@Sb11 woran machst Du das fest das die Bevölkerung in Deutschland viel Ahnung von Wirtschaftslehre und Finanzen hätte?
Hätten sie viel Ahnung v...
Wollte damit nicht sagen, dass sie viel Ahnung haben. Ging mir nur um den internationalen Vergleich. Und da sehe ich den Bereich in Deutschland wirklich nicht unterrepräsentiert.
Dein Beispiel mit den Engländern passt schon hinsichtlich der Börse. Amis wären ein weiteres Beispiel. Aber gibt es davon so viel weitere?
Und ich denke, wir redeten da aneinander vorbei. Ich bezog mich auf die Wirtschaftslehre. Du glaub eher auf Finanzen und Anlegen.
Wirtschaftslehre mag zwar einen Teil der Finanzlehre umfassen, aber dennoch reden wir da über einigermassen verschiedene Disziplinen. Amis und Engländer waren immer schon spekulationsfreudiger. Und hatten mit dieser Zuneigung ja auch nicht falschgelegen im Mittel.
Trotz all meiner Vorlieben zur Anlage in börsennotierte Dinge: Über ein richtig oder falsch entscheidet dort doch vor allem der Zeitpunkt. Die eigenen Möglichkeiten sozusagen. Es nützt mich Null, wenn ich weiss, dass der Durchschnitt der Aktien im Dow Jones seit 1929 rund 8% pro Jahr stieg, wenn ich der Heinz aus Mainz bin, der 2008 im Januar ne Erbschaft gemacht habe und alles reinhaue. Natürlich haut der Heinz soviel rein, dass nix mehr über bleibt, da er den Hals ja nicht voll bekommt. Also muss er als die Finanzkrise so richtig poltert verkaufen
. Klar, ist ein extremes Beispiel. Und soll in keinster Weise bedeuten, dass ich kein Freund der Anlage in Märkten sei.
Ich versuche alles historisch zu sehen, auch wenn mir klar ist, dass eben diese Historie sich nicht zu meinen Zeitpunkten von Käufen und Verkäufen abbilden lassen wird. Jedenfalls "wahrscheinlich" nicht

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Deutschland ist (z.T. zum Glück) ein Volk der Sparer (am liebsten unter dem Kopfkissen, wenn das voll ist, kommt das Sparbuch dran).
Das ist nur eine Feststellung und keine Wertung. Wenn man an den Hype des Neuen Markts zurückdenkt, kann man es ja auch keinem älteren verübeln, dass er die Finger weglässt. Da haben sich so viele verbrannt und wären besser beraten gewesen, die Kohle einfach weiter auf dem Sparbuch zu lassen, auch wenn Ihnen selbst die Bildzeitung sagt " Du musst jetzt kaufen". Das war nur ein Zeitpunkt, der über diese Haltung entschied. Aber er hat sie geprägt und je nach Labilität des Einzelnen wurden da schon ein paar Existenzen zerstört. Genau in so einem Moment, wo nun jemand herkommt und sagt "boah endlich haben es auch die Deutschen kapiert, dass die Börse die Zukunft ist" hat sich damals das Umgekehrte als Wahrheit rausgestellt. Historisch seit 1929 gesehen vielleicht totaler Quatsch, aber in dem Moment war es dennoch so

. Denke Du weisst, was ich ausdrücken will. Das hat alles nichts mit der Ahnung von Wirtschaftslehre zu tun, ob man es nun so oder so macht. Eher schon mit Wahrscheinlichkeitsrechnung bzw. explizit ausgedrückt mit Finanzlehre.
Noch ein kleiner Nebensatz: Ob es gut oder schlecht ist, Ahnung von Wirtschaft zu haben, wenn man dafür in anderen Wissensbereichen abkackt? Auch das wird jeder aus seiner eigenen Perspektive sehr subjektiv beantworten. Ich war schon immer eher etwas wirtschaftsaffin, dafür mangelt es mir an naturwissenschaftlichen Vorlieben. Besser / schlechter / egal? Ich weiss es nicht.