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Tagebuch eines Ruheständlers in Pattaya. Ich bereite es vor: in wenigen Monaten wird es starten

MGiebel

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Bürgergeldempfängern die in Thailand leben, leben dort als Sozialversicherungsbetrüger.

Das kann ich nicht gut heissen oder gar empfehlen.

Das Leben bei 500 bis 1000 Euro in Deutschland ist nicht bedroht.

In Thailand bei entsprechenden Krankheiten schon.

Auch nicht so nett finde ich.
Solange wir die Großen (CumEx, ...) laufen lassen, haben wir kein Recht uns über die wirklich Kleinen zu beschweren.

Wir haben auch nicht darüber gesprochen, ob sein Aufenthalt mit dem Amt abgesprochen war.

Vor langer Zeit wollte Jens Spahn nach einer Talkrunde auch mal 1 Monat mit Sozialhilfesatz leben. Ich denke nicht, dass er das gemacht hat, und wenn dann hat er sicher einen Plan gemacht, was er nach diesem Experiment nachholen will.
 
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alhash

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Bangkok
Das alles ist nur meine persönliche Sicht auf die Dinge. Ich lehne es ab, diese als allgemeinverbindlich zu erklären. Das bringt nichts ausser Ärger.

Sehr gut, dass du das geschrieben hast.

Eigentlich stimme ich deinen Ausführungen zu, aber ich sehe das bei dir aus der Sicht eines Sicherheitsbewussten.

Nach deinen Ausführungen müsste ich das Land umgehend verlassen, da ich viele der Voraussetzungen die du genannt hast nicht erfülle.

Du hast eine Verbindung zu DonPietro Thailand Leben mit Thailand ?
Viele seiner Videos haben ein ähnliches Thema. Man könnte meinen, du währst der Sprecher dort. Aber er hat schon klargestellt, dass die Stimme KI ist.

Untere Grenze etwa 1800 Euro.
Realistisch eher zwischen 2000 und 2500 Euro.
Und wenn man es wirklich entspannt haben möchte, sind 3000 Euro kein Zeichen von Dekadenz, sondern von Ruhe.

Wenn dem so währe, müsste wohl die Hälfte (geschätzt von mir) der hier lebenden Expats das Land verlassen. Die durchschnittliche Rente ist dir bekannt. Bei vielen kommen dann noch Scheidungen, Fehlzeiten und andere Dinge zum tragen.
Ich bin unter der Grenze von 1.800 Euro. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Zeige mir einen Menschen der rundherum glücklich und zufrieden ist.
Aber ja, ich hätte gerne einen Porsche, leider zu ambitioniert.

Zum Isan, es lässt sich durchaus dort leben, obwohl Dorfleben auch nicht mein Fall ist. Mücken gibt es auch in Bangkok oder Pattaya. Die Temperaturen sind dort Nachts angenehmer als in Zentralthailand. Ich habe dort 10 Jahre ohne Aircon gelebt.
Die meisten Farangs leben im Isan mit Lebenspartner. Ob sie glücklich sind ist eine andere Frage.

Ich wohne zur Miete, damit entfällt die Belastung eines evtl. Verkaufs sollte ich das Land verlassen.
Die Miete ist gering und der Vermieter hat sie in 10 Jahren nicht erhöht.
Die Aircon habe ich auf meine Kosten ersetzt, die Stromrechnung wurde dadurch merklich reduziert.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Strompreise merklich steigen werden, die Regierung wird das deckeln.

Teilzeit statt Vollzeit.
Längere Aufenthalte statt endgültiger Entscheidungen.
Thailand als Lebensqualität, nicht als letzte Kalkulation.

Das setzt also voraus, dass man öfters mit dem Flieger fliegt, in Europa noch eine Bleibe hat. Bei den Flugpreisen und den Kosten für andere Unterkünfte???

Das O Non Immigrant Visum ist ebenfalls eine Option. Es bringt nur ein paar charmante Begleiterscheinungen mit sich.

Zum Beispiel eine gewisse Nähe zu Agenturen. Die wissen das und empfehlen dieses Visum. Irgendwie am Ende fast immer...

Verstehe ich nicht. Ich mache meine Verlängerung mit Non-O seit 20 Jahren selbst. Eine Agentur braucht jemand der Probleme mit den Anforderungen hat, aber das wird nicht die Mehrheit sein.

Was macht der Kistenschieber?
 

Klimbim

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Wenn dem so währe, müsste wohl die Hälfte (geschätzt von mir) der hier lebenden Expats das Land verlassen. Die durchschnittliche Rente ist dir bekannt. Bei vielen kommen dann noch Scheidungen, Fehlzeiten und andere Dinge zum tragen.
Ich bin unter der Grenze von 1.800 Euro. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Zeige mir einen Menschen der rundherum glücklich und zufrieden ist.
Aber ja, ich hätte gerne einen Porsche, leider zu ambitioniert.

Ich kenne einige Menschen, die rundum zufrieden sind. Meine Frau, ich, ihr Sohn, meine Mutter, meine Tochter, mein bester Freund, ich glaube auch Bernd... muss ihn mal fragen... der Kistenfreak vielleicht auch auf seine Art.

Schön, dass du im Großen und Ganzen zufrieden bist. Das ist doch wunderbar. Dass ich behaupte, die Hälfte der Menschen die nach Thailand auswanderten müssten es verlassen, ist ad Hominem in Reinform, mit Verlaub. Habe ich nirgends behauptet. Würde ich auch nicht.

Ich halte das nur für nicht erstrebenswert, ja für problematisch. ICH denke so, Du nicht. Alles gut.
Das setzt also voraus, dass man öfters mit dem Flieger fliegt, in Europa noch eine Bleibe hat. Bei den Flugpreisen und den Kosten für andere Unterkünfte???

Richtig. Vielleicht Deutschland doch nicht gar so heftig ablehnen? Pragmatisch und durchaus stabil.

Du hast eine Verbindung zu DonPietro Thailand Leben mit Thailand ?
Viele seiner Videos haben ein ähnliches Thema. Man könnte meinen, du währst der Sprecher dort. Aber er hat schon klargestellt, dass die Stimme KI ist.

Kenne ich nicht. Ich kenne nur 2 die Videos machen, die ich ansprechend finde. Einer berichtet über die Philippinen (aber zu viel Dating Zeug dabei für mich) und einer über Thailand. Beide sind Amerikaner.

Verstehe ich nicht. Ich mache meine Verlängerung mit Non-O seit 20 Jahren selbst. Eine Agentur braucht jemand der Probleme mit den Anforderungen hat, aber das wird nicht die Mehrheit sein.

Das O Visum ist ein Beschäftigungsprogramm für Agenturen. Ich kann meinen Visaantrag auch selber erstellen. Aber dann erstelle ich einen, der für mich passt. Das O Visum halte ich für mich völlig unpassend.
Die Aircon habe ich auf meine Kosten ersetzt, die Stromrechnung wurde dadurch merklich reduziert.

Cool. Mache ich auch bald. So oder so.
Zum Isan, es lässt sich durchaus dort leben, obwohl Dorfleben auch nicht mein Fall ist. Mücken gibt es auch in Bangkok oder Pattaya. Die Temperaturen sind dort Nachts angenehmer als in Zentralthailand. Ich habe dort 10 Jahre ohne Aircon gelebt.
Die meisten Farangs leben im Isan mit Lebenspartner. Ob sie glücklich sind ist eine andere Frage.

Das glaube ich. Ich denke aber auch, dass dort etliche nicht so glücklich sind. Die die es sind, sollen es sein. In vollen Zügen. Und genau so meine ich das auch.
ich sehe das bei dir aus der Sicht eines Sicherheitsbewussten.

Vor allem verantwortungsbewusst. Wer ohne KV in Thailand lebt, lebt ohne dieses Bewusstsein. Das ist nicht meine Entscheidung. Und ich störe mich daran, dass am Ende oft deutlich weniger verdienende Thais das bezahlen dürfen. Ja, so ist es. Steuerzahler, die die unbeglichenen Unkosten der Krankenhäuser ausgleichen müssen. Fair ist das nicht und ich hoffe mal, Visa werden zukünftig nur noch bei einer Versicherung vergeben, die den Namen verdient.

Mir ist übrigens nicht bekannt, dass ein im GG verbrieftes Grundrecht auf die Finanzierung eines solchen Lebens zu finden ist :tongue:

Aber ich habe das mit dem ADAC extra auch deshalb erwähnt, damit es wenigstens "leichter" wird sich abzusichern.
Was macht der Kistenschieber?

Ein sehr netter herzlicher Mensch. Er verzeiht mir meinen Spott, das weiss ich.


Auch Du hoffentlich... Spötter sind wie sie sind. Alles Gute bei der neuen AC, finde ich interessant!

P.S.

"Strompreise deckeln"... (subventionieren) bei fossiler Energie... kenne ich das nicht irgendwo her? Jaaaaa... genau....dann fehlt das Geld halt bei anderen Dingen...


Bildung zum Beispiel.
 
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Klimbim

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Solange wir die Großen (CumEx, ...) laufen lassen, haben wir kein Recht uns über die wirklich Kleinen zu beschweren.

Wir haben auch nicht darüber gesprochen, ob sein Aufenthalt mit dem Amt abgesprochen war.

Vor langer Zeit wollte Jens Spahn nach einer Talkrunde auch mal 1 Monat mit Sozialhilfesatz leben. Ich denke nicht, dass er das gemacht hat, und wenn dann hat er sicher einen Plan gemacht, was er nach diesem Experiment nachholen will.


Das sehe ich komplett anders. Was du schreibst lieber Michael ist eine ziemlich wacklige Rechtfertigung für ziemlich sicher kriminelles Verhalten. Abgesprochen? Das Amt spricht also ab, dass die Grundvoraussetzungen des Anspruches auf ALG II entfallen? Steile These! Aber wenn dem so ist, bemerke ich in mir großes Erstaunen.

Vor langer Zeit wollte Jens Spahn nach einer Talkrunde auch mal 1 Monat mit Sozialhilfesatz leben. Ich denke nicht, dass er das gemacht hat, und wenn dann hat er sicher einen Plan gemacht, was er nach diesem Experiment nachholen will.

Hat mit der Sache nichts zutun. Alles in allem liest es sich für mich nicht überzeugend. Mögen tue ich Dich aber ich verstehe die Argumente gleichwohl nicht.

Der Dieb rechtfertigt seinen Diebstahl mit dem Raubmord eines anderen? Gewagtes Argumentationsmuster...
 
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Klimbim

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... "wir"?

Das mit Jens Spahn und seinem Vorhaben, finde ich interessant. Ich habe es getan. Allerdings ist 1 Monat nichtssagend. Interessant wird es, wenn man es mal 1 Jahr macht (habe ich nicht!). Erst dann weiss man, was es bedeutet denke ich.

Noch interessanter wäre es, wenn man es streicht. Zu 100% - meine Frau weiss, was das bedeutet, denn sie wäre niemals nach Saudi Arabien als Sklavin gegangen, wenn es auf den Philippinen sowas gegeben hätte. Zum Glück haben wir Bürgergeld. Gut so.

Dass dennoch so einige dabei Deutschland verachten und zugleich in Thailand diese Transferleistung - vom Steuerzahler finanziert! mitnehmen, verwundert mich gleichwohl. Bei uns nennt man das "Chuzpa".

Ich habe das bewusst maximal diplomatisch geschrieben. Das nächste mal dann wieder spöttisch, ok? :cool:

Mit Bürgergeld in Thailand zu leben, ist dennoch nicht Sinn der Sache und auch nicht vorgesehen.
 
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Pattayareise

MGiebel

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Ich habe das bewusst maximal diplomatisch geschrieben. Das nächste mal dann wieder spöttisch, ok? :cool:
Ich denke mit Spott befriedigt man nur das eigene Ego. Das war nicht nur diplomatisch sondern auch wiedermal maximal ablenkend von meinem Eingangsargument. Leute die hier mit wenig Geld 'gut' leben vergleichen das mit dem was sie dafür in Deutschland bekommen. Gefühlt ist mein Geld hier 2-3 mal soviel wert, wenn ich auf westliche Sachen verzichte. Und die viele Sonne gibt es gratis dazu.
 
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Klimbim

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Ich denke mit Spott befriedigt man nur das eigene Ego. Das war nicht nur diplomatisch sondern auch wiedermal maximal ablenkend von meinem Eingangsargument. Leute die hier mit wenig Geld 'gut' leben vergleichen das mit dem was sie dafür in Deutschland bekommen. Gefühlt ist mein Geld hier 2-3 mal soviel wert, wenn ich auf westliche Sachen verzichte. Und die viele Sonne gibt es gratis dazu.


Lieber Giebel,

zur Sache bitte, zur Sache. Ich weiß, das klingt immer ein wenig so, als würde man in einem thailändischen Restaurant sitzen, während am Nebentisch jemand sehr engagiert erklärt, dass Chili eigentlich ein Gefühl ist und kein Gewürz.

Leute mit wenig Geld bekommen genau so viel oder wenig für ihr Geld wie Leute mit viel Geld. Das ist eine dieser unangenehmen Wahrheiten, die sich nicht dadurch verändern, dass man sie anschaut wie ein Hund den Staubsauger und hofft, er geht von allein wieder weg.

Manche Dinge sind in der Tat günstiger in Thailand als in Deutschland. Beide bekommen in Thailand für manche Dinge mehr, für manche Dinge weniger als in Deutschland für ihr Geld. Das ist kein Geheimnis. Das ist ungefähr so überraschend wie die Erkenntnis, dass Wasser in Pattaya gelegentlich von oben kommt und nicht nur aus Flaschen.

Nichts davon hat etwas damit zu tun, dass es Dinge gibt, die zwingend sind, um einen Mindeststandard an für westliche Menschen benötigten Dingen zu erhalten.

Und hier wird es dann interessant. Gute medizinische Versorgung ist ein Faktor. Ein recht entscheidender sogar. So eine Art Fundament. Ohne Fundament kann man natürlich auch bauen. Sieht dann nur irgendwann aus wie ein Kunstprojekt nach einem mittelschweren Erdbeben. Menschen, die diesen Faktor verkennen, können ein hervorragendes Eis zum Zehntel der Kosten kaufen und gleichzeitig sehr überzeugend leiden, weil sie eine Behandlung ihrer Krankheit nicht bezahlen können, da sie keine Krankenversicherung abgeschlossen haben.

Das ist dann diese besondere Form von Effizienz, bei der man beim Nachtisch spart und beim Krankenhaus alles auf einmal bezahlt. Sage ich nun, diese Leute sollen kein Eis essen? Nein. Ich bin kein Feind von Eis. Im Gegenteil. Ich halte Eis für eine der wenigen wirklich stabilen Konstanten im Leben. Sage ich, sie sollen nach Hause fahren? Auch nicht. Ich sage nur, dass ich davon abrate, das Eis, weil es günstiger ist, als Ersatz für eine medizinische Versorgung zu betrachten.

Wer Eis zur Behandlung einer Krankheit verwendet, handelt ungefähr so, als würde er bei einem Motorschaden den Tank polieren und sich dann wundern, warum das Auto weiterhin stehen bleibt.

Nimmt Deine Frau Drops zur Schwangerschaftsverhütung, weil die günstig sind? Reichen diese Drops, um gefährliche Viren zu bekämpfen? Ja, es gibt Spassvögel, die das annehmen. Ich bin ein spassiger Vogel, aber einer mit Bodenhaftung und Realitätssinn.

Bin ich ein Eisesser?

Manchmal, aber nicht um es als Surrogat zu verwenden Dir etwas hier mit meiner sehr eigenen Methode nahe zu bringen. Mit Sympathie, aber auch etwas Spott lieber Giebel. Das macht es leichter. Und es ist gratis. Auch bei kleinem Budget, in Deutschland wie auch in Thailand.

Oder bin ich wie jemand, der sich bei einem Beinbruch sehr konsequent neue Socken kauft und das Ganze als ganzheitlichen Therapieansatz verkauft?

Diese Sorte ist lustig, geschenkt.


Lieber Giebel,

Spott glättet die Verbissenheit. Verbissenheit ist eine faszinierende Eigenschaft. Sie hat etwas von einem kleinen Hund, der sich in einen Autoreifen verbeißt und dann überrascht ist, wenn sich nichts bewegt.

Wir sind keine bissigen Hunde, die auf der Straße um einen Knochen kämpfen. Zumindest nicht, solange wir uns den Luxus leisten können, nicht jeden Knochen ernsthaft zu benötigen.

Mein Ego freut sich über die nicht erkämpften Knochen. Das ist korrekt. Es sitzt gewissermaßen entspannt im Schatten, schaut dem Geschehen zu und denkt sich: interessant, aber ich bleibe hier sitzen.

Die Energie lässt sich auch anders einsetzen. Zum Beispiel dafür, nicht irgendwann mit einem Eis in der Hand vor einer Krankenhausrechnung zu stehen und sich zu fragen, ob man das vielleicht doch falsch priorisiert hat.

Genau... Lachen ist gesund und kostet nichts. Das ist vermutlich die einzige stabile Rendite, die man hier wirklich sicher bekommt.

Deine Ausführungen haben einen durchaus unterhaltsamen Anteil, und ich mag sie.

Zur Sache tragen sie derzeit ungefähr so viel bei wie ein Sonnenschirm bei Nacht. Er ist da. Man kann ihn aufspannen.

Aber der eigentliche Zweck bleibt leicht unberührt. Bis bald
😉



P.S. Sonne gibt es gratis dazu. Korrekt. Sonnenschutz wiederum ist in Deutschland deutlich günstiger als in Thailand, glaub es mir. Im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne :biggrin: :biggrin: :biggrin:
 
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Klimbim

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Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Strompreise merklich steigen werden, die Regierung wird das deckeln.


Ich schon. Leider.

Wir werden nach den neuen Erkenntnissen und dem trotzigen Unwillen uns von fossilen Energien zu lösen eher in eine Aufwärtsspirale der Preise kommen. Weltweit.

Nicht unverdient bei so viel offensichtlichem Trotz.

Ich befürchte meine Zahlen sind deutlich zu optimistisch gewesen. Du kannst dann meinem Preisszenario gerne noch einmal 20% drauf rechnen - in etwa 5 Jahren.

Es wird spannend.


Wirtschaft vor acht vom 19.03.2026 | tagesschau.de
 

Klimbim

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24 November 2024
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Teil 20: Hausratsversicherung in Pattaya oder wie man sein Condo vor durchgeknallten Wildkatzen schützt



Lieber @khun nothing , - zur zweiten Baustelle, Hausratsversicherung...

ich schicke dir hier mal meine Hausratsversicherung rüber.

Keine Sorge, ich werde dich nicht mit endlosen Vertragsparagrafen erschlagen. Ich kann dir jetzt nicht alle Details der Versicherungsleistungen erklären.

Wer will schon freiwillig 47 Seiten Kleingedrucktes lesen, wenn draußen 35 Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen, aber falls du daran wirklich Interesse hast, können wir das gern in einem persönlichen Austausch vertiefen.

Also, Hausratsversicherung für ein eigenes Kondominium in Thailand. Warum? Stell dir vor, dein Condo ist wie ein frisch gekochtes Pad Thai: appetitlich, ordentlich angerichtet, aber ein kleiner Stoß, ein falscher Handgriff und plötzlich liegt alles auf dem Boden. Ohne Versicherung sitzt du da wie ein Tourist, der bemerkt, dass er seine teure Sonnenbrille auf der Motorhaube liegen lassen hat, bitter und unnötig. Mit Versicherung: du bekommst Ersatz, musst nicht fluchen, und das Pad Thai bleibt...na ja, zumindest virtuell, unversehrt.

Oder ein anderes Bild: Dein Condo ist wie dein Lieblingscafé an der Beach Road. Alles ist ordentlich, alles hat seinen Platz, und dann BÄM ein Wasserrohr bricht oder der Nachbar denkt, seine Katze müsse deinen Fliesenparkour testen. Eine Hausratsversicherung sagt dann: „Keine Panik, mein Freund, wir kümmern uns.“ Die Katze nicht, aber du verstehst, was ich meine.

Und dann die Bar-Girl-Problematik, betrifft ja einige hier. Mich weniger, aber ich habe volles Verständnis.

Du lädst eine junge Dame ein, 21 Jahre, überdreht, lebendig wie eine durchgeknallte Wildkatze, die plötzlich in deiner Wohnung landet und nicht mehr weiß, wo zwischen Singha-Flasche und Happy Hour Cocktail oben oder unten ist.

Innerhalb von Minuten hat sie alle deine Schubladen inspiziert, deinen Mixer auf die Couch geworfen und die Kaffeemaschine dazu gebracht, spontan eine Fontäne zu produzieren.

Aus Trotz, Wut, unter Speed, Spass, oder aus purer Gewohnheit ist doch egal.

Wir wissen das, Du weisst es. Und Du willst es doch auch... stressfrei bleiben. Gerne in meinem Sinne "akribisch organisiert". Hört sich komisch an, ist aber so.

Will meinen?

Du sitzt da, 60 plus, auf Ruhe bedacht, und denkst nur: „Wo oben, wo unten?“

Während die Wildkatze quer durch dein Condo springt und wirbelt und du versuchst, den Überblick zu behalten und dein Herz wieder in die richtige Rhythmuslage zu bringen.

Bar-Girl? Schon längst irgendwo zwischen Sofa und Decke verteilt. Ohne Versicherung: Panik. Mit Versicherung: Schaden melden, lachen, tief durchatmen und dir klarmachen, dass dies eine Lektion in Demut und Chaosmanagement ist.

Mir alles so oder ähnlich schon berichtet worden. Ich könnte hier sogar bildlich davon einen virtuellen Zoo reinstellen...die Berichte die mir so zukommen, haben es in sich und beweisen mir: ich bin ein Glückspilz und meine Besucher ticken anders.

Und doch...

In Pattaya gibt es genug kleine Risiken, die man als Expat gerne übersieht: tropische Stürme, verstopfte Leitungen, Elektrik, Feuer und eben auch gelegentliche Bar-Girl-Katastrophen bei denen, die Abwechslung und exzentrische Unterhaltung zur neuen Hauptlebensaufgabe deklariert haben.

Aus Diskretion verkneife ich mir das benennen konkreter Forenmitglieder, aber denen rate ich dringend an sich gut zu versichern, extrem dringend... die Geschichten haben es in sich!

Alles Dinge, die dir erst auffallen, wenn du mitten in der Hitze schwitzt und denkst: „Wer zahlt das jetzt?“ Genau dafür ist so eine Versicherung da. Sie ist wie ein ruhiger, zuverlässiger Nachbar, der dir sagt: „Mach mal halblang, ich hab’s unter Kontrolle.“ Ohne großes Tamtam, ohne Fragen.

Kurzum: Du schützt nicht nur deine Sachen, sondern auch dein Gemüt. Stell dir vor, du sitzt auf dem Balkon, schlürfst einen Eiskaffee und denkst: „So lässt es sich leben“ ...und dann fällt dein Ventilator auf den Fernseher, während die Bar-Girl-Version deiner Wahl gerade den Mixer testet.

Ohne Versicherung: Panik. Mit Versicherung: ein Anruf, eine kleine Abwicklung, und weiter Eiskaffee trinken.

Wenn du magst, können wir das alles gern detaillierter besprechen. Ich habe die trockenen Formalitäten schon mal in Humor übersetzt. So bleiben die Nerven intakt, die Lachmuskeln fit und du wirst nicht verrückt, bevor die ersten Rechnungen kommen.


Bis dahin, schick dir ein virtuelles Eiskaffee aus der Versicherungsküche.

Viele Grüße

Klimbim

Hausratversicherung.jpg
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Teil 21: „Warum ich beim Fliegen plötzlich ein Glückspilz bin und der Direktflug über Zürich sich als ziemlich eigenwilliger Masterplan entpuppt hat“


Es gibt Momente im Leben, da fühlt man sich wie ein strategisches Genie. Und dann stellt sich heraus, man hatte einfach nur Glück.

Ich habe meine Flüge gebucht. 1. April, im Sommer und im Dezember.

Alles erledigt.
Alles bezahlt.
Alles… durch.

Direktflüge.

Thai Airways
Lufthansa
Swiss

Meistens über Zürich.

Weil ich es mag, wenn ein Flug einfach nur ein Flug ist.
Ohne Abenteuer.

Ohne Zwischenstopps, bei denen man plötzlich nicht mehr weiß, ob man noch reist oder schon geopolitische Feldforschung betreibt.

Dann kam der Krieg im Iran.

Und ich saß da.
Mit meinen Tickets.

Und dachte:
„Interessant.“


Meine Mutter rief an.

„Du fliegst aber nicht über diese Länder, oder?“

„Nein.“

„Ganz sicher?“

„Ja.“

Pause.

„Auch nicht aus Versehen?“

„Mutter… man steigt nicht aus Versehen in ein Flugzeug nach irgendwo.“

„Früher war alles einfacher.“



Meine Tochter sagte:

„Papa, du hast Glück.“

Ich sagte: „Ich habe geplant.“

Sie nickte. „Ja. Glück mit Planung.“

Das ist ihre Art, mir zu sagen, dass sie mich durchschaut.


Mein Stiefsohn grinste. „Du fliegst wieder Business?“

„Nein.“

„Schade. Dann kannst du nicht so tun, als wärst du wichtig.“

Ich nickte. „Ich tue auch in Economy so.“

Er überlegte kurz.„Stimmt.“


Meine Frau sagte nichts.

Und genau das war der Moment, in dem es ernst wurde.

Denn der Grund, warum ich keine Zwischenstopps in Golfstaaten mache, ist keiner, über den man leicht hinwegplaudert.

Sie war dort. Bevor ich sie kannte. In Saudi-Arabien.

Und „war dort“ bedeutet in diesem Fall nicht arbeiten, nicht reisen und ganz sicher nicht freiwillig dort sein.

Sie war eingesperrt.
Sie durfte die Wohnung nicht verlassen.
Sie hatte keinen Zugang zu einem normalen Leben.

Sie arbeitete bis zu 18 Stunden am Tag.
Und wenn sie nicht mehr konnte, wurde nicht gefragt, warum.
Dann gab es entweder Medikamente, damit sie weiterfunktioniert.
Oder Druck.
Oder beides.

Das ist kein Job.
Das ist ein Zustand.

Es gibt einen Moment, den ich bis heute nicht aus dem Kopf bekomme.

Ihr Vater starb.

Und sie durfte nicht mit ihm sprechen.

Kein Abschied.
Kein letzter Satz.
Kein „Ich bin da“.

Irgendwann hat sie es doch geschafft, heimlich anzurufen.

Fünf Minuten.

Zu spät.

Das sind diese fünf Minuten, die einem keiner mehr zurückgibt.

Wir saßen einmal zusammen. Ich sagte: „Warum fliegen so viele Leute über diese Länder?“

Sie schaute mich an. Nicht lange. Aber lange genug.

„Weil sie nicht wissen.“ Mehr sagte sie nicht.

Später, viel später, kamen einzelne Sätze.

Keine Geschichten. Keine langen Erklärungen. Nur Fragmente.

„Kein Handy.“
„Immer arbeiten.“
„Nicht raus.“
„Angst.“
"Vergewaltigungen"

Und irgendwann:

„Ein Mädchen… gesprungen.“

Dann war wieder Ruhe.

Und dann gibt es noch diesen anderen Moment.

Man sitzt vor einem Bildschirm. Und sieht sich selbst.

Gemeinsam. In einem Bericht eines großen deutschen Nachrichtenmagazins.

Unser Kennenlernen.
Unsere Geschichte.
Ihre Vergangenheit.

Alles da.

Nicht als abstrakte Geschichte. Nicht als Bericht über irgendjemanden.

Sondern wir.

Und während man das sieht, wird einem klar:

Das ist kein entferntes Thema. Das ist kein politischer Kommentar.

Das ist einfach passiert. Und ich merke bis heute, dass mich das nicht loslässt.

Man versteht solche Dinge nicht wirklich. Man sortiert sie irgendwo ein. In eine Schublade, die man nicht oft öffnet.

Aber sie verändern etwas. Leise. Dauerhaft.


Ich sagte irgendwann: „Ich werde dort nie landen.“

Sie nickte nur. Kein Pathos. Keine große Geste. Nur ein kleines Nicken.

Das reichte.

Und plötzlich bekommen Dinge, die vorher banal waren, eine andere Bedeutung.

Ein Direktflug ist dann kein Komfort mehr. Sondern eine Haltung.


Meine Mutter wieder:

„Du steigst aber nirgendwo um?“

„Nein.“

„Auch nicht in… wie heißt das… Doha?“

„Nein.“

„Gut. Da habe ich letztens etwas gesehen.“

Pause.

„Ich möchte nicht, dass du irgendwo verschwindest.“

Ich sagte: „Ich verschwinde höchstens im Duty Free.“


Und dann sitzt man da.

Mit seinen Tickets.

Und merkt:

Man hat Glück.

Nicht nur, weil man günstig gebucht hat.

Nicht nur, weil man rechtzeitig gebucht hat.

Sondern weil das Leben einen in eine Richtung geschoben hat, die man sich selbst vielleicht nie ausgesucht hätte.

Ich sagte zu meiner Frau:

„Weißt du, dass ich ohne dich wahrscheinlich über genau diese Routen geflogen wäre?“

Sie sah mich an.

„Ja.“

Pause.

„Jetzt nicht mehr.“

Und dann kommt dieser seltsame Moment, in dem alles zusammenpasst.

Ich habe meine Flüge früh gebucht.
Ich habe Direktflüge genommen.
Ich habe Umwege vermieden.

Aus Bequemlichkeit, dachte ich.

In Wahrheit war es etwas anderes.

Mein Stiefsohn sagte:

„Also bist du jetzt ein Glückspilz?“

Ich überlegte.

„Ja.“

„Weil du gute Flüge hast?“

„Nein.“

Pause.

„Weil ich die richtigen Leute getroffen habe.“

Meine Tochter grinste.

„Und weil du nie hörst, wenn jemand sagt, das sei übertrieben.“

Ich nickte.

„Das hilft auch.“

Am Ende saß ich da.

Mit meinen perfekt geplanten Flügen. Mit meiner Familie. Mit meiner Mutter, die immer noch glaubt, ich könnte irgendwo aus Versehen in einem fremden Land stranden.

Und dachte: Das Leben ist manchmal erstaunlich konsequent.

Es gibt dir erst einen Grund. Dann eine Richtung. Und irgendwann stellst du fest, dass beides zusammenpasst.

Ich schaute meine Frau an. Sie lächelte. Ein ganz kleines bisschen. Und in diesem Moment war alles klar.

Ich bin kein Glückspilz, weil ich gute Flüge gebucht habe. Ich bin ein Glückspilz, weil ich nie wieder irgendwo landen muss, wo jemand nicht freiwillig ist.

Und ganz ehrlich:

Wenn ich dafür über Zürich fliege und dort ein überteuertes Sandwich esse, dann ist das vermutlich die entspannteste Form von Luxus, die man sich vorstellen kann.

Meine Mutter nennt das übrigens weiterhin „unnötigen Umweg“. Ich nenne es: sehr gezielte Lebensführung mit eingebautem Sicherheitsabstand zur Dummheit.

Und einem ziemlich guten Gefühl im Gepäck.

Heute ist wieder einmal Hochzeitstag mit meiner Frau. Sie kommt gleich von der Frühschicht. Wir gehen heute Abend sehr gut essen. Das Leben meint es gut mit uns. Sehr gut.

Bald essen wir abermals in Pattaya. Das "La Ferme" mag sie. Sie liebt Französische Küche. Die Leute denken dort immer, sie sei eine Thai.

Das erspart übrigens auch manchmal Mehrkosten bei bezahlten Strandbesuchen, bei denen Thais andere Tarife als Nichtthais haben. Sie lächelt, legt den Geldschein hin und nimmt das Wechselgeld. Thaitarif. Wortlos. Praktisch.

Auf die Ersparnis durch Zwischenstopps in Golfstaaten, verzichten wir indes...

Da gehen wir nie wieder hin.

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Klimbim

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24 November 2024
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P.S. ich habe nichts gegen arabische Länder. Marokko liebe ich. Ich habe absolut nichts gegen den Islam. Mein ältester Freund ist Araber aus dem Mittleren Osten.

Ich habe auch nichts gegen Asylbewerber. Unser Grundrecht auf Asyl ist zentrale und gesunde Genetik unseres Grundgesetzes - bitte keine politische Diskussion: ich bin Rechtsstaatsfanatiker, bereits berufsbedingt und liberales Urgestein im Geiste.

Ich habe massive Vorbehalte gegen alle Golfstaaten und die dort bestehende Rechtsordnung des Kafala Systems. In so ein Land werde ich niemals mehr meinen Fuss setzen. Sklaverei und Missachtung der Menschenwürde sind Geißeln der Menschheit, die ich verachte.

Die Golfstaaten sind damit für mich tabu. Dass ich so auch nicht zwischenlande und nicht festsitzen kann, ein angenehmer Nebeneffekt.

Mögen die Routen bald wieder frei werden, damit für uns alle die Preise sinken. Nutzen, werde ich sie niemals.

Lieber zahle ich den dreifachen Preis, wenn es sein muss. Qatar, die Emirate, Saudi Arabien...ich kann diese Länder nicht ausstehen.

Meine Frau war in einem dieser Länder Sklavin. Ich verzeihe die Arroganz nicht mit der ihre Sklavenhalter annahmen, sie hätten ein Recht darauf gehabt sie als Sklavin zu "halten". Ich habe damals mit diesen Barbaren verhandelt. Diszipliniert und mein arabischer Freund hat mich damals wunderbar unterstützt und getröstet - auch davon abgehalten undiplomatisch zu sagen, was ich denke. Es war Goldstandart von ihm. Ihm sei ewig Dank. Wir haben es geschafft.

Aber: Da ich kein Christ bin, vergebe ich auch nicht. Ich bin kulturell nicht so geprägt, "meine andere Wange hin zu halten". Bei uns zieht man das durch.

Ich habe aber auch nichts generelles gegen Völker. Pauschalierungen sind nicht klug, nicht fair, inakzeptabel.

Es ist wie gesagt das Kafala System. Es gehört geächtet.

Kafala – Wikipedia
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Teil 22: „Die Größenfrage, ein Paar High Heels und die stille Erkenntnis, dass Zentimeter in einer Familie ungefähr so stabil sind wie politische Versprechen - bei den Klimbims“

Es gibt Themen im Leben, die kommen schleichend. Und dann stehen sie plötzlich im Raum. In unserem Fall: Körpergröße.

Meine Frau ist 1,50. Zierlich. Elegant. In sich ruhend. Mit einer natürlichen Autorität, die man nicht messen kann, die aber in etwa das Gewicht eines mittleren Generals hat.

Bis letzte Woche war alles in Ordnung. Dann haben wir gemessen. Nicht aus Neugier. Eher aus diesem diffusen Gefühl heraus, dass sich etwas verändert hat. So wie man gelegentlich prüft, ob der Kühlschrank noch funktioniert, obwohl er Geräusche macht, die leicht nach Drama klingen.

Ergebnis: Der Sohn. 13 Jahre. Gewachsen. Größer. Minimal. Aber sichtbar. So sichtbar, dass man es nicht mehr wegdiskutieren kann.

Stille.

Meine Frau schaut ihn an.

Er schaut zurück.

Er sagt: „Ist nur oben.“

Ich sage nichts. Ich denke: Das ist der Moment, in dem Naturgesetze persönlich werden.

Meine Frau: „Seit wann bist du so groß?“

Er: „Seit gestern. Hab entschieden.“

Ich sehe ihn an. Er meint das ernst. Auf seine Weise.

Meine Tochter (19) kommt dazu. 1,65. Schon länger außerhalb jeder Diskussion.

Sie schaut. Registriert. Versteht. Sagt nichts. Verschwindet.

Ich denke: Das wird jetzt entweder sehr ruhig oder sehr kreativ.

Einige Stunden später kommt sie zurück.

Tüte.

Blick wie jemand, der ein Problem gelöst hat, das eigentlich gar nicht lösbar ist.

Sie stellt die Schuhe hin. High Heels.

Dezent. Elegant. Nicht übertrieben. Eher so, als hätte jemand beschlossen, der Realität höflich zu widersprechen.

Meine Frau: „Was ist das?“

Meine Tochter: „Korrekturmaßnahme.“

Mein Sohn schaut auf die Schuhe. Dann auf seine Mutter. Dann auf mich.

Sagt: „Das ist Cheating.“

Ich denke: Er hat Talent. Witziger Knirps. Und lache versteckt, damit es nicht bemerkt wird.

Meine Frau zieht die Schuhe an. Steht auf. Wächst.

Nicht viel. Aber genug.

Meine Tochter nickt. „Siehst du.“

Meine Frau schaut in den Spiegel. Ganz kurz passiert etwas.

So ein Moment, in dem man merkt, dass es gar nicht um Zentimeter geht.

Sie sagt leise: „Danke.“

Meine Tochter winkt ab. „Nicht übertreiben.“ Typisch für sie. Ich bin zutiefst gerührt, verstecke das aber auch besser.

Meine Frau: „Doch.“

Meine Tochter: „Ist nur Physik.“ Ich denke: müssen alle meine Familienmitglieder so trocken kommentieren? Angewohnheit.

Mein Sohn: „Ist Plattform.“

Ich drehe mich leicht weg. Ich lache nicht mehr... aber innerlich ist Bewegung.

Meine Frau schaut ihren Sohn an. „Und jetzt?“

Er zuckt mit den Schultern. „Jetzt bist du wieder gefährlich. Stabil Mama“

Ich denke: Das ist wahrscheinlich das schönste Kompliment, das ein 13-Jähriger formulieren kann, ohne rot zu werden.

Meine Tochter lehnt sich an die Wand. Beobachtet.

Meine Frau: „Findest du sie schön?“

Mein Sohn überlegt. Ernsthaft. Zu ernsthaft.

Dann: „Sind Schuhe.“

Meine Frau schaut ihn an. Ich sehe, wie sie kurz blinzelt.

Meine Tochter: „Er meint ja.“

Er: „Ja.“

Meine Tochter:„Gut. Thema erledigt.“ Ich muss nun doch merkbar lachen... oh man...

Meine Frau: „So einfach?“

Meine Tochter: „Ja.“

Meine Frau:„Ich bin kleiner als ihr.“

Mein Sohn: „Du bist nur tiefer.“

Ich muss mich jetzt setzen.

Meine Tochter grinst. „Siehst du. Perspektive.“

Meine Frau atmet aus. Ein kleines Lächeln. Kein Drama. Kein großes Thema. Einfach Familie.

Ich sitze da und denke:

Am Ende ist Größe eine sehr ungenaue Maßeinheit. Man kann sie messen.

Aber man versteht sie erst, wenn jemand beschließt, dass ein paar Zentimeter weniger kein Nachteil sind, sondern einfach nur eine andere Flughöhe.

Und wenn es dann doch mal eng wird, gibt es immer noch Schuhe. Oder, noch besser, Menschen, die einem welche hinstellen, ohne daraus eine große Sache zu machen.

Der Knirps schlug jüngst allerdings vor, unser Türschloss 10 cm tiefer anzubringen - nur aus Spass. Er kann es nicht lassen...

Nun vielleicht nicht mehr nötig.

Die Sonne scheint und ich fühle mich sehr wohlig. Die Schuhe haben Größe 36. Was solls. Alles eine Frage der Perspektive...

Schuhe.jpg
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Die Frage, die sich jemand stellt, der hier in Thailand mit 500-1000€ 'gut' lebt ist 'Wie sieht mein Leben mit 500-1000€ im kalten Deutschland aus'.

Die Sonne scheint hier fast jeden Tag, kostenlos :LOL:

P.S.: Ich habe hier mal einen Bürgergeldempfänger getroffen, der so lange wie möglich im Jahr in Thailand leben wollte.


Ich möchte mich noch einmal korrigieren zu einem zuvor behandelten Thema: meine Vermutungen, dass auch 1800 netto im Monat bald nicht mehr reichen könnten will ich hier in Anbetracht des Nahostkonfliktes neu bewerten und zwar mit einer Korrektur nach oben:

Viele Auswanderer, vor allem YouTuber und Influencer, erzählen einem schon notorisch, dass man in Pattaya mit 1.000, 1.200 oder 1.800 Euro im Monat ein paradiesisches Leben führen kann. Wirklich. Freiheit, Sonne, Abenteuer und man ist der König der Welt.

Wer das immer noch glaubt, sollte vielleicht mal aufwachen. Lebensmittelpreise sind längst nicht mehr die billigen Straßenmarkt-Schnäppchen der Videos. Thailand importiert viele Nahrungsmittel und Konsumgüter, und die gefühlte Inflation für Expats liegt bei 4 bis 6 Prozent pro Jahr, deutlich über den offiziellen 2,7 bis 3 Prozent. Der Nahostkrieg treibt Treibstoffpreise und Transportkosten weiter nach oben, alles, was aus dem Ausland kommt, wird sofort teurer. Wer heute 300 bis 400 Euro pro Monat für Essen ausgibt, sollte in fünf Jahren realistisch 400 bis 500 Euro einplanen, nur durch Inflation und Produktionskosten. Aber laut Fred vom YouTube-Video ist das alles „pillepalle“.

Die Krankenversicherung wird sträflich unterschätzt. Für Expats über 50 steigen die Prämien jährlich um fünf bis zehn Prozent. Realistisch sind 250 bis 450 Euro pro Monat, wenn man halbwegs abgesichert sein will. Wer darauf verzichtet, lebt gefährlich. Dazu kommen steigende Preise für Elektronik, Haushaltsgeräte, Möbel, Kleidung und Flüge nach Europa oder Australien. Unter 2.500 Euro netto pro Monat in Pattaya wird das auf Sicht nicht tragfähig sein. Alles darunter ist Märchenland.

Dann Fred vom Jupiter, der klassische Adressat solcher Youtube-Beiträge.

Er stolpert durch 50-Grad-Hitze, Mücken summen wie Hubschrauber, sucht verzweifelt Zigarettenkippen, dreht neue Zigaretten und ruft dem Realisten zu, „Freiheit, Freiheit, alles deluxe!“

Der Realist schaut trocken, „Fred, das ist kein Paradies, das ist Survival auf Minimum.“ Fred winkt ab, grinst, zeigt seine halbleere Instant-Nudel-Packung und erklärt enthusiastisch, „Quatsch, ich lebe das Leben!“

Zwei Minuten später sitzt er im Schatten, die Klimaanlage tot, Mückenstiche überall, Wasser untrinkbar heiß, Nudelsuppe Nummer drei auf dem Teller, und erzählt immer noch, dass das alles Training für Körper und Geist sei.

Die Wahrheit: So geht es nicht. Das Freiheit-Freiheit-Gelaber ist nur Ablenkung von der Lebenslüge, die er sich selbst einredet.

Wer in Pattaya komfortabel leben will, braucht meiner persönlichen Einschätzung nach ! absehbar deutlich über 2.500 Euro netto pro Monat.

Alles darunter endet in Hitze, Mücken, Not und Instant-Nudelsuppen. Mein Zeithorizont dabei: etwa 5 bis 10 Jahre.

Ich mag keine Nudelsuppen. Und ich meine es auch nicht schlecht mit Fred. Ich möchte, dass die Freds unter den Asienfreunden etwas genauer hinsehen und diese "Freiheit Freiheit Youtuber" endlich mal merken, was sie mit ihrem Murks teilweise anrichten.
 

franki

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Hallo @Klimbim , Dein Schreibstil gefällt mir gut! Das ist sehr unterhaltsam zu lesen, Du hast auf jeden Fall literaisches Talent!

Wie Du hier schreibst, hast Du in Deutschland eine nette Familie.

Meine Frau ist 1,50.

Ergebnis: Der Sohn. 13 Jahre.
Darf ich fragen, ob Deine Familie mit nach Thailand kommt? (Die Tochter mit 19 Jahren lasse ich mal raus). Falls das so ist, dann wäre das Condo mit 40 m2 nicht allzu groß. ;)

Oder willst du nur überwintern und Deine Frau und Dein (angenommener) Sohn kommen in Deutschland in der Zeit alleine klar? Vielleicht hast Du es hier schon mal geschrieben und ich habe es überlesen.
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Hallo @Klimbim , Dein Schreibstil gefällt mir gut! Das ist sehr unterhaltsam zu lesen, Du hast auf jeden Fall literaisches Talent!

Wie Du hier schreibst, hast Du in Deutschland eine nette Familie.




Darf ich fragen, ob Deine Familie mit nach Thailand kommt? (Die Tochter mit 19 Jahren lasse ich mal raus). Falls das so ist, dann wäre das Condo mit 40 m2 nicht allzu groß. ;)

Oder willst du nur überwintern und Deine Frau und Dein (angenommener) Sohn kommen in Deutschland in der Zeit alleine klar? Vielleicht hast Du es hier schon mal geschrieben und ich habe es überlesen.


Sehr gute Frage.


Ich antworte mal in knapper Form, aber dennoch seriös:

Meine Tochter ist halb brasilianisch. Sieht aufgrund indianischer Gene übrigens aus als könnte sie eine Mischung von mir und meiner Frau sein, witzig...sie spricht muttersprachlich Deutsch, Französisch, Portugiesisch. Ich sage das mal so, ohne es zu übertreiben: sie ist beim Abi gut. Richtig gut meine ich. Ganz nüchtern und realistisch, nicht zur Darstellung tauglich. Sie hat sozusagen freie Bahn.

Sie will in Portugal oder Brasilien studieren. Chemie oder Physik sagte sie. Sie ist so. Menschen sind frei. Sie wird uns nicht verlieren und ist langes Fliegen gewohnt.

Mein Ziehsohn ist sehr selbständig. Aber Minderjährig lassen wir niemanden alleine, niemals. Also Wochen schon, aber nicht dauerhaft. Andererseits haben wir für "Ausflüge" meiner Frau aufgrund unseres Freundeskreises, der extrem international ist und meiner Mutter, die perfekt mit dem Knirps harmoniert, sehr gute Möglichkeiten.

Ich beabsichtige eine weitere Wohnung im Haus zu erwerben. Da sind immer welche frei zum Verkauf. Momentan auf dem gleichen Stockwerk. Im April schaue ich mir das an. Am besten daneben, dann Durchbruch. Die Besichtigung ist am 02.04. - ich freue mich.

Ich gehe nicht heute, sondern in 1-2 Jahren wirklich in den Ruhestand. Dann ist er 15 der Knirps. Meine Ehe ist maximal stabil. Hatten jetzt Hochzeitstag. Beste Ehefrau, die man haben kann. Unfassbar...kann ich hier nicht erklären, ich bitte um Verständnis. Ja, meine Traumfrau. Seit Jahren.

Und wie das lösen?

Meine Frau wiederum lernt momentan etwas, was ihr die Arbeit als medizinische Flugbegleiterin ermöglicht. Ich habe das bereits angetestet: da besteht ein wahnsinniger Bedarf. Wir haben Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern. War positiv.

Das Arbeitsvisum ist auch nicht das Thema, da es sich dann um eine deutsche oder schweizer Versicherung handeln würde (Anstellung in der EU, sie ist deutsche Staatsbürgerin) und Stationierung in Pattaya. Wichtig ist die Erreichbarkeit zum Flughafen Bangkok: unter 2 Stunden.

Ich würde vorgehen. Wenn es zu klein wird und ich es nicht schaffe im Haus dann mehr Wohnraum zu kaufen, wird das eine Gästewohnung oder eine zum Vermieten. Wir mieten dann ein Haus.

Bis sie käme, wird es so laufen, dass sie viele Überstunden und Urlaub nutzen würde und ich im Jahr 5 Monate, sie so 2 Monate dort verbrächte.

Meine Tochter sagt immer, was ich sehr süß finde... seitdem sie denken kann: "mein Papa, der hat immer für alles eine Lösung".


Das ist die Richtung und sie wird zwischen uns einwandfrei und offen kommuniziert. Meine Tochter ist eh flügge. Es tut etwas weh, aber das ist das Leben und sie geht uns nicht verloren.

Sie ist maximal agil und ich mache mir keine Sorgen: Flugzeuge fliegen und wir sind gut versorgt. :)
 
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Klimbim

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24 November 2024
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@franki : P.S.

Ich muss und musste über lange Strecke sehr sachliche Texte verfassen. Klageerwiderungen, Rechtsgutachten, Vermerke...

Das was ich hier mache ist meine innere Rebellion und wird demnächst für mich, was noch übrig bleibt. Ich mag nämlich langsam nicht mehr, wofür ich sehr gut ausgebildet wurde.

Mein Chef meint: "Sie sind zu witzig für Ihren Job" - und er mag mich. Aber ich sage es anders herum: der Job ist zu ernst für mich. Ich kann die Verhandlungspartner nicht regelmäßig verspotten, obwohl ich mich oft fast durchgehend dazu animiert fühle.

Manchmal mache ich es übrigens trotzdem. Aber das ist eine andere Geschichte.

PPS, ich vergas: meine Frau wird neben dem Visum auch eine Arbeitserlaubnis dort benötigen, die aber ein Konzern für sie regeln wird.
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Teil 23: Sonnenstrom auf dem Balkon, oder ein Versuch, Physik, Hausverwaltung und geopolitische Realität gleichzeitig ernst zu nehmen


Es begann, wie alle wirklich soliden Projekte beginnen sollten, mit einer gewissen Übermotivation und drei Quadratmetern Balkon. Bei mir: Brüstung aus Hartglas, wunderbar.

Südseite. Tropische Sonne. Ein Kühlschrank mit Weißwein, dessen Temperatur ich als nicht verhandelbar betrachte. Auch Champagner lagere ich dort. Jeder Gang in den Duty Free erweitert mein Angebot, ich trinke eher selten aber gerne :tongue:

Die Schlussfolgerung lag nahe. Wenn die Sonne ohnehin täglich mit bemerkenswerter Konsequenz erscheint, könnte sie sich zumindest an den Betriebskosten beteiligen.

Was die Sache leicht absurd macht, ist ein kleines Detail.

Ich komme ursprünglich aus der Energiebranche. Allerdings nicht aus der Kategorie „Ich klebe etwas auf mein Fenster und hoffe auf das Beste“, sondern eher aus der Kategorie „Wir planen hier ein Photovoltaikfeld, das man vom Weltall aus erkennt, und kombinieren das vorsichtshalber mit einem Windpark, der den lokalen Vogelbestand nachhaltig beeindruckt“. Jahrzehnte... und ehrlich gesagt recht erfolgreich um ehrlich zu sein.

Ich war immer eine Art "Spezialwaffe" im Konzern. Etwas, mit dem man drohte: "wenn Sie nicht kooperieren, schicken wir Klimbim"... fand ich lustig, war der Running Gag einer meiner Chefs.

Ich habe also gelernt, in Dimensionen zu denken, bei denen man Genehmigungsverfahren nicht in Wochen, sondern in politischen Epochen misst.

Und nun sitze ich hier und versuche ernsthaft, drei Quadratmeter Balkon zu optimieren.

Man muss sich daran gewöhnen. Man stapelt schließlich auch keine zwei Tonnen Marmelade im Wohnzimmer, nur weil sie im Angebot war.

(Diese Metapher kam in meinen Kopf nachdem ich mich an eine Komödie erinnert habe: glaube "Ödipussy" von Loriot... der Typ geht in den Ruhestand und dreht durch... wisst ihr, was ich meine? 5% von mir sind wie der... aber diese 5% haben es in sich...)

Ein kurzer Blick auf die Weltlage (Bem. : keine politische Diskussion in meinem Strang bitte).​

Man kann sich dem Thema Energie derzeit nur schwer nähern, ohne gelegentlich über die Nachrichten zu stolpern.

Konflikte hier, Spannungen dort, und plötzlich stellt man fest, dass Strom in Thailand zu einem nicht unerheblichen Teil aus Gas erzeugt wird, dessen Preis sich wiederum erstaunlich gern an internationalen Ereignissen orientiert.

Der jüngste Krieg im Iran hat diese Zusammenhänge nicht gerade vereinfacht.

Man sitzt also auf seinem Balkon, schaut in die Sonne und denkt sich mit der Gelassenheit eines leicht überforderten, aber stilvoll improvisierenden Klimbims-Dirigenten, der sein Orchester aus Toastern, Ventilatoren und einer etwas zu ehrgeizigen Klimaanlage zusammenhalten muss:
Wenn die Welt schon kompliziert wird, könnte ich wenigstens meine Klimaanlage teilweise selbst finanzieren.

Die Theorie und ihre Grenzen​


Drei Quadratmeter Solarfolie liefern bei guter Sonneneinstrahlung etwa drei Kilowattstunden am Tag.

Das klingt ordentlich, bis man sich daran erinnert, dass eine Klimaanlage diese Menge eher als freundliche Geste interpretiert.

Der Kühlschrank bleibt hingegen das, was er immer war. Zuverlässig. Anspruchsvoll. Emotional unbeteiligt.

Erstes Gespräch mit einem Fachmann (Videocall, vermittelt über einen Bauleiter... die Kisten hatten Pause).​

Ich kontaktierte einen Techniker in Pattaya. Ein Mann mit einer bemerkenswerten Ruhe, die vermuten ließ, dass ich nicht der erste war, der versuchte, die Sonne in ein Geschäftsmodell zu verwandeln.

Klimbim: “I was hoping three square metres might cover a meaningful portion of my daytime consumption.”

Technician:“Yes yes, can cover. Not all, but… how to say… before bill punch you, now only poke.”

Ich ließ das kurz sacken.

Klimbim: “I beg your pardon, did you say my electricity bill punches me?”

Technician: “Yes. Big punch before. Now small poke. You feel, but not cry.”

Ich musste zugeben, dass diese Beschreibung eine gewisse Präzision hatte.


Die Batterie, ein sehr teurer Traum​


Natürlich kam irgendwann die Idee auf, eine Batterie zu installieren. Ein System, das tagsüber speichert und nachts liefert. Elegant. Unabhängig. Fast schon aristokratisch.

Mein berufliches Ich flüsterte mir zu: „Natürlich brauchst du Speicher. Ohne Speicher ist das System unvollständig.“

Mein realistisches Ich antwortete: „Du betreibst keinen Nationalstaat.“

Dann kamen die Zahlen.

Klimbim: “If I add a battery, would I become fully independent?”

Technician: “Yes yes. You independent. Like… small country.”

Klimbim: “That sounds rather appealing.”

Technician: “But small country need big budget.”

Eine Pause.

Technician: “And after ten year, revolution. Need new battery.”

Ich stellte mir kurz vor, wie mein Balkonstaat nach zehn Jahren in eine energetische Krise stürzt, und entschied mich, dieses Szenario zu vermeiden.

Die Hausverwaltung, ein leises Hindernis​


Der nächste Schritt war die Hausverwaltung.

Ich schlug vor, klassische Solarpanels außen anzubringen. Effizient, langlebig, technisch überzeugend.

Ein Teil von mir wollte bereits mit Genehmigungsunterlagen, Visualisierungen und einer Präsentation in 42 Folien antreten.

Dann erinnerte ich mich daran, dass ich nicht mehr in einem Infrastrukturprojekt bin, sondern auf einem Balkon.

Die Antwort war entsprechend kurz.

Nein.

In Deutschland würde ich sagen: "gut, dann gehen wir vor Gericht und lassen es klären. Viel Spass wünsche ich Ihnen, ich pflege zu gewinnen".

In Thailand denke ich, dass das keine gute Idee ist. Gar keine. Ich passe mich an. Okay :cool:

Also wechselte ich die Strategie. Solarfolie. Außen. Auf meiner eigenen Balkonbrüstung. Meine Zimmerfenster hatte ich ja bereits mit Anti UV Folie versehen, siehe meine Berichte zuvor...die werden nicht verändert. Aber die Glasbrüstung, diese 3m2, die wollte ich nutzen...

Plötzlich wurde aus einem komplexen Genehmigungsverfahren ein Stück Klebearbeit. Ein erstaunlicher Fortschritt.

Die Expansion der Idee​


Drei Quadratmeter fühlten sich bald etwas bescheiden an. Ich kenne nur Parks ab so 40 ha Mindestfläche...

Fünf wären besser. Sechs ideal. Wenn man Fenster einbezieht, wird es plötzlich ambitioniert.

Man entwickelt ein erstaunliches Talent dafür, Flächen zu entdecken, sobald man beginnt, sie in Energie umzurechnen.

Mein altes Denken meldete sich erneut. „Wenn schon, denn schon. Warum nicht gleich maximal ausbauen.“

Ich musste mich aktiv bremsen.

Dies ist kein Solarpark. Dies ist ein Balkon.

Und erneut der Gedanke mit der Marmelade.

Ein Gespräch über Transparenz mit unerwarteten Bildern​


Klimbim: “I would prefer a fully transparent film. I do rather enjoy being able to see outside.”

Technician: “Yes yes, transparent very nice. You see everything. Very hi-so.” :tongue:

Klimbim: “And the efficiency?”

Der Techniker überlegte kurz.

Technician: “Efficiency… like skinny chicken.” :biggrin::biggrin::biggrin:

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich ihn richtig verstanden hatte. :confused1:

Klimbim: “I’m sorry, a skinny chicken?”

Technician: “Yes. Chicken still chicken. Can eat. But not much meat.”

Ich musste lachen.

Klimbim: “So I would be installing something nutritionally disappointing.”

Technician: “Yes. Good look, not big power.”

Ich begann langsam, das Prinzip zu verstehen.

Panels oder Folie​


Die Alternativen wurden klarer.

Solarfolie ist elegant, leicht, unauffällig. Sie arbeitet im Hintergrund und liefert einen Beitrag, ohne sich aufzudrängen.

Klassische Panels sind effizient, robust und optisch etwa so subtil wie ein Möbelstück, das beschlossen hat, dauerhaft außen zu wohnen.

Klimbim: “So panels are the more powerful option.”

Technician: “Yes. Panel strong. Like buffalo.”

Klimbim: “And the film?”

Technician: “Film more like… cat.”

Kurze Pause.

Technician: “Cat sometimes help. Sometimes just sleep.”

Ich musste erneut lachen.

Klimbim: “So I would be investing in a slightly unpredictable assistant.”

Technician: “Yes. Solar cat. But good cat.”

Wirtschaftlichkeit mit einem gewissen Realismus​


Die Zahlen sind nicht spektakulär.

Die Investition ist vorhanden.
Die Einsparung moderat.
Die Amortisation eher ein langfristiges Konzept.

Und dennoch gibt es Faktoren, die sich nicht so leicht berechnen lassen.

Energiepreise steigen selten aus Rücksichtnahme.
Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit.
Ein Stromausfall während eines wichtigen Gesprächs ist in etwa so hilfreich wie Regen bei einer Gartenparty.

In einer Welt, in der selbst Großprojekte nicht mehr völlig immun gegen geopolitische Überraschungen sind, wirkt ein kleiner Beitrag zur eigenen Versorgung plötzlich weniger wie Spielerei und mehr wie eine leise Form von Vernunft.

Was dieses System tatsächlich leistet​


Es ersetzt den Netzstrom nicht. Es reduziert ihn. Genau dann, wenn die Sonne scheint und der Verbrauch am höchsten ist. Man könnte sagen, es ist kein vollständiges System, sondern ein sehr disziplinierter Assistent, der ausschließlich bei guten Lichtverhältnissen arbeitet.

Abschließendes Gespräch​


Klimbim: “So, would you say this is a sensible decision?”

Technician: “Sensible yes. Make rich no.”

Klimbim: “I suspected as much.”

Technician: “But you feel better. Less bill, less worry, little bit control. Good for heart.”

Klimbim: “I do appreciate a calm heart.”

Technician: “Yes. And good for chicken also.”

Ich beschloss, diese letzte Bemerkung nicht weiter zu hinterfragen.

Und nu?

Große Systeme mit Batterie sind technisch beeindruckend, aber in dieser Situation schwer zu rechtfertigen.

Kleinere Lösungen mit Solarfolie sind weniger effizient, dafür realistisch umsetzbar und erstaunlich sinnvoll im Alltag.

Die größte Herausforderung bleibt nicht die Technik, sondern das Umfeld.

Und so steht man schließlich auf seinem Balkon, blickt durch eine nahezu unsichtbare Folie in die Sonne und weiß, dass zumindest ein kleiner Teil des eigenen Stroms von dort kommt.

Für jemanden, der einmal Windparks geplant hat, ist das vielleicht eine ungewohnt kleine Lösung.

Aber überraschend genug ist sie groß genug, um einen Unterschied zu machen.



Bauleiter im Isan und sein Senf dazu

Nach alledem wollte ich mit meinem lieben Freund noch kurz die ganze Sache besprechen, also rief ich ihn an.

Klimbim: "Hallo, Bauleiter! Wie geht es dir im Isan? Springst du immer noch zwischen den Lastern herum und stapelst Kisten?"

Bauleiter: "Ah, Klimbim, ja, ja… die Kisten stapeln sich unaufhörlich. Ich sehe dich nicht wirklich, Junge, und das Benzin ist fast alle. Die Krise ist überall.

Deine Berechnungen… hmmm… sie erinnern mich an ein Kind, das versucht, alle Wasserflaschen gleichzeitig in einen einzigen Eimer zu schütten. Ich verstehe nicht alles, aber ich habe Respekt."

Klimbim: "Danke. Ich wollte nur kurz über die Balkon-Solarfolie sprechen. Drei Quadratmeter, halbtransparent, direkt in die Steckdose. Kein Drama, keine Batterie. Die Kosten belaufen sich auf ungefähr 1.000 Euro."

Bauleiter: "Hahaha, drei Quadratmeter für tausend Euro… also du jonglierst den Strom, als würdest du versuchen, alle Brunnen in einem ganzen Dorf gleichzeitig zu füllen. Tagsüber Sonne, direkte Steckdose, kein Chaos. Fast verständlich. ... los, los, Kisten stapeln… und ach ja, deine Folie."

Klimbim: "Ganz genau. Tagsüber liefert die Sonne Strom, der Kühlschrank läuft wie geschmiert, und Tee trinken kann man auch in Ruhe."

Bauleiter: "Hmmm… clever, clever. Ich renne zwischen den Lastern herum. Deine Folie… ich sehe sie vor mir.

Es ist wie ein Thailand-Auswanderer, ein Veteran, der versucht, den perfekten Brunnen zu bauen, während er gleichzeitig die Wasserhähne zählt. Merkwürdig, aber es funktioniert."

Klimbim: "Exakt. Manchmal muss man die riesigen Großprojekte vergessen. Drei Quadratmeter Folie, ein wenig Tee trinken, Sonnenstrom fangen. Das reicht völlig."

Bauleiter: "Hahaha. Du rechnest, als würdest du versuchen, Sonnenlicht durch ein Schlüsselloch zu pressen. Ich verstehe nicht alles, aber irgendwie… du hast Stil... los, los, Kisten stapeln… aber deine Idee ist sehr clever. Wird sich hier nie rechnen, hier ist der Strompreis niedrig und nicht "Grün-gesteuerter Blödsinn", aber okay... Du bist in Ordnung, Ausnahme"...

Ich blinzele kurz, übergehe das mal innerlich eine Sekunde lang... der Mann ist ein lieber Kerl. Wer bin ich, ihn zu sehr zu verwirren...

Klimbim: "Siehst du, manchmal ist weniger mehr. Kein Riesendach, kein Umspannwerk, einfach eine kleine Fläche und direkte Einspeisung."

Bauleiter: "Hahaha. Ja, ja. Ein bisschen genial, Klimbim…"

...er rennt weiter, stapelt Kisten auf Laster, ruft (und feuert) seine Jungs an, freut sich über jeden kleinen Fortschritt, lobt einen neu gebauten Brunnen am Straßenrand, Benzin fast alle, alles chaotisch, aber er denkt immer wieder über die Folie nach... der Arme...

Klimbim: "Alles klar. Prost auf die Sonne, auf den Strom und auf intelligente, kleine Lösungen."

Bauleiter: "Prost, Klimbim. Die Sonne bedankt sich, und ich auch. Jetzt wirklich, ich muss weiterrennen!"


https://assets.rbl.ms/25584928/origin.jpg
 
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Klimbim

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24 November 2024
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P.S. wer sich mit mir am 05.04 trifft (hatte ich angekündigt, etwa 12 Leute erwarte ich und ich reserviere), wird einige Figuren aus meinem Strang life erleben...

Den netten Agenturleiter, die Thai-Deutsche Agentin und ich vermute auch den Kistenfreak... er muss in Pattaya bestimmt bald neue Kisten abholen - sofern er noch Sprit bekommt her zu fahren...

Er ist so anders als ich und ich mag ihn dennoch ausgesprochen gerne...
 

Klimbim

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24 November 2024
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Wird sich hier nie rechnen, hier ist der Strompreis niedrig und nicht


Bemerkung: damit hat er vermutlich leider erst einmal recht. Wenn Thailand den Strompreis derartig heftig subventioniert, wird das nichts.

Ich denke aber ich verlasse mich nicht darauf, dass das durchhaltbar sein wird. Die Klimaziele, sind so nicht zu erreichen (keine politische Diskussion, pure Fakten) und fossile Energie hat einen zusätzlichen entscheidenden Nachteil: sie hat durchgehend Erpressungspotenzial.

Wirklich entscheidend ist aber für mich, dass ich ein Stück Autarkie gewönne. Wer kennt sie nicht, die massiven Stromausfälle in Südostasien? Möchte ich mit 70 dann in meiner Wohnung buchstäblich kleben, Klimaanlage bleibt stumm und ich schnappe nach Luft?

Ich rechne mit steigenden andauernden Hitzephasen (noch einmal: bitte keine politische Diskussion. Der Klimawandel ist bewiesen und bedarf keiner Infragestellung und ich möchte hier auch keine Diskussionen auf Verschwörerniveau führen wollen - das beantworte ich mit einem Blocken, sag ich klipp und klar).

Da die Temperaturen steigen werden und die Hitzephasen tendenziell zunehmen, wird auch der Preis von Energie steigen müssen. Auf Dauer hält keiner eine Dauersubventionierung durch. Davon bin ich als Marktwirtschaftler überzeugt.

Dezentrale Ergänzungen sind in meinen Augen daher klug.

Ich kann es eh nicht lassen und werde mir im Ruhestand mal das Potenzial für Freiflächenanlagen dort ansehen. Unter tropischer nahezu senkrecht stehender Sonne sowas wirtschaftlich durchplanen zu können, bei sagen wir eher schlechten Bodenwerten aber ausgereifter günstiger Technik aus China, das wäre ein Traum für Typen wie mich...100 ha Minimum und dazu richtig fette Umspannwerke bei nahen Einspeisepunkten...
 
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