Schön, dass du so sachlich bleibst. Mit dir tausche ich mich gerne aus. Der andere scheint leider mehr an Polemik als an einer sachlichen Diskussion interessiert zu sein.
Denke, ist ein Problem in seiner Kindheit ...der Analphabet geschuldet, die hat er wohl falsch verstanden
Dass zwei Kunden bei McDonald's jeweils ein Happy Meal kaufen, ist überhaupt kein Problem. Es geht schließlich nicht um
eine QR-Zahlung, sondern um
zwei voneinander unabhängige Zahlungen.
Bitte, bitte, bitte lies dir einmal die Funktionsweise von PromptPay durch. Genau darum ging es – um
PromptPay!
Wir kommen der Sache aber langsam näher. Erst war ein Terminal angeblich zwingend erforderlich, dann eine Kamera, und jetzt sind wir nur noch beim Smartphone des Kunden angekommen.
Du scannst als Kunde den QR-Code. Darin sind die Bankdaten des Verkäufers, der Zahlungsbetrag (auf dem Markt oder beim Mopedtaxi musst du den Betrag selbst eingeben) sowie eine Referenznummer hinterlegt, beispielsweise die Bestell- oder Rechnungsnummer. Auf dem Markt gibt es diese Referenz natürlich nicht. Deshalb zeigst du dem Verkäufer nach der Zahlung einfach den Zahlungsstatus.
Es sind tausende, zehntausende Stände , Dienstleister die so Ihre QR Zahlungen anbieten.
Anschließend öffnest du deine Banking-App ....oder sie wird automatisch geöffnet. Du entsperrst sie, der Überweisungsträger wird automatisch mit den hinterlegten Daten ausgefüllt, du prüfst die Angaben, gibst gegebenenfalls den Betrag ein und bestätigst die Zahlung. Danach wird die Echtzeitüberweisung ausgeführt.
In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist dabei kein Payment Service Provider (PSP) involviert. Es gibt zwar auch entsprechende Lösungen, in Thailand beispielsweise unter der Bezeichnung „Business Payment QR“. ist aber mehr der Adminstriven Dingen, wie eine Übersichtliche Aufschlüsselung der Transationsdaten....geschuldet.
Der zweite Kunde erhält ebenfalls seinen persönlichen QR-Code und durchläuft genau denselben Vorgang. Dafür braucht es weder ein Terminal noch eine Kamera auf Seiten des Verkäufers. Natürlich benötigt der Kunde ein Smartphone mit Kamera .... andernfalls hätte ein QR-Code überhaupt keinen Sinn.
Die Daten fließen dabei ausschließlich in eine Richtung: zum Kunden bzw. in dessen Banking-App. Vom Kunden werden keine Daten an den Händler übertragen. Selbst die Prüfung, ob der Kunde zahlungsfähig ist, erfolgt nicht durch den Händler oder ein Terminal, sondern ausschließlich durch die Banking-App bzw. die Bank. In Thailand kannst du weder dein Girokonto noch dein Sparkonto überziehen. Reicht das Guthaben nicht aus, wird die Überweisung von der Bank schlicht nicht ausgeführt.
Das, was du die ganze Zeit beschreibst, hat mit PromptPay daher überhaupt nichts zu tun.
Nach einem sehr ähnlichen Prinzip funktioniert übrigens auch "unser" GiroCode. Dazu gibt es beispielsweise eine Beschreibung der Sparkasse.
Sparkasse
Ebenso bieten deutsche Banken ...etwa die ING ....QR-Zahlungen über das Kundenkonto als Echtzeit- bzw. Sofortüberweisung an.
ING Bank
PromptPay ist übrigens auch nicht kostenlos, wie viele glauben. Die National Dingsbums erhebt von den Banken eine fixe sowie eine variable Gebühr. Diese wird jedoch nur in geringem Umfang an Händler oder Kunden weitergegeben und fällt erst bei höheren Beträgen an. Zusätzlich berechnen sich die Banken untereinander ebenfalls geringe Transaktionsgebühren.
PromptPay wird nicht ohne Grund sowohl in Thailand als auch international häufig als
Sofortüberweisung bezeichnet .... denn im Prinzip ist es genau das.
Das ist schon sehr vereinfacht dargestellt und so auch nicht richtig.
Gemini sagt zu dem Vorgang des Bezahlen mit PromptPay und wer da alles in Millisekunden involviert ist folgendes:
Fragestellung
Ich möchte von Dir Schritt für Schritt erklärt haben, was genau im Hintergrund passiert, wenn ich per Prompt Pay bezahle.
Antwort
Um genau zu verstehen, was in den
0,5 bis 2 Sekunden zwischen dem Klick auf Ihrem Smartphone und der Bestätigung des Händlers passiert, müssen wir die technische und finanzielle Infrastruktur zerlegen.
Hier ist die detaillierte, mechanische Sequenz der Ereignisse im Hintergrund. Wir nehmen als Beispiel an, dass Sie als Kunde die App der
Kasikornbank (KBank) nutzen und der Händler sein Konto bei der
Bangkok Bank (BBL) hat.
Schritt 1: Das Einscannen und Entschlüsseln (Der Client-Schnittstelle)
Sobald Sie Ihre Bank-App öffnen und den QR-Code des Händlers scannen, passiert Folgendes: [
1]
- Daten-Auslesung: Die App entschlüsselt den QR-Code, der nach dem internationalen EMVCo-Standard aufgebaut ist.
- Parsing:Die App zieht drei kritische Kerninformationen aus dem Code:
- Die Proxy-ID des Händlers (das ist entweder seine Mobilfunknummer, seine thailändische Steuernummer/ID oder eine temporäre E-Commerce-Zahlungsreferenz).
- Den Betrag (falls vom Händler bereits vordefiniert).
- Den Application Identifier (AID), der signalisiert: Dies ist eine PromptPay-Anfrage.
Schritt 2: Autorisierung und Kontocheck (Die Sender-Bank)
Nachdem Sie den Betrag geprüft und Ihre PIN eingegeben (oder FaceID genutzt) haben, schickt Ihre App eine verschlüsselte Anfrage an den Server Ihrer eigenen Bank (KBank):
- Deckungsprüfung: Das Kernbankensystem (Core Banking) der KBank prüft in Echtzeit, ob Ihr Konto gedeckt ist.
- Sperrung des Betrags: Wenn ja, wird der Betrag auf Ihrem Konto sofort als „reserviert/gesperrt“ markiert, damit Sie ihn nicht doppelt ausgeben können.
- Routing-Anfrage: Die KBank weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, zu welcher Bank das Geld muss, da sie nur die Mobilfunknummer oder ID des Händlers sieht. Sie sendet daher eine Anfrage an das zentrale Nervensystem: National ITMX.
Schritt 3: Das Herzstück – Zentrales Routing & ID-Auflösung (NITMX & Vocalink)
Jetzt wandert das Datenpaket in Millisekunden zum zentralen Betreiber
NITMX, dessen Software-Infrastruktur von
Vocalink (Mastercard) bereitgestellt wird:
- Die zentrale Registry: NITMX betreibt eine gigantische, hochgradig geschützte Datenbank (die Central Proxy Registry). Hier sind alle thailändischen Telefonnummern und Steuer-IDs mit den dazugehörigen IBANs/Kontonummern der jeweiligen Banken verknüpft.
- Das Matching: Die Vocalink-Infrastruktur schlägt die Proxy-ID des Händlers nach und ermittelt: Diese Telefonnummer gehört zum Konto XXXXX bei der Bangkok Bank (BBL).
- Die Weiterleitung: NITMX generiert eine standardisierte ISO-20022-Finanznachricht (der weltweite Standard für modernen Zahlungsverkehr) und leitet die Zahlungsaufforderung direkt an das System der Empfängerbank (BBL) weiter.
Schritt 4: Die Gutschrift (Die Empfänger-Bank)
Das System der Bangkok Bank (BBL) empfängt die digitale Nachricht von NITMX:
- Konto-Validierung: Die BBL prüft in Mikrosekunden, ob das Zielkonto existiert, aktiv und nicht gesperrt ist.
- Sofortige Buchung: Das System schreibt den Betrag dem Konto des Händlers gut. Das Geld steht dem Händler ab genau diesem Moment physisch zur Verfügung.
- Rückmelde-Schleife: Die BBL schickt eine digitale Erfolgsmeldung („Payment Cleared“) zurück an NITMX.
Schritt 5: Die Erfolgsbestätigung (Der Kreislauf schließt sich)
NITMX nimmt die Erfolgsmeldung der Empfängerbank entgegen und leitet sie sofort an die Senderbank (KBank) weiter.
- Finale Abbuchung: Die KBank wandelt den zuvor reservierten Betrag auf Ihrem Konto in eine endgültige Abbuchung um.
- Push-Benachrichtigungen:Synchron werden zwei Endpunkte bedient:
- Ihre App zeigt den grünen Haken und speichert das digitale Protokoll (Slip) in Ihrer Fotogalerie.
- Die App oder das Terminal des Händlers (oder sein Line-Messenger/SMS-Dienst) schlägt Alarm und bestätigt den Geldeingang. [1]
Was passiert im Hintergrund
nach dem Kauf? (Das Settlement)
Sie und der Händler sind fertig. Aber die Banken haben das Geld untereinander physisch noch gar nicht verschoben – sie haben sich in den Schritten 1–5 lediglich digitale Versprechen gegeben. Das echte Geld fließt erst später:
- Netting: NITMX sammelt alle Millionen PromptPay-Transaktionen des Tages und verrechnet sie miteinander (z. B. KBank schuldet BBL 10 Mio. Baht, BBL schuldet KBank 8 Mio. Baht – Differenz: 2 Mio. Baht).
- Das Finale bei der Zentralbank: Mehrmals täglich bucht die Zentralbank (Bank of Thailand) über ihr Großbetragssystem BAHTNET die finalen Differenzbeträge direkt auf den Zentralbankkonten der jeweiligen Geschäftsbanken um. Erst jetzt ist die Transaktion auch makroökonomisch final abgeschlossen.
Möchten Sie tiefer in ein bestimmtes Detail einsteigen – zum Beispiel, wie
Vocalink die Verschlüsselung absichert, oder wie der Prozess abweicht, wenn es sich um eine
internationale (Cross-Border) PromptPay-Zahlung handelt?
2.Fragestellung
Es besteht eine Diskussion dazu, was genau beim Bezahlen mit Prompt Pay als Terminal fungiert oder ob es beim Bezahlen mit Prompt Pay überhaupt ein Terminal gibt.
Antwort
Das ist eine hervorragende und sehr tiefgründige Diskussion, da Prompt Pay die klassische Definition von Bezahlinfrastruktur völlig auf den Kopf stellt.
Die kurze Antwort lautet:
Nein, im klassischen Sinne (wie bei einer Kreditkarte) gibt es bei Prompt Pay oft kein physisches Terminal. Stattdessen wird die Terminal-Funktion rein softwarebasiert aufgeteilt. Das System nutzt eine sogenannte
„Architecture of Trust“ (Architektur des Vertrauens), bei der Ihr eigenes Smartphone und die IT-Infrastruktur im Hintergrund die Aufgaben des Terminals übernehmen.
Wenn man es genau nimmt, gibt es je nach Situation drei verschiedene Antworten darauf, was als „Terminal“ fungiert:
1. Bei kleinen Händlern (Straßenküchen, Märkte):
Ihr Smartphone ist das Terminal
Wenn Sie an einem Stand einen ausgedruckten QR-Code scannen (das sogenannte
Static QR / Consumer-Presented Mode):
- Kein Terminal beim Händler: Das Stück Papier oder das Plastikschild auf dem Tresen hat keine Elektronik, keinen Strom und keine Internetverbindung. Es ist völlig passiv.
- Die Verwandlung: In dem Moment, in dem Sie den Code scannen, wird Ihr eigenes Smartphone zum Terminal.
- Die Logik dahinter: Ihr Handy übernimmt die klassischen Terminal-Aufgaben: Es liest die Händlerdaten ein, stellt die sichere und verschlüsselte Verbindung zum Bankennetzwerk her, verifiziert Ihre Identität (per PIN oder FaceID) und sendet den Zahlungsbefehl ab.
2. In großen Geschäften (Supermärkte, Ketten):
Das Kassensystem (POS) ist das Terminal
Wenn Sie in einem Kaufhaus bezahlen, zeigt die Kasse oft einen dynamischen QR-Code auf einem kleinen Bildschirm an (
Dynamic QR / Merchant-Presented Mode):
- Die Software als Terminal: Hier fungiert das Point-of-Sale (POS) System – also der Kassencomputer des Ladens – als Terminal.
- Die Logik dahinter: Die Kasse ist über eine Programmierschnittstelle (API) direkt mit der Bank des Händlers verbunden. Sie generiert für Ihren Einkauf einen einzigartigen QR-Code, der den genauen Betrag bereits enthält, und wartet wie ein klassisches Kartenterminal im Hintergrund auf das digitale „Approved“-Signal vom Bankenserver.
3. Die rein technische Sicht:
Das „Terminal“ liegt in der Cloud
Aus Sicht von Netzwerkingenieuren ist das Terminal bei Prompt Pay komplett virtualisiert:
- Ein traditionelles Kreditkartenterminal (EMV-Terminal) hat die Hauptaufgabe, Daten sicher zu verschlüsseln und das Protokoll an den Zahlungsabwickler zu übergeben. [1]
- Bei Prompt Pay wird diese Sicherheitsumgebung durch die Bank-App auf Ihrem Handy in Kombination mit den Servern der Zentralbank (NITMX) simuliert. Das „Terminal“ ist hier ein digitaler, geschützter Software-Tunnel in der Cloud.
Zusammenfassung für Ihre Diskussion
Wer in der Diskussion behauptet,
es gibt kein Terminal, hat recht, wenn man von klobigen Kasten-Geräten mit Schlitz für Plastikkarten spricht.
Wer behauptet,
es gibt ein Terminal, hat recht, wenn man „Terminal“ als Funktion definiert. Bei Prompt Pay findet ein
„Bring Your Own Device“ (BYOD) statt: Der Kunde bringt das Terminal in Form seines eigenen Smartphones einfach selbst mit zum Einkauf. [
1]