht, hängt wiederum von der konkreten Einkunftsart, der Ausgestaltung des Doppelbesteuerungsabkommens sowie der praktischen steuerlichen Umsetzung ab.

Möglicherweise handelt es sich um einen Bereich, in dem mehrere grundsätzlich nachvollziehbare Systeme aufeinandertreffen und dabei Reibungsverluste erzeugen, die niemand ursprünglich beabsichtigt hat. Das wäre menschlich und keineswegs ungewöhnlich. Es würde aber erklären, weshalb viele Betroffene das Gefühl entwickeln, sich in einem rechtlichen Labyrinth zu bewegen.

Mein persönlicher Eindruck ist deshalb, dass die derzeitige Situation in ihrer praktischen Wirkung nicht die Transparenz und Vorhersehbarkeit erreicht, die ich mir von einer gelungenen Regelung wünschen würde. Rein handwerklich betrachtet halte ich die Konstruktion daher für wenig glücklich. Das ist keine politische Wertung und auch kein Vorwurf gegenüber einzelnen Beteiligten. Es ist lediglich die Feststellung, dass eine Regelung, die erhebliche Auslegungs- und Anwendungsunsicherheiten erzeugt, ihre Steuerungsfunktion nur eingeschränkt erfüllt.

Vielleicht wird sich vieles mit der Zeit einspielen. Verwaltungspraxis, Rechtsprechung und Beratung entwickeln sich bekanntlich weiter. Oft entsteht die notwendige Klarheit erst Jahre später.

Bis dahin bleibt wohl nur, die Dinge sorgfältig zu beobachten, sich bestmöglich zu informieren und ein gewisses Maß an Gelassenheit zu bewahren.

Und ich gebe offen zu: Trotz meiner juristischen Profession weiß ich an diesem Punkt selbst nicht mehr mit letzter Sicherheit weiter. Das muss man sich gelegentlich auch eingestehen dürfen. Ich werde daher einfach abwarten, beobachten und sehen, welche Erfahrungen die Praxis in den kommenden Jahren hervorbringt.

Und P.S. ich bin wirklich heilfroh, dass ich niemals auch nur einmal meinen Fuss in eine Vorlesung oder ein Seminar zum Steuerrecht gesetzt habe. Die Kollegen mögen Erbarmen mit mir haben, sollten sie das lesen (müssen).

Es ist jedoch schlicht die Wahrheit: ich finde steuerrechtliche Fragen unfassbar skurril und oft zu unverständlich - aber das ist nur meine Ansicht... noch entsetzlicher als das Familienrecht, das ich als Scheidungskind kategorisch boykottierte in meiner damaligen Examensvorbereitung - hatte Glück, wurde im gemischten Recht nicht geprüft bei mir... :biggrin: :biggrin: :biggrin:

Wäre ich indes Steuerrechtler geworden (eher friert die Hölle zu), würde ich wie ein Teufelchen mit einem eisernen Besen Ausmisten... und nun darf man über mich schimpfen...

Gönn Dir.jpg
 
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Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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P.S. Jungs, wie geht ihr mit diesem unreinen Mist eigentlich um?

Ich werde einen thailändischen Steuerfachanwalt mal befragen, erwarte mir aber nicht sehr viel. Der Grund ist banal: die sind im nationalen Steuerrecht geschult und in der Regel nicht in solchen Konstellationen des Doppelbesteuerungsabkommens.

Wenn ich ein ausführliches Gespräch mit einem dieser Freaks in Thailand und Deutschland (in Deutschland kenne ich einen Studienfreund, der meine Steuererklärungen heute macht und wir mögen uns... Matte, wenn Du mich hier zufällig liest bitte mach vor Deinem Ärger über meine Worte noch fix meine Erklärung für 2025 fertig. Ich helfe Dir dafür wieder, wenn Du meine Hilfe benötigst...) durch habe, werde ich erst einen Sachbericht und dann beissenden Spott nachschieben...

Ihr kennt das ja von mir.

Frei nach Asterix: "die Spinnen, die Finanzämter"... weltweit.
 
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MGiebel

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In Thailand gibt es einen großen Unterschied zwischen Theorie (dem DBA) und Praxis (dem Finanzbeamten). Die aktuelle Praxis in vielen Fällen ist, dass der Finanzbeamte nur dein Bankstatement nach FTT Überweisungen durchforstet und die als Remitted Income besteuert, egal wieviel Bargeld du eingeführt hast oder was du mit einer Debitkarte bezahlt hast.

Oder du gerätst an einen Finanzbeamten, der dich fragt ob du mit z.B. 20000 THB einverstanden bist. Wie die Quittung dann aussieht, weiß ich nicht.

P.S.: Bezahlung mit einer echten Kreditkarte ist ein Kredit und wird nicht besteuert 555
 
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Klimbim

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In Thailand gibt es einen großen Unterschied zwischen Theorie (dem DBA) und Praxis (dem Finanzbeamten). Die aktuelle Praxis in vielen Fällen ist, dass der Finanzbeamte nur dein Bankstatement nach FTT Überweisungen durchforstet und die als Remitted Income besteuert, egal wieviel Bargeld du eingeführt hast oder was du mit einer Debitkarte bezahlt hast.

Oder du gerätst an einen Finanzbeamten, der dich fragt ob du mit z.B. 20000 THB einverstanden bist. Wie die Quittung dann aussieht, weiß ich nicht.

P.S.: Bezahlung mit einer echten Kreditkarte ist ein Kredit und wird nicht besteuert 555

Es stellt sich schlicht die Frage, wie Vermögen von Einkommen sachlich trennbar sind. Jedes Einkommen, welches in Deutschland versteuert wird verwandelt sich wirtschaftlich nach Steuern nämlich zwingend in Vermögen. Ansonsten könnte ich nämlich (und niemand) weiter niemals Vermögen aufbauen. Es gäbe folgerichtig kein Vermögen.

Die Abgrenzung ist in der Praxis das Problem.
 

Klimbim

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Was mir zu diesem Thema noch einfällt und ich dann in jedem Fall machen werde:

KONTENTRENNUNG! Zum Nachweis von Quellen sehr wichtig

1. Separates Konto für meine Versorgungsanwartschaften (gesetzliche Renten bei den Meisten von euch) anschaffen.
2. Meine Abrechnung der erhaltenen Renten einreichen
3. Eine Abrechnung der laufenden ! Renditen aus Vermögen einreichen

4. Altvermögen kann und darf niemals Einkommen sein - da komme ich logisch nicht weiter. Auch nicht in Thailand. Das, was auf diesen Konten dann noch ist, würde ich nicht als Einkommen deklarieren - auch nicht, wenn ich es nach Thailand transferiere.

Ansonsten ist es nämlich so, dass Thailand ausschliesst, dass man überhaupt Vermögen hat, so lange es nicht in Thailand versteuert wurde.

Sollte das nicht aufklärbar sein oder nicht akzeptiert werden, bleibt es beim Wischiwaschi, das ich nicht nachvollziehen kann.
 

MGiebel

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Was mir zu diesem Thema noch einfällt und ich dann in jedem Fall machen werde:

KONTENTRENNUNG! Zum Nachweis von Quellen sehr wichtig

1. Separates Konto für meine Versorgungsanwartschaften (gesetzliche Renten bei den Meisten von euch) anschaffen.
2. Meine Abrechnung der erhaltenen Renten einreichen
3. Eine Abrechnung der laufenden ! Renditen aus Vermögen einreichen

4. Altvermögen kann und darf niemals Einkommen sein - da komme ich logisch nicht weiter. Auch nicht in Thailand. Das, was auf diesen Konten dann noch ist, würde ich nicht als Einkommen deklarieren - auch nicht, wenn ich es nach Thailand transferiere.

Ansonsten ist es nämlich so, dass Thailand ausschliesst, dass man überhaupt Vermögen hat, so lange es nicht in Thailand versteuert wurde.

Sollte das nicht aufklärbar sein oder nicht akzeptiert werden, bleibt es beim Wischiwaschi, das ich nicht nachvollziehen kann.
Du musst das ganze nicht zu kompliziert machen. Kontoauszüge reichen als Beleg für Vermögen aus.
In den folgenden Links findest du viele Infos zu dem Thema:
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Du musst das ganze nicht zu kompliziert machen. Kontoauszüge reichen als Beleg für Vermögen aus.
In den folgenden Links findest du viele Infos zu dem Thema:

... leider ist das alles extrem widersprüchlich. Aber danke lieber M.Giebel

Es gibt tausende Infos zum Thema und niemand, wirklich niemand kann am Ende sagen, was wirklich ein Einkommen und was Vermögen sein soll.

Für mich eindeutig: was ich versteuert habe in Deutschland, ist Vermögen. Thailand legt es anders aus, was ich schwierig finde.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Teil 41 Wie man einen glücklichen Thailand - Neuling in 5 Minuten vollständig verwirrt - eine Begegnung mit zig Experten


Wer längere Zeit in Thailand verbringt, begegnet irgendwann einer besonderen Spezies.

Dem selbsternannten Thailand-Experten.

Ich begegnete übrigens hunderten der Art, die ich euch nun etwas genauer vorstelle... ich habe sie wirklich satt, bis Oberkante aber ich finde sie auch wiederum lustig und wenn ich ihr dämliches nerviges Theater nun stoisch all die Jahre ertrug, besonders in FOREN (...), dann sollen sie mir eine Gebühr dafür bezahlen:

Meinen Stoff zum maximal wunderbaren Spott:

DER THAILANDEXPERTE



Eine faszinierende Erscheinung.

Man erkennt sie meist daran, dass sie bereits nach sechs Monaten Aufenthalt exakt verstanden haben, wie ganz Südostasien funktioniert.

Von Myanmar bis Bali.

Von Pattaya bis zur letzten Wasserbüffelweide hinter dem Mekong.

Fragt man drei dieser Experten dieselbe Frage, erhält man vier völlig gegensätzliche Antworten und fünf Warnungen vor den anderen Experten.

Der Pattaya-Experte sitzt gewöhnlich in einer Bar.

Er heißt Fritz.

Niemand weiß, ob er wirklich Fritz heißt.

Er sieht nur aus wie jemand, der Fritz heißen müsste.

Verwaschenes Hawaiihemd.

Kurze Hose aus einer längst vergangenen Epoche.

Eine Geldbörse an einer Kette, die vermutlich schon drei Regierungen überlebt hat.

Am linken Arm ein verblasstes Tattoo, dessen ursprüngliche Bedeutung inzwischen archäologisch untersucht werden müsste.

Vor ihm ein Bier.

Neben ihm ein Bier.

Im Anflug ein weiteres Bier.

Dazu die unvermeidliche Zigarette, die seit etwa 2017 aus demselben Mundwinkel hängt.

An diesem Nachmittag betritt Manfred die Bar.

Frisch angekommen.

Neu in Thailand.

Noch voller Hoffnung.

Ein schwerer Fehler.

Fritz winkt ihn sofort heran.

„Setz dich.“

Manfred setzt sich.

„Erster Tag?“

„Ja.“

Fritz nickt langsam.

Wie ein Professor, der soeben einen Studienanfänger entdeckt hat.

Dann unterbrach er sich plötzlich.

Er starrte einige Sekunden auf einen Ventilator, der vermutlich bereits unter drei verschiedenen Barbesitzern denselben quietschenden Todesschrei von sich gab.

„Der macht das seit Jahren.“

„Der Ventilator?“

„Ja.“

Kurze Pause.

„Läuft aber noch.“

Dann wandte er sich wieder Manfred zu.

„Du hast keine Ahnung.“

„Wovon?“

„Von allem.“

Manfred wird still.

Fritz lehnt sich vor.

„Pass auf. Erstens. Geh niemals in Soi X.“

„Warum?“

„Katastrophe.“

„Was passiert dort?“

„Alles.“

„Was genau?“

„ALLES.“

Manfred nickt vorsichtig.

Fritz bestellt ein weiteres Bier.

„Zweitens. Geh unbedingt in Soi Y.“

„Warum?“

„Beste Gegend.“

„Weshalb?“

„Weiß jeder.“

„Aha.“

„Drittens. Vertraue niemandem.“

„Niemandem?“

„Niemandem.“

„Auch dir nicht?“

Fritz nahm einen langen Schluck Bier.

Sah kurz Richtung Straße.

Sah wieder zu Manfred.

„Besonders mir nicht.“

Lange Pause.

„Warum nicht?“

„Darüber reden wir nicht.“

Danach bestellte er ein weiteres Bier und wechselte das Thema vollständig.

Manfred hatte das Gefühl, versehentlich in Kapitel sieben eines Romans eingestiegen zu sein, ohne die ersten sechs gelesen zu haben.

Eine Stunde später hat er gelernt:

Dass alle Taxifahrer Betrüger sind.

Alle Makler Betrüger.

Alle Anwälte Betrüger.

Alle Banken Betrüger.

Alle Touristen Betrüger.

Und nahezu sämtliche Einwohner des Landes ebenfalls.

Mit Ausnahme von Fritz.

Der erstaunlicherweise als Einziger übrig bleibt.

Nach zwei Stunden sieht Manfred aus wie ein Mann, der versehentlich eine Verschwörungstheorie verschluckt hat und nun versucht herauszufinden, wo die Bedienungsanleitung geblieben ist.

Dann erscheint Günther.

Der Isan-Experte.

Er kommt gerade vom Flughafen.

Günther trägt Sandalen von beeindruckender Robustheit.

Seine Hautfarbe liegt irgendwo zwischen Leder und historischem Teakholz.

Er sieht aus, als hätte er die letzten zwölf Sommer freiwillig in der Sonne fermentiert.

Neben ihm steht Hans-Jürgen.

Frisch gelandet.

Urlaubsstimmung.

Noch lächelt er.

Günther erkennt sofort seine Verantwortung.

„Du musst in den Isan.“

„Warum?“

„Das echte Thailand.“

„Aha.“

„Nicht dieser Touristenquatsch.“

„Was gibt es dort?“

„Ruhe.“

„Und sonst?“

„Mehr Ruhe.“

„Und sonst?“

„Noch mehr Ruhe.“

Hans-Jürgen wirkt unsicher.

„Gibt es Restaurants?“

„Manchmal.“

„Bars?“

„Wozu?“

„Menschen?“

„Teilweise.“

„Englisch?“

„Nein.“

„Deutsch?“

Günther schaut ihn an, als hätte Hans-Jürgen gerade vorgeschlagen, einen Wasserbüffel zum Finanzminister zu ernennen.

„Natürlich nicht.“

„Was macht man dort?“

„Sitzen.“

„Und dann?“

„Nochmal sitzen.“

„Und dann?“

„Sonnenuntergang.“

„Und danach?“

„Nacht.“

Günther schwieg kurz.

Dann zeigte er auf einen Wasserbüffel.

„Den kenne ich übrigens seit vier Jahren.“

„Den Wasserbüffel?“

„Ja.“

„Woher?“

„Der steht meistens hier.“

Hans-Jürgen wusste nicht mehr genau, ob das ein Argument für den Isan oder dagegen war.

Günther wurde inzwischen richtig warm.

„Mücken gibt es auch.“

„Viele?“

„Manchmal sieht man die Landschaft nicht mehr.“

„Aha.“

„Fantastisch.“

„Weshalb?“

„Natur.“

„Verstehe.“

„Und um neun Uhr abends macht alles zu.“

„Alles?“

„Alles.“

„Wirklich alles?“

„Sogar die Langeweile.“

Hans-Jürgen schaut kurz Richtung Ausgang.

Man hat den Eindruck, er erwägt ernsthaft die Rückkehr zum Check-in-Schalter.

Und genau dort liegt das eigentliche Geheimnis der Thailand-Experten.

Jeder von ihnen hat irgendwann seinen persönlichen Lieblingsort gefunden.

Und nun verbringt er den Rest seines Lebens damit, allen anderen zu erklären, warum ausschließlich dieser Ort richtig ist und sämtliche Alternativen ein tragischer Irrtum der Menschheitsgeschichte.

Der Pattaya-Experte erklärt dir, warum du unbedingt nach Pattaya musst.

Der Isan-Experte erklärt dir, warum Pattaya den Untergang des Abendlandes darstellt.

Der Chiang-Mai-Experte erklärt beiden, dass sie das wahre Thailand nie verstanden haben.

Der Phuket-Experte erklärt allen dreien, dass sie sowieso zu wenig Geld haben.

Und der Koh-Samui-Experte sitzt barfuß daneben und behauptet, Geld sei ohnehin nur ein Konzept.

Nach drei Stunden Diskussion wissen alle exakt so viel wie vorher.

Nur deutlich lauter.

Und der arme Tourist denkt sich:

„Vielleicht schaue ich mir einfach selbst alles an.“

Was erstaunlicherweise fast immer die vernünftigste Idee ist.


Darauf dann einen Kirsch!

Schnaps.jpg
 
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Klimbim

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24 November 2024
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PS:

Anbei ein kleines Prost auf sämtliche Pattaya-, Isan-, Chiang-Mai-, Phuket- und Koh-Samui-Experten dieser Welt.

Das Glas auf dem Foto habe ich übrigens im Central Pattaya gekauft.

Eigentlich ist es ein Schnapsglas.

Inzwischen trinke ich daraus aber überwiegend Wasser.

Nicht aus gesundheitlichen Gründen.

Sondern weil ich die Gläser so mag.

Würde ich daraus konsequent Schnaps trinken, wäre ich vermutlich spätestens gegen Mittag nicht mehr in der Lage, zwischen einem Pattaya-Experten und einem Wasserbüffel zu unterscheiden.

Leider besaß ich ursprünglich mehr davon.

Mein geschätzter Freund Bernd hat sich irgendwann auf bislang ungeklärte Weise zwei Exemplare angeeignet.

Ich möchte hier ausdrücklich nicht von Diebstahl sprechen.

Das klingt so hart.

Nennen wir es lieber eine spontane, grenzüberschreitende Umverteilung von Trinkgefäßen.

Trotzdem beschäftigt mich der Fall bis heute.

Daher die Frage an das Forum:

Wie revanchiert man sich stilvoll bei einem Freund, der zwei schöne Schnapsgläser verschwinden lässt?

Sachliche Vorschläge sind willkommen.

Unsachliche ausdrücklich auch.

Die kreativste Idee gewinnt meine uneingeschränkte moralische Unterstützung.

Und Bernd vermutlich leichte Unruhe.
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Teil 42 - DER CHRONIST


Eine weitere bemerkenswerte Erscheinung der Thailandwelt ist der Chronist.

Er behauptet von sich selbst, kein Experte zu sein.

Das erzählt er jedem.

Täglich.

Ausführlich.

Über mehrere Absätze.

Der Chronist erkennt Experten sofort.

Er schreibt schließlich seit Jahren über sie.

Über den Pattaya-Experten.

Den Isan-Experten.

Den Bitcoin-Experten.

Den Visa-Experten.

Den Immobilien-Experten.

Den Experten für Experten.

Lediglich eine Person entgeht ihm erstaunlich lange:

Er selbst.

Man erkennt den Chronisten daran, dass er grundsätzlich niemanden belehren möchte.

Diesen Hinweis wiederholt er ungefähr achtmal pro Beitrag.

Danach folgt eine dreitausend Wörter lange Erklärung, weshalb fast alle anderen die Situation missverstanden haben.

Er liebt Menschen.

Besonders dann, wenn sie ausreichend seltsame Eigenschaften besitzen, damit er darüber schreiben kann.

Betritt ein gewöhnlicher Mensch den Raum, verliert der Chronist rasch das Interesse.

Betritt jedoch ein Mann mit drei Verschwörungstheorien, vier Thailandweisheiten und einem tragischen Immobilienprojekt den Raum, beginnt der Chronist innerlich bereits mit der Gliederung.

Während andere Menschen Gespräche führen, sammelt er Material.

Er hört zu.

Nickt.

Lächelt.

Stellt Fragen.

Und denkt dabei:

"Großartig. Das kommt in Kapitel zwölf."

Der Chronist verbringt erstaunlich viel Zeit mit Menschen, die er angeblich kaum erträgt.

Jahrelang.

Teilweise jahrzehntelang.

Außenstehende finden das verwirrend.

"Warum sitzt du seit fünf Stunden mit diesen Leuten zusammen?"

Der Chronist hebt sein Glas.

"Recherche."

Tatsächlich hat er längst aufgehört, zwischen Recherche und Hobby zu unterscheiden.

Besonders auffällig wird dieses Verhalten in Foren.

Dort beklagt der Chronist regelmäßig die endlosen Diskussionen.

Anschließend verfasst er einen Beitrag von der Länge einer mittleren Bachelorarbeit.

Mit Einleitung.

Hauptteil.

Drei Nebenschauplätzen.

Einer Pointe.

Und einem überraschenden Exkurs über Schnapsgläser.

Danach erklärt er, dass er eigentlich nur kurz etwas anmerken wollte.

Der Chronist besitzt außerdem eine bemerkenswerte Fähigkeit:

Er kann sich stundenlang über bestimmte Menschentypen lustig machen.

Und endet dennoch regelmäßig bei dem Ergebnis, dass er sie irgendwie mag.

Das irritiert viele Leser.

"Moment mal."

"Findest du die Leute nun lächerlich oder sympathisch?"

Der Chronist überlegt.

Bestellt ein Getränk.

Schaut kurz auf einen Ventilator.

Und antwortet:

"Ja."

Denn tief im Inneren ahnt er etwas Beunruhigendes.

Die Experten.

Die Auswanderer.

Die Barphilosophen.

Die Bitcoinmissionare.

Die Forenkrieger.

Die Welterklärer.

Sie alle sind für ihn wie seltene Tiere in einem Naturreservat.

Mit großem Interesse beobachtet er ihr Verhalten.

Ihre Rituale.

Ihre Eigenheiten.

Ihre Paarungsrufe.

Ihre Wanderbewegungen.

Was er dabei regelmäßig vergisst:

Er lebt längst selbst im selben Gehege.

Und wird dort inzwischen ebenfalls aufmerksam beobachtet.

Von einem Neuling.

Der gerade seinen ersten Beitrag liest.

Und denkt:

"Interessante Figur."

"Schreibt ganz lustig."

"Hat aber offensichtlich auch einen Knall."

:cool:


...das musste jetzt auch mal sein, denn wenn ich mich im Spiegel betrachte, kommt auch Spott in mir hoch...

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MGiebel

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Teil 42 - DER CHRONIST


Eine weitere bemerkenswerte Erscheinung der Thailandwelt ist der Chronist.

Er behauptet von sich selbst, kein Experte zu sein.

Das erzählt er jedem.

Täglich.

Ausführlich.

Über mehrere Absätze.

Der Chronist erkennt Experten sofort.

Er schreibt schließlich seit Jahren über sie.

Über den Pattaya-Experten.

Den Isan-Experten.

Den Bitcoin-Experten.

Den Visa-Experten.

Den Immobilien-Experten.

Den Experten für Experten.

Lediglich eine Person entgeht ihm erstaunlich lange:

Er selbst.

Man erkennt den Chronisten daran, dass er grundsätzlich niemanden belehren möchte.

Diesen Hinweis wiederholt er ungefähr achtmal pro Beitrag.

Danach folgt eine dreitausend Wörter lange Erklärung, weshalb fast alle anderen die Situation missverstanden haben.

Er liebt Menschen.

Besonders dann, wenn sie ausreichend seltsame Eigenschaften besitzen, damit er darüber schreiben kann.

Betritt ein gewöhnlicher Mensch den Raum, verliert der Chronist rasch das Interesse.

Betritt jedoch ein Mann mit drei Verschwörungstheorien, vier Thailandweisheiten und einem tragischen Immobilienprojekt den Raum, beginnt der Chronist innerlich bereits mit der Gliederung.

Während andere Menschen Gespräche führen, sammelt er Material.

Er hört zu.

Nickt.

Lächelt.

Stellt Fragen.

Und denkt dabei:

"Großartig. Das kommt in Kapitel zwölf."

Der Chronist verbringt erstaunlich viel Zeit mit Menschen, die er angeblich kaum erträgt.

Jahrelang.

Teilweise jahrzehntelang.

Außenstehende finden das verwirrend.

"Warum sitzt du seit fünf Stunden mit diesen Leuten zusammen?"

Der Chronist hebt sein Glas.

"Recherche."

Tatsächlich hat er längst aufgehört, zwischen Recherche und Hobby zu unterscheiden.

Besonders auffällig wird dieses Verhalten in Foren.

Dort beklagt der Chronist regelmäßig die endlosen Diskussionen.

Anschließend verfasst er einen Beitrag von der Länge einer mittleren Bachelorarbeit.

Mit Einleitung.

Hauptteil.

Drei Nebenschauplätzen.

Einer Pointe.

Und einem überraschenden Exkurs über Schnapsgläser.

Danach erklärt er, dass er eigentlich nur kurz etwas anmerken wollte.

Der Chronist besitzt außerdem eine bemerkenswerte Fähigkeit:

Er kann sich stundenlang über bestimmte Menschentypen lustig machen.

Und endet dennoch regelmäßig bei dem Ergebnis, dass er sie irgendwie mag.

Das irritiert viele Leser.

"Moment mal."

"Findest du die Leute nun lächerlich oder sympathisch?"

Der Chronist überlegt.

Bestellt ein Getränk.

Schaut kurz auf einen Ventilator.

Und antwortet:

"Ja."

Denn tief im Inneren ahnt er etwas Beunruhigendes.

Die Experten.

Die Auswanderer.

Die Barphilosophen.

Die Bitcoinmissionare.

Die Forenkrieger.

Die Welterklärer.

Sie alle sind für ihn wie seltene Tiere in einem Naturreservat.

Mit großem Interesse beobachtet er ihr Verhalten.

Ihre Rituale.

Ihre Eigenheiten.

Ihre Paarungsrufe.

Ihre Wanderbewegungen.

Was er dabei regelmäßig vergisst:

Er lebt längst selbst im selben Gehege.

Und wird dort inzwischen ebenfalls aufmerksam beobachtet.

Von einem Neuling.

Der gerade seinen ersten Beitrag liest.

Und denkt:

"Interessante Figur."

"Schreibt ganz lustig."

"Hat aber offensichtlich auch einen Knall."

:cool:


...das musste jetzt auch mal sein, denn wenn ich mich im Spiegel betrachte, kommt auch Spott in mir hoch...

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Wenn man die Welt so einfach in Schubladen organisieren könnte, wäre sie vielleicht noch in Ordnung (für manche) 555
 

Klimbim

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Wenn man die Welt so einfach in Schubladen organisieren könnte, wäre sie vielleicht noch in Ordnung (für manche) 555


In der selbstironischen Betrachtung geht bei mir grundsätzlich fast alles.

Bitcoinjünger, Verschwörer, Impfgegner, selbsternannte Experten, politische Fanatiker aller Farben und Schattierungen.

Sie alle liefern auf ihre ganz eigene Weise wertvolles Anschauungsmaterial.

Man könnte beinahe sagen: Feldforschung mit Unterhaltungswert.

Natürlich ist vieles bei mir bewusst überzeichnet dargestellt.

Aber mal ehrlich, lieber Giebel:

Gibt es etwas Unterhaltsameres als Menschen, die mit absoluter Überzeugung Dinge vertreten, die bei näherer Betrachtung irgendwo zwischen faszinierend, kurios und vollkommen abenteuerlich liegen?

Ich empfinde dabei erstaunlich wenig Ärger.

Eher Dankbarkeit.

Sie liefern Stoff.

Und zwar reichlich.

In meiner Jugend war ich Klassenclown.

Meine bevorzugten Studienobjekte waren damals konservative Spießer, selbsternannte Autoritäten und jene seltene Spezies, die bereits mit sechzehn Jahren die Mimik eines pensionierten Sachbearbeiters entwickelt hatte.

Die Klasse bog sich regelmäßig vor Lachen.

Und ich vermutlich auch.

Heute haben sich lediglich die Figuren geändert.

Die Bühne ist größer geworden.

Da sind die Bitcoin-Missionare, die jede Parkuhr in Satoshis umrechnen.

Die Thailand-Experten, die nach acht Monaten Aufenthalt bereits ganz Südostasien erklärt haben.

Liebenswerte Impfgegner, die in Panik verfallen wenn sie eine Maske sehen...

Die politischen Glaubenskrieger, die morgens aufstehen und sofort nach neuen Feinden suchen.

Und natürlich die unerschütterlichen Weltdeuter, die grundsätzlich alles verstanden haben.

Vor allem die Dinge, die niemand sonst versteht.

Eine geradezu prachtvolle Sammlung.

Manchmal habe ich den Eindruck, ich bewege mich durch eine Art Freiluftmuseum menschlicher Gewissheiten.

Ich stehe mittendrin.

Beobachte.

Mache mir Notizen.

Und stelle immer wieder fest, dass die Realität oft deutlich lustiger ist als jede erfundene Satire.

Man muss eigentlich nur zuhören.
 
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Klimbim

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P.S. bei einer bestimmten Richtung politischer Fanatiker hört bei mir der Spass auf und ich betrachte die Sache bei diesen Leuten als echte Gefahr.

Nicht, weil wir hier so etwas nicht diskutieren sondern weil es mich bei diesen Leuten nicht reizt, ich sie eklig finde, will ich über sie allerdings nichts weiter verfassen...
 

NOMAAM

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Wie revanchiert man sich stilvoll bei einem Freund, der zwei schöne Schnapsgläser verschwinden lässt?

Du hast nicht zufällig noch ein paar Gläser (anderes Geschirr tut es auch) im Schrank, die du potthässlich findest, aber nicht wegwerfen willst, weil sie z.B. ein Geschenk waren?

Wenn dich dein Kumpel das nächste Mal besucht, stell diese Gläser auf den Tisch und schwärme davon, wie toll du sie findest - mit etwas Glück fällt er auf den Trick herein und lässt sie mitgehen, dann bist du die hässlichen Dinger los!
 

Klimbim

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Du hast nicht zufällig noch ein paar Gläser (anderes Geschirr tut es auch) im Schrank, die du potthässlich findest, aber nicht wegwerfen willst, weil sie z.B. ein Geschenk waren?

Wenn dich dein Kumpel das nächste Mal besucht, stell diese Gläser auf den Tisch und schwärme davon, wie toll du sie findest - mit etwas Glück fällt er auf den Trick herein und lässt sie mitgehen, dann bist du die hässlichen Dinger los!


Gut :biggrin:

In Thailand aber habe ich ausschliesslich Gegenstände, die ich ausgesucht habe.

Den Unsinn, den man von Besuch geschenkt bekommt, der blieb mir dort erspart.

Ich werde also im Flugzeug beim nächsten Hinflug Gerümpel mitnehmen und das so einsetzen, wie Du es empfiehlst und dabei nebenbei auch ein paar Dinge los werden, die meine Frau...

... ich breche besser ab :cool:
 

Klimbim

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(Diese Geschichte habe ich selber ziemlich genau so erlebt und eine Figur in ihr, ist aus diesem Forum. Ich habe mir aus Gründen der Diskretion erlaubt die Namen zu verändern, was mir die Personen vergeben mögen. "Manfred" geht aber irgendwie immer finde ich..., wahlweise auch "Dieter" oder "Hans-Jürgen". Hier war ich faul und hab ihn abermals Manfred genannt...) Die Begnung habe ich auf die mir wesentlichen Teile gekürzt. Die mir unterhaltsamsten... mit einem der beiden bin ich nun befreundet. Beide sind mir auf ihre Art sympathisch. Nun aber mal los...



TEIL 43: „VON IRGENDWELCHEN GECKOS, SCHÄFERHUNDEN UND DER FRAGE OB MAN MIT NÄGELN EIGENTLICH DAS LEBEN VERSTEHT“


Soi 5, Pratumnak Hill. Mai 2026. Kurz nach so einem dieser richtig dicken Regengüsse. Alles noch feucht, warm, bisschen stickig in der Luft.


Restaurant, ich mag’s eigentlich nicht so richtig, aber Manfred wollte da hin. Und ehrlich gesagt hatte ich keinen Bock, da jetzt eine Diskussion draus zu machen.


Also sitzen wir da.


Manfred ist schon da, natürlich.


Als hätte er den Tisch irgendwie reserviert, ohne dass es jemand mitbekommen hat.


Poloshirt, früher mal blau, jetzt eher so… ausgewaschen halt. Shorts, Tasche halb kaputt, aber irgendwie noch dran. Sandalen, die wahrscheinlich mehr Kilometer haben als ich hier insgesamt gelaufen bin.


Manfred selbst wirkt wie jemand, der nicht viel plant. Eher so: wird schon irgendwie. Und meistens wird’s dann auch irgendwie. Nicht elegant, aber es läuft halt.


Er ist schon lange hier. Zehn Jahre? Vielleicht mehr. Ich glaube, er zählt das selbst nicht mehr so genau.


Florian kommt dazu.


Ein bisschen später, ein bisschen… ja, kontrollierter vielleicht. Nicht geschniegelt, aber man merkt schon, der hat sich vorher gedacht: „Okay, wie wirke ich hier jetzt nicht komplett falsch.“


Hemd hell, sauber. Uhr da, aber nicht laut. Shorts ordentlich. Schuhe ziemlich sauber – das fällt Manfred sofort auf.


Florian setzt sich nicht so breit hin. Eher vorsichtig. Als würde er kurz checken, ob der Stuhl ihn mag.


Manfred schaut ihn an.


„Du bist also der Neue aus dem Forum.“


Er sagt „Forum“ so, als wäre das irgendwo zwischen Kneipe, Wartezimmer und Missverständnis.


„Du siehst aus, als wärst du in drei Wochen wieder weg.“


Florian nickt erst mal.


„Ja… möglich. Hab ich nicht so fest eingeplant.“


Manfred lacht kurz.


„Hier kannst du nix einplanen. Vergiss das gleich wieder.“


Florian schaut auf den Tisch.


„Ja, hab ich schon gehört. Ich versuch auch gar nicht so zu tun, als hätte ich hier irgendwas im Griff.“


Manfred zieht die Augenbrauen hoch.


„Was heißt denn das jetzt genau?“


„Naja… eher, dass ich versuche, nicht komplett überrascht zu sein, wenn es sowieso anders läuft.“


Manfred: „Aha.“


Er lehnt sich zurück, Beine ausgestreckt.


„Ich bin seit zehn Jahren hier. Ohne so viel Nachdenken. Geht auch.“


Florian nickt.


„Ja, glaub ich.“


Kurze Pause.


„Sie wirken so, als hätten Sie sich einfach dran gewöhnt, dass sich Dinge ändern.“


Manfred: „Was heißt denn schon wieder ‚dran gewöhnt‘?“


„Nicht negativ. Einfach… nicht alles komplett durchgeplant.“


Manfred grinst schief.


„Ich hab mein Leben nicht geplant. Ich hab’s halt gemacht.“


Florian: „Ja… das sieht man schon.“


Das war eigentlich nicht böse gemeint, aber Manfred reagiert trotzdem einen Moment.


Dann:


„Du hast bestimmt alles durchgerechnet. Geld, Wohnung, sowas.“


„Ich hab versucht, dass mir nicht alles irgendwann um die Ohren fliegt.“


„Und klappt das?“


Florian zuckt mit den Schultern.


„Bisher ja. Aber ich bin auch noch nicht so lange hier.“


Manfred lacht.


„Ja wart mal ab. Hier kannst du eh nix beurteilen. Hier passiert einfach.“


Er macht eine kleine Handbewegung.


„Du redest ein bisschen, als wär das hier so ein Spiel.“


Florian überlegt kurz.


„Vielleicht eher so ein Spiel, bei dem sich die Regeln ändern, ohne dass jemand was sagt.“


Manfred: „Genau sowas mein ich.“


„Und du meinst, du blickst da dann durch oder wie?“


Florian: „Nein. Ich versuch nur vorher ein paar Möglichkeiten zu sehen.“


Manfred: „Ausgänge oder was?“


„Ja, so ungefähr.“


Manfred grinst.


„Ich geh einfach durch die Wand, wenn’s sein muss.“


Florian: „Kann man machen. Ist nur nicht immer so stabil.“


Manfred schaut ihn an.


„Du bist anstrengend, weißt du das?“


Florian nickt.


„Hab ich schon gehört.“


Kurze Pause.


„Meistens von Leuten, die später sagen, sie hätten früher zuhören sollen.“


Manfred lacht kurz.


„Du bist so einer, der beim Bier noch Risiken durchrechnet, oder?“


„Nur wenn das Bier sich komisch verhält.“


Manfred: „Was heißt denn bitte komisch verhält?“


„Schaum zum Beispiel.“


Manfred: „Junge…“


Florian grinst, kann sich’s nicht ganz verkneifen.


„Du hast so einen Blick, als wäre alles erklärbar.“


Dann etwas ruhiger:


„Ich glaube nicht, dass alles erklärbar ist. Nur manche Sachen kann man vorher vermeiden.“


Manfred winkt ab.


„Ja ja. Klingt gut, bis es dann halt nicht mehr gut klingt.“


„Ich komm hier schon klar. Ohne dein System.“


Florian: „Sieht man.“


Manfred: „Schon wieder so ein Satz.“


„War kein Urteil.“


Manfred schaut kurz weg.


„Ich brauch das alles nicht so kompliziert.“


Florian: „Kompliziert wird’s meistens erst später.“


Manfred: „Oder halt gar nicht.“


Florian: „Auch möglich.“


Das hängt kurz zwischen ihnen.


Manfred steht halb auf.


„Ich hol mir jetzt ein Bier. Ohne Analyse. Ohne Geckos und ohne alles.“


Florian: „Geckos sind eigentlich ziemlich effiziente Tiere.“


Manfred bleibt stehen.


„Sag das nochmal, und ich setz dich ins nächste Taxi.“


Klimbim, der die ganze Zeit schon daneben sitzt und eher so tut als wäre er Deko, beugt sich jetzt vor.


„Kurze Frage an dich, Manfred… wenn dein Lebensstil ein Ersatzteil wäre, eher Original oder eher so ‚passt schon, solange es fährt‘?“


Manfred schaut ihn an.


„Was ist das denn bitte für eine Frage.“


„Ganz normale.“


Manfred: „Nein.“


Florian murmelt: „technisch nicht völlig falsch…“


Manfred: „Hör bitte auf.“


Klimbim dreht sich zu Florian.


„Und du mit deinen Ausgängen… echte Türen oder eher so mentale Fluchtwege, die man nur nachts sieht?“


Florian überlegt kurz.


„Eher echte. Aber mental abgesichert.“


Klimbim nickt zufrieden.


„Gut. Stabil.“


Dann wieder zu Manfred:


„Wenn dein Leben ein Werkzeug wäre… Hammer oder eher so ein Schraubenzieher, der schon so oft benutzt wurde, dass er eigentlich nur noch durch Erinnerung funktioniert?“


Manfred: „Ich bin kein Werkzeug.“


„Das ist auch eine Antwort.“


Manfred: „Nein, ist es nicht.“


Florian muss kurz lachen, eher überrascht von sich selbst.


Klimbim merkt das sofort.


„Okay, der lacht schon. Der bleibt.“


Manfred schaut ihn an:


„Warum lachst du?“


Florian: „Weiß ich nicht genau.“


Klimbim lehnt sich zurück, zufrieden.


„Manfred, wenn du sagst du kommst klar… eher Motor läuft oder eher Motor läuft und hinten klappert was, aber egal?“


Manfred: „Ich komm klar.“


„Ja. Genau so klingt das.“


Florian lacht nochmal kurz.


Manfred schüttelt den Kopf.


„Ich geh jetzt wirklich Bier holen. Und wenn noch eine Frage kommt, bin ich weg.“


Florian schaut ihm nach.


„Das wäre dann logistisch etwas komplizierter.“


Klimbim nickt.


„Der ist drin.“

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