Willkommen in unserer Community
Möchtest du dem Forum beitreten? Das gesamte Angebot ist kostenlos.
Registrieren
Borussia Park
Smurf Bar

Tagebuch eines Ruheständlers in Pattaya. Ich bereite es vor: in wenigen Monaten wird es starten

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.110
4.898
1.665
Ich bin so ein Isaan Fetischist,auch wenn ich nicht den Wachstum des Reises mit dem cm Mass messe,dass macht man nur in Laos.

Im Isaan kann man trotzdem gut leben ,
wenn man Haus mit grossen Garten und liebe Familie hat und man ist weit weg vom Massentourismus,
den es hier im Paterya wohl gibt.

Mich wundert es eigentlich,
das jemand ,der so viel drauf hat wie du ,
nicht schönere Plätze in Thailand ,
wie zum Beispiel Ko Samui, Grabi, oder einer der anderen Inseln ausgesucht hat.
Muss hier aber noch lesen um eine Erklärung zu finden!


Ich bin ein Typ, der abwägt. Berufsbedingt. Dauerndes abwägen. Kho Samui, Phuket und Kho Samet als auch die Wasserfälle 3 h südöstlich von Pattaya kenne ich. Ich werde mir auch Deine Gegend ansehen. Absolut! Ich bin ein Entdecker. ABER: Ich wollte da nicht wohnen und doch... kann die "Isan Irren " komplett respektieren.

Ich hoffe doch sehr, dass mein Spott NIE abwertend hier rüber kommt, denn das mag ich überhaupt nicht.

Ich bin halt ein Spötter. Ich spotte aber auch über mich selber und wenn Du hier anfängst zu lesen, wirst Du es geniessen...


Alles Gute Dir im Isan!
 

AlfredSturm

Kennt noch nicht jeder
    Aktiv
20 Februar 2026
28
105
388
Sehr cool Berichte, am besten gefallen mir im Dialog style und vor allem der mit dem Klimaanalgentechniker. Viel Erfolg weiterhin!
 

DaBaWa

Gibt sich Mühe
   Autor
25 Januar 2025
449
4.352
1.495
Teil 13: kurzer Erfahrungsbericht aus der Rubrik „Klimaanlagen-Archäologie in Südostasien“.


Meine Klimaanlage wurde bereits zweimal „gereinigt“.

Das Ergebnis dieser beiden Reinigungen war ungefähr so überzeugend wie ein TÜV-Siegel für einen U-Boot-Fahrradanhänger.

Beide Techniker erklärten mir außerdem, mit der Gelassenheit eines Pathologen nach der Obduktion, dass die Anlage leider komplett kaputt sei und man sie ersetzen müsse.

Dann kam Techniker Nummer drei. :elefant

Er öffnete das Gerät.

Was dann herauskam, sah aus, als hätte dort seit 2014 eine kleine tropische Zivilisation gewohnt. Mit Landwirtschaft, Viehzucht und vermutlich einer funktionierenden Gemeindeverwaltung.

Im Hintergrund steht meine Haushälterin.
Sie sagt nichts.
Sie lächelt nur sehr leicht.

*Klar. Und ich darf gleich wieder alles sauber machen.*

Daraufhin entwickelt sich folgende Unterhaltung.

Technician:
Hello sir. I check aircon already.

Me:
Splendid. And? Is it gravely ill or merely pretending?

Technician:
Aircon not sick, sir. Just… very dirty. And no gas.

Kommentar:

Der Mann sagt das so ruhig, als würde er feststellen, dass die Titanic möglicherweise ein kleines Wasserproblem hatte.

Meine Haushälterin schaut kurz ins Gerät, hebt eine Augenbraue.

*„Sehr dirty“ ist eine interessante diplomatische Umschreibung für das, was ich da sehe.*

Me:
That is interesting. Two previous technicians informed me the machine was essentially dead.

Technician:
Maybe they not check inside.

Me:
Ah. A purely philosophical inspection.

Technician:
Yes sir.

Meine Haushälterin lächelt wieder.

*Ja. Reinigung durch freundliches Anschauen. Neue Methode.*

Kommentar:
Der Techniker holt jetzt seine Geräte heraus.

Eine Mischung aus Hochdruckreiniger, Kompressor, Blasgerät und etwas, das klingt, als würde man damit normalerweise ein Flugzeugtriebwerk starten.

Kurz darauf klingt das Schlafzimmer wie ein kleiner Flughafen.

Meine Haushälterin tritt vorsichtshalber einen halben Schritt zurück.

*Sehr gut. Wenn der Mann so weitermacht, brauche ich gleich auch noch einen Industriestaubsauger.*

Technician:
Coil very dirty. Like jungle.

Me:
That would explain the occasional wildlife atmosphere.

Technician:
Also no gas.

Me:
So the machine was not dead. Merely… dirty and slightly out of breath.

Meine Haushälterin nickt leicht.

*Und zwei Techniker vorher haben dafür Geld bekommen.

Kommentar:
Jetzt beginnt der Mann mit seinen Maschinen zu arbeiten.

Aus der Klimaanlage kommt Schmutz heraus, der aussieht, als hätte man dort jahrelang versucht, Kompost zu züchten.

Ich sehe meine Haushälterin kurz zur Decke schauen.

*Gut. Gleich wische ich also wieder Wände, Boden und wahrscheinlich auch mich selbst.*

Me:
Very well. Let us attempt something radical.
You repair the machine. If it actually works afterwards, I shall happily pay you.

Technician:
OK sir.

Meine Haushälterin lächelt erneut.

*Sehr mutiges Experiment.*


Kommentar:
Etwa eine Stunde später sieht das Gerät plötzlich aus, als hätte es eine Kur in den Bergen in Nordthailand gemacht.

Meine Haushälterin betrachtet den Boden.

*Die Berge bei Chiang Rai sind schön. Aber da musste danach auch jemand putzen.*

Technician:
Sir, finished already.

Me:
Already? That was suspiciously efficient.

Technician:
Please try.

Ich schalte die Anlage ein.

Innerhalb von dreißig Sekunden fällt die Raumtemperatur so schnell, dass ein norwegischer Fischhändler darin sofort Geschäftsfläche anmieten würde.

Meine Haushälterin hält kurz die Hand in den Luftstrom.

Sie nickt.

*Okay. Wenigstens funktioniert es jetzt.*

Technician:
Cold now?

Me:
Cold? My dear man, the room now resembles the frozen-food aisle of a Scandinavian supermarket.

Technician:
Yes sir. Everything normal now.

Me:
And the indoor waterfall?

Technician:
No more water drop.

Meine Haushälterin schaut zur Decke.

*Sehr gut. Weniger Wasser. Weniger Putzen.*

Kommentar:

Zur Erinnerung:

Die beiden vorherigen Techniker erklärten mir mit großer Ernsthaftigkeit, dass diese Maschine irreparabel sei und sofort ersetzt werden müsse.

Techniker Nummer drei hat sie gerade mit Maschinen, Druckluft und etwas Kältemittel wiederbelebt.

Meine Haushälterin steht daneben und lächelt wieder leicht.

*Also doch nicht kaputt. Nur sehr, sehr schmutzig.*

Me:
Remarkable. Two professionals previously declared the machine beyond salvation.
You, however, appear to have fixed it in under an hour.

Technician:
Just normal cleaning sir.

Me:
Yes. I suspect the previous cleaning was conducted telepathically.

Meine Haushälterin lacht leise.

*Ja. Reinigung per Fernenergie.*

Technician:
Cleaning six hundred baht. Gas six hundred baht.

Me:
Twelve hundred baht to resurrect a dead air conditioner.

Technician:
Yes sir.

Me:
This may be the most financially satisfying moment of my entire residence in Thailand.

Meine Haushälterin nickt.

*Und ich bekomme gleich den Mopp.*

Kommentar:
Ich bezahle.

Die Klimaanlage läuft seitdem so ruhig und kalt, dass man fast erwartet, dass gleich ein Schweizer Uhrmacher aus dem Gerät steigt und fragt, ob alles zu Ihrer Zufriedenheit ist.

Meine Haushälterin schaut sich den Raum an.

*Gut. Jetzt erst mal sauber machen.*

Me:
My friend, from today onward you are my official air-conditioning consultant.

Technician:
No problem sir.

Me:
Excellent. Because judging from recent experience, you appear to be the only man in Pattaya who has ever opened one.

Meine Haushälterin lächelt.

*Und ich bin offenbar die Einzige, die danach wieder aufräumt.*

Und so endete die Sache.

Die Klimaanlage läuft.
Sie tropft nicht.
Sie kühlt.

Und ich habe gelernt, dass man in Thailand offenbar drei Techniker braucht, um jemanden zu finden, der tatsächlich eine Klimaanlage reinigt.

Der erste kommt, um sie zu betrachten.
Der zweite kommt, um sie für tot zu erklären.
Der dritte kommt ...und bringt Werkzeug mit.

Und danach kommt meine Haushälterin.

Der Dritte Techniker ist mein persönlicher Held. Das Honorar war halb so hoch wie bei den anderen beiden Spassvögeln und er ersparte mir wohl sehr viel Folgekosten...:obelix

Anhang anzeigen 2199050

Wie lange läuft die Anlage jetzt seit der Reinigung? Wenn sich das Kältemittel verdünnisiert hat ist die Frage: Wohin? Ist ja ein geschlossenes System. Hast Du ein Bild vom Außenteil?
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.110
4.898
1.665
Wie lange läuft die Anlage jetzt seit der Reinigung? Wenn sich das Kältemittel verdünnisiert hat ist die Frage: Wohin? Ist ja ein geschlossenes System. Hast Du ein Bild vom Außenteil?


Grüss Dich,

erst einmal bin ich emotional gerührt, dass Du versuchst mich hier zu unterstützen. NICHT IRONISCH GEMEINT, ehrlich.

Das Aussenteil habe ich noch nie gesehen. Ich vermute, dass es auf dem Dach steht. Die Anlage läuft nun bereits seit nahezu einer Woche und es gibt keine Mängel. Ich vermute, dass die Kühlflüssigkeit schlicht seit 2015/16 nie gewechselt wurde.

Die gesamte Wohnungseinrichtung habe ich nach dem Kauf restlos entsorgt und ersetzt: sie sah gebleicht aus wie ein Büffelskelett in der Wüste und taugte nichts. Daraus schliesse ich, dass der Voreigentümer sich keine oder zumindest wenig Gedanken über Wartung und Pflege machte.

Ich habe Vorhänge, ein Klimamanagement während meiner Abwesenheit (Lufttrockner, regelmäßige wöchentliche Lüftungen, Luftreinigung, UV Schutzfolie, gute Vorhänge die Licht nicht durchlassen...), Aufsicht und Wartung.

Ich denke hier liegen die Gründe, weshalb das nun zu Tage tritt: ich muss die Lücken systematisch ausgleichen und die Klimaanlage ist Teil davon. So meine Annahme.

Die Techniker zuvor waren schlicht nicht professionell wobei ich das ihnen gegenüber nicht kommuniziere und einfach den letzten behalten werde.

Ob eine undichte Stelle vorhanden ist im System, werde ich noch erkennen müssen... mindestens war die Anlage auch nach 2 Reinigungen völlig verdreckt, siehe Kurzvideo...


Wenn es zu Folgewartungen kommen wird, werde ich weiteren Stoff zur Belustigung der Forenfreunde haben. Wenn nicht, innere Zufriedenheit.

Mich und meine kleinen Alltagserlebnisse zu verspotten, ist Teil meiner Art mich nervende Dinge zu verdauen.

Jetzt habe ich von der Verwaltung Auftrag erhalten, zum insgesamt 3 mal bereits meine Eigentumsnachweise unterzeichnet zuzusenden... was soll ich da anders machen als mich amüsieren?

Mehr Ineffizienz geht kaum. Mindestens kann ich sagen, dass sie sehr nett zu mir sind und ich mich mit Kritik komplett zurück halte.

Allerdings in mir schüttele ich den Kopf... ohne den Willen, diese liebenswürdigen aber sonderbar ineffizienten Strukturen verändern zu wollen.

Sie bieten mir eine Quelle der Unterhaltung.


Zurück: was sollte ich beachten, was die Klimaanlage betrifft? Habe ich etwas falsch gemacht? Du bist mit Sicherheit hier klüger und erfahrener.

:)
 

Hohenstein

Lady Drink King
   Autor
2 November 2024
2.087
21.090
3.415
Pratumnak
Ich vermute, dass es auf dem Dach steht
Ignoranz scheint auch ein Teil von dir zu sein 😜 wie viele male soll ich dir noch das Bild deiner Ausseneinheit zuschicken ?
diese Wohnungen haben Die AC Einheit direkt und unzugänglich an der Rückwand deines Condos , da brauchst nen Steiger um da ran zu kommen . Alle Anderen sind zugänglich über Balkon oder Fenster .
 
  • traurig
Reaktionen: Klimbim

DaBaWa

Gibt sich Mühe
   Autor
25 Januar 2025
449
4.352
1.495
Falsch gemacht? Nichts! Du hast gut beobachtet und nicht aufgegeben und offensichtlich bei dritten Mal den richtigen für den Job gefunden. Ich kenne das auch genau so bzw. ähnlich. Innen wird alles demontiert bis sie quasi nackt ist dann verhüllt und mit Kärcher bzw. Dampf gereinigt. Das Wasser in einen Eimer abgeführt... so kenn ich das. Wenn es gut verhüllt ist, mit geschickt auch wenig Dreck ins Umfeld. Fürs Außenteil eigentlich das selbe nur ohne Hülle... das geht mir bei Deiner Beschreibung ab.

Dann, Kältemittel raus und Drucktest, nur ist der bedingt zuverlässig. Kleinste Undichtigkeiten gehen einen da gerne durch. Nach bestandenen Test Kältemittel rein.

Eine Woche ist nicht lang. Kannst Du nur beobachten, wenn sie jetzt zeitnah nachlässt kannst Du von undicht ausgehen. Da ist das schwächste Glied das Außenteil. Warum sollte jedem klar sein... 10 Jahre Wind und Wetter.

Schade, bin erstmal nur noch eine gute Woche hier und vermutlich erst im August zurück. Beim Italiener wäre ich gern dabei gewesen. Macht Spaß Deine erlebten Geschichten zu lesen... und sicher auch mal Geschichten auszutauschen, hätte da auch schon paar zusammen. Meine Taktik ist glaube ähnlich, bisschen Humor, bisschen Sarkasmus und ganz viel Verständnis 🙄.

Frag mich auch jedesmal wo Deine Bude ist wenn ich zum Catbeach fahre.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.110
4.898
1.665
Ignoranz scheint auch ein Teil von dir zu sein 😜 wie viele male soll ich dir noch das Bild deiner Ausseneinheit zuschicken ?
diese Wohnungen haben Die AC Einheit direkt und unzugänglich an der Rückwand deines Condos , da brauchst nen Steiger um da ran zu kommen . Alle Anderen sind zugänglich über Balkon oder Fenster .

Das Bild ist winzig klein. Es ist für mich nicht 100% eindeutig, was da was ist. Vermutlich meine Schuld ;)
 
  • Like
Reaktionen: DaBaWa

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.110
4.898
1.665
TEIL 15: „Der Helm, der größer ist als mein Selbstbewusstsein, ein Berliner Verkäufer namens Ralf und die Frage, wie man mit einem Raumfahrer durch die Sicherheitskontrolle kommt“



Es gibt Menschen, die fahren in Thailand Roller.

Und es gibt Menschen, die fahren Roller und sehen dabei aus, als würden sie gleich den Mond betreten.

Ich gehöre zur zweiten Kategorie.

Während meines Aufenthalts in Deutschland habe ich mir nämlich etwas gekauft, das man im Fachjargon „Motorradschutzkleidung“ nennt.

Helm.
Handschuhe.
Nierenschutz.

Gesamtpreis: etwa 500 Euro.

Helm: 399.
Handschuhe: 80.
Nierengurt: 10.

Der Helm allein kostet also ungefähr so viel wie 33 thailändische Standardhelme.

Der thailändische Helm, den ich bisher benutzt habe, hat umgerechnet etwa 12 Euro gekostet.

Er hatte zwei Eigenschaften.

Er war rund.
Und er existierte.

Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Das Problem ist mein Kopf.

Er ist nicht übermäßig intelligent.
Aber er ist groß.

Sehr groß.

In Thailand habe ich mehrere Helme probiert.

Das Ergebnis sah ungefähr so aus, als würde man versuchen, eine Wassermelone in eine Espressotasse zu drücken.

Irgendwann sagte ein Verkäufer höflich:

„Maybe European head.“

Ich nickte.

„Yes. Very European.“


Also ging ich in Deutschland in ein Motorradgeschäft.

Dort traf ich Ralf.

Ralf ist deutlich über siebzig und Berliner.

Ein Mann, der so aussieht, als hätte er bereits Motorräder verkauft, als Helme noch aus Aluminium und gutem Zureden bestanden.

Als ich den Laden betrat, sah er mich kurz an.

Dann meinen Kopf.

Dann wieder mich.

Er zog eine Augenbraue hoch.

„Na hör mal… dit wird ja lustig.“

Pause. :cool:

„Für den Kopp brauchste ja ’ne Garage.“ :biggrin::biggrin::biggrin:

Ich wusste sofort:
Ich bin hier richtig.


Ralf bewegte sich ein bisschen vorsichtig.

Ich fragte:
„Alles okay mit dem Bein?“

Er winkte ab.

„Ach, Tür aufjemacht. Tür zurückjemacht. Ick lag plötzlich draußen.“

Pause.

„Die Tür hat jewonnen.“

Dann zuckte er mit den Schultern.

„Passiert.“

Ich betrachtete den Mann.

Ein Verkäufer für Sicherheitsausrüstung, der kürzlich von einer Tür besiegt wurde.

Das überzeugte mich sofort.

:laugh::laugh::laugh:


Ralf nahm meinen Kopf in Augenschein.

Er ging einmal um mich herum.

Dann sagte er:

„Also pass uff. Für so’n Kopp geh’n wa gleich in die große Abteilung.“

Pause.

„Dit hier vorne is eher für normale Menschen.“

Der Helm, den er mir schließlich gab, ist matt schwarz.

Wenn ich ihn aufsetze, sehe ich aus wie eine Mischung aus Raumfahrer, Kampfpilot und schlecht gelauntem Toaster.

Ich habe mich im Spiegel gesehen.

Ein Passant hätte vermutlich erwartet, dass ich gleich in einen Leopard-Panzer steige.

Stattdessen fahre ich eine Honda PCX 160.


Ich fragte vorsichtig:

„Ist der nicht vielleicht ein bisschen… groß?“ :unsure:

Ralf sah mich an.

Dann sah er den Helm an.

Dann wieder mich.

„Der Helm is normal.“

Pause.

„Der Kopp is ambitioniert.“ :ROFLMAO:

Dann grinste er.

„Mit dem Ding siehste aus wie Darth Vader auf Klassenfahrt.“ :alien::alien::alien:


Der Helm wiegt knapp unter einem Kilo.

Was ich sehr angenehm finde.

Ich hatte kurz einen anderen auf.

Der wog gefühlt so viel wie ein thailändischer Reissack.

Ralf nahm ihn mir wieder ab.

„Wenn de damit länger fährst, kippste beim Parken einfach seitlich um.“

Pause.

„Wie so’n umfallender Kühlschrank.“


Dann kamen die Handschuhe.

Sommerhandschuhe.

Gut belüftet.

Mit Knöchelschutz.

Ich fragte:

„Brauche ich das wirklich?“

Ralf sah mich an.

Dann sagte er:

„Wenn de hinfliegst, landest du meistens zuerst mit den Händen.“

Pause.

„Es sei denn, du machst einen sehr kreativen Sturz.“

Ich nahm die Handschuhe.


Dann kam der Nierengurt.

Preis: zehn Euro.

Ich sagte:

„Das ist ja überraschend günstig.“

Ralf nickte.

„Nieren sind empfindlich.“

Pause.

„Fahrtwind is ein Arschloch.“

Ich kaufte auch den Nierengurt.


Am Ende stand ich da.

Helm.
Handschuhe.
Nierenschutz.

Ich sah aus wie jemand, der entweder extrem sicher Roller fährt oder gleich einen kleinen Krieg beginnt.

Ralf betrachtete mich.

„So kannste fahren.“

Pause.

„Oder in den Weltraum.“

Dann klopfte er mir einmal väterlich auf die Schulter.

„Aber pass uff, ja. Straßen sind keine Spielplätze.“

Pause.

„Und du siehst sowieso schon aus wie einer, der gleich ’nen Satelliten repariert.“


Nun muss ich diese Ausrüstung allerdings nach Thailand bringen.

Der Helm passt ungefähr so gut in mein Handgepäck wie ein mittelgroßer Gartengrill.

Es gibt also zwei Möglichkeiten.

Variante eins:
Ich stopfe ihn irgendwie in die Tasche.

Variante zwei:
Ich setze ihn einfach auf und laufe damit durch den Flughafen.

Ich tendiere zu Variante zwei. :tongue:


Ich stelle mir bereits die Szene vor.

Sicherheitskontrolle.

Ein Mann mit einem gigantischen schwarzen Helm auf dem Kopf.

Handschuhe in der Hand.

Nierengurt unter dem Hemd.

Der Sicherheitsbeamte fragt:

„Sir, why helmet?“

Ich werde antworten:

„Safety.“

Pause.

„Even for airport.“


Vielleicht werde ich auch erklären, dass meine Frau Krankenschwester ist und großen Wert auf Sicherheit legt.

Sie sagt manchmal scherzhaft, ich solle den Helm ruhig auch tragen, wenn ich irgendwann im Alter im Rollstuhl unterwegs bin.

Oder wenn ich mich wieder auf so ein kleines Plastikauto setze, auf denen normalerweise fünfjährige Kinder durch den Garten rollen.

Nur damit ich dabei nicht umkippe.

Ich halte das für eine bemerkenswert konsequente Sicherheitsstrategie.


In Pattaya werde ich dann auf meiner Honda PCX sitzen.

Mit diesem Helm.

Mit diesen Handschuhen.

Mit diesem Nierengurt.

Während links und rechts Menschen mit Flip-Flops, Sonnenbrillen und einem Helm fahren, der aussieht wie eine umgedrehte Salatschüssel.

Und irgendwo wird ein Expat auf einem Plastikstuhl sitzen.

Mit einem Teller Pad Krapao.

Er wird mich vorbeifahren sehen.

Und wahrscheinlich denken:

„Der Mann fährt entweder Roller…“

Pause.

„…oder er ist auf dem Weg zur Raumstation.“

Ehrlich gesagt bin ich mit beiden Möglichkeiten sehr zufrieden.

Helm.jpg
 

alhash

Gibt sich Mühe
    Aktiv
9 März 2015
441
1.084
993
Bangkok
Der Helm hat eine gräßliche Farbe.

Ich würde ihn gelb oder rot lackieren.
Dazu ein montierbares Blinklicht, du bist ja so sicherheitsbewusst.

Der Nierengurt? Hoffe du trägst ansprechende Hosen, nicht das der runtertropfende Schweiß dunkle Flecken auf dem Hosenboden hinterlässt
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.110
4.898
1.665
Der Helm hat eine gräßliche Farbe.

Ich würde ihn gelb oder rot lackieren.
Dazu ein montierbares Blinklicht, du bist ja so sicherheitsbewusst.

Der Nierengurt? Hoffe du trägst ansprechende Hosen, nicht das der runtertropfende Schweiß dunkle Flecken auf dem Hosenboden hinterlässt


Der Helm hat eine gräßliche Farbe. Stimmt. Matt schwarz. Das ist ungefähr so auffällig wie ein schwarzer Anzug oder ein schwarzes Klavier.

Eine sehr gewagte Entscheidung. Ich überlege ernsthaft, ihn umlackieren zu lassen. Vielleicht in knallgelb mit roten Punkten.

Das Blinklicht ist ebenfalls eine hervorragende Idee.

Beim Nierengurt muss ich allerdings zugeben, dass ich deine Analyse bewundere.

Ich habe ihn gekauft, weil mir jemand sagte, Fahrtwind könne auf Dauer unangenehm werden. Du hast sofort das größere Problem erkannt.

Den möglichen Schweißtropfen. Der heimlich den Weg zum Hosenboden findet. Das ist natürlich ein Szenario, auf das man vorbereitet sein muss. Es ist beruhigend zu wissen, dass im Internet Menschen sitzen, die solche Dinge im Auge behalten. Während andere sich mit völlig nebensächlichen Themen wie Verkehrssicherheit und der eigenen Gesundheit beschäftigen.


Ein echt wertvoller Kommentar von Dir.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • fröhlich
Reaktionen: FreundvonderMosel