Emirates und Qatar: Sri Lanka statt Golf?
Die sri-lankische Regierung hat erste Gespräche mit Emirates und Qatar Airways aufgenommen, um den internationalen Flughafen Mattala Rajapaksa als alternativen Transitflughafen zu nutzen. Hintergrund sind die eskalierenden geopolitischen Spannungen, die die wichtigsten Flugnetze im Nahen Osten weiterhin lahmlegen.
Im Mittelpunkt steht nicht der Colombo Bandaranaike International Airport (CMB), der größte Flughafen des Landes. Vielmehr geht es um den Mattala Rajapaksa International Airport (HRI), der oft als „Geisterflughafen“ des Landes bezeichnet wird. Der milliardenschwere Flughafen wurde 2013 eröffnet und verzeichnet leider nur sehr wenige kommerzielle Flüge.
Der
Flughafen (
IATA-Code:
HRI,
ICAO-Code:
VCRI) ist ein internationaler Flughafen im Süden
Sri Lankas im Ort Mattala, etwa 18 Kilometer nördlich der Hafenstadt
Hambantota. Der Flughafen wurde unter der Präsidentschaft
Mahinda Rajapaksas mit Unterstützung der Volksrepublik China erbaut und war als ein führendes Infrastrukturprojekt des Landes gedacht. Die Fluggastzahlen und der Frachtgütertransport blieben nach der Eröffnung des Flugverkehrs im Jahr 2013 jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Im Jahr 2018 wurde der internationale Linienflugverkehr ganz eingestellt. (Anmerkung: Ex-Präsident Rajapaksas wohnt quasi um die Ecke...

)
Derzeit gilt der Flughafen als eine der größten
Investitionsruinen (engl. „white elephant“) Sri Lankas und wurde als „
Geisterflughafen“ und als „leerster Flughafen der Welt“ verspottet.
Vertreter der Tourismus- und Luftfahrtbehörden bestätigten, dass beide Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten großes Interesse an einer Verlagerung einiger ihrer Flüge zum südlichen Flughafen Sri Lankas bekundet haben. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer massiv gestiegenen Nachfrage nach alternativen Flugrouten und Rückführungsflügen, die das ohnehin schon stark ausgelastete globale Luftfahrtsystem überfordert.
Das plötzliche Interesse an Mattala ist eine direkte Folge des schweren Konflikts, der Ende Februar 2026 ausbrach und eine der gravierendsten Störungen im globalen Flugverkehr der jüngeren Geschichte auslöste. Infolgedessen mussten Mega-Drehkreuze wie Dubai, Doha und Abu Dhabi, die üblicherweise einen Großteil des Ost-West-Transitverkehrs abwickeln, ihren Betrieb einstellen oder drastisch reduzieren.
Branchenanalysten heben hervor, dass Mattala in diesem Umfeld einen strategisch wichtigen geografischen Vorteil bietet.
Der Flughafen liegt im Südosten Sri Lankas direkt an den wichtigsten Ost-West-Luftverkehrskorridoren über dem Indischen Ozean. Noch wichtiger ist seine Lage weit südlich des konfliktbelasteten Luftraums über dem Persischen Golf und der Arabischen Halbinsel. Dadurch bietet er eine stabile und sichere Alternative für Fluggesellschaften, die Verbindungen nach Europa, Südostasien und Australien benötigen.
Die Anlage verfügt zudem über eine 3.500 Meter lange Start- und Landebahn, die auch die größten Großraumflugzeuge aufnehmen kann – eine entscheidende Voraussetzung für die riesigen Flotten von Emirates und Qatar Airways.
Die Kapazitätsengpässe sind für die nationale Fluggesellschaft SriLankan Airlines besonders spürbar, die die durch die Abwanderung der Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten entstandene Lücke derzeit nicht vollständig schließen kann.
Offizielle Vertreter teilten mit, dass SriLankan Airlines die Auslastung ihrer Großraumflugzeuge vom Typ A330 derzeit maximal ausreizt, um wichtige Direktverbindungen nach Europa aufrechtzuerhalten. Die Fluggesellschaft reizt ihre Großraumflotte derzeit bis zum Äußersten aus, um neben ihren Australien-Routen auch durchgehende Flüge nach London, Paris und Frankfurt anzubieten.
Da die erweiterten Verbindungen nach Europa nicht mit kleineren A320-Maschinen bedient werden können, verfügt die nationale Fluggesellschaft über keine freien Großraumkapazitäten mehr, um die wegfallenden Transitpassagiere aufzunehmen.
Für Sri Lanka könnte die Sicherung dieser Flüge in Mattala eine wichtige wirtschaftliche Stütze darstellen.
Die Krise im Nahen Osten hat bereits zur Annullierung hunderter Flüge auf die Insel geführt, wodurch die erwarteten Touristenzahlen für März um etwa 20 bis 25 Prozent gesunken sind und ein geschätzter unmittelbarer Einnahmeverlust von 40 Millionen US-Dollar entstanden ist.
Sollten Emirates und Qatar Airways die Vereinbarungen zur Verlagerung ihrer Transitflüge in den Süden abschließen, könnte dies nicht nur die laufende Tourismussaison retten, sondern auch die seit Langem diskutierte Bedeutung des Flughafens Mattala als strategisches Ausweichdrehkreuz für die internationale Luftfahrt dauerhaft bestätigen.
Welcome in Sr Lanka! Gibt´s Raucherräume, was kosten die Kippen und wie steht es mit Business Lounges?
Quellen:
With airlines like Emirates and Qatar Airways largely limited in terms of their operations, could they get creative and set up hubs abroad?
onemileatatime.com