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Andere Hauptsache weg – Onroad – Offroad

Alson

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Vielen Dank, dass du uns auf eure Tour mitgenommen hast!

Mir haben deine Beschreibungen der Orte, die geschichtlichen Hintergründe und natürlich auch die Fotos sehr gut gefallen - gerne in Zukunft mehr davon! :)
Danke.
Ich hoffe, ich habe alle Daten korrekt wiedergegeben.
Gar nicht so einfach bei den vielen Daten und Namen.
 

Alson

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Wie man Pläne zersägt.

Eigentlich war der Plan klar.
Tschechien, Part 2

Dieses mal sollte es über Eger und Komotau nach Graupen gehen.
Kultur, Aussicht und ein bisschen Bewegung:
Die Wallfahrtsbasilika Maria Schein, ein Spaziergang auf den Mückenberg, und stilecht die Abfahrt mit dem Sesselllift.

Danach Königgrätz:
Altstadt und Schlachtfeld 1866 Preußen gegen Österreich.

Und dann der Heimweg:
Prag zur Entspannung. Termin mit Zara war sogar schon organisiert.
Vielleicht hätte sich auch noch die Gelegenheit ergeben "einzulochen".

Klingt alles nach einer runden Sache … Hat nur leider nicht stattgefunden. :(

Mein Kumpel Lupo hatte keine Zeit, und wenn ich ehrlich bin, ich auch nicht so richtig.
Also wurde alles vertagt.
Schade drum.

Stattdessen hat mich Lupo angefunkt:
Ob ich nicht bei seinem Nachbarn helfen könnte.
Ein Nussbäumchen fällen, das Holz darf ich behalten.

Klar, „Bäumchen fällen“ geht immer, und Holz kann man schließlich nie genug zu Hause haben.

Also am nächsten Nachmittag das Auto geladen, Werkzeug rein, PSA eingepackt.

Vor Ort dann die erste Erkenntnis:
Das „Bäumchen“ ist ja schon ausgewachsen. o_O
Hatte wohl eine schlechte Kindheit, und ist zum Monster mutiert.
Also nichts für eine kurze Nachmittagsbeschäftigung.

Image51626.jpg

Aber gut. Jetzt bin ich hier.

Ausrüstung angelegt, Baumansprache, und 15 Minuten später lag das „Bäumchen“ am Boden.

Bis ich dann auf einmal realisiere, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst richtig anfängt.
Viele Äste, viel Stamm, viel Gewicht.

Aus einem „kurz helfen“ wurde ganz schnell ein Megaprojekt, und dann begann sie:

Die scheiß Woche.

Aber immerhin habe ich jetzt genug Holz,
und Tschechien läuft nicht weg.

Der Nussbaum schon gar nicht mehr.

Image53726.jpg

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Alson

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Ich habe dann recht zeitnah meinen verdienten Feierabend gemacht.

Am nächsten Tag dann wieder angerückt – solch ein Tag, an dem man lieber im Bett bleiben sollte.

Zuerst mal die Motorsäge angeworfen anwerfen wollen und direkt das Starterseil gerissen – kein Problem, das ist doch noch lang und kann man reparieren.
Aufgeschraubt, und die komplette Starterfeder kommt mir entgegen.
Spätestens da hätte ich abbrechen sollen.

Image52126.jpg

Andere Säge geholt, aber die ist mit fast 10 Kilogramm viel zu schwer, um oberhalb der Hüfte damit zu arbeiten.
2 mal eingezwickt – Holz unter Spannung und so, und falsch eingeschätzt.
3 mal zum Auto gelaufen, um irgendwelches Werkzeug zu holen.

Dann Kreislaufzusammenbruch wegen der Anstrengung – Ausrüstung am Körper hat auch dazu beigetragen.

Schließlich lag ich eine halbe Stunde auf der Wiese, und habe drei Flaschen Mineralwasser vertilgt.
Hilft alles nichts, deshalb nun Abbruch.

So, jetzt war dann mein Schlüsselbund nicht mehr auffindbar.
Ich habe da ein System, wo ich meine Sachen platziere, aber das ist irgendwie durcheinander geraten.
Zu oft mit dem Schlüsselbund zum Auto gelaufen.

Die ganze Wiese abgesucht, und auch den ganzen Platz, aber kein Schlüsselbund und somit kein Autoschlüssel gefunden.

... langsam wurde es dunkel.

Todo-Liste:
– Transponder für ein paar Euro an den Schlüsselbund.
– Die kleine Säge aus dem Eck einsatzbereit machen.
 
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Alson

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Lupo war dann so freundlich, und hat mir sein Auto überlassen, damit ich wenigstens heimkomme.
Es war Freitag, und wir mussten zum Glück beide nicht am Samstag arbeiten.

Unterwegs dämmerte es mir dann: Ich komme zwar ins Haus, aber nicht in meine Wohnung, da ja der Schlüssel fehlt.
Ich bin leider noch nie auf die Idee gekommen, einen Zweitschlüssel zu deponieren.

Mit etwas Geschick kommt man auch so rein, aber nicht, wenn man vorher noch die Bude urlaubsbereit machte, und sämtliche Zugänge besonders sicherte.

Unterwegs habe ich dann auf einem Parkplatz mir einen YouTube-Exkurs über Lock-Picking angeschaut,
und mir zu Hause in der Garage was gebastelt.
Einmal hoch zur Türe, was mit der Zange zurechtgebogen, und die Tür war in 5 Minuten, Gott sei Dank, auf.
Das erste Mal in meinem Leben, dass ich so etwas gemacht habe, und hoffentlich das letzte mal.

Jetzt geht es zum Ersatzschlüssel fürs Auto, und welch Überraschung:
War zwar der Schlüssel da, aber kein zweites FOBIK-Teil.
Heißt: Ich komme zwar ins Auto, aber ohne FOBIK lässt sich das gar nicht starten.

Kurz überlegt, und aus der Garage mein Metallsuchgerät eingepackt, und wieder zu Lupo gefahren.
Mit dem Teil habe ich schon für Fremde Schlüssel und Eheringe gefunden, jetzt komme ich selbst in den Genuss, etwas schmerzlich zu vermissen.

Das war aber leider dann vergebliche Mühe, weil in dem Hof, wo der Baum lag, so viel Schrott unter der Erde schlummerte, dass es nach jedem Zentimeter piepste.
Zumal das alles mit einer Lampe und Handyausleuchtung.
Auch hier wieder nach 2 Stunden abgebrochen, und wieder heim, in Gott sei Dank mein eigenes Bett.


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Alson

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21 Dezember 2024
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An Schlafen war kaum zu denken.
Immerhin wusste ich dank Google, dass das mit dem Autoschlüssel alles andere als einfach wird … und teuer.

Einen Dodge-Händler gibt es hier in der Umgebung nicht.
Und so ein FOBIK-Schlüssel lässt sich auch nicht mal so anlernen – zumindest nicht ohne funktionierenden Originalschlüssel. Das Fahrzeug muss vor Ort sein.

Heißt im Klartext:
Auto knapp 100 Kilometer abschleppen lassen, oder jemand kommt mit Spezialsoftware vorbei.
Vermutlich zu Preisen jenseits von Gut und Böse.
Und wenn es ganz blöd läuft, ist die Fahrgestellnummer nicht mal in deren Datenbank, da US-Import.

Die Vorfreude hielt sich stark in Grenzen.

Früh am nächsten Morgen bin ich wieder los.
Wenigstens die Garageneinfahrt freiräumen, die ich blockiert hatte.

Unterwegs kam mir dann die Erkenntnis: Der Schlüsselbund muss irgendwo sein.

Es sei denn, ich habe ihn genau auf dem Weg zwischen Auto und Baum verloren, und er liegt jetzt unten im Bach.
Oder irgendwo ganz blöd versteckt zwischen den Sandsteinblöcken, die hier überall rumstehen, und sich kaum bewegen lassen.

Ich habe mich auf ein nervenaufreibendes Wochenende eingestellt.

Kurz vor dem Ziel habe ich noch den „Schlampertoni“ (Hl. Antonius von Padua) angefleht, mir zu helfen.
Schaden – zumindest nach den Worten meiner Oma – kann das nicht.

Vor Ort dann angefangen, die Äste weiter kleinzusägen und zur Seite zu räumen.

Image51726.jpg
Image26557.jpg

Und dann war er da.

Mein Schlüsselbund.

Genau da, wo ich gefühlt schon fünfzig Mal gesucht hatte.

Ich war ziemlich erleichtert.
Und auf einmal machte die Arbeit wieder richtig Laune.

Am Abend war dann zumindest alles so weit auf die Seite geschafft,
dass ich meinen ersten Anhänger voll Holz nach Hause fahren konnte.


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