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News Der Rentner in Pattaya - eine bissig satirische Abrechnung

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Wenigstens einer, der die Schuldfrage voll durchschaut. Aergere Dich nicht ueber die Noergler, die sind bloss neidisch.

Vergiss bitte die Luftballontrinker nicht. Das ist wichtiges Grundwissen

@thaiguy : richtig!

Wie konnte ich die Ballons nur vergessen, unverzeihlich. Die Gratisbuffet-Feldforscherfraktion...

39 Baht Frühstück, Gratisbuffet und Weltpolitik bei der klassisch gejammert wird.

Mehr braucht der Rentner von heute aus Pattaya in seiner Stammbar offenbar nicht.
 
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leoleone

Gibt sich Mühe
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30 Oktober 2025
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Der Deutsche meckert auf einem sehr hohen Niveau. Was in Deutschland als Untergang empfunden wird, da wären über 80% der Welt nicht nur froh drüber, sondern könnten ihr Glück kaum fassen.
Die Aussage ist schon sehr allgemein. Es wird im Leben immer jemanden geben, der mehr hat. Der BMW-Fahrer beschwert sich, dass er sich keinen Porsche leisten kann, und der Porsche-Fahrer, dass es nicht für einen Ferrari reicht.

Ich habe gelernt, mich eher mit Leuten zu vergleichen, die erfolgreicher sind als ich, und nicht mit denen, die weniger haben. So sollte es Deutschland als Industrieland auch machen. Sollen wir uns jetzt mit Guinea vergleichen?

Die durchschnittliche Rente in Deutschland liegt bei ungefähr ca 1.400 Euro. Ich war eine Zeit lang im Wertpapierforum unterwegs, da wurde über ganz andere Zahlen diskutiert. Mit 2.500 Euro Rente brauchtest du da gar nicht erst anzukommen, das galt dort gefühlt schon als Altersarmut und Leben unter der Brücke.
 

thaiguy

Mister Universe
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25 Dezember 2013
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Die Jungfuechse kennen sich halt nicht aus. Von daher braucht's so ein Thema. Da kannste die Luecken aufarbeiten. Dann noch die nachfuellbaren Flachmaenner in der Jacke nicht vernachlaessigen. Die machen aus jeder ordinaeren Kola ein hochpreisiges Getraenk.

@leoleone Du greifst @Klimbim voraus. Das Investmentthema kommt bestimmt noch. Es gibt unendliche viele Goldgrueben im Seebad. Mit ein paar tausend Gemeinschaftswaehrung auf den Tisch des neuen Freundes und alle Probleme sind geloest.
 
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leoleone

Gibt sich Mühe
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30 Oktober 2025
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@Klimbim

Es ist ein Klimbim-Thread. In der Überschrift steht doch „eine satirische Abrechnung“. Ist mal etwas anderes.. da muss jetzt nicht jeder Satz umgedreht und kritisiert werden.

Ich lese gerne mit … ich meine, kennt nicht jeder insgeheim einen Manfred, der alle Klischees voll erfüllt?

Ich hoffe, es kommt noch der Dieter, der mit 3.000 Euro Pension meint, dass er in Thailand am Hungertuch nagt und mindestens zehn Versicherungen für alles hat. 😄
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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@Klimbim

Es ist ein Klimbim-Thread. In der Überschrift steht doch „eine satirische Abrechnung“. Ist mal etwas anderes.. da muss jetzt nicht jeder Satz umgedreht und kritisiert werden.

Ich lese gerne mit … ich meine, kennt nicht jeder insgeheim einen Manfred, der alle Klischees voll erfüllt?

Ich hoffe, es kommt noch der Dieter, der mit 3.000 Euro Pension meint, dass er in Thailand am Hungertuch nagt und mindestens zehn Versicherungen für alles hat. 😄

Natürlich, unser Dieter.

Der Mann lebt also finanziell praktisch von der Hand in den Mund.

Die Hand ist dabei erstaunlicherweise immer am Geldautomaten.

Aber keine Sorge:

Der Dieter kommt.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Ich habe gelernt, mich eher mit Leuten zu vergleichen, die erfolgreicher sind als ich, und nicht mit denen, die weniger haben. So sollte es Deutschland als Industrieland auch machen. Sollen wir uns jetzt mit Guinea vergleichen?

Das verstehe ich gut. Nach meinen beiden lebensbedrohlichen Operationen im Juli hat sich meine Prioritätenliste allerdings etwas verkürzt.

Früher: gutes Gehalt, Sparquote, Wein, immer eine Lösung.

Heute:

Gesundheit zurückbekommen. Der Rest darf sich hinten anstellen. Kleine Wohnung, meine Frau, ein Roller und irgendwann mit Bernd am Pool Gin und Kirsch. Reicht völlig.

Und während andere in Pattaya die Bude abreißen, schaue ich mir das Ganze gemütlich an. Ist erstaunlich unterhaltsam.

Vor allem die Herren, die sich in einer Satire exakt wiedererkennen und anschließend empört erklären, dass sie selbstverständlich nicht gemeint sind.

Das ist dann schon fast wieder Satire. „Ich erkenne mich zwar eindeutig, aber die Beschreibung ist trotzdem unfair.“

Herrlich. Unfreiwillig, aber herrlich.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Teil 4: Pattaya-Naturkunde: Die Visaagenturen


Alles frei erfunden. Auch die Namen. Falls sich jemand wiedererkennt: Ich war's nicht.

In Pattaya gibt es Visaagenturen. Thailändische und deutsche.

Der Thai sagt: „No problem.“

Der Deutsche: „Wir müssen uns das erst einmal genau anschauen.“

Danach kostet beides Geld.

Nehmen wir Klaus-Uwe.

68, seit vier Jahren Thailand und seit ungefähr drei Jahren der Meinung, dass hier alles immer komplizierter wird.

Er geht zu Franky. Franky heißt eigentlich Ralf. Aber Ralf klingt nicht nach Visa.

Franky nimmt den Pass, schaut rein. Lange. „Problem.“

Klaus-Uwe wird nervös. „Was?“

Franky tippt auf den Pass. „Bank.“

„Was ist mit der Bank?“ „Money.“

Stille und fester Blick in die erschrockenen aufgerissenen Augen des Kunden...

„But we fix.“ Na also.

Dafür ist man ja da.

Die deutsche Variante heißt Bernd.

Oder Bert.

Oder Björn.

Hab ich vergessen.

Die Firma heißt jedenfalls:

THAILAND EXPAT CONSULTING & RELOCATION SERVICES

Das klingt schon mal nach 3.500 Baht, bevor überhaupt jemand den Pass gesehen hat. Bernd nimmt ihn. Oder Bert? Björn?

„Wann eingereist?“

„November.“

„Welches Jahr?“

„2025.“

Bernd nickt und schreibt 2025 auf. Klaus-Uwe hätte das auch gewusst.

Aber dann wäre es keine Beratung. Dann gibt es die Pakete.

Basic.

Premium.

Premium Plus.

Und natürlich das:

VIP Executive Immigration Concierge.

Bei Basic wird der Antrag gemacht. Bei Premium wird er persönlich abgegeben.

Bei Premium Plus bekommt man zwischendurch eine WhatsApp:

„Wir haben Ihren Vorgang im Blick.“ Sehr beruhigend.

Man möchte schließlich nicht, dass der eigene Vorgang unbeaufsichtigt irgendwo herumliegt.

Beim VIP-Paket muss man nicht einmal mehr selbst mit Immigration sprechen.

49.900 Baht. Zuzüglich Gebühren. Man gönnt sich ja sonst nichts.


Klaus-Uwe schickt sieben Seiten Unterlagen. Bernd schaut sie sich an, oder Bert? Oder Björn?

Drei Minuten später:

„Da fehlen noch Unterlagen.“ „Welche?“

„Das müssten wir im Rahmen einer persönlichen Beratung klären.“ 3.500 Baht.

Klaus-Uwe zahlt. Er weiß jetzt immer noch nicht, was fehlt.

Aber er fühlt sich deutlich besser dabei. Das ist vermutlich der kleine Unterschied.

Der Thai verkauft die Lösung.

Der Deutsche verkauft den Vorgang.

Und irgendwo dazwischen sitzt Klaus-Uwe und bezahlt dafür, dass sich jemand mit seinem Pass beschäftigt.

Irgendwann kommt eine WhatsApp.

Everything finished.

Klaus-Uwe holt seinen Pass.

Stempel drin.

Alles gut.

„Was hat es gekostet?“

42.000 Baht.

„Warum so viel?“

Franky:

„Full service. FULL!"

Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Bernd hätte wahrscheinlich „umfassende Betreuung“ gesagt.

Klingt dann gleich nach einer Rechnung. Und genau das ist das Schöne an Visaagenturen.

Der Kunde muss eigentlich gar nicht wissen, was gemacht wurde. Er muss nur seinen Pass zurückbekommen.

Am besten mit Stempel. Und mit dem angenehmen Gefühl, dass ohne diese Hilfe vermutlich alles schiefgegangen wäre.

Obwohl man vorher auch nicht genau wusste, was eigentlich schiefgehen sollte.

Aber das ist nun einmal Vertrauen. Oder Marketing. Je nachdem, auf welcher Seite des Schreibtischs man sitzt.

Der Thai sagt:

„No problem.“

Der Deutsche:

„Wir kümmern uns darum.“

Und Klaus-Uwe sagt:

„Gut, dass ich jemanden kenne.“

Dann ist alles erledigt.

Nur die Rechnung nicht.

Die kommt später.

Meistens per WhatsApp.

Sodann schreibt Klaus-Uwe in einem Forum: "Superagentur, die hat alles für mich gelöst".

Ein Forummitglied fragt neugierig: "was denn genau?"

Klaus-Uwe: "alles!"

Es leben die Agenturen. Echte Spezialisten. Sie können alles. :cool:
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
1.482
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Teil 5 Pattaya-Naturkunde: Die Sprachschulen

Alles frei erfunden. Auch die Namen. Falls sich jemand wiedererkennt: Bitte langsam sprechen.

In Pattaya gibt es Sprachschulen. Zumindest steht das außen dran.

PATTAYA INTERNATIONAL LANGUAGE & CULTURAL ACADEMY :cool:

Darunter: GERMAN – THAI – ENGLISH – CULTURAL EXCHANGE

Das sieht sehr seriös aus.

Drinnen stehen drei Plastikstühle, ein Schreibtisch aus den Neunzigern und ein Ventilator, der bei jeder Umdrehung ein Geräusch macht, als würde er seine Kündigung vorbereiten.

An der Wand hängt ein Zertifikat. Niemand weiß genau, wofür. Aber es ist laminiert.

Das schafft Vertrauen.

Dienstags um zehn beginnt Deutsch für Thailaydies. Die Teilnehmerinnen heißen meistens irgendwo zwischen Nok, Ploy, May, Fah und Pim.

Heute sind sechs da.

Alle sehen aus, als hätten sie vor Unterrichtsbeginn noch schnell beschlossen, dass Deutsch vielleicht doch eine gute Idee sein könnte.

Die Lehrerin heißt Khun Siriporn. 28 Jahre alt.

Sehr freundlich. Sehr geduldig.

Und mit dieser besonderen Fähigkeit thailändischer Lehrerinnen, selbst einen ausgewachsenen deutschen Grammatikunfall anzusehen, als wäre alles vollkommen in Ordnung.

„Guten Morgen.“

„Guten Mogen.“

„Morgen.“

„Guten Morgen.“

„Guten Mogen.“

Siriporn lächelt.

„Sehr gut.“

Das ist pädagogisch wichtig.

In Thailand gilt: Wenn der Schüler etwas Falsches sagt, aber dabei glücklich aussieht, war es ein Fortschritt.

Heute geht es um den Satz: „Ich liebe dich.“

Warum gerade dieser Satz?

Niemand weiß es.

Aber plötzlich sind alle aufmerksam.

Siriporn schreibt an die Tafel:

Ich liebe dich.

Pim liest: „Ich liebe disch.“

„Sehr gut.“

Nok: „Ich libe dich.“

„Sehr gut.“

May: „Ich liebe Dick.“

Kurze Pause.

Siriporn schaut auf die Tafel.

Dann auf May.

„Dich.“

„Dick.“

„Dich.“

„Dick.“

„Okay.“ Man muss auch einmal wissen, wann eine Lektion abgeschlossen ist.

Im Nebenraum beginnt währenddessen Thai für deutschsprachige Rentner.

Hier sitzen Männer, die in Deutschland jahrzehntelang mit einem Drucker gekämpft haben und jetzt glauben, eine Tonsprache in sechs Wochen zu beherrschen.

Der heutige Kurs besteht aus: Horst-Jürgen, 71, früher Bauingenieur.

Willi, 68, ehemaliger Außendienstler.

Hannes, 74, „noch topfit“.

Und Günter, 69, der schon seit drei Jahren sagt: „Ich kann eigentlich ganz gut Thai.“

Er kann tatsächlich ungefähr zwölf Wörter. Davon sind vier Gerichte.

Vorne sitzt die Lehrerin:

Khun Nicha. 31 Jahre, Single Mom. Wissen irgendwie alle. Warum, weiss ich wiederum nicht.

Sehr charmant.

Sehr hübsch.

Sehr freundlich.

Und mittlerweile offensichtlich in einem Stadium beruflicher Gelassenheit, in dem sie nichts mehr überraschen kann.

Sie schreibt:

mai

„Das bedeutet je nach Ton etwas anderes.“

Horst-Jürgen nickt.

Er hat sofort verstanden.

Natürlich.

„Also wie Ma-i?“

Nicha: „Nein.“

„Mai?“

„Nein.“

„Maaai?“

„Nein.“

„Mai?“

„Auch nein.“

Horst-Jürgen lehnt sich zurück. „Ist aber schon ähnlich.“

Nicha lächelt. „Very similar.“

Das ist die thailändische Version von: Du hast wirklich überhaupt nichts verstanden.

Dann kommen die Töne. Nicha spricht ein Wort vor. Die Männer sprechen nach.

Nicha:

„maa.“

Alle:

„maa.“

„mâa.“

Alle:

„maa.“

„máa.“

Alle: „maa.“

Nicha schließt kurz die Augen. Nicht lange.

Nur so lange, wie ein Mensch braucht, um sich daran zu erinnern, dass er eigentlich einen schönen Beruf hat.

Willi ist besonders eifrig.

Er möchte alles richtig machen. „Noch einmal.“

Nicha:„mâa.“

Willi: „mâa.“

„Gut.“

„mâa.“

„Sehr gut.“

„mâa.“

„Yes.“

Willi strahlt.

„Was heißt das jetzt?“

Nicha: „Je nach Ton etwas anderes.“

Willi schaut auf sein Heft. „Welches davon habe ich gerade gesagt?“

Nicha: „Das weiß ich nicht.“

Willi: „Aber Sie haben doch gesagt, sehr gut.“

Nicha: „I am polite.“

Das ist vermutlich die ehrlichste Antwort des gesamten Sprachkurses.

Hannes hat inzwischen sein eigenes System entwickelt. Er spricht Thai einfach so aus, wie er es für richtig hält.

Wenn Nicha sagt: „khâaw“

sagt Manfred: „Kao.“

„khâaw.“

„Kao.“

„khâaw.“

„Kao.“

Nicha gibt auf. „Okay. Kao.“

Manfred strahlt.

Er hat gerade eine Sprache reformiert.

Besonders beliebt ist der Satz: „Ich möchte ein Bier.“

Nicha schreibt: Phom yak dai bia.

Günter liest: „Pom Jacky bei Bier.“

Nicha: „Nein.“

Günter: „Pom Jackie bei Bier?“

„Nein.“

„Pom Jacky dai bia.“

Nicha schaut ihn an. „You want beer?“

„Ja.“

„Then say beer.“

Das ist vielleicht die pragmatischste Unterrichtsmethode, die je entwickelt wurde.

Bei den Thailaydies geht es inzwischen um deutsche Präpositionen.

Siriporn schreibt: Ich bin bei meinem Freund.

Ploy fragt: „Was ist bei?“

„Bei.“

„In?“

„Nein, bei.“

„Mit?“

„Nein.“

„Zu?“

„Nein.“

Ploy schaut lange auf den Satz. „Warum nicht einfach mit?“

Siriporn schweigt. Zum ersten Mal in diesem Unterricht wirkt sie selbst leicht ratlos.

Dann kommt die Königsdisziplin:

der, die, das.

Siriporn: „Tisch.“

„Der Tisch.“

„Lampe.“

„Die Lampe.“

„Auto.“

„Das Auto.“

Pim fragt:

„Warum?“

Siriporn:

„Das ist die deutsche Grammatik.“

Pim:

„Warum?“

Siriporn:

„Because German.“

Das wird akzeptiert.

Schließlich hat Thailand auch Regeln, die niemand erklären kann.

Zur gleichen Zeit hat Horst-Jürgen ein Problem.

Er möchte seiner Freundin auf Thai sagen:

„Du bist sehr hübsch.“

Nicha schreibt den Satz an die Tafel.

Horst-Jürgen spricht nach. „Khun suai maak.“

Nicha: „Sehr gut.“

Horst-Jürgen ist begeistert.

„Kann ich das auch zu Ihnen sagen?“

Nicha: „For practice.“

„Khun suai maak.“

Nicha: „Thank you.“

Horst-Jürgen lächelt.

Willi schaut zu ihm.

„Was heißt das?“

Horst-Jürgen:

„Du bist sehr hübsch.“

Willi nickt.

„Das merk ich mir.“

Nicha hört das.

Natürlich.

Sie ist Lehrerin.

Aber sie ist auch Thailänderin.

Sie weiß genau, was als Nächstes kommt.

Fünf Minuten später sitzen drei deutsche Rentner vor der Tafel und üben gemeinsam:

„Khun suai maak.“

„Khun suai maak.“

„Khun suai maak.“

Nicha: „Okay, next sentence.“

Horst-Jürgen: „Noch einmal.“

Nicha: „No.“

„Warum?“

„Because you know it now.“

„Ja.“

„Then next.“

Sie schreibt: Wo ist die Toilette?

Plötzlich ist es still.

Die Sprachschule selbst gibt sich übrigens größte Mühe, seriös zu wirken.

An der Tür steht:

ACCREDITED INTERNATIONAL LANGUAGE CENTER

Im Prospekt:

„Modern language acquisition through immersive intercultural communication.“

Im Klassenraum hängt ein Whiteboard.

Das Whiteboard funktioniert allerdings nur, wenn man gleichzeitig auf die linke Ecke drückt und das Kabel hinter dem Schreibtisch ein bisschen bewegt.

Dazu gibt es Kaffee. Instant. Ohne Zucker.

Der Zucker steht in einer kleinen Plastikschale, in der früher vermutlich etwas anderes war.

Aber es ist sauber. Mehr kann man von einer Sprachschule eigentlich nicht verlangen.

Am Ende der Stunde verteilt Nicha Hausaufgaben. „Please repeat the words 20 times.“

Günter fragt: „Schreiben oder sprechen?“

„Both.“

„Zwanzigmal?“

„Yes.“

Günter schaut auf die Liste.

„Das schaff ich.“

Nicha nickt. Sie weiß es besser.

Am nächsten Dienstag wird Günter wiederkommen und fragen:

„Wie war noch mal Danke?“

Nicha:

„Khop khun khrap.“

Günter:

„Kop Kun Crap.“

„Almost.“

„Was war falsch?“

„Everything.“

Günter lacht.

Nicha auch.

Und genau deshalb funktionieren diese Sprachschulen vermutlich so gut.

Nicht weil irgendjemand nach acht Wochen plötzlich Thai oder Deutsch kann.

Sondern weil sechs Menschen jeden Dienstag zwei Stunden lang gemeinsam feststellen, dass eine Sprache offenbar doch nicht so einfach ist.

Die Thailaydies lernen: „Ich liebe dich.“

Die deutschen Rentner: „Wo ist die Toilette?“

Und beide Seiten gehen anschließend nach Hause mit dem guten Gefühl: Heute haben wir wieder richtig was gelernt.

Was genau, bleibt offen.

Aber es war immerhin ausgesprochen.
 

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