Tja interessant meine Prognose zu Jahresbeginn war vollkommen richtig mit Gold bei 5.000 USD und Silber nun sogar über 100 USD (102.79). Womit ich allerdings nicht gerechnet hätte, ist, dass es so schnell geht, der Januar ist noch nicht mal zu Ende. Und ich bleibe auch bei der Aussage, dass Silber vermutlich nicht wirklich wieder unter 70 USD fallen wird (temporäre Rücksetzer mal ausgenommen, eher so bis 60 USD), weder in diesem Jahr noch in 2027 - einfach weil sich die Angebots und Nachfragesituation nicht wirklich geändert hat und aktuell auch keine Änderung absehbar ist. Eine Verdoppelung des Silberpreises halte ich für angemessen und nicht für problematisch für den Markt. Ich meine, was besteht schon zu 100% aus Silber außer vielleicht ein Silberbarren. Wenn die Industrie Produkte mit 10% Silberanteil produziert, machen die 100% Steigerung auf den Produktpreis nur 10% aus. Das ist nicht wirklich ein Problem, in der Praxis wird der Anteil z.B. bei Solarpanels eher drunter liegen. Man kann nicht darauf verzichten, dürfte aber nirgendswo ein Hauptbestandteil sein, Schmuck und Co. mal ausgenommen.
Die Commerzbank hat kürzlich eine Prognose abgegeben, dass Silber sich in der zweiten Jahreshälfte bei ca. 60 USD einpendeln sollte ebenso Bank of America. Das ist der momentan faire Wert, der Silber von mehreren Instituten attestiert wird. Wobei er in der Spitze zwischen 120 und 160-170 USD erreichen könnte. Man kann die Analysten bei den Banken auch nicht als Idioten bezeichnen, die keine Ahnung haben. Viele halten sich aber auch mit Prognosen im Moment sehr zurück, weil die Situation an den Märkten einfach sehr dynamisch ist. Diese Prognosen sind im Grunde von Anfang des Jahres und in der Zwischenzeit ist der Silberpreis bereits von 80 auf 100 USD weiter geklettert. Ich persönlich gehe davon aus, dass wir noch die 120 sehen werden und sicherlich noch bis Jahresmitte, wenn es so weiter geht, vielleicht auch noch im ersten Quartal. Silber ist kein klassischer Wertspeicher wie Gold und wird vom IWF auch nicht als solcher anerkannt. Dürfte auch bei den meisten Privatanlegern eher eine untergeordnete Rolle spielen. Insofern sehe ich die Entwicklung bei Silber nicht rein fluchtgetrieben.
Ist bei Gold natürlich ganz anders. Je nach Marksituation und politischen Spannungen wird da zeitweise immer mal wieder umgeschichtet zwischen Aktienmärkten und Goldreserven - in beiden Richtungen. Wobei es am Aktienmarkt ja gar nicht schlecht läuft. Sehe ich weniger panikgetrieben. Wobei die Rücksetzer aus Kapitalumschichtungen in der Vergangenheit meistens zwischen 25 und 30% lagen. Also selbst wenn es da nach dem Höhenflug wieder um 30% runtergehen sollte, ist man immer noch auf dem Stand von Sommer 2025. Also alles kein Drama. Die Entwicklung nach oben wird wohl weiterhin anhalten. Goldman Sachs hat kürzlich 5400 USD bis Ende 2026 als Zielpreis für Gold genannt, andere gehen durchaus von 6000 aus. Ein Teil des Kursanstiegs ist auch auf den Verlust des USD als Basiswährung zurückzuführen. Gegenüber allen anderen Währungen zwischen 15 und 17%.
Ob dann bei 100 USD viele Privatinvestoren ihr Silber verkaufen, Gewinne mitnehmen und sich der physische Markt für ein paar Wochen/Monate entspannt, wird man sehen. Dann könnte es wieder auf etwa 70 USD gehen und danach eher wieder dreistellig. Silberminen werden in 2026 Gelddruckmaschinen und deutlich steigen. Das ist quasi "free lunch".
Ich glaube nicht, dass 100 USD die Höchstmarke ist. Ob und wann es einen echten Rücksetzer gibt, würde ich lieber abwarten. Sehe den aber auch eher bei 70 statt bei 60 USD. Bei Silber werden ja Anteile von Privatanlegern eher niedriger vermutet (10-15%) als bei Gold (30-35%). Zentralbanken kaufen ja auch kein Silber wegen IWF Richtlinien.
Nämlich den für Papiersilber von der Comex und den anderen Preis für physisches Silber, welches immer knapper wird. An der Edelmetallbörse in Shanghai kann man nur physisches Silber handeln, keine Derivate ohne Hinterlegung von physischem Material. In Shanghai liegt der Silberpreis derzeit 10-13 USD über dem Papierpreis in New York. Mit Papiersilber kann man keine Batterien und Solarpaneel bauen....
Wenn die Industrie nicht direkt neben einer Mine wohnt, kommen vor allem auch Transportkosten und Versicherungen dazu. Silber kann ja nicht fliegen. Zumindest nicht von sich aus. Die größten Minen sind in Südamerika und in China. China wären kurze Wege aber vielleicht ist gerade dort aktuell Ebbe und die verfügbaren Mengen begrenzt, wir haben ja schon jahrelang ein Defizit. Nicht umsonst hat China erstmal Exportbeschränkungen verhängt. Und der Weg aus Südamerika ist weit und teuer. 5-10% Aufschlag auf den Handelspreis ist daher nicht wirklich so ungewöhnlich je nachdem, woher. Transportkosten werden meistens vergessen, auch von vielen Firmen, die aus China importieren. Ist ja so günstig da. Ja klar, vergessen aber oft den Versand mit DHL Express oder Fedex oder UPS. Wobei ich gar nicht weiß, ob die solchen Waren überhaupt annehmen oder versichern, kann auch sein, dass man Spezialtransporte braucht. 1 Tonne Silber liegt ja immerhin bei rund 3 Mio USD Wert. Auch Bargeld verusacht den Banken und Geschäften nicht unerhebliche Mehrkosten durch die Bereitstellung, Entsorgung und das allgemeine Diebstahlrisiko.
Ich habe mal nen put auf Silber gesetzt.
schaun mer mal…
Gruß U62
Da würde ich aber die weitere Entwicklung abwarten. 100 USD heißt noch nicht, Schicht im Schacht.
Es geht hier um Geld/Gold, Steuern und Inflationen. Da wägt man verschiedene Alternativen ab .... unser Heimatland liegt da leider bei den Alternativen auf den hinteren Plätzen. Also kein Bashing, sondern Analyse.
Ich betrachte das ein wenig differenzierter. Klingt auf den ersten Blick immer schön und positiv, wenn man in einem Land keine Steuern zahlt. Aber ist das wirklich gerecht ? Ich meine, man nutzt die Infrastruktur des Landes, Straßen, Flughäfen, staatliche Organisationen, auch sowas wie Polizei, die die Kriminalität niedrig hält, Verwaltung, die es einem gestattet, Anträge zu stellen wie VISA o.ä. aber auch Bildungswesen gehört normal dazu, auch wenn das bei dir vielleicht jetzt keine Rolle mehr spielt. Es wird so viel geschimpft über Steuergerechtigkeit und ähnliches - oftmals wird dabei vollkommen vergessen, dass man das alles als Kind auch mal ganz dringend benötigt hat, um erwachsen zu werden, zu studieren, beruflich erfolgreich zu werden usw. Das wird m.E. viel zu oft vergessen. Dankbarkeit gegenüber dem Staat hat wohl irgendwie kaum noch jemand. Zum Glück denkt nicht jeder so.
Um mal bei Kapitalertragsteuer zu bleiben, über die ja jeder schimpft. Normalerweise erzielt man höhere Renditen nicht wirklich von selbst. Ich meine jeder, der Aktien, Optionen, Edelmetallen oder sonstwas handelt, investiert dabei oft eine nicht unerhebliche Menge Zeit. Sich zu informieren am Markt. Die Papiere handeln sich ja nicht selbst. Insofern kann man auch aktive Kapitalvermehrung (die ja viele in ihrer Freizeit betreiben) durchaus auch als normal sonst unbesteuerte Arbeit sehen. An der Stelle greift halt die Kapitalertragssteuer. Und Steuern sind am Ende auch nie ganz gerecht, weil sie nicht immer verursachergerecht gestaltet werden können sondern pauschaliert sind.
Manchmal ist die Sichtweise vielleicht nicht objektiv genug, daher mal ein anderer Point of View. Und klar, jeder würde die Verwaltung des Staatshaushalts immer selbst besser machen, als die Regierung, die gerade in der Verantwortung ist.