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Thailand plant digitales Helikoptergeld
In Thailand will die größte Regierungspartei allen Bürgern ein beträchtliches digitales Handgeld zukommen lassen. Das Geldgeschenk soll eine ganz bestimmte Programmierung haben, um die Konjunktur anzukurbeln. Unterdessen sind digitale Zentralbankwährungen global auf dem Vormarsch.
Thailands größte Regierungspartei Pheu-Thai will alle Bürger ab 16 Jahren mit einem Geldgeschenk in nationaler digitaler Zentralbankwährung in Höhe von 10.000 Baht (umgerechnet knapp 300 Dollar) ausstatten, wie die Bangkok Post berichtet. Das versprochene Geld sollen die Bürger nur über ihre mit nationalen Identitätsnummern verknüpften digitalen Geldbörsen direkt auf dem Smartphone erhalten, oder indem sie unter Vorlage ihrer ID-Karte bei den zuständigen Ämtern einen persönlichen Code abholen.
Das Geld ist also nicht bar zu beziehen, sondern nur in digitaler Form. In Thailand, wo selbst Kartenzahlungen abseits der großen Einkaufszentren und Supermarktketten kaum verbreitet und teilweise mit hohen Aufpreisen verbunden sind, wäre das ein bemerkenswerter Schritt. Es handelt sich um eine Art einmaliges Helikoptergeld beziehungsweise bedingungsloses Grundeinkommen, bei dem die einzige Bedingung ist, dass es digital empfangen wird.
Digitalgeld ist programmierbar, was bei Bargeld nicht möglich wäre. Thailands Regierung plant, dass das Geld nur in einem Umkreis von 4 Kilometern um den Wohnsitz ausgegeben werden kann. Außerdem wird es nach 6 Monaten ablaufen. Durch diese Eigenschaften soll die (lokale) Wirtschaft angekurbelt werden.
Die Pheu-Thai-Partei hatte die Pläne vorgelegt, als noch gar nicht sicher war, dass sie wieder in die Regierungskoalition kommt. Bei der Wahl vor vier Monaten lag man deutlich hinter der progressiven Fortschrittspartei (MFP), von der man sich aber jetzt losgesagt hat um ein Mehrheitsbündnis mit der drittplatzierten konservativen RTSC-Partei einzugehen. Bei den Wählern kam das nicht sonderlich gut an. Am 5. September wurden der neue Ministerpräsident Srettha Thavisin und sein Kabinett vereidigt.

Ziel: Konjunktur stimulieren und digitale Zentralbankwährung vorantreiben
Anfang bis Mitte 2024 sollen die Gelder transferiert werden. Das 10.000 Baht schwere Geldgeschenk war ein wichtiges Wahlkampfthema für Pheu-Thai. Thavisin hatte während der Kampagne davon gesprochen, dass es den Konsum wie ein „ökonömischer Tsunami“ anfachen würde und viele Wirtschaftszweige davon immens profitierten. Der Ministerpräsident versprach nun, dass die Idee mit „voller Kraft“ umgesetzt werde, da sie „ein wichtiges Thema und eine wichtige Maßnahme“ sei, um die Stimulierung der thailändischen Wirtschaft zu unterstützen.
Als zusätzlichen Nebeneffekt erwünscht sich die regierungsbestimmende Partei eine erhöhte Akzeptanz für die kommende digitale Zentralbankwährung. Man wolle die „Politik der digitalen Brieftasche unter Verwendung der Blockchain-Technologie vorantreiben“, sagte der stellvertretende Generalsekretär Paopoom Rojanasakul. Die Thailändische Notenbank ist hier noch in der Erprobungsphase.
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