Es gibt Ausnahmen wie überall. Es gibt Frauen die wollen aus dem Teufelskreis des Barlebens raus. Aber wenn dies der Fall ist, dann wollen sie nicht noch aus "Verbundenheit zu den Freundinnen" weiterhin in der Bar abhängen. Dann packt sie die Koffer und geht zur Familie. Evtl. warten da die Kinder und der Thai-Mann und alle freuen sich, dass sich wieder ein Dödel gefunden hat, der das Essen und die Schulsachen kaufen wird. Evtl. ist sie aber auch ehrlich und will raus aus der Nummer. Ich behaupte, dass wir hier aber über einen kleinen Prozentteil an Frauen sprechen, wo dies der Fall ist.
Ich sehe das ein wenig anders... Klar sind die Mädels irgendwann "durch". Schon ein bis zwei Jahre Pattaya sind für die Frauen eine harte Schule, die tiefe Narben auf der Seele hinterlässt. Wenn mir eine erzählt, dass sie seit zehn Jahren in "Patte" ist, dann sind diese Wunden kaum noch zu kitten.
Man liest ja immer wieder, wie abgebrüht und berechnend die Thai-Mädels in Pattaya angeblich alle sind. Aber genau dazu macht Pattaya sie mit der Zeit – vorallen auch durch all die Erfahrungen mit den Kunden. Es gibt im Isan keine Ausbildung zum „Pattaya Bargirl“. Das lernen die Mädels alle vor Ort: von ihren Mitstreiterinnen und vor allem von den Kunden. Wer sich wirklich mal ernsthaft mit den Frauen beschäftigt – und das nicht nur im Bett – der erfährt Lebensgeschichten, die im ersten Moment völlig unglaubwürdig klingen, sich aber oft genau so abgespielt haben.
Der neue Schlag an Kunden, wie die Inder und Araber, die mittlerweile zuhauf in Pattaya unterwegs sind, beschleunigt diesen Abstumpfungsprozess massiv. Sie gehen völlig anders mit den Frauen um, weil eine Prostituierte für sie oft ein Mensch unterster Klasse ist. Da wird man als Girl zwangsläufig sehr schnell emotional kalt. Genau deshalb sind wir Deutsche (oder Europäer allgemein) ja so beliebt: Weil die meisten von uns die Girls eben noch freundlich, respektvoll und menschlich behandeln – die berühmten Handtaschenträger eben.
Thailändische Frauen werden von Haus aus in der Regel so erzogen, dass sie sich sehr fürsorglich um ihren Mann kümmern. Der Partner wird wie ein „König“ behandelt. Das geht so weit, dass morgens die Zahnpasta schon auf der Bürste bereitliegt – auch um sicherzustellen, dass der Typ sich überhaupt mal die Zähne putzt (was bei manchen Gestalten in Pattaya durchaus nötig ist). Wer Thai-Frauen abseits des Rotlichtmilieus kennenlernt, merkt sehr schnell, dass dieses "Take Care" von klein auf tief verwurzelt ist. Da bekommt man all die Vorzüge (wer das mag) ganz ohne Rotlicht-Vergangenheit. Das erleben hier aber wohl nur Leute, die längerfristig im Land sind und sich nicht nur im Milieu bewegen.
Wenn eine Lady noch recht „frisch“ in Pattaya ist – und nicht jede bleibt gerne oder lange dort –, kann man hier durchaus die Liebe seines Lebens finden und eine Lovestory mit Happy End erleben. So selten ist eine glückliche Beziehung daraus gar nicht. Zudem sind viele Thai-Mädels absolut nicht auf den Kopf gefallen, sondern entpuppen sich im normalen Leben als extrem geschäftstüchtig.
Ich kenne persönlich Frauen, die mit der (anfänglichen) Unterstützung ihres Boyfriends ein Business aufgebaut haben, das monatlich mittlerweile mehr abwirft, als der Partner je im Monat verdient hat:
- Eine hat mittlerweile drei große Läden in Pratunam mit etlichen Millionen Baht Umsatz im Monat.
- Eine andere hat dank der finanziellen Hilfe ihres Mannes ihr Land in Khao Yai erweitert und beliefert heute große Supermärkte wie den Villa Market mit frischem Obst und Gemüse.
Beide hatten eine Rotlicht-Vergangenheit – heute sind sie knallharte Business-Frauen, die richtig Geld verdienen.
Aber klar, es gibt auch die absolut abgezockten Girls, und die erkennen ihre „Opfer“ sofort. Zum Abzocken gehören schließlich immer zwei: der Betrüger und derjenige, der sich betrügen lässt. Oft erwischt es dann den „lieben, netten“ Europäer, der waidmännisch perfekt bis auf den letzten Euro ausgenommen wird.
In Thailands Rotlichtwelt ist also beides möglich: die Liebe des Lebens oder der Verlust von allem, was man sich jemals mühsam angespart hat. Daher sollte man immer vorsichtig sein und vieles hinterfragen, bevor man sich Hals über Kopf in eine Beziehung stürzt. (Deshalb haben viele ja auch diesen berühmten „Test“ im Kopf, wobei es genug gute Gründe gibt, warum man ihn in der oft vorgeschlagenen Form gerade
nicht machen sollte).
Am Ende muss jeder sein Glück in Thailand selbst finden. Möglich ist es allemal – es kommt halt darauf an, ob man neben dem Herzen auch das Gehirn eingeschaltet lässt.