Heart of the Beast
Ich fragte BeeBee, ob sie Lust auf einen Kinobesuch hätte und zu zweit macht ein Abend im Kino schließlich doppelt so viel Freude. Wir verabredeten uns für 19:00 Uhr.
Am nächsten Tag traf ich pünktlich um 19:00 Uhr im Heaven Above ein. BeeBee entdeckte mich sofort, und wir machten es uns an einem der Tische gemütlich. Eigentlich wollte ich unsere Tickets bequem über die SF Cinema App buchen, doch der Bezahlvorgang brach immer wieder mit einer Fehlermeldung ab. Nun gut, dann eben spontan an der Abendkasse. Unsere Wahl war auf die 21 Uhr Vorestellung von Heart of the Beast gefallen ein Drama über den traumatisierten Ex-Soldaten James Belmont (Brad Pitt) und seinen treuen Militärhund Odin, die nach einem Flugzeugabsturz in der eisigen Wildnis Alaskas ums Überleben kämpfen.
Zwischendurch wurde es im Heaven Above kurz kulturträchtig: Es gab eine mehrmütige Zeremonie mit Glockengeläut, bei der Buddha geehrt wurde.
Auch Joy hatte mich entdeckt und gesellte sich wie selbstverständlich zu uns an den Tisch. Sie sah wieder einmal umwerfend aus, und da wir schon einen wunderbaren Abend zusammen verbracht hatten, brachte ich es nicht übers Herz, sie abzuwimmeln. Wenig später gesellte sich auch noch Jay hinzu eine weitere vertraute Begegnung. Und so war ich schneller von drei bezaubernden Damen umgeben, als ich meine Kreditkarte hätte zücken können.
Als BeeBee von unserem Kinoplan erzählte, schwärmten die beiden sofort von ihrer Liebe zu Hunden und wie gern sie wieder einmal ins Kino gehen würden. Kurzerhand lud ich sie ein wohlwissend, dass mich das drei Barfines kosten würde. Doch das war es mir wert, Joy ist eine absolute Stimmungskanone, und in großer Runde versprach der Kinobesuch amüsanter zu werden.
Eigentlich wollte ich kurz nach 20:00 Uhr aufbrechen, doch bis sich alle Mädels umgezogen hatten und schließlich startklar waren, war es bereits 20:30 Uhr. Joy und Jay glänzten in sexy schwarzen Kleidern, während BeeBee in ihrer normalen Freizeitkleidung auffallend aus der Reihe tanzte. Da wir anderen alle in Schwarz gekleidet waren, war sie sichtlich betrübt, kein passendes Outfit zu tragen. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass genau vor dem Heaven Above einer dieser mobilen Kleiderstände parkte. Als ob wir keinerlei Zeitdruck hätten schob BeeBee noch eine kurze Shopping-Session ein. Sie wählte ein schwarzes Shirt mit einer Aufschrift, um, wie sie meinte, besser ins „Team Black“ zu passen. Als Gentleman übernahm ich natürlich die Rechnung waren aber auch nur 250 Baht.
Unser Bolt-Taxi ließ zum Glück nicht lange auf sich warten, und so düste ich mit meiner ganz persönlichen „Women in Black“-Spezialeinheit ab ins Central Plaza. Das Kino befindet sich ja ganz oben im 6. Stock bis die Truppe schlussendlich im Zielgebiet angekommen war, war es natürlich schon kurz nach 21 Uhr. Weil der Online Kauf vorher gestreikt hatte, musste ich an einen der vielen digitalen Ticketschlater im Eiltempo unsere Tickets sichern.
Nachdem wir uns mit Getränken,

und Hotdogs eingedeckt hatten, bogen wir prompt falsch ab und steuerten zielstrebig auf die Bowlinghalle statt auf die Kinosäle zu. Nach einer schnellen Kehrtwende fanden wir schließlich zu Saal 6. Dort hatten wir die mittleren Plätze der vorletzten Reihe komplett für uns. Der Saal war spärlich besucht, nur weiter vorne saßen vereinzelt ein paar Gäste. Die hinterste Reihe blieb völlig frei, dort befinden sich die hochpreisigen Pärchensitze.
Das Timing hätte nicht besser sein können: Kaum hatten wir uns gesetzt, ging es auch schon los. Offenbar läuft hier vor dem Hauptfilm ähnlich viel Werbung wie bei uns. Der Film lief im englischen Originalton mit thailändischen Untertiteln. Zuviel geredet wurde im Film allerdings ohnehin nicht, der Film lebte vor allem von seinen beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und den fesselnden Interaktionen zwischen Mensch und Tier.
Ich fand den Film stellenweise leider recht zäh. Erst gegen Ende zog die Dramatik noch einmal an und es wurde wirklich emotional. An ein Kaliber wie „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ reichte er für mich aber bei Weitem nicht heran, da hatte ich damals am Ende Tränen in den Augen.
Beim Verlassen des Kinos fragten die Mädels mich direkt, ob icht mit einer von ihnen die Nacht verbringen möchte. Die Entscheidung fiel mir gar nicht so leicht: BeeBee schied eigentlich aus, da sie gesundheitlich angeschlagen und den ganzen Tag schon am Husten war. Joy war extrem gut drauf, sah mit ihrem hübschen Gesicht und dem schwarzen Kleid fantastisch aus und hatte mir schon während des Films zärtlich die Hand gehalten. Auf der anderen Seite war da Jay die Älteste der drei und durch ihre jahrelange Erfahrung im Heaven vermutlich die versierteste von allen.
Ich verzichtete schließlich und schlug vor, den Abend bei ein paar Drinks ausklingen zu lassen. Geschäftstüchtig wie gewohnt, plädierten die Mädels für das Heaven Above da sie dort an den Getränken mitverdienen. Wir fackelten nicht lange und riefen uns wieder ein Bolt zurück.
Im Heaven Above war in der Zwischenzeit allerdings die Hölle los, der Laden war komplett voll. Der einzige freie Platz befand sich vorne links, doch dort residierte bereits ein VIP-Kunde, der laut Jay regelmäßig astronomisch hohe Summen im Club lässt. Die Mamasan klärte die Lage jedoch kurz ab, und er gab netterweise sein Einverständnis, dass wir uns dazugesellen durften. Seine Mädelsauswahl war auch nicht ohne: Der Typ hatte die absolute Elite um sich versammelt durch die Bank weg blutjung, bildschön und extrem schlank.
Wir machten es uns also in der freien Ecke gemütlich und fielen optisch direkt aus der Rolle, meine Begleiterinnen unterschieden sich komplett vom Rest des Ladens, da sie komplett in Schwarz gekleidet waren, während alle anderen Mädels Rot trugen. Da uns der Magen knurrte, organisierten Joy und BeeBee von draußen kurzerhand Proviant ein paar Fleischspieße und, wenn ich mich nicht täusche, frittierte Hühnerfüße. Ich wurde daraufhin von den beiden regelrecht wie ein Pascha gefüttert und durfte mich einmal quer durch alle Spezialitäten probieren. Kurz bevor im Club die Lichter ausgingen, verabschiedete ich mich von meinem Mädels-Trio und machte mich schließlich allein auf den Weg zurück ins Hotel.