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Tagebuch eines Ruheständlers in Pattaya. Ich bereite es vor: in wenigen Monaten wird es starten

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Meine Frau zog nun erst einmal zu mir und meiner Mutter.

Sie ist Krankenschwester.

Den Pflegedienst hat sie weg geschickt "zu oberflächlich"...

Jetzt hat sie 2 h am Stück Wundheilung betrieben. Auf echt hohem Niveau.

Ich habe damals bis jetzt durchgehend immer alle noch so komplizierten Rechtsfragen für sie abgeklärt.

Ich stelle für mich gerade fest, dass die Kombi Anwalt / Pflegekraft / gute Köchin bei uns ultra stark ist.

Ich muss mich aber daran gewöhnen, hier Hilfe anzunehmen.

Mutter kocht, Kinder kaufen ein, Frau pflegt mich. Eine Art WG momentan.

Und das in 4 Muttersprachen in einem gemütlichen Haus zusammen.

Es funktioniert gut. Erstaunlich gut. Null Spannungen. Null.

Ich bemerke, was unserer Gesellschaft oft echt fehlt:

Eine gute Familie.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Die stille Kunst der sanitären Hochleistung
oder: Ein Videotelefonat mit @DaBaWa

Nach zwei lebensbedrohlichen Operationen verbringe ich derzeit mehr Zeit auf dem Sofa als geplant. Also rief ich DaBaWa an.

Ich nahm den Anruf an.

DaBaWa erschien.

Mit Toilettenbürste.

Er putzte.

Nicht beiläufig.

Er arbeitete mit der Konzentration eines Herzchirurgen.

Klimbim:
„Ich komme ungelegen?“

DaBaWa:
„Nö.“

Schrubb.

Schrubb.

Schrubb.

Klimbim: „Gut. Ich hätte ungern eine entscheidende Phase der Operation unterbrochen.“

DaBaWa:
„Läuft.“

Schrubb.

Schrubb.

Schrubb.

Wir unterhalten uns über Thailand.

Über seine Freundin.

Über meine Frau.

Über Auswanderung.

Über Gott und die Welt.

Währenddessen entwickelte sich seine Toilette zusehends in Richtung Spiegelglas.

Klimbim:„Du weißt, dass ich dir gerade beim Toilettenputzen zuschaue?“

DaBaWa:
„Ja.“

Klimbim:„Gut. Nicht dass wir nachher unterschiedliche Erinnerungen an das Gespräch haben.“

Schrubb.

Etwas schneller.

Klimbim:„Ist das eigentlich die erste Reinigung... oder schon die Nachpolitur?“

DaBaWa:
„Erste.“

Klimbim:„Ach so. Für einen Moment dachte ich, sie wird auf den TÜV vorbereitet.“

DaBaWa:
„Fast.“

Er grinste.

Und putzte schneller.

Klimbim: „Ich will dir nicht zu nahe treten... aber hat diese Toilette irgendwann einmal dein Leben gerettet?“

DaBaWa:
„Nicht direkt.“

Klimbim: „Das hätte die Sache zumindest etwas erklärt.“

Schrubb.

Noch schneller.

Klimbim:„Oder ist das hier schon Leistungssport?“

DaBaWa:
„Training.“

Klimbim:„Gut. Dann hoffe ich auf die Qualifikation.“

Die Bürste beschleunigte erneut.

Ich begann langsam zu überlegen, ob das überhaupt noch dieselbe Toilette war.

Klimbim: „Wie viele Toiletten besitzt du eigentlich?“

DaBaWa:
„Eine.“

Klimbim:
„Interessant.“

Pause.

Klimbim: „Ich frage nur, weil ich inzwischen überzeugt bin, bereits die dritte zu sehen.“

DaBaWa:
„Perspektive.“

Schrubb.

Schrubb.

Schrubb.

Klimbim: „Wenn du die Geschwindigkeit noch etwas erhöhst, dürfte demnächst die Erdrotation messbar beeinflusst werden.“

DaBaWa:
„Geht.“

Und tatsächlich...

...es ging.

Klimbim:
„Beeindruckend.“

DaBaWa:
„Mhm.“

Klimbim: „Ich hätte nicht gedacht, dass man Keramik konditionieren kann.“

Noch schneller.

Klimbim: „Ich glaube inzwischen, die Toilette ist sauberer als mein Operationssaal.“

DaBaWa:
„Kann sein.“

Klimbim: „Falls dort demnächst jemand eine Blinddarm-OP durchführt, würde es mich nicht überraschen.“

DaBaWa nickte nur.

Und putzte weiter.

Klimbim: „Wenn ich jetzt auflege... hörst du dann auf?“

DaBaWa:
„Nö.“

Klimbim:
„Das beruhigt mich.“

DaBaWa:
„Warum?“

Klimbim: „Es wäre unerquicklich gewesen, wenn diese ganze Vorstellung ausschließlich für mich stattgefunden hätte.“

Kurze Pause.

Dann legte DaBaWa noch einmal sichtbar zu.

Klimbim: „Mal im Ernst... darf ich daraus einen Forumsbeitrag machen?“

DaBaWa:
„Klar.“

Klimbim:
„Ganz sicher?“

DaBaWa: „Wenn schon blamieren, dann mit sauberem Klo.“

Ich musste lachen.

Er nicht.

Er putzte.

Sogar noch etwas schneller.

In genau diesem Moment hatte ich den Eindruck, er wolle dem Forumsbeitrag vorsorglich noch etwas zusätzliches Beweismaterial liefern.

Ich sagte nichts mehr.

Es gibt Dinge, die sollte man nicht unterbrechen.

Und falls irgendwann in Pattaya eine Toilette wegen überdurchschnittlicher Reinheit unter Artenschutz gestellt wird...

...hätte ich zumindest einen ernstzunehmenden Verdächtigen.


Hinweis: 80% genau so, kleiner Teil literarisch verstärkt.

Ich will hier fair bleiben.

Aber @DaBaWa kann dem vermutlich so zustimmen.

Die Gelassenheit bei ihm fand ich maximal sympathisch.

Der schert sich nicht um Andere, keine Komplexe, sehr authentisch rustikal im Temperament und er hat mich während meiner schlimmsten Phase vor 4 Wochen gut begleitet...
 

DaBaWa

Schreibwütig
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25 Januar 2025
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😅😅😅 Danke für die Blumen @Klimbim aber so ist das bei mir wenn man mich beim putzen anbimmelt, kein Grund für ein Pause... 🤪, im Gegenteil, telefonieren und nebenbei was putzen sehe ich als effizient an 😛. Im übrigen kann ich mich nicht dran erinnern das mein Focus ausschließlich der Schüssel galt während wir telefonierten ☺️.
Zum Glück hat nur meine/deine Putze die Erlaubnis zur Bürste 🤣🤣🤣🤣
OK, wie oft kommt die denn so? Ich frag ja nur mal so... falls man Dich mal besuchen sollte 😅
Wenn @DaBaWa das nächste Mal in Pattaya ist kannst du ihm ja anbieten, sich ein paar Baht dazu zu verdienen - dein Klo wird es dir danken!

:weg
Ähm? Nööö... ich muss mir nix dazu verdienen 😁, ich komme zurecht 😉... aber danke für Deine Fürsorge 🤗
Unsere gemeinsame Putze hat das voll im Griff 🤣
WZBW 🧐 ... ich bin leider echt etwas pedantisch und würde sicher eine fiese Hausdame abgeben... 🙄.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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das bei mir wenn man mich beim putzen anbimmelt, kein Grund für ein Pause... 🤪, im Gegenteil, telefonieren und nebenbei was putzen sehe ich als effizient an 😛. Im übrigen kann ich mich nicht dran erinnern das mein Focus ausschließlich der Schüssel galt während wir telefonierten ☺️.


Dein Fokus nicht. Ich habe ja nicht geputzt.

Aber natürlich. Ich habe vermutlich einfach überinterpretiert.

Es ist nur nicht alltäglich, dass man nach einem Telefonat das Gefühl hat, einer Kloschüssel persönlich vorgestellt worden zu sein.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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Warum mein Bettnachbar über einen Kassenwechsel nachdachte

Nach gut fünf Wochen Krankenhaus ...davon rund zwei auf der Intensivstation, oder 3...hab es vergessen...war ich irgendwann auf der Normalstation.

Jeden Morgen zum Dienstbeginn kam eine Krankenschwester herein, begrüßte mich mit einem leidenschaftlichen Kuss und verschwand später wieder. Dasselbe Spiel zum Dienstende.

Mein Bettnachbar starrte irgendwann nur noch zwischen ihr und mir hin und her.

Er: „Äh... ist das hier eigentlich überall so?“

Ich: „Nein.“

Kurze Pause.

Er: „Wie kommt das dann?“

Ich: „Tja... ich bin privatversichert.“

Er nickte langsam.

Den Rest des Tages hatte ich das Gefühl, er überlegte ernsthaft, ob sich der höhere Beitrag vielleicht doch lohnt.

(Die kleine Randnotiz: Die Krankenschwester war meine Ehefrau.)
 

NOMAAM

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Warum mein Bettnachbar über einen Kassenwechsel nachdachte

Zu diesem Thema fällt mir noch ein Witz ein:

Eine Gruppe Medizinstudenten ist zu einem Studienbesuch in einer urologischen Spezialklink. Der Chefarzt führt sie herum und sie kommen an einem Behandlungszimmer vorbei, in dem ein Mann mit heruntergelassener Hose auf der Untersuchungsliege sitzt und sich in aller Seelenruhe einen runterholt.

Entsetzt blicken die Studenten zum Chefarzt, doch der kann sie direkt beruhigen: "Dieser Patient leidet an einer extremen Form von Spermaüberproduktion - wenn er sich nicht mindestens zehnmal am Tag erleichtert, gerät er in Lebensgefahr."

Die Visite geht weiter und auch im nächsten Zimmer sitzt ein Mann mit heruntergelassener Hose auf der Liege, direkt vor ihm kniet eine hübsche junge Krankenschwester und bläst ihm einen.

Wieder blicken die Studenten verwirrt zum Chefarzt: "Der hat das gleiche wie der Herr im Raum zuvor - aber er ist Privatpatient!

:weg
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Zu diesem Thema fällt mir noch ein Witz ein:

Eine Gruppe Medizinstudenten ist zu einem Studienbesuch in einer urologischen Spezialklink. Der Chefarzt führt sie herum und sie kommen an einem Behandlungszimmer vorbei, in dem ein Mann mit heruntergelassener Hose auf der Untersuchungsliege sitzt und sich in aller Seelenruhe einen runterholt.

Entsetzt blicken die Studenten zum Chefarzt, doch der kann sie direkt beruhigen: "Dieser Patient leidet an einer extremen Form von Spermaüberproduktion - wenn er sich nicht mindestens zehnmal am Tag erleichtert, gerät er in Lebensgefahr."

Die Visite geht weiter und auch im nächsten Zimmer sitzt ein Mann mit heruntergelassener Hose auf der Liege, direkt vor ihm kniet eine hübsche junge Krankenschwester und bläst ihm einen.

Wieder blicken die Studenten verwirrt zum Chefarzt: "Der hat das gleiche wie der Herr im Raum zuvor - aber er ist Privatpatient!

:weg

Das zeige ich meiner Frau mal besser nicht... aber lustig ist es.


Ich weiss aber mindestens nun sicher, dass ein gewisser Teil in mir nicht beschädigt wurde und da hatte ich, absolut kein Witz, höllisch Angst vor...

Meine Frau konnte mich da gut beruhigen. Ihr versteht...

All diese Dinge: Todesangst (gebe das offen zu hier), dieses Ausgeliefert sein, sich dauernd nun helfen lassen müssen (ich muss mich daran echt erst gewöhnen, kannte ich nie zuvor und es fäll mir sehr schwer das anzunehmen)... und was ich oben ansprach und dann noch die Frage:

"werde ich die künstliche Stoma wirklich wieder los (bitte bitte... drückt mir die Daumen obgleich die Ärzte sagen: "sehr sehr wahrscheinlich ja)"...

Das erschüttert (e) mich und erschüttert mich seelisch bis ins Mark.

Ich möchte mich wieder zurück haben...
 

Graf66

Schreibwütig
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6 November 2023
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Er: „Äh... ist das hier eigentlich überall so?“

Ich: „Nein.“

Kurze Pause.

Er: „Wie kommt das dann?“

Ich: „Tja... ich bin privatversichert.“

Er nickte langsam.

Den Rest des Tages hatte ich das Gefühl, er überlegte ernsthaft, ob sich der höhere Beitrag vielleicht doch lohnt.
Bisschen gemein biste schon... 😉
 

Klimbim

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Sie erscheint jeden Dienstag,nachdem sie mit @Klimbim fertig ist ! Ich meine Fertig mit Putzen seiner Bude. Ich weiß ihr habt andere Phantasien 🤣

Sie kümmert sich in meiner Abwesenheit um meine Wohnung.

Post einscannen dort (meistens Stromrechnungen so bei 2 Euro...), lüften, Abflüsse in Gang halten, Rohre einmal alle 4 Wo mit Soda durchspühlen, Ameisen aufspüren und entfernen (kommen so alle 2 bis 3 Monate), Staub entfernen, Luftentfeuchter wechseln...

Das macht sie, wenn ich weg bin.

1 bis 2 h so alle 14 Tage.

Bin ich da, kommt sie alle 4 bis 5 Tage und putzt und putzt...wie der Kloputzheini hier nur halt alles.

So sauber, so freundlich, so zuverlässig...Rekord.

Dazu: besorgt Sachen, die ich brauche bei Homepro, nimmt Ikea Sachen entgegen und baut sie zusammen...

Macht immer von allem Photos.

Geht mit mir abgestimmt bevollmächtigt zu Eigentümerversammlungen und versteht exakt, was ich möchte.

So eine Haushälterin ist extrem wertvoll.

Was sie null verstand war, warum ich für sie eine Zusatzversicherung abschliessen wollte (aus Fürsorge!) und sie war von meinem Versicherungsagenten eingeschüchtert und traut sich erst, wenn ich wieder komme.

Ich wollte sie schützen bei einem Unfall...

Fortzahlung des Lohns ect.

Auch habe ich sie einmal ggü. der Verwaltung in Schutz genommen und zwar offen und scharf: "diese Frau handelt komplett abgestimmt mit mir. Misstrauen ist unnötig und ich bitte sie zu respektieren".

Die Haushälterin war maximal gerührt obschon ich das normal fand. Ich bestand darauf, dass sich die Chefin der Verwaltung bei meiner Haushälterin entschuldigt.

Das war ein Akt...die Haushälterin hat es extrem gefreut, merkte ich...ihre Würde...

Die Verwaltung ist an sich wirklich sehr nett zu mir aber nachdem ich in meiner Firma für meine Wohnung professionell eine Solaranlage planen lies (die machen das mit mir für sogar gigantische Projekte...100 ha und grösser) und die das sahen mitsamt meiner Berufsbezeichnung vorlegte, (hätte ich aus der Signatur rausnehmen sollen), erstarren sie fast vor Ehrfurcht was mir peinlich ist. Wurde alles sofort genehmigt.

Dieses Hierarchie Denken aber finde ich skurril.

Das erfuhr ich übrigens auch bei meiner Bank dort bei der Eröffnung meines Depots.

Die wollten eine Gehaltsbescheinigung. Stellte der Konzern f mich in Englisch offiziell aus mit Funktionsbenennung.

Hätte ich besser nur Kontoauszüge gegeben...

Jetzt übertreiben sie total. Mir ist das peinlich, auch wenn es praktisch ist...keine Wartezeiten bei der Bank.

Das Statusdenken mag ich gar nicht und dass ich es nicht mag, erhöht sogar alles noch einmal ..

"nicht wichtig" kann da keiner zuordnen.

Was soll's... die Haushälterin ist maximal gut im Job. Habe ich ihr deutlich gesagt.

Seitdem strahlt sie und verteidigt mein Eigentum wie eine Raubkatze.

"da liegen weibliche Haare! Die Handwerker müssen Sie hintergangen haben. Da war heimlich Damenbesuch!"

Ich: " nein. Die Haare sind von der Agentin, die sich um meine Stromrechnungen und den Fernseher kümmerte, keine Sorge".

Sie:" ich bin verantwortlich, dass niemand ihre Wohnung schädigt"...

"Werden Sie bitte bitte schnell gesund... " (Schreibt sie sehr süss jedes mal zig mal...)

Ich bin echt gerührt. Sowas Extrem liebes sah ich wirklich sehr sehr selten.

Nur das Hierarchiedenken...daran muss ich noch arbeiten.

Mir zu viel. Ich versuche mich in gepflegt britischem Understatement.

Finde ich zudem lustig und passt zum Image: " schrulliger Opa aus Europa".
 
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Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Eben klingelte das Handy.

Videocall.

Der Knirps, mein Sohn.

Neben ihm saß Radovan.

Radovan ist draußen einer von den Zwölfjährigen, die mit erstaunlicher Überzeugung auftreten. Die Sorte Junge, die einem erklärt, wie die Welt funktioniert, obwohl sie gerade erst gelernt hat, ihre Sportsachen nicht mehr in der Schule zu vergessen.

Bei uns zu Hause ist er allerdings ein anderer Mensch.

„Hallo Klimbim...“

„Na ihr zwei. Was habt ihr ausgeheckt?“

Der Knirps wurde plötzlich erstaunlich ernst.

„Radovan fährt mit seiner Familie nach Serbien.“

„Schön.“

Kurze Pause.

„Aber vorher wollte er fragen... ob er dich nochmal besuchen darf.“

Ich musste erst einmal schlucken.

Radovan schaute etwas zur Seite.

„Nur kurz“, sagte er. „Ich wollte nur gucken, wie es dir geht.“

Da sitzt ein Junge vor mir, der selbst genug Sorgen hat.

Zu Hause läuft nicht alles gerade.

Das Leben hat ihm keine besonders günstigen Karten gegeben.

Und trotzdem beschäftigt ihn ausgerechnet der alte Mann mit dem kaputten Dünndarm.

Ich sagte:

„Radovan... du musst mich doch nicht besuchen.“

Er grinste.

„Doch.“

„Warum?“

„Na... weil du krank bist.“

Als wäre damit alles erklärt.

Vielleicht war es das auch.

Der Knirps nickte nur.

Ich glaube, die beiden hatten den Plan längst beschlossen.

Sie wollten sich nur noch die offizielle Genehmigung abholen.

„Na klar kommt ihr vorbei.“

„Echt?“

„Natürlich.“

„Cool.“

Damit war die Angelegenheit praktisch erledigt.

Zwölfjährige brauchen manchmal genau acht Sekunden für Dinge, über die Erwachsene erst drei Wochen WhatsApp-Nachrichten austauschen würden.

Radovan war übrigens schon einmal bei uns, als die Polizei fragte, ob er die Nacht bei uns verbringen könne.

Natürlich konnte er.

Seitdem gehört er irgendwie dazu.

Nicht offiziell.

Aber gefühlt.

Wenn ich ihm ruhig erkläre, dass ich irgendetwas nicht in Ordnung finde, diskutiert er nicht.

Er hört einfach zu.

Ich glaube, manchen Kindern fehlt gar nicht so sehr Strenge.

Ihnen fehlt jemand, bei dem sie sicher sind, dass Kritik nichts mit Ablehnung zu tun hat.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Im Moment kümmert sich meine Frau um meine Wunden.

Meine Mutter kocht Brühen, gegen die das Krankenhausessen ungefähr den Charme einer Tapetenprobe entwickelt.

Die Kinder gehen einkaufen.

Und irgendwo dazwischen sitzt ein Zwölfjähriger, der vor seiner Reise noch einmal nach dem alten Klimbim sehen möchte.

Nach zwei lebensgefährlichen Operationen wird man etwas nachdenklicher.

Man stellt fest, dass Reichtum viele Formen hat.

Eine davon heißt offenbar:

„Dürfen wir kurz vorbeikommen?“

Ich habe selbstverständlich Ja gesagt.

Ich bin nämlich neugierig.

Nicht auf Radovan.

Den kenne ich.

Ich möchte nur sehen, ob der Knirps es schafft, fünf Minuten still zu sitzen.

Die Chancen stehen ungefähr bei fünf Prozent.

Ja, ich bin ein Papatyp. Merke ich hier komplett. Ich liebe Kinder. Und die Freunde meiner Kinder sind mir absolut willkommen.
 

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