Kapitel 3: Das Seehospital - Teil 2
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Wenn man heute davor steht, schlägt einem jedoch eine ganz andere Atmosphäre entgegen.
Der Vorplatz ist von Unkraut überwuchert und mit Bauschutt übersät. Das Gebäude wirkt wie eine abgeriegelte Festung:
Die unteren Fenster und das riesige Hauptportal sind hermetisch mit dicken Holzplatten vernagelt.
Es scheint, als wollte das Haus all die Erinnerungen, Schicksale und Geschichten aus über 100 Jahren strikt für sich im Dunkeln behalten.
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Hinter den massiven, vernagelten Türen dieses Backsteinbaus in Sahlenburg (Cuxhaven) verbirgt sich eine weitreichende und tiefgründige Geschichte.
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Im Ersten Weltkrieg wurde der Krankenhausbetrieb ausgesetzt;
das Areal fiel im Küstenverteidigungsgebiet unter militärische Nutzung und wurde als Standort für eine Artellerie-Batterie requiriert.
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Während der NS-Zeit tilgten die Machthaber den Namen „Nordheimstiftung“ vom Hauptgebäude, da die Stifter Marcus Nordheim und Mathilde Emden jüdischer Abstammung waren.
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Im Zweiten Weltkrieg prägte erneut das Militär das Gelände.
Neben der Errichtung einer Flakstellung („Nordheim“) wurden unterirdische Bunkeranlagen gebaut, um die Patienten vor Luftangriffen zu schützen.
Die Fundamente der Geschütze sind teilweise bis heute im umliegenden Wald erhalten.
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Nach verschiedenen Betreiberwechseln übernahm im Jahr 2006 der Helios-Konzern das Ruder und führte die Einrichtung als „Helios Seehospital Sahlenburg“ weiter.
Zu dieser Zeit war die Klinik immer noch überregional bekannt, besonders als Fachzentrum für Orthopädie, Rheumatologie und Wirbelsäulenchirurgie (Skoliosezentrum).
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Doch trotz der einzigartigen Lage direkt am Wattenmeer kam vor wenigen Jahren das endgültige Aus:
Im Dezember 2021 wurden hier die allerletzten Patienten entlassen.
Der Krankenhausbetrieb am Standort Sahlenburg wurde nach über 100 Jahren komplett eingestellt und die verbleibenden Abteilungen wurden stattdessen in die Helios Klinik direkt in Cuxhaven eingegliedert.
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Seit jenem Winter 2021 steht der riesige Komplex nun völlig leer.
Und wie es bei solchen verlassenen Großprojekten leider fast immer der Fall ist, dauerte es nicht lange, bis die Natur, aber vor allem massiver Vandalismus, das Gelände heimsuchten.
Das ist auch der traurige Grund, warum heute das riesige Hauptportal und die kompletten Fensterfronten im Erdgeschoss mit dicken Holzplatten vernagelt werden mussten –
ein fast schon verzweifelter Versuch, die Vandalen aus den alten Operationssälen und Fluren fernzuhalten.
Ich habe natürlich auch an diesem faszinierenden Lost Place wieder ein Video gemacht:
Das war es auch schon wieder fast vom Seehospital.
Happy spooky Season!
