Kapitel 5: Der alte Verladebunker im Süntel – Ein vergessener Koloss im Wald
Für mein nächstes Abenteuer fuhr ich mit dem kleinen blauen Auto meiner Mutter tief in die dichten Buchenwälder des Süntels bei Hessisch Oldendorf.
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Wer hier abseits der Hauptwege nordöstlich von Haddessen durch das Unterholz streift, steht plötzlich vor einer Szenerie, die fast wie eine vergessene Tempelruine im Dschungel oder ein geheimer Militärstützpunkt wirkt:
Mitten aus dem steilen Waldhang ragt eine gewaltige Trutzburg aus grauem Beton, Ziegelmauerwerk und rostigem Stahl empor.
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Dabei handelt es sich um die Überreste des alten
Verladebunkers des ehemaligen Steinbruchs Haddessen.
In den Nachkriegsjahren wurden hier fast zwei Millionen D-Mark aus dem Marshall-Plan in den Fels gepumpt, um eine hochmoderne Gesteinsverladung samt unterirdischen Transportwegen aus dem Boden zu stampfen.
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Nachdem das Projekt scheiterte und das Gelände jahrzehntelang verwaist im Trinkwasserschutzgebiet vor sich hin rottete, rückten schließlich britische Pioniere aus Hameln an und jagten die oberen Aufbauten im Rahmen einer Großübung in die Luft.
Nur der gigantische Unterbau durfte nicht gesprengt werden, um die Wasserquellen im Berg nicht zu gefährden
und genau dieses Monster steht noch heute im Wald.
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Wenn man sich dem Bauwerk über den laubbedeckten Hang nähert, verschlägt es einem erst mal die Sprache: Zwischen den schlanken Baumstämmen erstreckt sich eine meterhohe Betonfront mit offenen Schächten, rotem Ziegelmauerwerk im oberen Bereich und einer ganzen Batterie von schrägen Verladeschütten auf der rechten Seite, unter denen früher die schweren Lkw im Akkord mit Schotter beladen wurden.
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Natürlich durfte auch hier das passende Equipment nicht fehlen:
Auf der kleinen, mit gelben Wildblumen bewachsenen Waldlichtung musste sich die 360-Grad-Kamera auf dem Stativ erst mal einen Überblick verschaffen,
während die Drohne ruhig zwischen den dichten Baumkronen in Position schwebte. Zwischen den überhängenden Ästen und dem Totholz am Boden ist konzentriertes Fliegen angesagt.
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Tritt man direkt unter die massiven Betonschütten, zeigt sich ein fast schon surreales Bild:
Über die Jahrzehnte hat das durchsickernde Regenwasser den Kalk aus dem Beton und dem Gestein gewaschen und leuchtend weiße Sinter-Spuren und kleine Tropfsteine an die graue Bunkermauer gezeichnet.
Während die Drohne im hover Modus auf Standby schwebt, konnte ich mir ein kleines Selfie vor dieser bizarren Kulisse nicht verkneifen.
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Wie unaufhaltsam sich die Natur dieses Millionengrab zurückholt, sieht man besonders eindrucksvoll am seitlichen Eckpfeiler der Anlage:
Tiefe, klaffende Risse durchziehen den meterdicken, von Schalungsbrettern geprägten Beton.
Direkt auf der Kante des Bunkers haben sich mächtige Buchen festgesetzt, deren Wurzeln das Bauwerk wie riesige Finger umklammern und langsam sprengen.
Rechts daneben blickt man in die finsteren, offenen Betonkammern am oberen Hang.
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Noch spannender – und auch ein bisschen unheimlich – wird es beim Blick direkt in die alten Förderrutschen:
Links klafft unter einem weit auskragenden Betondach eine große, rechteckige Öffnung im aufgebrochenen Ziegelmauerwerk, hinter der nur gähnende Leere herrscht.
Rechts daneben liegen die rostigen Metallrutschen der Schütten.
Wenn man genau hinsieht, erkennt man unter dem alten Herbstlaub im dunklen Schlund der Trichter noch immer zentnerschwere Gesteinsbrocken, die dort seit Jahrzehnten festklemmen als wäre die Anlage mitten im Betrieb von einer Sekunde auf die andere eingefroren worden,
und als könnte die Ladung jeden Moment donnernd nach unten rauschen.
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Auch an diesem spannenden Lost Place habe ich wieder ein Video gemacht:
Kennt jemand von euch ähnliche versteckten Beton-Giganten im Wald oder seid ihr auch schon mal völlig unerwartet vor solchen vergessenen Industrie-Ruinen gestanden?
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Danke für eure Aufmerksamkeit und lasst gerne auch mal ein Like da
