Willkommen in unserer Community
Möchtest du dem Forum beitreten? Das gesamte Angebot ist kostenlos.
Registrieren
Borussia Park
Smurf Bar

Andere Hauptsache weg – Onroad – Offroad

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
Vielen Dank, dass du uns auf eure Tour mitgenommen hast!

Mir haben deine Beschreibungen der Orte, die geschichtlichen Hintergründe und natürlich auch die Fotos sehr gut gefallen - gerne in Zukunft mehr davon! :)
Danke.
Ich hoffe, ich habe alle Daten korrekt wiedergegeben.
Gar nicht so einfach bei den vielen Daten und Namen.
 

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
Wie man Pläne zersägt.

Eigentlich war der Plan klar.
Tschechien, Part 2

Dieses mal sollte es über Eger und Komotau nach Graupen gehen.
Kultur, Aussicht und ein bisschen Bewegung:
Die Wallfahrtsbasilika Maria Schein, ein Spaziergang auf den Mückenberg, und stilecht die Abfahrt mit dem Sesselllift.

Danach Königgrätz:
Altstadt und Schlachtfeld 1866 Preußen gegen Österreich.

Und dann der Heimweg:
Prag zur Entspannung. Termin mit Zara war sogar schon organisiert.
Vielleicht hätte sich auch noch die Gelegenheit ergeben "einzulochen".

Klingt alles nach einer runden Sache … Hat nur leider nicht stattgefunden. :(

Mein Kumpel Lupo hatte keine Zeit, und wenn ich ehrlich bin, ich auch nicht so richtig.
Also wurde alles vertagt.
Schade drum.

Stattdessen hat mich Lupo angefunkt:
Ob ich nicht bei seinem Nachbarn helfen könnte.
Ein Nussbäumchen fällen, das Holz darf ich behalten.

Klar, „Bäumchen fällen“ geht immer, und Holz kann man schließlich nie genug zu Hause haben.

Also am nächsten Nachmittag das Auto geladen, Werkzeug rein, PSA eingepackt.

Vor Ort dann die erste Erkenntnis:
Das „Bäumchen“ ist ja schon ausgewachsen. o_O
Hatte wohl eine schlechte Kindheit, und ist zum Monster mutiert.
Also nichts für eine kurze Nachmittagsbeschäftigung.

Image51626.jpg

Aber gut. Jetzt bin ich hier.

Ausrüstung angelegt, Baumansprache, und 15 Minuten später lag das „Bäumchen“ am Boden.

Bis ich dann auf einmal realisiere, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst richtig anfängt.
Viele Äste, viel Stamm, viel Gewicht.

Aus einem „kurz helfen“ wurde ganz schnell ein Megaprojekt, und dann begann sie:

Die scheiß Woche.

Aber immerhin habe ich jetzt genug Holz,
und Tschechien läuft nicht weg.

Der Nussbaum schon gar nicht mehr.

Image53726.jpg

Image53926.jpg

Image54026.jpg
 

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
Ich habe dann recht zeitnah meinen verdienten Feierabend gemacht.

Am nächsten Tag dann wieder angerückt – solch ein Tag, an dem man lieber im Bett bleiben sollte.

Zuerst mal die Motorsäge angeworfen anwerfen wollen und direkt das Starterseil gerissen – kein Problem, das ist doch noch lang und kann man reparieren.
Aufgeschraubt, und die komplette Starterfeder kommt mir entgegen.
Spätestens da hätte ich abbrechen sollen.

Image52126.jpg

Andere Säge geholt, aber die ist mit fast 10 Kilogramm viel zu schwer, um oberhalb der Hüfte damit zu arbeiten.
2 mal eingezwickt – Holz unter Spannung und so, und falsch eingeschätzt.
3 mal zum Auto gelaufen, um irgendwelches Werkzeug zu holen.

Dann Kreislaufzusammenbruch wegen der Anstrengung – Ausrüstung am Körper hat auch dazu beigetragen.

Schließlich lag ich eine halbe Stunde auf der Wiese, und habe drei Flaschen Mineralwasser vertilgt.
Hilft alles nichts, deshalb nun Abbruch.

So, jetzt war dann mein Schlüsselbund nicht mehr auffindbar.
Ich habe da ein System, wo ich meine Sachen platziere, aber das ist irgendwie durcheinander geraten.
Zu oft mit dem Schlüsselbund zum Auto gelaufen.

Die ganze Wiese abgesucht, und auch den ganzen Platz, aber kein Schlüsselbund und somit kein Autoschlüssel gefunden.

... langsam wurde es dunkel.

Todo-Liste:
– Transponder für ein paar Euro an den Schlüsselbund.
– Die kleine Säge aus dem Eck einsatzbereit machen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
Lupo war dann so freundlich, und hat mir sein Auto überlassen, damit ich wenigstens heimkomme.
Es war Freitag, und wir mussten zum Glück beide nicht am Samstag arbeiten.

Unterwegs dämmerte es mir dann: Ich komme zwar ins Haus, aber nicht in meine Wohnung, da ja der Schlüssel fehlt.
Ich bin leider noch nie auf die Idee gekommen, einen Zweitschlüssel zu deponieren.

Mit etwas Geschick kommt man auch so rein, aber nicht, wenn man vorher noch die Bude urlaubsbereit machte, und sämtliche Zugänge besonders sicherte.

Unterwegs habe ich dann auf einem Parkplatz mir einen YouTube-Exkurs über Lock-Picking angeschaut,
und mir zu Hause in der Garage was gebastelt.
Einmal hoch zur Türe, was mit der Zange zurechtgebogen, und die Tür war in 5 Minuten, Gott sei Dank, auf.
Das erste Mal in meinem Leben, dass ich so etwas gemacht habe, und hoffentlich das letzte mal.

Jetzt geht es zum Ersatzschlüssel fürs Auto, und welch Überraschung:
War zwar der Schlüssel da, aber kein zweites FOBIK-Teil.
Heißt: Ich komme zwar ins Auto, aber ohne FOBIK lässt sich das gar nicht starten.

Kurz überlegt, und aus der Garage mein Metallsuchgerät eingepackt, und wieder zu Lupo gefahren.
Mit dem Teil habe ich schon für Fremde Schlüssel und Eheringe gefunden, jetzt komme ich selbst in den Genuss, etwas schmerzlich zu vermissen.

Das war aber leider dann vergebliche Mühe, weil in dem Hof, wo der Baum lag, so viel Schrott unter der Erde schlummerte, dass es nach jedem Zentimeter piepste.
Zumal das alles mit einer Lampe und Handyausleuchtung.
Auch hier wieder nach 2 Stunden abgebrochen, und wieder heim, in Gott sei Dank mein eigenes Bett.


Image26565.jpg
 

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
An Schlafen war kaum zu denken.
Immerhin wusste ich dank Google, dass das mit dem Autoschlüssel alles andere als einfach wird … und teuer.

Einen Dodge-Händler gibt es hier in der Umgebung nicht.
Und so ein FOBIK-Schlüssel lässt sich auch nicht mal so anlernen – zumindest nicht ohne funktionierenden Originalschlüssel. Das Fahrzeug muss vor Ort sein.

Heißt im Klartext:
Auto knapp 100 Kilometer abschleppen lassen, oder jemand kommt mit Spezialsoftware vorbei.
Vermutlich zu Preisen jenseits von Gut und Böse.
Und wenn es ganz blöd läuft, ist die Fahrgestellnummer nicht mal in deren Datenbank, da US-Import.

Die Vorfreude hielt sich stark in Grenzen.

Früh am nächsten Morgen bin ich wieder los.
Wenigstens die Garageneinfahrt freiräumen, die ich blockiert hatte.

Unterwegs kam mir dann die Erkenntnis: Der Schlüsselbund muss irgendwo sein.

Es sei denn, ich habe ihn genau auf dem Weg zwischen Auto und Baum verloren, und er liegt jetzt unten im Bach.
Oder irgendwo ganz blöd versteckt zwischen den Sandsteinblöcken, die hier überall rumstehen, und sich kaum bewegen lassen.

Ich habe mich auf ein nervenaufreibendes Wochenende eingestellt.

Kurz vor dem Ziel habe ich noch den „Schlampertoni“ (Hl. Antonius von Padua) angefleht, mir zu helfen.
Schaden – zumindest nach den Worten meiner Oma – kann das nicht.

Vor Ort dann angefangen, die Äste weiter kleinzusägen und zur Seite zu räumen.

Image51726.jpg
Image26557.jpg

Und dann war er da.

Mein Schlüsselbund.

Genau da, wo ich gefühlt schon fünfzig Mal gesucht hatte.

Ich war ziemlich erleichtert.
Und auf einmal machte die Arbeit wieder richtig Laune.

Am Abend war dann zumindest alles so weit auf die Seite geschafft,
dass ich meinen ersten Anhänger voll Holz nach Hause fahren konnte.


Image26552.jpg

Image26559.jpg


Image26551.jpg
 

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
Es hat nun den Rest der Woche alles einwandfrei geklappt, und es liegt seit Donnerstag alles bei mir zu Hause neben der Garage.
Auch dank der tatkräftigen und uneigennützigen Hilfe von Lupo. Irgendwie hat er sogar noch mehr gearbeitet als ich.
Mal schauen, wann ich das jetzt weiter zerkleinere.
Es muss jetzt erst mal 2 Jahre trocknen, vor dem Verheizen.
– diesen Sommer wahrscheinlich nicht mehr, ist eigentlich die falsche Jahreszeit für solche Anstrengungen.

Ich hatte zwar jedes Mal einen Anfahrtsweg von 25 km eine Strecke, aber das ist verschmerzbar, weil ich es mit Besuchen bei Lupo verbunden habe.
Und was will man mehr?
Kostenloses Holz, und das direkt in der Ebene, und vor Ort zum Aufladen, anstatt es erst mal mühsam 100 m durch den Wald zu ziehen.

Am Anfang hatte ich geschrieben: „Scheiß Woche“, aber es war dann doch nur der Freitagnachmittag, der nicht gut gelaufen ist.

PXL_20260428_184112485.MV.jpg

Image26556.jpg

Image26650.jpg

Image26651.jpg
 

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
Ausflug in den Hegau.

Um dann mal wieder „on topic“ zu kommen – sind ja eigentlich Reiseberichte hier, sorry.

Am 1. Mai hatte ich für eine Bekannte eine Besorgung zu erledigen, rund 120 km von mir zu Hause, Richtung Bodensee.
Kurzerhand Lupo aufgegabelt, und die Tagestour angegangen.

Zuerst durch den Schwarzwald, und eine kurze Wanderung zu einer Antoniuskapelle unternommen.
– Hier hat der hl. Antonius seinen wohlverdienten Lohn von 20 Euro in seine Kasse bekommen.

Image26561-2.jpg

Image26562.jpg

Image26563.jpg


Dann im Hegau bei Engen unsere Maiwanderung auf dem „alten Postweg“ bis zum „Napoleonseck“ unternommen.

Dieser Weg war im Mittelalter eine Hauptverbindungsachse vom Bodenseeraum bis an den Oberrhein.
Auch eine Marschroute von französischen Soldaten in den Koalitionskriegen.

Am Napoleonseck befand sich zwischen dem 1. + 3. Mai 1800 ein Gefechtsstand einer französischen Division, befehligt von General St-Cyr.
St.-Cyr befehligte das Zentrum der Rheinarmee unter Oberbefehlshaber Moreau.
Vom Napoleonseck aus leitete Saint-Cyr die Truppenbewegungen ein, die schließlich zum Rückzug der Österreicher unter Feldzeugmeister Kray führten.

Image26578_censored(2).jpg

Image26590.jpg

PXL_20260501_145503671.MV.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Alson

Forensponsor
Thread Starter
   Sponsor 2026
Thread Starter
21 Dezember 2024
335
2.223
1.293
Vor dem Abstieg ins Tal gab es dann noch eine kleine „Zwischenmahlzeit“.

Image26586.jpg

Image26587.jpg

Unterwegs auf dem weiteren Heimweg ist mir noch ein Kuppelbau in einem Dorf aufgefallen:
Das kannte ich noch gar nicht, und ich musste gleich untersuchen, was es dort gibt.

Es ist die private Gruftkirche mit dem Grabgelege bedeutender Adliger aus dem Hause Fürstenberg in den Außenanlagen.

Das Gelände war bereits im 8. Jahrhundert eine bedeutende Kaiserpfalz der Karolinger.
Der bedeutendste historische Moment der Pfalz war der Tod von Kaiser Karl III. im Jahr 888.
Kurz davor wurde er von seinem Neffen Arnulf von Kärnten abgesetzt. Er zog er sich auf seine Güter in Neudingen zurück, wo er nur wenige Wochen später verstarb.

Auf dem Gelände der ehemaligen Pfalz wurde im Jahr 1274 das Frauenkloster „Maria Hof“ gegründet.
Zunächst wirkten dort Dominikanerinnen, danach Zisterzienserinnen. Das Kloster war die zentrale Begräbnisstätte der Fürstenberger.
1803/04 wurde im Zuge der Säkularisation das Kloster aufgegeben, und kam in den Besitz des Hauses Fürstenberg.
1851 wurde das Kloster durch einen Brand vollständig zerstört.
Nach dem Brand ließ Fürst Karl Egon II. an der Stelle der ehemaligen Klosterkirche die heutige Gruftkirche erbauen.

Die Gruftkirche ist abgeschlossen, und vermutlich nur für die Mitglieder des Hauses Fürstenberg geöffnet.

Image26602.jpg

Image26594.jpg

Image26603.jpg

Image26601.jpg

Image26604.jpg

Image26606.jpg

Image26605.jpg

Am Heimweg kamen wir dann noch am Fürstenberg vorbei. Der Berg ist der Namensgeber für das Haus Fürstenberg.
Im 13. Jahrhundert wurde auf dem Gipfelplateau eine Burg errichtet.
Die Burg war der erste Stammsitz der Familie Fürstenberg.

Auf dem Gipfel war im Mittelalter neben der Burg eine kleine Siedlung mit Stadt- und Marktrecht.
An einem Sonntag im Jahre 1841 waren alle Bewohner in der dortigen Kirche, als ein Brand die Stadt heimsuchte, und vollständig zerstörte.
Man hat aber die Siedlung auf dem Gipfel nicht mehr aufgebaut, sondern am Fuße des Berges.
Oben gibt es noch ein paar Fundamente der alten Stadt, und eine Kapelle, die an der Stelle der alten Stadtkirche aufgebaut wurde.

Image26592.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Ähnliche Themen