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Tagebuch eines Ruheständlers in Pattaya. Ich bereite es vor: in wenigen Monaten wird es starten

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Teil 11: Wie man in Thailand lebt, ohne auf den Mond geschickt zu werden

Ich habe lange überlegt, wie ich es am besten ausdrücke: Leben in Thailand ist wie ein Maßanzug. Passt nur, wenn man seine eigenen Maße kennt, seine eigenen Vorlieben, seine eigenen Schwächen. Wer sich einfach einen Schrank voller Reiseführer kauft und denkt, er könnte das alles übernehmen, wird sich wundern. Und deshalb habe ich ein paar Typen zusammengestellt, die exemplarisch zeigen, wie unterschiedlich man hier lebt – und was es kostet.

Zahlen nenne ich nicht. Das artet immer in Streit aus, der so überflüssig ist wie ein Airbag im Jumbojet. Aber ich nenne Tendenzen. Und Leute... ich bin ein Spassvogel. Bitte nichts übel nehmen... okay? ;)

Fangen wir an...

Isaan-Irrer, Herbert, 68, liebt Büffel und Sumpf. Schlangen? Keine Frage, willkommen. Keine Zivilisation? Perfekt. Sein Spruch: "Je wilder, desto echter."


Regenzeit? Ein Segen, da wächst alles schneller. Geld? Minimales Budget. Luxus? Fehlanzeige. Kommunikation? Mit Tieren. :ram


Berge-Beni, 71, rauchend am Hang sitzend, Wasser egal, Hauptsache Aussicht. Spricht über Umweltverschmutzung des Reisabbrennens wie über Fußballtaktik: Wichtig, dass der Horizont stimmt. Stromausfall? Kein Problem. Budget? Mittel bis hoch, er kauft seine Ruhe in Kilogramm Holz und Aussicht.

Wasser-Walter, 65, Phuket, springt ins Meer wie ein Delphin auf Espresso. Regenzeit? Katastrophe, muss jeden Tag schnorcheln. Budget? Hoch. Luxus? Alles. Party? Permanent. Schlaf? Überbewertet. Sein Mantra: "Meer ist Leben, alles andere ist Dekoration."

Pattaya-Paul, 70, will alles gleichzeitig. Strand, Partys, Roller, Katzen, Bier, Sonne, Luftballons und ein funktionierendes WiFi. Budget? Mittelhoch bis hoch. Prioritäten? Null. Sein Tag: Frühstück mit Pfannkuchen, Mittag Bier, Abend Strand, Nacht Disco. Regen? Macht nix, Bier gibt’s drinnen.

Kompromiss-Klaus, 69, sucht Balance. Meer? Ja, aber nicht zu wild. Stadt? Ja, aber ruhig. Budget? Angepasst, etwas flexibel. Regenzeit? Plant Indoor-Aktivitäten. Sein Motto: "Man muss nicht alles haben, aber genug, um zu lächeln."

Soi Six-Klaus-Dieter, 72, täglich in Soi Six, der ultimative Bar-Typ. Badelatschen quietschen bei jedem Schritt, Shorts, buntes Hawaii-Hemd, leicht ungepflegt, Bierbauch, Haare ein bisschen zerzaust, aber freundlich lächelnd. Sein Tagesplan: Bar, Bier, Frauen, Lachen. Vier besonders eigenwillige

Frauen: 💕💕💕

Nok, spielt diese Maschine, wo man Plaketten reinschiebt, gewinnt immer, nimmt ihm Biergeld ab, er lacht nur. (Wie heisst diese Spiel, das ich null beherrsche? Diese komischen Chips... man muss 4 in eine Linie bekommen und Bargirls sind uns turmhoch überlegen...(hab es mal getestet...)?

Ploy, Billard-Queen, wirft jedes Mal den Queue auf lustige Art, er zahlt für jede neue Runde, findet es aber höchst amüsant.

Mai, eine andere Plakettenmaschine-Königin, zwingt ihn, zehn Bahnen Bier zu springen, er grinst und nickt.

Fah, die dritte, gemischtes Chaos aus Billard und Plaketten, sie nimmt seinen Hut, er lacht und kauft einen neuen.

Kommunikation: Immer lachend, Bier in der Hand, Geschichten erzählt er den anderen über jede Runde, jedes Spiel, jedes Missgeschick. Alle anderen finden ihn kurios, schütteln den Kopf, lachen aber am Ende mit. Klaus-Dieter verliert Geld, gewinnt Geschichten, und niemand kann ihm den Spaß nehmen. :elefant


:LOL: Dialog:

Herbert: "Also ich sag’s euch, Büffel über alles, sonst ist es nur ein Mondaufenthalt."
Beni: "Mond? Ich brauch Berge, Herbert, sonst krieg ich Depressionen."
Walter: "Ohne Meer kann ich nicht, Leute. Ich spring sofort ins Wasser, egal ob Monsun oder nicht."
Paul: "Meer, Party, Katzen, Bier, alles gleichzeitig, sonst ist der Tag verschwendet."
Klaus: "Ich versuche nur, dass ich nachmittags auch noch lesen kann, während der Regen draußen trommelt."
Klaus-Dieter: "Ich geh gleich wieder in die Bar, Bier holen und schauen, welche von den vier heute Lust hat mitzukommen."

Herbert: "Budget? Minimal. Luxus ist überbewertet."
Beni: "Mein Budget ist Aussicht plus Feuerholz, sonst nix."
Walter: "Geld? Hauptsache Schnorchelausrüstung und täglich frische Kokosnüsse."
Paul: "Budget? Flexibel. Hauptsache Spaß, sonst bringt das alles nix."
Klaus: "Ich rechne vorher. Lieber wenig Stress, als jeden Tag ein neues Abenteuer finanzieren."
Klaus-Dieter: "Budget? Bier und Trinkgeld, sonst nix. Prioritäten? Hauptsache Bar, Spiele und Lachen."

In meinem Fall ist es simpel: Ich brauche Meer, Sonne, Salz, Wind, Wärme, Bernd, meine Frau, ein bisschen Infrastruktur, damit im Notfall das Krankenhaus erreichbar ist, und eine überschaubare Planung für Budget und Versicherungen.

Ich lebe nicht auf dem Mond, im Sumpf oder in den Bergen ohne Wasser. Ich will nicht permanent Party machen. Ich will ein Leben, das funktioniert, das mir Freude macht und das sich messen lässt. Für mich bedeutet das: Ein realistisches Budget, kluge Entscheidungen und Menschen um mich, die mir ehrlich helfen. Fertig. Ende der Philosophie.

Das Absurde daran? Wenn man alle Typen zusammen in einen Raum setzt, diskutieren sie endlos, keiner hört dem anderen richtig zu, alle haben vollkommen gegensätzliche Prioritäten, und trotzdem lachen sie über dasselbe: über sich selbst. Über die eigene Übertreibung. Über das Chaos der Möglichkeiten. Über das, was man glaubt, dass man braucht, und das, was man tatsächlich hat.

Herbert: "Ich sag’s euch, meine Büffel lachen über euch alle."
Beni: "Und meine Berge weinen, wenn ihr ins Wasser springt."
Walter: "Ich tauch darunter durch, egal wer schreit."
Paul: "Hauptsache das Bier bleibt kalt."
Klaus: "Und ich lese jetzt in Ruhe, während ihr euch alle streitet."
Klaus-Dieter: "Ich schnapp mir jetzt die nächste Runde, Plakettenmaschine oder Billard, dann wird alles besser."

Und ich? Ich sitze in Pattaya, schaue aufs Meer, atme Salz, schüttele den Kopf, lache leise und weiß: So individuell wie mein Leben hier, ist auch jede andere Erfahrung. Jeder findet seinen Platz, und keiner sollte glauben, dass das Muster des anderen passt. Wer das verstanden hat, der kann leben, lachen, planen und sogar nachts aus dem Bett fallen vor Lachen, weil die Realität in Thailand oft absurder ist als jeder Reiseführer. Und das alles auf meine eigene, sehr persönliche Art und Weise.

Thailand ist ein Maßanzug. Passt nur, wenn man weiß, welche Knöpfe man selbst zumacht, welche Taschen man wirklich braucht und wann man einfach mal das Meer anschaut, lächelt und denkt: Ich mach das hier jetzt auf meine Art.


Die Liste ist übrigens nicht abschliessend... da wäre noch "Bitcoin Bernd" (nicht meiner):

...der libertäre Spickbrocken, lebt nach dem Motto: "Alles Bitcoin, alles digital, alles Freiheit." Shorts, T-Shirt mit Aufschrift "HODL", Sonnenbrille, Bart ungepflegt, Flipflops, die ständig scheppern. Ständig mit dem Handy beschäftigt, Telegram offen, Charts auf dem Tablet, zwei Handys in der Tasche, ein Ledger in der Hand. Plant permanent, dass sein ganzes Leben, jede Mahlzeit, jedes Bier, jede Tuk-Tuk-Fahrt, jede Massage, jede Rechnung, alles über Bitcoin läuft. Funktioniert meistens nicht, aber egal, er lächelt.

Sagt Dinge wie: "Wenn Satoshi das so wollte, dann ist es legal!" und "Fiat ist für Schwächlinge, Leute." Wenn jemand die Realität anspricht, lacht er nur und zeigt eine Grafik, die niemand versteht. Jedes Gespräch wird plötzlich zum Vortrag über Blockchain, DeFi, NFTs und wie man mit 0,03 Bitcoin ein Haus kaufen könnte ...angeblich.

Sein Budget? Immer „theoretisch grenzenlos“, praktisch: Müsli vom 7-Eleven, Wasser aus dem Markt, Bier manchmal in Crypto, manchmal bar. Luxus? Unendlich im Kopf, null in der Realität. Party? Alles muss über Bitcoin abgerechnet werden, selbst wenn die Bar nur Baht akzeptiert.

Kommunikation: Ständig verwirrend, mitten in Diskussionen zwischen Isan-Irrer, Berge-Beni, Wasser-Walter, Pattaya-Paul, Kompromiss-Klaus und Klaus-Dieter platzt er rein mit: "Guys, ich hab gerade 0,0025 Bitcoin gesendet, das deckt die nächste Runde!"... worauf die anderen nur schmunzeln oder den Kopf schütteln.

Dialog-Beispiel:

Herbert: "Bernd, was willst du hier mit Sumpf und Büffeln?"
Bernd: "Büffel können Token sein, Herbert. Alles Token. Freiheit!"
Walter: "Du springst doch nicht ins Wasser mit deinem Laptop, oder?"
Bernd: "Natürlich nicht! Ledger wasserdicht, alles safe!"
Paul: "Und dein Bier, bezahlen in Bitcoin?"
Bernd: "Nein, aber ich rechne das mental um, alles im Portfolio!"
Klaus-Dieter: "Zahl lieber in Baht, Bernd, sonst gehst du pleite."
Bernd: "Pleite? Nie! HODL!"

Er versucht wirklich, jeden Aspekt des Lebens in Thailand in Bitcoin zu übersetzen ...Tuk-Tuk, Massage, Straßenmarkt, Katze, Bier, immer mit Charts, Taschenrechner und QR-Code. Keiner versteht ihn, alle lachen heimlich über seine verrückte Ernsthaftigkeit.


@OnkelToto ...was macht Dein Stammtisch? Immer noch alles Hodl?

... ich habe diese Typen alle schon getroffen. Irgendwie waren die meisten sehr nett, wenn auch nur einige wenige auf Dauer für mich relevant...

Aber das ist das Schöne an Thailand: es hat Platz für alles Verrückte und Pattaya ist wiederum für mich persönlich hier der exklusivste Ort der noch einmal wie unter einem Brennglas alles vereint...


Ich freue mich. Genau mein Ding.

Bild Motorradtour.jpg
 

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Klimbim

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Ja, ist gut (Mitsubishi). Hatte beim Kauf die alte Aircon für 1.000 Baht in Zahlung gegeben.

... es ist doch am Ende extrem kompliziert... zentrale Anlage? Kältemittel? Invertertauglich? Wände aufstemmen?

Ich habe alles mögliche gehört und sage selber:

Eine Innenanlage auswechseln muss reichen. Ich sehe keine Aussenanlage. Verwaltung sagt, das System sei nicht zentral. Jetzt prüfen: Invertertauglich, ja oder nein. Typ auswählen (wollte ja Mistubishi) und aufrüsten, wenn möglich. Techniker sollen mich informieren. Nix wird aufgestemmt - hörte das, kann es mir aber nicht vorstellen. Motor ist defekt und nicht Leitungen - Motor der Klimaanlage.

Im anderen Zimmer läuft sie nämlich normal. Was ich null begreife: wo ist die Aussenanlage... nix zu finden... zugleich Juristic Office: "es gibt kein zentrales System"...

Es wird spanend...

...jetzt kommt erst mal ein Techniker der Verwaltung und prüft. Soll der mir endlich mal das Kältemittel mitteilen und ob es nun zentral oder individuell ist.

Wie gesagt: ich sehe nirgends eine Aussenanlage... komisch. Aber Verwaltung: "es ist nicht zentral".
 
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Klimbim

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Hab dir 2 Bilder mit den Ausseneinheiten geschickt 😂


... die habe ich nicht. Bei mir ist nichts zu sehen, nichts zu finden. Auf dem Dach ist der Pool - da sehe ich auch nichts. Vielleicht in einem extra Raum.

Die Verwaltung sagt aber klar: "keine zentrale Anlage".
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Hab dir 2 Bilder mit den Ausseneinheiten geschickt 😂

Dieeeese Bilder. Ok. Bist ne Wucht. Die Anlagen sind bei mir auf dem Dach - sehr sicher. Ich habe das Photo zuerst nicht als mein Haus erkannt.

Nun weiss ich also sicher: keine Zentralanlage. Thema etwas entspannter. Kabel nicht kaputt, da zweite AC funktioniert. Muss an der einen Innenanlage liegen.

Und auch im zweiten Punkt haste leider doch recht: Homepro verkauft nur Set's. Wie bekomme ich also ein Innenteil ohne das Aussenteil bezahlen zu müssen und hoffentlich ist ein modernes Innenteil (Inverter) mit dem alten Aussenteil kompatibel...

Wenn du mich weiter betreust, bekommst einen Kirschschnaps lieber Hohenstein und:


Eine eigene Kolumne. Ist bastele mal eine über Sachsen :)

"Der Sachse aus Pattaya". Ja nuuu...

Sowas halt.
 

Klimbim

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Teil 12: Klimbim, Hohenstein und die HomePro-Odyssee, Inverter, Beton und Spaghetti @Hohenstein (have fun!)

Ich: "Hohenstein, wenn ich bei HomePro ein Vollset kaufe, ist das wie Spaghetti durch Beton pressen?"
Hohenstein: "Haha, Klimbim. Ja. Volltreffer. Dösbaddel dort machen nix einzeln."

Ich: "Aber warum sagen die, man kann nichts einzeln kaufen? Ich will doch nur einen Inverter, nicht die ganze Farm."
Hohenstein: "Klimbim, die labern Quatsch. Alles Lusch-Style. Full-Set, Chaos, Papierberge."

Ich: "Wände aufstemmen, muss das sein?"
Hohenstein: "Denkbar, manchmal nötig. Muss aber nicht wie Panzer durchs Wohnzimmer. Bemme auf’m Fußboden reicht."

Ich: "Und bei HomePro nur Sets? Monopoly, alle Straßen kaufen oder nix?"
Hohenstein: "Klimbim, genau. Die Dösbaddel lachen über uns. Eintritt fürs Comedy-Programm inklusive."

Ich: "Kleiner Händler, macht es einzeln wie Uhrmacher?"
Hohenstein: "Ja. Innen, Außen, Inverter. Separat möglich. HomePro? Nur Chaos. Ich schick dir ne Line Verbindung. Frag den mal..."

Ich: "Also doch Einzelteile möglich?"
Hohenstein: "Haha, ja. Übersetzungsfehler hat dich verwirrt. Ich wusste es. Typisch Klimbim."

Ich lehne mich zurück, Hohenstein lacht kurz und knapp, ich lache über die Spaghetti, die Betonwände, die Dösbaddel.

Und plötzlich wird klar: Ich hab’s verstanden, Hohenstein hatte wieder einmal recht.

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Klimbim

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Ein Dank an Google Maps 👍 Klimbim hat die Außeneinheit gefunden /erkannt , bin gespannt wie es dann ausgeht

Du magst es knapp...


Verwaltung sendet Techniker
Ich sende 500 Baht (geht immer)
Techniker sendet Info: Kältemittel, Kabel
Dein Freak hat noch nix gesendet
Ich sende Erinnerung, ohne Nostalgie
Er wird hoffentlich Vorschlag senden
Ich werde leider Geld senden müssen
Vermutlich leider mehr als 500 Baht


Hohenstein wird unterrichtet

Ich verfasse Satire dazu



Knapp genug Du Sachse?
 

Klimbim

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Das geht kürzer 😂😂😂😂😂 bei euch Wessis hat doch an der Telefonzelle gestanden : fasse dich kurz 👍


Etwa so?


Verwaltung: „Techniker kommt nächste Woche.“
Ich: sende 500 Baht. (funktioniert immer)
Techniker: schickt Daten.
Kältemittel. Kabel. Hoffnung.
HomePro: sendet nichts.
Der Sachse am Telefon lacht.
„Klimbim“, sagt er,
„erst Geld, dann bewegt sich hier was.“
Ich sende Erinnerung.
Ohne Nostalgie.
Der Sachse lacht wieder.
„Siehste.“
Vermutlich sende ich bald wieder Geld.
Diesmal vermutlich mehr als 500 Baht.
Der Sachse:
„Willkommen in Thailand, Klimbim.“


Ich hab einen Beruf, bei dem Sprache eine Waffe ist lieber Sachse ;-)

Das in 6 Sprachen die ich verwende, muss ich als Dank dauerhaft den ganzen Blödsinn hören wenn ich in Pattaya all die Expats so höre... Frankreich, Türkei, Deutschland, Israel... was Menschen aus aller Herren Länder in allen möglichen Sprachen so absondern...

Du würdest eine Sinnkrise bekommen...

... nu auch noch sächsisch...


Klarstellung: Ich kann Dich gut leiden. Kurz: Alles chique.
 

Klimbim

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Teil 13: kurzer Erfahrungsbericht aus der Rubrik „Klimaanlagen-Archäologie in Südostasien“.


Meine Klimaanlage wurde bereits zweimal „gereinigt“.

Das Ergebnis dieser beiden Reinigungen war ungefähr so überzeugend wie ein TÜV-Siegel für einen U-Boot-Fahrradanhänger.

Beide Techniker erklärten mir außerdem, mit der Gelassenheit eines Pathologen nach der Obduktion, dass die Anlage leider komplett kaputt sei und man sie ersetzen müsse.

Dann kam Techniker Nummer drei. :elefant

Er öffnete das Gerät.

Was dann herauskam, sah aus, als hätte dort seit 2014 eine kleine tropische Zivilisation gewohnt. Mit Landwirtschaft, Viehzucht und vermutlich einer funktionierenden Gemeindeverwaltung.

Im Hintergrund steht meine Haushälterin.
Sie sagt nichts.
Sie lächelt nur sehr leicht.

*Klar. Und ich darf gleich wieder alles sauber machen.*

Daraufhin entwickelt sich folgende Unterhaltung.

Technician:
Hello sir. I check aircon already.

Me:
Splendid. And? Is it gravely ill or merely pretending?

Technician:
Aircon not sick, sir. Just… very dirty. And no gas.

Kommentar:

Der Mann sagt das so ruhig, als würde er feststellen, dass die Titanic möglicherweise ein kleines Wasserproblem hatte.

Meine Haushälterin schaut kurz ins Gerät, hebt eine Augenbraue.

*„Sehr dirty“ ist eine interessante diplomatische Umschreibung für das, was ich da sehe.*

Me:
That is interesting. Two previous technicians informed me the machine was essentially dead.

Technician:
Maybe they not check inside.

Me:
Ah. A purely philosophical inspection.

Technician:
Yes sir.

Meine Haushälterin lächelt wieder.

*Ja. Reinigung durch freundliches Anschauen. Neue Methode.*

Kommentar:
Der Techniker holt jetzt seine Geräte heraus.

Eine Mischung aus Hochdruckreiniger, Kompressor, Blasgerät und etwas, das klingt, als würde man damit normalerweise ein Flugzeugtriebwerk starten.

Kurz darauf klingt das Schlafzimmer wie ein kleiner Flughafen.

Meine Haushälterin tritt vorsichtshalber einen halben Schritt zurück.

*Sehr gut. Wenn der Mann so weitermacht, brauche ich gleich auch noch einen Industriestaubsauger.*

Technician:
Coil very dirty. Like jungle.

Me:
That would explain the occasional wildlife atmosphere.

Technician:
Also no gas.

Me:
So the machine was not dead. Merely… dirty and slightly out of breath.

Meine Haushälterin nickt leicht.

*Und zwei Techniker vorher haben dafür Geld bekommen.

Kommentar:
Jetzt beginnt der Mann mit seinen Maschinen zu arbeiten.

Aus der Klimaanlage kommt Schmutz heraus, der aussieht, als hätte man dort jahrelang versucht, Kompost zu züchten.

Ich sehe meine Haushälterin kurz zur Decke schauen.

*Gut. Gleich wische ich also wieder Wände, Boden und wahrscheinlich auch mich selbst.*

Me:
Very well. Let us attempt something radical.
You repair the machine. If it actually works afterwards, I shall happily pay you.

Technician:
OK sir.

Meine Haushälterin lächelt erneut.

*Sehr mutiges Experiment.*


Kommentar:
Etwa eine Stunde später sieht das Gerät plötzlich aus, als hätte es eine Kur in den Bergen in Nordthailand gemacht.

Meine Haushälterin betrachtet den Boden.

*Die Berge bei Chiang Rai sind schön. Aber da musste danach auch jemand putzen.*

Technician:
Sir, finished already.

Me:
Already? That was suspiciously efficient.

Technician:
Please try.

Ich schalte die Anlage ein.

Innerhalb von dreißig Sekunden fällt die Raumtemperatur so schnell, dass ein norwegischer Fischhändler darin sofort Geschäftsfläche anmieten würde.

Meine Haushälterin hält kurz die Hand in den Luftstrom.

Sie nickt.

*Okay. Wenigstens funktioniert es jetzt.*

Technician:
Cold now?

Me:
Cold? My dear man, the room now resembles the frozen-food aisle of a Scandinavian supermarket.

Technician:
Yes sir. Everything normal now.

Me:
And the indoor waterfall?

Technician:
No more water drop.

Meine Haushälterin schaut zur Decke.

*Sehr gut. Weniger Wasser. Weniger Putzen.*

Kommentar:

Zur Erinnerung:

Die beiden vorherigen Techniker erklärten mir mit großer Ernsthaftigkeit, dass diese Maschine irreparabel sei und sofort ersetzt werden müsse.

Techniker Nummer drei hat sie gerade mit Maschinen, Druckluft und etwas Kältemittel wiederbelebt.

Meine Haushälterin steht daneben und lächelt wieder leicht.

*Also doch nicht kaputt. Nur sehr, sehr schmutzig.*

Me:
Remarkable. Two professionals previously declared the machine beyond salvation.
You, however, appear to have fixed it in under an hour.

Technician:
Just normal cleaning sir.

Me:
Yes. I suspect the previous cleaning was conducted telepathically.

Meine Haushälterin lacht leise.

*Ja. Reinigung per Fernenergie.*

Technician:
Cleaning six hundred baht. Gas six hundred baht.

Me:
Twelve hundred baht to resurrect a dead air conditioner.

Technician:
Yes sir.

Me:
This may be the most financially satisfying moment of my entire residence in Thailand.

Meine Haushälterin nickt.

*Und ich bekomme gleich den Mopp.*

Kommentar:
Ich bezahle.

Die Klimaanlage läuft seitdem so ruhig und kalt, dass man fast erwartet, dass gleich ein Schweizer Uhrmacher aus dem Gerät steigt und fragt, ob alles zu Ihrer Zufriedenheit ist.

Meine Haushälterin schaut sich den Raum an.

*Gut. Jetzt erst mal sauber machen.*

Me:
My friend, from today onward you are my official air-conditioning consultant.

Technician:
No problem sir.

Me:
Excellent. Because judging from recent experience, you appear to be the only man in Pattaya who has ever opened one.

Meine Haushälterin lächelt.

*Und ich bin offenbar die Einzige, die danach wieder aufräumt.*

Und so endete die Sache.

Die Klimaanlage läuft.
Sie tropft nicht.
Sie kühlt.

Und ich habe gelernt, dass man in Thailand offenbar drei Techniker braucht, um jemanden zu finden, der tatsächlich eine Klimaanlage reinigt.

Der erste kommt, um sie zu betrachten.
Der zweite kommt, um sie für tot zu erklären.
Der dritte kommt ...und bringt Werkzeug mit.

Und danach kommt meine Haushälterin.

Der Dritte Techniker ist mein persönlicher Held. Das Honorar war halb so hoch wie bei den anderen beiden Spassvögeln und er ersparte mir wohl sehr viel Folgekosten...:obelix

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Hi @Klimbim !
Bitte mehr von diesen Erfahrungen !
Die zaubern mir jedesmal für 5 Minuten ein Lächeln ins Gesicht und lassen mich den erbärmlichen Zustand unseres
Planeten vergessen. Danke dafür!
 
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Klimbim

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Hi @Klimbim !
Bitte mehr von diesen Erfahrungen !
Die zaubern mir jedesmal für 5 Minuten ein Lächeln ins Gesicht und lassen mich den erbärmlichen Zustand unseres
Planeten vergessen. Danke dafür!


Ich habe die zweite von heute fast fertig. Warte noch 5 Minuten.

Und Hinweis: meine Geschichten habe ich zwar in meinem Stil verfasst, sie sind aber absolut echt! Das ist nicht erfunden. Nur sagen wir... durch meine Augen beschrieben...
 

Klimbim

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TEIL 14: „Die Eigentümerversammlung, drei Sprachen, ein spuckender Nachbar und der Bauleiter, der nur mit Kisten spricht“ :cool:


Es gibt Momente im Leben eines Wohnungseigentümers, in denen man Verantwortung übernehmen muss.

Und dann gibt es Momente, in denen man stattdessen seine thailändische Haushälterin hinschickt.

In zwei Wochen steht meine erste Eigentümerversammlung im Condominium an.

Leider kann ich zu diesem Termin nicht persönlich erscheinen. Ich werde erst in zweieinhalb Wochen wieder vor Ort sein.

Also schicke ich meine Haushälterin. Sie spricht hervorragend Thai. Sehr wenig Englisch. Und hat in ihrem ganzen Leben noch niemals eine Eigentümerversammlung gesehen.

Was könnte also schon schiefgehen. :biggrin::biggrin::biggrin:


Die Einladung kommt in drei Sprachen:

Thai
Englisch
Russisch

Russisch. :eek:

Warum Russisch, fragte ich mich.

Warum nicht gleich noch Katalanisch oder Baskisch. Ich wäre sehr für Französisch. Ein Belgier der Flame, ist im Haus. Vielleicht kann ich ihn etwas ärgern... (ich habe nichts gegen Flamen, nur so mein Schalk in mir...)

Oder vielleicht sächsisch... keine Ahnung.

Aber gut. Die russischen Eigentümer im Haus sind tatsächlich sehr freundlich, also sei ihnen das natürlich gegönnt. ;)


Als ich ihr erklärte, dass sie für mich zur Eigentümerversammlung gehen soll, schaute sie mich an, als hätte ich ihr gerade vorgeschlagen, spontan eine Rakete zu starten.

„Sir… I must speak?“

„Maybe.“

„Before many people?“

„Maybe.“

Sie dachte kurz nach.

„Better I clean bathroom?“

Ich gab ihr eine Vollmacht.

Sie betrachtete das Papier sehr lange.

„This… very important?“

„Yes.“

„I just show, not speak?“

„Yes, yes.“

Erleichterung.

Dann begann die Vorbereitung.

„If maintenance cost too high, say politely I don’t want.“

Sie schrieb alles auf. Sehr ordentlich.

„And swimming pool very important.“

Sie nickte. „Yes sir, very important sir.“

Sie schrieb: Swimming pool ...happy Khun Klimbim :Buggi

Dann kam Punkt drei.

„Also, someone upstairs spits sometimes on motorcycles, you mention politely, if necessary. I dislike it“

Sie sah mich an.
Sehr lange.
„Spit?“

„Yes, on motorcycle.“

Pause. Sie dachte nach. Sehr intensiv.

„I say… someone spit on motorcycle… in meeting?“

„If necessary.“

Sie lächelte höflich. „Maybe… better not, sir. Person maybe… very wet mouth.“


Man sah ihr deutlich an, dass sie nicht wusste, wie sie das diplomatisch bringen sollte.

If I say… everyone think I crazy.

Dann überlegte sie weiter. „Maybe say… rain fall from top.“


Der Vergleich, den sie später brachte, war noch besser.

„It like cat drop fish from balcony. Nobody know why, smell funny down. Very funny.“

Ich musste mich setzen.


Ein weiterer Punkt meiner Instruktionen lautete:

„Please praise lady from management (juristic) office.“

Sie runzelte die Stirn. „Why sir?“

„Because she has angel patience with me.“

„Ah… very heavy job, sir.“

Und das stimmt.

Diese Frau aus der Hausverwaltung besitzt eine Geduld, die vermutlich auch buddhistische Mönche beeindrucken würde.


Ein kleines Beispiel aus unserer Klimaanlagen-Kommunikation:

Ich: "Hello, could you ask if inverter system possible install?"

Sie (lächelt leicht, sehr ruhig): "Yes sir, we ask technician."

Ich: "Would Mitsubishi also possible? Inverter!"

Sie: "Yes sir, Mitsubishi maybe also."

Ich: "If ceiling open, how complex?"

Sie (nickt, sehr stoisch, als wäre es Meditation): "Yes sir, maybe little open ceiling."

Ich: "Conventional system also possible?"

Sie: "Yes sir, maybe also."

Ich: "Electrical load okay?"

Sie: "Yes sir, electrician also check."

Ich (leicht trocken): "And… if I install this next to the window, will sun fry it like pancake?"

Sie (Engelsgeduld, kaum ein Grinsen): "Sir, technician say maybe no fry. Very safe."

Ich: "Ah, good. But… if cat jump on outdoor unit, any damage?"

Sie (leichtes Kichern, immer ruhig): "Maybe sir, technician say… cat careful."

Ich: "If ceiling fan oscillates too much, could it confuse unit?"

Sie (schreibt weiter, stoisch): "No sir, unit strong. Maybe unit think… fan like small dance partner."

Ich: "And… if I whisper secret to unit, will it repeat to neighbor?"

Sie (bleibt gelassen, Augen voller Geduld): "No sir, unit not speak. Maybe only listen."

Ich: "One more question… if unit dreams at night, what color pajamas wear?"

Sie (blickt hoch, Engelsgeduld pur, schreibt trotzdem weiter): "Sir… unit no need pajamas. Only sleep quietly."


Nach der zwölften, dreizehnten, vierzehnten Frage schreibt sie:

„Sir we try find answer for everything.“

Und in diesem Moment wusste ich: Diese Frau verdient definitiv einen Orden, plus vielleicht ein eigenes buddhistisches Kloster, nur für die Geduld mit mir.


Zwischendurch fragte ich auch kurz den Bauleiter.

Er war...wie üblich... irgendwo im Isan mit seinen legendären Kisten beschäftigt.

Ich rief ihn an.

Man hörte Wind.
Dann Kisten. Viele Kisten.
Dann ihn.

„Hallo?“

Im Hintergrund:
KLONK
RUMMS
SCHRRR

Er brüllte:
„NEIN! DIE KISTE DAHIN! NICHT DA!“

Dann zu mir:
„Ja.“

Ich sagte:
„Was würdest du machen, wenn du eine Eigentümerversammlung hast und deine Haushälterin hinschickst?“

Pause.
Man hörte jemanden stöhnen. Eine Kiste fiel.

Dann sagte er:
„Keine Ahnung.“
Pause.
„Nimm große Kiste.“
Dann rief er wieder:
„NEIN! NICHT DIE! DIE ANDERE!“

Die Leitung brach ab. Sehr hilfreich.

Am Ende übergab ich meiner Haushälterin die Unterlagen.

Sie nahm alles sehr ernst.
Sehr, sehr ernst.

Sie steckte die Vollmacht in eine Mappe, als wäre es ein Staatsdokument.

Dann sagte sie:
„I go sir.“
Pause.
„I listen sir.“
Pause.
„I write everything sir.“

Und dann lächelte sie.

Dann: "Thank you. Thank you so much. Thank you"...

Ein kleines, stolzes Lächeln.
Man merkte ihr an, dass sie sich freute, dass ich ihr diese Aufgabe zutraute.

Nicht nur putzen.
Nicht nur Staub.
Sondern eine richtige Mission.

Und ich muss sagen:

Das machte mich fast genauso glücklich wie eine funktionierende Klimaanlage.
Vielleicht sogar ein bisschen mehr.

Ich mag es, wenn solche Menschen merken, dass man weiss, was Würde bedeutet.

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