Mein Senf dazu : ein condo zum denkbar günstigen Zeitpunkt zu kaufen war die beste Entscheidung meines Thai Lebens ! Keine monatlichen Zahlungen entschleunigt das Leben weil ein Problem weg ist , es bleibt KV aber auch hier jeder wie er will oder kann - den Rest erledigt deine Potenz ( finanzielle / Rente )
Ich schliesse mich
@Hohenstein hier ausdrücklich an und berichte mal meine Sicht auf dieses Thema um dem "wir sind uns einig, dass Mieten die beste Lösung ist" auf meine sehr eigene Art heftig zu widersprechen.
Ich persönlich halte es in Pattaya für ziemlich vernünftig, eine gute Wohnung in guter Lage zu kaufen, wenn man sie zu einem vernünftigen Preis bekommt.
Vorausgesetzt natürlich, man hat vorher ungefähr drei Minuten länger darüber nachgedacht als Dieter aus Wanne-Eickel, Manfred aus Zwickau oder Enrico aus Plauen beim Kauf eines Rollers.
Denn irgendwann möchte ich einfach gerne wissen, wo ich morgen noch wohne.
Ich habe keine große Lust, mit 67, weißen Socken in den Sandalen und der deutschen Rentnerwürde, die schon einiges erlebt hat, plötzlich vom Vermieter erklärt zu bekommen, dass ich leider ausziehen muss. Die Wohnung wird jetzt anderweitig gebraucht. Oder selbst genutzt. Oder verkauft. Oder renoviert. Oder was auch immer. Gründe gibt es in Thailand bekanntlich ungefähr so viele wie Meinungen zum richtigen Leben.
Beim Mieten überweise ich jeden Monat Geld und bekomme dafür das Recht, dort zu wohnen. Das Geld ist anschließend weg. Bemerkenswert zuverlässig.
Bei einer eigenen Wohnung ist die Rechnung für mich interessanter: keine Miete, ein eigener Vermögenswert und, wenn man vernünftig eingekauft hat, die Chance auf Wertsteigerung.
Bei vergleichbaren Wohnungen in meinem Haus habe ich innerhalb eines Jahres Preissteigerungen von etwa 40 bis 50 Prozent gesehen. Warum genau, weiß ich nicht. Neue Geschäfte in der Umgebung, Pratumnak Hill, gute Lage oder einfach die späte Erkenntnis der Menschheit, dass Immobilien manchmal tatsächlich etwas wert sind. Ich beobachte das mit wissenschaftlicher Zurückhaltung.
Und wenn ich meine eigene Wohnung schön mache, mache ich es für mich. Die komplette Renovierung und Einrichtung hat mich ungefähr 10.000 Euro gekostet, inklusive neuem Bad, Waschmaschine, schönem Bett und kompletter Einrichtung.
Bei einer Mietwohnung hätte ich damit im Grunde die Immobilie des Vermieters aufgewertet. Eine Form von Großzügigkeit, auf die ich im Ruhestand verzichten kann.
Nachdem ich gerade damit beschäftigt bin, eine ziemlich unangenehme schwere Krankheit wieder loszuwerden, freue ich mich deshalb sehr darauf, hoffentlich im kommenden Frühjahr in meine eigene Wohnung einzuziehen. Noch einmal irgendwo Miete zu zahlen, obwohl mir die Wohnung gehört, wäre dann doch etwas übertrieben.
Und bei dieser Entscheidung hat mir übrigens der Kisten-Heiner geholfen. Nicht unbedingt durch lange Gespräche.
Ich: „Heiner, ist es sinnvoll, eine Wohnung zu kaufen?“
Kisten-Heiner: „Ja.“
Ich: „Warum?“
Kisten-Heiner: „Eigene.“
Ich: „Und Miete?“
Kisten-Heiner: „Weg.“
Ich: „Wertsteigerung?“
Kisten-Heiner: „Vielleicht.“
Ich: „Renovieren?“
Kisten-Heiner: „Mach.“
Ich: „Und du?“
Kisten-Heiner: „Kisten.“
Dann war er weg.
Isan.
Der Mann hat mir bei der Renovierung trotzdem massiv geholfen. Er kam, schaute sich alles an, gab den Arbeitern drei Anweisungen, die offenbar wichtiger waren als die vorherigen drei Wochen Arbeit, und verschwand wieder.
Kisten.
Wenn man ihn anruft, ist die Wahrscheinlichkeit, ihn beim Kistenstapeln zu erwischen, ungefähr so hoch wie die Wahrscheinlichkeit, in Pattaya einen Deutschen zu treffen, der einem nicht innerhalb von fünf Minuten ein „ganz sicheres Geschäft“ vorschlägt. Meistens die 95. Bar in einer Seitenstraße, die selbst Google Maps nur mit Mühe findet, oder irgendein Laden, den es schon dreimal gibt, aber „so richtig deutsch“ noch nicht. Man kennt das.
Der Kisten-Heiner hat jedenfalls ebenfalls eine eigene Wohnung gekauft. Davon habe ich mir das Prinzip ein wenig abgeguckt. Und obwohl er inzwischen hauptsächlich im Isan seine Kistenwirtschaft betreibt, wohnt er tatsächlich gelegentlich in seiner eigenen Wohnung.
Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass ich mit dem Kauf nicht völlig danebenlag.
Eine eigene Wohnung, eine gute Lage und hoffentlich im nächsten Frühjahr wieder einigermaßen gesund darin sitzen.
Mehr muss man vom Leben ja nicht verlangen.
Man will schließlich nicht gierig werden.
Klein, bescheiden, solide, gemütlich...
Und nie Mietsteigerungen.
Verbilligt das Abenteuer spürbar.
