Vom Abschied zum Meer oder so
Der Morgen kam irgendwie nur schleppend in die Gänge. Kein Wunder, schließlich stand noch die wohl unbeliebteste Disziplin des Urlaubs auf dem Programm:
Koffer packen.


irgendwie hatten wir diese Aktion nicht so ernst genommen oder verschleppt.
Eine Kofferwaage war natürlich nicht vorhanden – wozu auch? Man kann das Gewicht schließlich auch nach dem bewährten Prinzip
„wird schon passen“ ermitteln.
Da einige Geschenke für Freunde und Verwandte inzwischen nicht mehr mit dabei waren, wurde erstmal aussortiert, was vor Ort bleiben konnte. Anschließend packte ich alles, was irgendwie möglich war, aus meinem Kamera-Rucksack in den Koffer. Der Rucksack sollte schließlich etwas von seiner drohenden Übergewichtskarriere verlieren.
Beim Inlandsflug waren
20 kg Freigepäck erlaubt, beim Handgepäck lediglich
7 kg. Und wie ihr euch vielleicht erinnert, war ich bei den internationalen Flügen mit meinen 9 kg ja schon leicht über dem offiziellen „Das-ist-jetzt-eigentlich-zu-viel“-Limit.
Also wurde vorsorglich ein Notfallplan ausgearbeitet: Sollte die Dame beim Check-in anfangen, Fragen zum Gewicht zu stellen, wandert die große Kamera samt 600er kurzerhand in den Rucksack von Madame. Nach dem Check-in natürlich wieder zurück zu mir.
Teamwork nennt man das. Oder kreative Gepäcklogistik.
Nach dieser höchst wissenschaftlichen Packerei gab es erstmal ein gemeinsames
Familien-Isaan-Frühstück bei uns auf der Terrasse.
Trotz der inneren Betrübtheit brachten wir auch das noch mit Humor über die Bühne. Was soll man auch sonst machen? Heulen beim Frühstück macht schließlich Flecken auf der Matte.
Genau deshalb sind wir die letzten Tage bewusst immer noch irgendwo anders hingefahren oder sind geflogen. Man ist abgelenkt und der endgültige Abschied tut dadurch nicht ganz so weh.
Denn obwohl man irgendwann wieder ins Flugzeug steigt, bleibt bekanntlich jedes Mal ein kleines Stück von einem selbst dort zurück.
Und ich muss ehrlich zugeben:
Es fällt mir jedes Jahr ein bisschen schwerer, nach Deutschland zurückzukehren.
Aber lassen wir das jetzt lieber. Sonst wird aus einem Reisebericht noch eine emotionale Netflix-Serie.
Dann kam der Zeitpunkt, den wir wohl alle jedes Mal hassen.
Die Koffer waren verstaut.
Madame und ich gingen nach vorne zum Auto.
Määu wollte anscheinend unbedingt mitkommen, denn sie hatte es sich kurzerhand
auf dem Autodach gemütlich gemacht.
Offenbar hatte sie das Prinzip „Wenn ich nicht gefragt werde, fahre ich einfach mit“ bereits perfektioniert.
Selbst Papa, der aus emotionalen Gründen normalerweise nicht mit zum Flughafen kommt, war diesmal mit dabei.
Was die Anwesenheit einer Stieftochter nicht alles bewerkstelligen kann...
Der Kampf ums Gepäckgewicht
Bei der Gepäckaufgabe kam dann die erste Überraschung:
20,5 kg.
Natürlich.

Obwohl ich dachte ich liege drunter immer noch 0.5 zuviel.

Madame lag mit ihren
17 kg noch gut im Rennen. Sieger sozusagen.
Aber Stieftochter wollte offensichtlich gleich den
Gepäck-Weltrekord aufstellen und brachte stolze
24 kg auf die Waage.


Und ich sach noch .... shopping Möglichkeiten gibt es in Bangkok noch genug ...
Ich hatte das Portemonnaie vorsichtshalber schon in der Hand und war mental bereits dabei, mich von ein paar Baht mehe zu verabschieden.
Aber die Nok-Air-Dame winkte einfach alles durch. 🫨
Handgepäck wurde ebenfalls gar nicht kontrolliert. 🫨🫨
Ich hätte mir die ganze Pack- und Umschichterei also eigentlich sparen können.
Aber hey –
Vorsicht ist die Mutter der Gepäckkiste.
Danach folgte noch die große Abschiedszeremonie mit gefühlt
1.000 Fotos und Videos.
Zwei Cousinen und meine Lieblingsnichte waren ebenfalls da. Da machte sie Situation nicht zwingend einfacher.
Aber wir wollen jetzt nicht wieder komplett ins
Emo-Gebiet abdriften. Taschentücher bitte wieder einpacken.
Von Udon Richtung Meer
Was gibt es sonst über den Flug nach Chumphon zu berichten?
Der Flug von Udon nach DMK hatte erstmal
30 Minuten Verspätung.
Immerhin hatte das Ganze auch etwas Positives: Ich konnte am Gate nochmal einen vernünftigen Kaffee verköstigen.
Und weil es danach immer noch nicht Zeit fürs Boarding war, gönnte ich mir noch ein
Schweppes Manao.
Immer wieder geil.
Man muss schließlich Prioritäten setzen.
Im Flieger hatten wir tatsächlich die
allerletzte Reihe ergattert.
Ganz hinten.
Da, wo man sich bereits mental mit dem Gedanken anfreundet, beim Aussteigen als Letzter das Flugzeug zu verlassen und dabei wahrscheinlich noch persönlich vom Piloten verabschiedet zu werden.

ist motivierend wenn man eh schon mit Verspätung abfliegt.
In DMK angekommen, ging das kleine Flughafenprogramm direkt weiter:
Gatewechsel und nochmal 30 Minuten Verspätung. Läuft.
Also zumindest zeitlich nicht.

Wenigstens war der Flieger nur 2/3 ausgelastet.
Wir hatten uns übrigens kurzfristig für das
Clean Wave Resort am Thung Wua Laen Beach umentschieden.
Die Landung war sachgemäß und der Flughafen erinnerte mich an Krabi von früher.
Der Transfer vom Flughafen wurde vom Hotel für
500 THB organisiert, was uns nach dem ganzen Flug- und Gate-Theater ganz gelegen kam.
Als wir schließlich kurz nach
20:00 Uhr ankamen, konnten wir selbstverständlich direkt unsere beiden Bungalows beziehen.
Die Anlage selbst ist schön gemacht und gepflegt und wurde laut Internet
2025 renoviert.
Für alle Fälle nahm ich noch die Karte des Taxifahrers mit. Wir wollten eventuell noch einen Ausflug machen, und durch den Geburtstag war unsere verfügbare Zeit inzwischen etwas zusammengeschrumpft.
Erstmal was essen!
Nun meldete sich allerdings noch jemand zu Wort.
Nicht verbal, aber ziemlich deutlich:
Der Magen.
Also gingen wir ein paar Meter die kleine Straße entlang und stoppten am ersten Laden.
Pirates Terrace – auf Thai offenbar
สลัด ชุมพร – hieß der Laden. Und heißt vermutlich auch heute noch so.
Sie hatten noch geöffnet, also ließen wir uns nieder, bestellten Getränke und studierten die Karte.
Eine Suppe, Pad Grapao und Pad Thai landeten schließlich auf dem Tisch.
Allerdings stand nicht sonderlich viel Thaifood auf der Karte.
Farang Food hatte hier eindeutig die kulinarische Überhand.
Das war jetzt nicht unbedingt mein persönlicher Traum.
Die Leute dort waren nett, die Portionen allerdings nicht sonderlich groß und der Gesamtpreis von
750 THB inklusive Cola und einer großen Leo schon etwas höher.
Sagen wir es diplomatisch:
Der Magen war anschließend nicht unbedingt überzeugt, dass er gerade eine vollständige Mahlzeit bekommen hatte.
Wir schlenderten danach noch ein wenig die Straße entlang.
Dass auch hier gerade
Low Season angesagt ist, war deutlich zu erkennen.
Dabei kamen wir auch an einem unscheinbar kleinen Laden vorbei, der im Internet immerhin mit
4,9 Sternen bewertet ist.
Aber wir hatten ja gerade erst gespeist.
Dazu später mehr...
Anschließend ging es noch ein Stück am Strand entlang
und dann in die andere Richtung zu einer kleinen Bar beziehungsweise einem Restaurant unweit unseres Resorts direkt am Strand.
Dort ließen wir den Abend schließlich gemütlich ausklingen.
Denn für Stieftochter und mich stand bereits der nächste Programmpunkt fest:
06:00 Uhr – Sonnenaufgang.
Natürlich nur,
wenn es nicht regnet.
Denn man muss wissen: Die Wettervorhersage für diese Region hatte inzwischen ebenfalls beschlossen, ihre Meinung zu ändern.
Warum sollte auch ausgerechnet das Wetter bei unseren Plänen mitspielen?
Aber immerhin hatten wir unsere Koffer.
Und das sogar schon nach ungefähr
fünf Minuten.
Was will man mehr?
Also dann...
Bis denne zum Sonnenaufgang oder so. 
