Hauptsache der Sonne entgegen – oder so
Wir machten uns dann gegen 14:00 Uhr endlich mit Cousine auf den Weg nach Khon Kaen. Zumindest war das mein Kenntnisstand. Irgendwann stellte ich allerdings fest, dass wir eigentlich Richtung
Nong Khai unterwegs waren.
Aber mal ehrlich: Wen interessieren schon Himmelsrichtungen? Hauptsache der Sonne entgegen. Und wenn man dabei zufällig in die falsche Richtung fährt, ist das eben thailändische Navigation nach dem Motto:
Der Weg ist das Ziel – und das Ziel wird unterwegs festgelegt.
Letztendlich hatte Cousine ein Café mit einer wirklich schönen Anlage ausgesucht: das
The For Rest Cafe.
Am Eingang werden 50 THB Eintritt pro Person fällig. Die gute Nachricht: Das Geld wird beim Kauf im Café verrechnet. Also quasi kein Eintritt, sondern eine Art gastronomische Kaution.
Die Auswahl an Getränken ist ordentlich. Es gibt sogar Leo und Co. sowie ein paar warme Speisen – also alles, was der geneigte Besucher braucht, um einen kulturell wertvollen Ausflug angemessen zu überstehen.
Im Café am Eingang gibt man seine Bestellung auf und bekommt anschließend einen kleinen Piepser. Sobald dieser nervös vor sich hin vibriert, weiß man:
Das Essen ist fertig – die Expedition kann beginnen.
Mit der Bestellung bewaffnet kann man sich anschließend irgendwo auf der Anlage ein nettes Plätzchen suchen.
Und die Anlage ist für ein Café tatsächlich ziemlich groß und wirklich schön gestaltet. Überall gibt es kleine Details zu entdecken, dazu wird an verschiedenen Stellen feiner Dunst erzeugt, was dem Ganzen eine angenehm mystische Atmosphäre verpasst.
Natürlich konnte ich meine fotografische Berufskrankheit nicht einfach an der Eingangstür abgeben. Also wurden wieder fleißig Fotos und ein Video produziert.
Ich liefer noch Fotos im nächsten Post nach.
Und weil ich offensichtlich vor wirklich gar nichts mehr zurückschrecke, musste sogar der
WC-Bereich fotografisch dokumentiert werden.

Man weiß ja nie. Vielleicht braucht die Nachwelt irgendwann Beweise dafür, dass selbst thailändische Toiletten fotogener sein können als so manches deutsche Wohnzimmer.
Mein Fazit:
War echt toll in
Khon Kaen!

Aber Spaß beiseite: Für ein Stündchen Pause kann ich das Café durchaus empfehlen. Schön angelegt, nette Atmosphäre und genug zu entdecken, ohne dass man gleich einen ganzen Tagesausflug daraus machen muss.
Danach ging es auf eine kleine Shopping-Tour über die
Weekend Walking Street.
Ja... diese Art von Walking Street ist jetzt nicht unbedingt mit Pattaya zu vergleichen.
Hier fehlt dann doch ein bisschen der internationale Wahnsinn. Dafür gibt es weniger Touristen, weniger Neon und vermutlich auch deutlich weniger Dinge, bei denen man sich hinterher fragt:
„Warum habe ich rigentlich dafür Geld ausgegeben oder so“
Eigentlich hatte ich vor, hier etwas mehr zu filmen. Aber ich denke, das kann ich mir für Bangkok aufheben. Das hat dann doch nochmal etwas mehr Flair – und vermutlich auch mehr Möglichkeiten, beim Filmen im Weg herumzustehen.
Dafür finde ich momentan wieder immer mehr Spaß daran, Menschen zu fotografieren, und so habe ich ein paar Portraits ergattert.
Warum ausgerechnet die beiden? Keine Ahnung.
Das kam einfach aus dem Bauch heraus.
Vielleicht bin ich da auch ein bisschen anders als manch anderer: Ich frage die Menschen tatsächlich, ob ich sie fotografieren darf. Erstaunlicherweise funktioniert das sogar. Manchmal bekommt man ein Nein, manchmal ein Lächeln – und manchmal ein richtig tolles Portrait.
Natürlich musste zwischendurch auch der eine oder andere Fleischspieß als kleiner Snack einverleibt werden. Man kann ja schließlich nicht den ganzen Tag nur fotografieren.
Als die Mädels dann irgendwann beide Hände mit Einkaufstüten ausgelastet hatten, stellte sich bei uns langsam auch sowas wie Hunger ein.
Vom
Durst ganz zu schweigen.
Wie der eine oder andere vielleicht schon bemerkt hat, mag ich Live-Musik. Und besonders mag ich Live-Musik
beim Essen.
Das gibt es in Thailand einfach in einer Form, wie man es aus Deutschland so nicht kennt. Essen, trinken, quatschen und nebenbei spielt eine Band – für mich irgendwie die perfekte Kombination.
Madame schaute also Google bemüht und fand nicht weit entfernt die
Smile Bar mit einer Bewertung von 4,8.
Na dann muss man da ja quasi hin. Das wäre ja geradezu fahrlässig gewesen, die wissenschaftliche Untersuchung dieser Bewertung nicht persönlich durchzuführen.
Unser Platz war okay und es gab mal wieder
Singha-Promotion.
Die Location wirkt etwas moderner und auch ein bisschen nobler. Also genau die richtige Umgebung, um sich anschließend wieder völlig kultiviert zwei Tower Bier reinzustellen.
Und wenn schon Singha Promotion dann musste ich auch gleich wieder nach thaai ruup fragen . War ja wieder für 'nen Freund
Die Musik war letztendlich wirklich gut und auch das Essen lecker.
Eine andere Cousine gesellte sich später noch zu uns. Damit hatten Madame und ich dann tatkräftige Verstärkung beim Singha.
Am Ende wurden es
zwei Tower und nochmal zwei Flaschen.
Rein mengenmäßig betrachtet hat Madame ungefähr einen Tower verdrückt und ich den anderen.
Also alles völlig ausgeglichen.
Mathematisch.
Moralisch reden wir später darüber.
Irgendjemand hat dann auch noch sowas getrunken
Auf der Karte stand auch 2 Cocktails mit der Bezeichnung MaoMao... vielleicht muss ich nochmal da hin und diese wissenschaftlich untersuchen.
Diese Dame war an einem anderen Tisch eingesetzt , aber wenn es eine Chance gab auch bei uns mal etwas nachzuschenken hat sie diese genutzt.
Und die Sängerin sollte ich selbstverständlich auch für 'nen Freund fotografieren
Wir haben jedenfalls jede Menge Quatsch gemacht, herumgealbert und einfach Spaß gehabt. Das Personal an unserem Tisch hatte offensichtlich ebenfalls seinen Spaß mit uns.
Generell ist das Personal dort ziemlich jung – und vermutlich inzwischen bestens darüber informiert, wie sich ein Farang benimmt, im Isaan Sinne, wenn man ihnen ausreichend Singha zur Verfügung stellt.
Die letzte Band war dann auch die beste. Insgesamt etwas rockiger und genau unser Ding.
Am Ende haben wir bei guten und bekannten Songs nochmal ordentlich aufgedreht.
Was für ein geiler Abschluss des Abends!
Und wenn ein Farang plötzlich anfängt zu tanzen und mitzusingen, fällt das in Thailand halt schon mal auf.
Aber ganz ehrlich:
Lieber so auffallen als anders.
Auf dem Weg Richtung Ausgang lernten wir dann noch ein einheimisches Paar kennen, das fast jeden Samstag dort ist.
Wir hätten also eigentlich direkt unseren nächsten Termin vereinbaren können.
Allerdings wollen wir nächsten Samstag schon Richtung Meer unterwegs sein, oder Sonntag.
Man muss schließlich Prioritäten setzen.

Im
Land der Träume waren wir dann gegen 02:00 Uhr.
Nur für den Fall, dass sich am nächsten Morgen jemand gefragt haben sollte, warum ich nicht ganz so geschmeidig aus dem Bett gekommen bin.
Ich möchte dazu nur sagen:
Es war wie immer kulturelle Integration.


Bisschen Medienkram kommt noch.
Bis denne ...
