Da bin ich der Letzte, den du fragen solltest, wo da der Unterschied ist.
Ich war lange verheiratet UND hatte nebenbei einige Partnerinnen UND bin obendrein fremdgegangen wie ein Karnickel, von den vielen Puffbesuchen ganz zu schweigen.
Wenn du meinst, daß das nichts Besonderes ist, dann hast du das mit der Bruchrechnung noch nicht so raus.
In Deutschland wird jede dritte Ehe geschieden und nicht jeder läßt sich dreimal scheiden.
Also da ist schon ein Unterschied, das erkenne sogar ich.
Du musst wissen, ich hatte zwar Mathe als Prüfungsfach im Abi, aber so im richtigen Leben hat es nie so gereicht mit der Rechnerei.
Werde Zahnarzt, hieß es, da verdienst du einen Haufen Kohle, hieß es und reitest auf einem Goldesel (alle Investitionen) behäbig in Rente, hieß es.
Dann wurde ich Zahnarzt, dann verdiente ich einen Haufen Kohle, aber auf einem spendablen Goldesel gemütlich in meinen Ruhestand reiten, hat irgendwie nicht geklappt.
Ich reite dafür auf Joy, May, Nong, Aum, Nicky, Sarah, Katie, Oi, Wan und Kluay, je nach Wochentag und muß auch noch spendabel sein, sonst werden die ziemlich ungemütlich.
Ich habe keine Ahnung, wo das ganze Geld geblieben ist.
Einfach VerPUFFt.
Tja, das wird dann wohl nichts mehr, mit dem Reichsten auf dem Friedhof, aber dafür war mein Leben ein Wahnsinnsritt.
Eine globale Achterbahn und nicht wie bei so vielen eher „Mutti´s Kaffeefahrt nach Wanne Eickel“.
Ein Studienkollege und ich haben uns im zarten Alter von Mitte 20 auf Mallorca geschworen, dass wir ein Leben leben werden, wo man nie das Bedürfnis nach Urlaub hat.
Das hat bei mir zwar eine ganze Weile gedauert, aber seit ich vor einigen Jahren nach Thailand gezogen bin, ich kann nicht mit Fug und Recht behaupten das Ziel erreicht zu haben und vorher hatte ich trotzdem den größten Teil des Jahres eine Menge Spaß.
Was ich von dem Kollegen nicht behaupten kann, geheiratet, ein Kind adoptiert, ein weiteres gezeugt, seit der Geburt totale Sexverweigerung, ackert seit damals 60 Stunden die Woche plus teilweise auch an den Wochenenden. Erst ist ihm die Frau davongelaufen dann haben die Kinder den Kontakt abgebrochen und obwohl er schon über 4.000.000€ auf dem Konto hat, arbeitet er immer noch 60 Stunden die Woche.
Seit Neuestem interessiert er sich für Longevity und meinte letztens „ also mit 80 mach ich dann eine Weltreise.“
Ich wünsche ihm dass es klappt, aber nach 36 Berufsjahren mit vielen tausenden von Patienten ist meine Erfahrung eher die, dass man mit über 80 froh sein kann, wenn man morgens ohne fremde Hilfe vom Bett zum Scheißhaus reisen kann.
Jetzt mal die ganze Blödelei beiseite, du hast es schon vollkommen richtig gemacht.
Jeder von uns hat nur ein Leben, jeden vergangenen Tag kann uns niemand wiedergeben und du hast das schon sehr früh erkannt.
Und die Konsequenzen gezogen.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, diese ganzen Bemühungen alle Probleme auszudiskutieren, irgendwelche Listen zu erstellen, gecoachte Gespräche zu führen, wo jeder einmal das Rede-Kissen halten darf und hinterher noch zur Partnerberatung zu rennen, ist alles Nonsens.
Ebenso wie der Spruch, um Beziehungen müsse man täglich kämpfen. Bullshit.
Mein Fazit nach über 60 Jahren:
1. die Beziehung zu einer Frau funktioniert von Anfang an oder sie funktioniert nie.
Oder wie Konfuzius einst weissagte: „Klappts nicht am Stalt, dann wild es halt.“
2. Wer heiratet kann hinterher von Glück reden, wenn sich die Beziehung nicht verschlechtert. Ein Narr derjenige, der annimmt, daß sich alles verbessern wird.
Es ist die gleiche Beziehung wie vorher mit all den Problemen und ihrem Genörgel, nur mit einem Unterschied: Die Ausgangstür ist gerade lautstark zugefallen. Was das mit der Psyche macht, davon kann so mancher ein Lied singen.
3. oder wie Al Bundy einst sprach…
Meinst Du?
Ich glaube die ursprüngliche Frage wurde deswegen nicht geklärt, weil sie sich von selbst erledigt hat.
Bei all den Problemen und Schwierigkeiten, die verschiedene Member hier in ihren Beziehungen hatten und darüber berichteten hat dich der TS gedacht:
„DAFÜR noch für teuer Geld einen läufigen Spion losschicken?
Nee, da geh ich doch lieber selber ficken.“