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- 25 Dezember 2013
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Der besagte Tempel war bereits in den 80ern gruendlich gepluendert worden. Die Reliefs waren grossflaechich herausgehaemmert worden, mit schwerem Geraet. Es gab (gibt?) damals eine beruechtigte Szene in BKK, die den internationalen Kunsthandel mit solcher Beute, durchaus auf Bestellung, belieferte. Zentral war die Zusammenarbeit zwischen den Dealern, Thaibeamten und den Roten Khmer.Die haben sie schon seit paar Tagen. Denn die mutw.... äh, versehentliche Zerstörung eines oder mehrerer Tempel war und ist vorauszusehen.
Der besagte Tempel war zudem eine wichtige Basis der Roten Khmer fuer Angriffe tief im Hinterland Kambodschas.
Zur aktuellen Situation: Ich versuche die verschiedenen kurzen Nachrichten zusammenzufassen: Gestern behaupteten die Kambodschaner, dass sie den Tempel 'befreit' haetten. Mit anderen Worten sie haben die offizielle Grenze erreicht und die Thais vom kambodschanischen Territorium zurueckgedraengt. Das ist moeglich, weil auf der Thaiseite der Wald abgeholzt worden ist und man ein freies Schussfeld hat. Auf kambodschanischer Seite ist dichter Wald und man hat Deckung. Ein Beschuss der Kambodschaner auf den Tempel mit Artillerie macht wenig Sinn, weil die eigenen Truppen zu jedem Zeitpunkt unmittelbar am Tempel operierten. Zur Erinnerung, die Demarkationslinie, nicht die Grenze, verlief 1-2 Meter von den Tempeltreppen. Der suedliche Teil des Tempelkomplexes wurde immer von den Kambodschanern kontrolliert. Wir sprechen somit allein ueber den allerdings wichtigsten und noerdlichen Teil des Heiligtums.
Nur berichten die Thais von eigenen Luftangriffen auf Artillerie in der Naehe des Tempels. Wenn kamb. Artillerie in der Naehe des Tempels stationiert ist, dann haette sie groesste Probleme diesen zu beschiessen. Weiter entfernte Artillerie waere auch schlecht beraten, denn man haette schnell die eigenen Kollegen unter Beschuss (friendly fire).
Es ist daher moeglich, dass diese Behauptungen des kambodschanischen Beschuss eine Art Schutz vor zukuenftigen Vorwuerfen sind. Schliesslich bombadiert Thailand das Gebiet nun aus der Luft und mit Kanonen. Dies wiederum ist eine gewisse Bestaetigung, dass die Kambodschaner anscheinend das Gebiet kontrollieren.
Von daher besteht dann auch wenig Lust auf einen Waffenstillstand. Denn: Legal war die Besetzung des Tempels nie, man hat also keine rechtliche Handhabe das Teil zurueckzubekommen, und Machtmittel waeren auch nicht mehr moeglich. Das Ganze waere dann auch noch eine weithin sichtbare Blamage fuer die Militaers und die Regierung.
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