Willkommen in unserer Community
Möchtest du dem Forum beitreten? Das gesamte Angebot ist kostenlos.
Registrieren
Borussia Park
Smurf Bar

Tagebuch eines Ruheständlers in Pattaya. Ich bereite es vor: in wenigen Monaten wird es starten

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Hi Klimbim,
Ich bin von Beginn an gefesselt von Deiner Art zu schreiben und habe schon sehr viel geschmunzelt und gelacht.
Bei Deinen letzten Beiträgen habe ich nicht spontan geschmunzelt sondern über mich und mein Leben und meine Angst vor dem Sterben nachgedacht…… vielen lieben Dank dafür 🙏

Gruß
Blyes


Danke - es freut mich, wenn es Dir gefällt.


Ich meine das aber ernst: ich habe fest vor mindestens die nächsten 20 Jahre jede Menge schöne Geschichten zu erleben, besten Sex, tolles Essen, meine wunderbare Familie zu geniessen und auch in Pattaya liebe tolle neue Menschen kennen zu lernen.

Der Tod kommt. Er muss sich aber gedulden. Tja, so ist das Leben :biggrin::biggrin::biggrin:
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Teil 16: „Die Zweitwohnung, zwei Stadtteile, drei Makler und die Erkenntnis, dass Rendite ungefähr so berechenbar ist wie ein thailändischer Wetterbericht“

@Brokerxy : das könnte hier genau Dein Ding sein. Hast Du mal Zeit und keine Kisten zu packen? (im Gegensatz zu meinem geliebten Bauleiter)...





Es gibt Momente im Leben eines Expats, in denen man sich denkt:

Ich könnte jetzt einfach entspannt leben.

Und dann gibt es Momente, in denen man beschließt, stattdessen Immobilieninvestor zu werden.

Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Warum genau, weiß ich bis heute nicht.

Vermutlich, weil ich irgendwann auf die brillante Idee kam, dass es klüger ist, mein Geld in eine Wohnung zu stecken, die ich vermiete, als es mir in kleinen Rentenraten über Jahrzehnte zurückzugeben, während ich parallel darüber nachdenke, ob ich diese Jahrzehnte überhaupt vollständig miterlebe.

Oder ob der Tod wieder vor der Tür steht und sagt:

„Klimbim, jetzt aber wirklich.“

Und ich sage:

„Unpassend. Ich habe gerade einen Mieter, der eventuell zahlt.“



Also beschloss ich:

Ich kaufe eine zweite Wohnung.

Zwischen 50.000 und 70.000 Euro.

Ich renoviere sie.

Ich vermiete sie.

Ich warte 10 bis 15 Jahre.

Ich verkaufe sie teurer.

Ein sauberer Plan.

In etwa so sauber wie ein thailändischer Gehweg nach einem Monsun.


Ich traf den ersten Makler.

Er hatte dieses Gesicht von jemandem, der schon alles gesehen hat.

Ich sagte:

„Ich möchte die Marktsituation verstehen. Nachfrage, Angebot, Vermarktungsdauer.“

Er nickte.

Dann sagte er:

„Der Markt ist wie ein Straßenhund.“


Ich schaute ihn an.

Er schaute zurück.

„Wenn du ruhig bist, kommt er vielleicht zu dir. Wenn du ihn jagst, läuft er weg. Und manchmal beißt er einfach jemanden, der gar nichts gemacht hat.“

Ich nickte.

„Das erklärt einiges.“


„Inklusive meiner bisherigen Erfahrungen.“


Ich fragte:

„Pratumnak oder Wongamat?“

Er überlegte.

„Pratumnak ist wie ein ruhiger Rentner mit gutem Geschmack.“


„Wongamat ist wie sein reicher Cousin, der ab und zu laut Musik hört.“

Ich nickte langsam.

„Also beide stabil, aber einer trinkt mehr.“

Er lächelte.

„So kann man es sagen.“


Ich traf den nächsten Makler.

Ich war vorbereitet.

„Wie ist die Nachfrage im mittleren Segment?“

Er sagte:

„Die Nachfrage ist wie ein thailändischer Bus.“

Ich wartete.

„Er kommt. Manchmal. Und wenn er kommt, ist er entweder leer oder komplett voll mit Menschen, die du vorher nie gesehen hast.“

Ich nickte.

„Das beruhigt mich ungemein.“

„Und das Angebot?“

Er grinste.

„Das Angebot ist wie ein Buffet in einem All-Inclusive-Hotel.“

Ich schaute irritiert.

„Zu viel?“

„Zu viel. Und du weißt nie genau, wie lange es schon da liegt.“

Ich lehnte mich zurück.

„Das passt erschreckend gut.“


Dann kam der Mietmarkt.

Ich fragte:

„Was kann ich realistisch verlangen?“

Er dachte kurz nach.

„Wenn gut renoviert… dann so viel wie für einen frisch gewaschenen Toyota.“


Ich wartete.

„Er fährt. Er bringt dich ans Ziel. Aber niemand macht ein Foto davon.“

Ich nickte.

„Also solide. Ohne Glamour.“

„Genau.“


Ich fragte:

„Und die Mieter?“

Er sah mich an.

„Mieter sind wie Wetter.“


„Manche bleiben länger. Manche gehen schnell. Manche hinterlassen Spuren.“

Ich nickte.

„Ich nehme an, nicht alle Spuren sind positiv.“

Er lächelte nicht.

„Nicht alle.“


Ich begann zu rechnen.

Brutto.

Netto.

Kosten.

Leerstand.

Rücklagen.

Irgendwann hatte ich so viele Zahlen vor mir, dass ich kurz dachte, ich hätte versehentlich ein Mathematikstudium begonnen.

Ich kam zu einem klaren Ergebnis:

Wenn alles funktioniert, funktioniert es.

Wenn nicht, lernt man dazu.

Sehr intensiv.

Dann kam der dritte Makler.

Ich war inzwischen ruhiger.

Er auch.

Ich fragte:

„Wie sieht die Wertentwicklung aus?“

Er sagte:

„Der Markt ist wie das Meer.“

Ich nickte vorsichtig.

„Mal hoch, mal runter?“

„Ja. Und manchmal kommt eine Welle, während du noch überlegst, ob du überhaupt schwimmen kannst.“

Ich atmete aus.

„Das klingt nach Erfahrung.“

Er nickte.

„Ist es.“

Ich fragte:

„Und verkaufen nach 10 bis 15 Jahren?“

Er sah mich an.

„Wenn du dann verkaufen willst, wirst du jemanden finden.“

„Oder jemand findet dich.“

Ich nickte.

„Das ist beruhigend unpräzise.“

Zwischendurch meldete sich der Tod wieder.

„Na? Investierst du jetzt?“

„Ich überlege noch.“

„Warum?“

„Weil ich gerade versuche herauszufinden, ob ich Investor bin oder Versuchskaninchen.“

Er nickte langsam.

„Grenze fließend.“

Und dann kam mir ein entscheidender Gedanke.

Ich sah plötzlich wieder den Bauleiter vor mir.

Im Isan.

Mit Kisten.

Viele Kisten.

Immer Kisten.

Er brüllt.

Kisten fallen.

Jemand stolpert.

Eine Kiste wird diskutiert.

Ich stelle eine Frage.

Er sagt:

„Nimm große Kiste.“

Leitung weg.

Ich rief ihn trotzdem noch einmal an.

Man hörte Wind.

Dann ein Huhn.

Dann Kisten.

Sehr viele Kisten.

„Hallo?“, sagte ich.

Im Hintergrund:
RUMMS
KLONK

„NEIN! DIE KISTE IST FALSCH!“

Dann zu mir:

„Ja.“

Ich sagte:

„Wenn ich eine Wohnung renoviere, wie stelle ich sicher, dass alles sauber läuft?“

... raschel... knister...

Man hörte jemanden:

„Chef, diese Kiste?“

Er brüllte:

„NICHT DIE KISTE! DIE ANDERE!“

Dann wieder zu mir:

„Du brauchst System.“

„Welches System?“

Dann sagte er:

„Erst große Kiste. Dann kleine Kiste.“

Ich wartete.

Das war alles.

„Und… danach?“


Ein Huhn rannte offensichtlich gegen etwas.

„Dann schauen.“

Leitung knisterte wieder.

„Was schauen?“

Er sagte:

„Ob Kiste passt.“

Dann wieder:

„NEIN! NICHT AUF DIE KISTE SETZEN!“

Verbindung weg.

Sehr beruhigend.

Ich saß da.

Und dachte:

Nein.

Diesmal nicht.

Wenn ich das mache, dann mache ich das selbst.

Ich als Bauleiter.

Ich mit Überblick.

Ich mit funktionierendem Telefon.

Ich ohne Kistenphilosophie.

Also verschob ich das Ganze.

Nicht aus Angst.

Aus Vernunft.

Ich mache das, wenn ich vor Ort bin.

Wenn ich sehe, was passiert.

Wenn ich eingreifen kann.

Wenn ich im Zweifel selbst entscheide, wo welche Kiste steht.

Oder besser gesagt:

Dass keine Kisten mehr Teil des Systems sind.

Ich investiere also.

Aber nicht sofort.

Sondern dann, wenn ich da bin.

Wenn ich Zeit habe.

Wenn ich die Dinge selbst in die Hand nehme.

Und bis dahin beobachte ich weiter.

Den Markt.

Die Makler.

Die Wohnungen.

Und ein bisschen auch mich selbst.

Denn am Ende ist es ganz einfach:

Ich will nicht nur Rendite.

Ich will Ruhe.

Ich will Kontrolle.

Ich will nicht irgendwann vor einer renovierten Wohnung stehen und das Gefühl haben, sie wurde von einem Mann geplant, der hauptsächlich mit Kisten kommuniziert.

Und ganz ehrlich:

Wenn ich schon Geld investiere, dann möchte ich zumindest wissen, wer am Ende die Kiste falsch hingestellt hat.

Und ich hätte gern die Möglichkeit, ihn direkt anzuschauen und zu sagen:

„Nicht die. Die andere.“


Teil 17: „Der Tod als Anlageberater, oder: Warum ich vermutlich nur investiere, um ihn zu verwirren“

Der Tod kam wieder.

Diesmal ohne Klopfen.

Er stand einfach da.

Leicht amüsiert.

So wie jemand, der weiß, dass er Zeit hat.

Und ich nicht.

„Na“, sagte er, „Zweitwohnung.“

Ich nickte.

„Ich arbeite daran.“

Er sah sich um.

„Das sehe ich. Tabellen, Gedanken, Makler, Kisten.“

„Viele Kisten.“

Ich sagte nichts.

Er setzte sich.

Einfach so.

Ungefragt.

Wie ein sehr selbstbewusster Steuerberater.

„Erzähl mal“, sagte er.

„Was genau machst du da?“

Ich erklärte es ihm.

Pratumnak.

Wongamat.

Rendite.

Vermietung.

Wertsteigerung.

Risiken.

Zeithorizont.

Er hörte zu.

Sehr aufmerksam.

Viel zu aufmerksam für meinen Geschmack.

Dann sagte er:

„Du gehst das an wie jemand, der versucht, ein Uhrwerk zu bauen.“

Ich nickte.

„Präzision ist wichtig.“

Er lächelte leicht.

„Das Problem ist nur, dass der Markt eher wie ein betrunkener Tourist auf einem Roller ist.“

Ich dachte kurz nach.

„Also unberechenbar, aber überzeugt von sich selbst.“

„Exakt.“

Ich fragte:

„Was würdest du tun?“

Er lehnte sich zurück.

„Ich würde eine Wohnung kaufen, die auch dann funktioniert, wenn du nichts tust.“

Ich sah ihn an.

„Das klingt verdächtig einfach.“

Er nickte.

„Ist es auch. Deshalb machen es die wenigsten.“

„Und die Lage?“

„Nimm eine, in der Menschen auch dann wohnen wollen, wenn sie schlechte Laune haben.“

Ich runzelte die Stirn.

„Das schränkt es ein.“

„Das ist der Sinn.“

Ich fragte:

„Und die Rendite?“

Er sah mich an.

„Rendite ist wie Blutdruck.“

„Zu hoch ist gefährlich. Zu niedrig auch. Und die meisten messen sie zu oft.“

Ich nickte langsam.

„Das ist unangenehm treffend.“

„Und der richtige Zeitpunkt?“

Er lächelte.

„Der richtige Zeitpunkt ist der Moment, in dem du aufhörst, nach dem richtigen Zeitpunkt zu suchen.“

Ich sah ihn an.

„Das ist unverschämt.“

„Ich bin der Tod“, sagte er. „Ich habe wenig Geduld für Timing-Debatten.“

Ich wurde etwas defensiv.

„Ich analysiere einfach gründlich.“

Er nickte.

„Ja.“

„Sehr gründlich.“

„Fast schon auffällig gründlich.“

Ich verschränkte die Arme.

„Ich möchte Fehler vermeiden.“

Er lächelte.

„Nein.“

„Du möchtest Zeit gewinnen.“

Stille.

Ich sagte nichts.

Er auch nicht.

Er schaute mich nur an.

So, als hätte er gerade etwas sehr Offensichtliches ausgesprochen.

„Du beschäftigst dich“, sagte er ruhig.

„Mit Märkten.
Mit Zahlen.
Mit Maklern.
Mit Kisten.“

„Viele Kisten.“

Ich seufzte.

„Und während du das tust“, fuhr er fort, „lebst du.“

Ich nickte langsam.

„Das ist der Plan.“

Er lächelte jetzt ein bisschen.

Nicht freundlich.

Eher anerkennend.

„Du hast dir da eine sehr elegante Strategie gebaut.“

Ich hob eine Augenbraue.

„Strategie?“

„Ja.“

„Du hältst dich beschäftigt.“

„Ich investiere.“

„Du beschäftigst dich“, wiederholte er.

„Und während du dich beschäftigst, schickst du mich weg.“

Ich grinste leicht.

„Zufall.“

Er schüttelte den Kopf.

„Nein.“

„Das ist Methode.“

Ich dachte kurz nach.

„Also sagst du, ich mache das alles nur, um dich fernzuhalten?“

Er überlegte.

„Nicht nur.“

„Aber es hilft.“

Ich lehnte mich zurück.

„Das finde ich eigentlich ganz sympathisch.“

Er nickte.

„Das ist es auch.“

„Für dich.“

Dann stand er auf.

„Du weißt schon, dass ich irgendwann wiederkomme.“

„Natürlich“, sagte ich.

„Und dann?“

Ich zuckte mit den Schultern.

„Dann bin ich vielleicht gerade mitten in einer Renovierung.“

Er lächelte trocken.

„Natürlich bist du das.“

Er ging ein paar Schritte.

Drehte sich nochmal um.

„Weißt du, was das Beste ist?“

Ich sah ihn an.

„Du suchst dir konsequent den komplizierten Weg.“

Ich nickte.

„Ich mag Details.“

Er schüttelte leicht den Kopf.

„Nein.“

„Du magst es, beschäftigt zu sein.“

Er ging zur Tür.

Dann blieb er stehen.

„Ganz ehrlich“, sagte er, „da hast du dir wirklich etwas einfallen lassen.“

„Das fehlte mir gerade noch.“

Ich grinste.

Er sah mich an.

„Ständig schickst du mich weg.“

„Und ich ziehe den Schwanz ein und gehe wieder.“

Ich zuckte mit den Schultern.

„Höflichkeit.“

Er öffnete die Tür.

„Aber irgendwann“, sagte er, „sind auch deine Projekte fertig.“

Ich nickte.

„Das ist ein Risiko.“

Er lächelte ein letztes Mal.

„Bis dahin“, sagte er, „mach ruhig weiter.“

„Kauf Wohnungen.
Vergleich Märkte.
Diskutiere mit Maklern.
Und sprich mit Bauleitern über Kisten.“

Er sah mich an.

Sehr ruhig.

Sehr geduldig.

„Das hält dich erstaunlich lebendig.“

Dann ging er.

Ohne Eile.

Ohne Drama.

Wie immer.

Ich setzte mich wieder hin.

Öffnete meine Tabellen.

Sah mir Pratumnak an.

Dann Wongamat.

Dann meine Notizen.

Dann dachte ich kurz nach.

Und machte genau so weiter.

Nicht, weil es einfacher ist.

Sondern weil es wirkt.

Sehr zuverlässig.

Auf eine Art, die man schwer messen kann.

Aber ziemlich deutlich spürt.


Eines ist mir bewusst: es ist alles sehr unterhaltsam.

Wie sagte mein Chef über mich: "wenn Sie gehen Klimbim, dann muss ich mit dem Betriebsrat 6 Monate Urlaub nehmen für die Trauerarbeit" (hat er wirklich gesagt, nicht erfunden. Ich war gerührt... Jahresmitarbeitergespräch vor 2 Jahren).

"Mit Ihnen, wird es hier ein Stück weniger unterhaltsam. Sie sind eigentlich zu witzig für Ihren Job, aber das bringt hier Schwung in den Laden... den brauchen wir..."

Ich überlege, ob er statt meiner vielleicht den Bauleiter im Isaan beschäftigen sollte... das wäre für mich als Zuschauer maximal amüsant....

Wenn der Bauleiter das nächste mal nicht auf meine Fragen antwortet, schicke ich ihn in einer riesigen luftdurchlässigen Kiste in meinen alten Konzern...


Als Weihnachtsgeschenk für meinen alten CEO sozusagen. Wenn die Trauerarbeit abgeschlossen ist. Damit bei ihm niemand klopft und er beschäftigt sein wird...

131320577_430482241293088_6321701742875634781_n.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Was will ich damit eigentlich sagen? Meine trocken unterhaltsam vorgetragenen kleinen Katastrophen haben einen Sinn!

Es sind meine Empfehlungen, unaufdringlich, unterhaltsam und sanft vorgetragen. Empfehlungen für das Auswandern.

* Seid nicht inaktiv! Am Strand rumliegen ist nett, aber haltet euch aktiv!
* Nehmt euch Zeit. Ihr bestimmt mit, wann was auf euch zukommt.
* Missgeschicke sind dazu da über sie zu lachen und es wieder zu versuchen. Wohl dann verbessert im Plan, siehe Klimaanlage
* Plant auch finanziell langfristig aber wisst: man kann nicht alles mit Sicherheit bestimmen. Gut. Dann eben anders herum. Wie sagt der Berliner? Berlin ist, wo vorne ist. Ist Berlin mal hinten, ist hinten halt vorne".
* Nie aufgeben. Und wegen ein paar Kisten schon überhaupt nicht!


Keine Atempause, es geht voran! ... Nostalgie und zugleich immer noch Realität...

Fehlfarben - Ein Jahr (Es geht voran) 1982


Spider Murphy Gang - Wo bist du 1982
 
Zuletzt bearbeitet:

KIm

amantes amentes
   Autor
9 Oktober 2015
6.077
22.960
4.365
Lese gerne mit- bin mir nur in einem unsicher-
schreibst du eher für uns oder für dich selbst...
 
  • Like
Reaktionen: Nordwind

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Lese gerne mit- bin mir nur in einem unsicher-
schreibst du eher für uns oder für dich selbst...


Was ist genau der Unterschied?

Ich reflektiere und freue mich, wenn es andere amüsiert. Um die Frage zu beantworten: entweder oder ist nicht meine Zielrichtung. Eher:

schön, wenn es beide erreicht.
 
Tischtennis Pattaya

KIm

amantes amentes
   Autor
9 Oktober 2015
6.077
22.960
4.365
Es ist schon ein Unterschied - ein kleiner aber feiner...
Ändert aber null daran dass ich gerne bei dir mitlese...
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Es ist schon ein Unterschied - ein kleiner aber feiner...
Ändert aber null daran dass ich gerne bei dir mitlese...


Es entspricht meiner Persönlichkeit, dass ich bei Schwierigkeiten in den meisten Fällen nicht reflexartig aggressiv reagiere, sondern mich über eine Situation lustig mache.

Das ist dann so, dass ich mich auch mal wie ein Geist von mir selbst entferne und meine eigenen Handlungen spöttisch kommentiere.

Da Forenmitglieder wie Du gerne mitlesen, denke ich dann laut. Ich berichte diese Dinge aber auch schon dem einen oder anderen hier den ich kenne beim Essen in Pattaya - beides.

Es ist somit hier eine Art Gespräch.

Weisst Du was ich meine?

Ich habe allerdings - das stimmt - keinen Auftrag zum Schreiben.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
P.S. Ich begegnete einmal einem Richter im Verwaltungsrecht. Er hiess "Zweifel":

So konsequent würde ich meine Haltung zu mir selbst nicht beschreiben.

Allerdings ist eine zu eigenen Handlungsweisen auch mal unsichere Haltung, mit Spott versehen, nicht zwingend von Nachteil und kein Zeichen der Schwäche.

Und um ehrlich zu sein: Ein paar Mitglieder können das auch, andere weniger. Letztere sind manchmal die, die wie ein HB Männchen in die Luft gehen, wenn etwas scheitert.

Das wiederum ist keine gute Basis im Ruhestand. Also das denke ich...
 

khun nothing

Schreibwütig
    Aktiv
5 Dezember 2013
521
2.479
1.243
@Klimbim
Es fehlt zwar der Zusammenhang aber ich habe mich eben gefragt wie so jemand "akribisches" wie Du das Thema Versicherung gelöst hat.
Ist Dein Condo versichert und wenn ja wie? Wie sieht es mit dem Roller aus?
 
  • Like
Reaktionen: Graf66 und Klimbim

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
@Klimbim
Es fehlt zwar der Zusammenhang aber ich habe mich eben gefragt wie so jemand "akribisches" wie Du das Thema Versicherung gelöst hat.
Ist Dein Condo versichert und wenn ja wie? Wie sieht es mit dem Roller aus?

Ich habe beides sehr gut versichert und werde das hier etwas später rein stellen. Bin grad in einem Termin. ABER: die Versicherungsfähigkeit eines neu gekauften Rollers, war eine meiner Hauptgründe für einen thailändischen Führerschein (Roller) und den Neukauf statt das zu mieten.

Wohnung über Hausratsversicherung. Ich berichte noch. Roojai / Roller neben der gesetzlichen. Vollkasko. Allianz Hausrat in Thailand - deren Partner. Auf 2 Jahre abgeschlossen. Nach 2 Jahren Neubewertung. Hohe Absicherung.

Zudem: ADAC Langzeitversicherung, ADAC Reiseauslandsversicherung als KV Premium, Zahnzusatzversicherung Gothaer 2x: ich und meine Frau (die ist Gold wert... zig Inlays, Brücken ect.), ADAC Reiserücktrittsversicherung (da ist Krankengeld mit drin), ADAC weltweiter Verkehrsrechtsschutz, ADAC Unfallversicherung - weltweit, in Deutschland TK Krankenversicherung, HUK Haftpflicht weltweit.

Das System greift ineinander.

Was ich niemals machen werde: Handyversicherungen, Glasbruchversicherung und so einen Unsinn.

Aber: Eigenverantwortlichkeit insbesondere dort, wo es keine soziale Sicherheit gibt, ist das A und O in meinen Augen.


Ich habe ein OA Visum. Vom O Visum, halte ich nichts, gar nichts (in MEINEM Fall). Ich will da auch keine Agentur einbauen. Brauche ich nicht.


Ich habe mal eine Auswertung vorgenommen, was die Sinnhaftigkeit des Systems betrifft: ich habe deutlich... deutlich mehr von den Versicherungen profitiert als ich investieren musste. Durchgehend. Bislang.

Da ich leider den steuerlichen Höchstsatz habe, freut mich die Absetzbarkeit der Versicherungen. Die Tarife sind teilweise noch sehr gut, weil alte Verträge.

Viele sind als Familienversicherungen angelegt. Bei uns ist immer was los, besser so...meine Frau kapiert nicht viel davon, freut sich aber. Ich regele das.
 
Zuletzt bearbeitet:

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Teil 17: Motorroller auf Abwegen - wie versichert ist der Rollerfreak unterwegs?

@khun nothing : habe ich auf Deine Anregung hin verfasst.


Vorspann


Bevor man überhaupt über “richtige” Versicherungen nachdenkt, stolpert man in Thailand zunächst über die gesetzliche Pflichtversicherung für Roller, die sogenannte Por Ror Bor (Compulsory Motor Insurance). Die bekommt man beim Kauf direkt mit, der Verkäufer regelt das einmal für dich, lächelt freundlich und danach liegt die Verantwortung bei dir.

Das Prinzip ist einfach:
Du musst sie haben.

Die Leistung ist auch einfach:
Du hast sie.

Denn was sie tatsächlich abdeckt, bewegt sich ungefähr in der Größenordnung von “symbolisch anwesend”. Sie zahlt im Ernstfall kleine Pauschalen, eher als freundliche Geste des Systems als ernsthafte Risikovorsorge.

Man könnte sagen, diese Versicherung ist wie ein Regenschirm, den man kostenlos zum Roller dazubekommt, der aber die Größe eines Cocktail-Schirmchens hat.

Wenn also ein tropischer Wolkenbruch einsetzt, stehst du damit auf der Straße, hältst dieses kleine Ding über deinen Kopf und stellst fest:
Formal bist du vor Regen geschützt.

Praktisch bist du komplett durchnässt.

Und genau an diesem Punkt beginnt die Überlegung, ob man vielleicht doch noch etwas Größeres braucht.

Es gibt Entscheidungen im Leben, die trifft man aus purer Freude. Und dann gibt es Entscheidungen, die trifft man, weil man einmal kurz nachgedacht hat, wie schnell aus einem entspannten Rollertrip eine finanzielle Kurzgeschichte mit tragischem Ende werden kann.

Die Idee, für einen Motorroller in Thailand eine zusätzliche private Versicherung abzuschließen, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Warum?

Weil man relativ schnell feststellt, dass das Versicherungssystem zwar existiert, aber nicht unbedingt dafür bekannt ist, sämtliche existenziellen Risiken mit deutscher Gründlichkeit abzudecken. Anders formuliert: Es ist alles da, nur eben in kleiner.

Jetzt könnte man sagen, gut, dann versichere ich halt einfach irgendeinen Roller. Und genau an dieser Stelle beginnt die praktische Komödie.

Einen gebrauchten Roller zu versichern, ist oft schon ein kleines Abenteuer. Nicht unmöglich, aber mit mehr Stirnrunzeln verbunden als man es von zu Hause kennt.

Einen gemieteten Roller zu versichern, ist hingegen fast schon eine philosophische Frage. Denn formal gehört dir das Ding nicht. Und Versicherungen neigen dazu, Eigentumsverhältnisse durchaus ernst zu nehmen.

Die theoretische Lösung wäre:
Der Vermieter schließt die Versicherung ab und du übernimmst die Kosten.

Die praktische Realität ist:
Viele Vermieter schauen dich an, als hättest du gerade vorgeschlagen, den Roller gemeinsam auf den Mond zu schicken.

Warum?

Weil es Aufwand ist, weil es ihnen egal ist oder weil sie schlicht sagen: “Wenn was passiert, regeln wir das schon irgendwie.” Was im thailändischen Kontext ein Satz ist, der gleichzeitig beruhigend und beunruhigend sein kann.

Also bleibt am Ende eine erstaunlich einfache, fast schon langweilige Lösung:
Man kauft sich selbst einen Roller.

Dann gehört er dir.

Dann kannst du ihn vernünftig versichern.
Und dann hast du zumindest die Möglichkeit, innerhalb der bestehenden Grenzen das Maximum an Absicherung herauszuholen.

Genau das ist hier passiert.

Und damit kommen wir zu Teil 2.

Es gibt Momente, da merkt man, dass man nicht mehr in Deutschland ist. Zum Beispiel dann, wenn man feststellt, dass 500.000 Baht für Personenschäden in einer “Vollkasko” stecken und man kurz überlegt, ob das ein Tippfehler ist oder einfach nur ein anderes Universum.

Ist es nicht. Es ist Thailand.

Warum ist das so?

Die kurze Antwort: anderes Haftungs- und Schadenssystem.

Die längere, etwas weniger trockene Antwort:

In Deutschland basiert das Schadensersatzrecht stark auf dem Gedanken der vollständigen Kompensation. Wer einen Schaden verursacht, soll den Zustand herstellen, der ohne das Ereignis bestünde. Das führt zu hohen Summen, insbesondere bei Personenschäden. Verdienstausfall, Schmerzensgeld, lebenslange Renten, alles dabei. Und weil das teuer ist, sind die Deckungssummen hoch.

In Thailand sieht die Welt anders aus. Dort orientieren sich Entschädigungen stärker an:

1. tatsächlichen, oft pauschalisierten Kosten
2. durchschnittlichen Einkommensverhältnissen
3. einem insgesamt moderateren Schadensersatzniveau

Das führt dazu, dass selbst bei ernsten Personenschäden die Summen deutlich niedriger sind. Nicht, weil ein Bein weniger wert wäre, sondern weil das System anders bewertet.

Rechtlich wird es dann interessant, wenn du als deutscher Staatsbürger mit einem anderen deutschen Staatsbürger in Thailand kollidierst. Also klassischer Fall: zwei Deutsche, ein Roller, eine Kreuzung, einer dachte “passt schon”.

Dann stellt sich die Frage: welches Recht gilt?

Hier kommt das internationale Privatrecht ins Spiel.

In Deutschland ist maßgeblich die Rom II Verordnung der Europäischen Union. Dort steht im Kern:

Für außervertragliche Schuldverhältnisse, also insbesondere unerlaubte Handlungen, gilt das Recht des Staates, in dem der Schaden eingetreten ist.

Heißt übersetzt:

Unfall in Thailand, thailändisches Recht.

Auch wenn der Geschädigte später vor einem deutschen Gericht klagt, wird dieses Gericht in aller Regel thailändisches Haftungsrecht anwenden. Das nennt man Anknüpfung an den Tatort.

Es gibt Ausnahmen, etwa bei einer offensichtlich engeren Verbindung zu einem anderen Staat. Zwei Deutsche, die dauerhaft in Deutschland leben und nur zufällig in Thailand sind, könnten theoretisch eine solche Diskussion eröffnen. In der Praxis bleibt es aber fast immer beim Tatortprinzip.

Jetzt kommt der unangenehme Teil:

Wenn dein Schaden die 500.000 Baht übersteigt, und das kann bei Personenschäden schneller passieren als einem lieb ist, dann haftest du grundsätzlich mit deinem Privatvermögen für den Rest.

Das bedeutet:
Dein Roller war günstig. Der Unfall nicht.

Und jetzt zur moralischen Ebene, die kein Gesetz sauber regelt:

Angenommen, du fährst jemanden um, der danach nicht mehr arbeiten kann. Die Versicherung zahlt ihre 500.000 Baht, das sind grob 13.000 bis 14.000 Euro. Juristisch ist damit ein Teil erledigt - sofern nichts darüber gerichtlich geltend gemacht werden konnte. Menschlich fängt es da erst an.

Du sitzt dann da und merkst:
Das Gesetz sagt “abgehakt”.
Das Gewissen sagt “wirklich?”

Das ist der Punkt, an dem man versteht, warum viele Expats plötzlich sehr defensiv fahren und an Kreuzungen nicht mehr nur nachdenklich, sondern vorsichtig werden. Also ich zumindest. Und ihr?

Warum ist deine Lösung trotzdem sinnvoll?

Weil du innerhalb eines strukturell begrenzten Systems das Maximum herausgeholt hast.

Du hast:

- eine der höchsten verfügbaren Deckungssummen gewählt (ich behandele hier nur mal den Personenschaden - der die ersatzfähige Sachschadenssumme ist deutlich höher, aber deckt dennoch niemals den potenziellen Sachschaden ab, den ich verursache wenn ich in einen Porsche eines neureichen Expats fahre der dann in russisch schimpft, was mir den einfiele... (bitte nicht so ernst nehmen, nur Satire).

- eine echte Vollkasko für den Roller
- einen Tarif, der mit etwa 7.500 Baht pro Jahr fast schon lächerlich günstig ist im Verhältnis zum Risiko

Das ist nicht perfekt.
Aber es ist rational.

Man könnte sagen:

Du hast in einem System mit kleinen Regenschirmen den größten gekauft.

Wird man trotzdem nass, wenn ein Monsun kommt?

Ja.

Ist es besser, einen kleinen als gar keinen zu haben?

Definitiv auch ja.

Und genau deshalb ist die eigentliche Lösung keine juristische, sondern eine Verhaltensfrage.

In Thailand Roller zu fahren ist ein bisschen wie Schachspielen mit Leuten, die die Regeln nicht alle kennen, dafür aber schneller ziehen.

Die einzig funktionierende Strategie ist:

vorausschauend, defensiv, mit einem leichten Grundgefühl von “alles ist möglich”.

Oder anders gesagt:

Fahre so, als hätte jeder andere Verkehrsteilnehmer gerade eine kreative Idee.

Dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du dich jemals ernsthaft mit der Frage beschäftigen musst, wie weit 500.000 Baht eigentlich reichen.


Die Erklärung zur Hausratsversicherung kommt noch... muss gerade wieder weg, aber ich melde mich :cool:

Roojai 1.jpg

Roojai 2.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
@khun nothing : das ganze System in Thailand ist überhaupt nicht auf westliche Expats zugeschnitten. Es ist erstarrt indem, was thailändischen Maßstäben nahe kommt.

Die Kunst liegt für mich darin, im Rahmen dieser für uns völlig sonderbaren Regelrahmen noch die bestmögliche unter den unzureichenden Lösungen heraus zu finden und wenn möglich, durch deutsche Zusatzversicherungen zu kompensieren.

Am Ende bleibt Restrisiko. Hier kippt meine ansonsten sehr sehr wie Du sagst "akribische vorsichtige Mentalität" in eine der Abwägung, in sehr pragmatisch gesteuerte Anteile.

"was ich nicht ändern kann, darüber rege ich mich nicht auf".

Zugleich aber verwende ich meine Möglichkeitene, Risiken wenigstens zu reduzieren.


Also: weder die Haltung des Forenzynikers / Expats, der in seiner Jomtienbude sitzt und jetzt denkt. "Klimbim hat einen Schaden. Es es eh alles vorbei, ich sehe eh die Welt verenden - versichern ist Blödsinn, Freiheit Freiheit und nach mir die Sinnflut" ...

Noch: "meine Mama hat mir 60 Jährigem geraten besser nie die Wohnung zu verlassen und immer brav meine Tabletten zu nehmen. In den Supermarkt trage ich dann, weil ich da ja mal hin muss, durchgehend meinen Elitemotorradhelm. Es könnte ja eine Zuckerdose auf meinen Kopf knallen".


Es ist etwas ziemlich genau dazwischen für mich.
 

Ajax

Luftbildfetischist
   Autor
2 Oktober 2018
2.403
39.746
3.865
@Klimbim : bei den Drohnen ist es das gleiche bei den Schadenssummen: man braucht eine Drohnenhaftpflicht, die bei den Thailändischen Versicherungen
mit 1000 000 Baht abgedeckt sind, meine deutsche Versicherung mit weltweiter Deckung hat 50 000 000 € als Deckung.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Teil 18: „Die große Illusion vom günstigen Leben oder: Warum der thailändische Reis leider kein Inflationsabkommen unterschrieben hat“


Es gibt unter Auswanderern eine besonders zähe Spezies von Rechenmodell.

Es basiert auf Zahlen aus der Vergangenheit. Manchmal aus der näheren Vergangenheit.

Oft aus einer Zeit, in der ein Flug nach Bangkok ungefähr so viel kostete wie ein besserer Wochenendausflug nach Bielefeld und Diesel noch nicht als Luxusparfüm gehandelt wurde.

Dieses Modell hat einen großen Vorteil. Es fühlt sich hervorragend an. Und einen kleinen Nachteil. Es hat mit der Zukunft ungefähr so viel zu tun wie ein Wetterbericht aus dem Jahr 1998 mit der aktuellen Trockenzeit.

Ich sitze also da und rechne. Nicht so, wie die Schar von völlig am Thema vorbei denkenden Youtubern, die einem erzählen: "Thailand ist DEINE Billiglösung bei knapper Rente". Nicht mit Wunschzahlen. Diese Youtuber... eine eigene besondere Sorte, die demnächst noch einmal meinen geballten beissenden Spott zu kosten bekommen... aber davon später.

Eher mit dem, was sich so langsam, aber sehr konsequent zusammenbraut.

Flüge.
Energie.
Lebensmittel.
Versicherungen.

Alles Dinge, die in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Eigenschaft entwickelt haben.

Sie steigen.

Nicht elegant.
Nicht dezent.
Sondern mit der Entschlossenheit eines thailändischen Straßenverkäufers, der beschlossen hat, dass heute jeder Tourist mindestens zwei Mango Sticky Rice braucht, ob er will oder nicht.

Ein Blick auf die Flüge genügt. Ich rede gar nicht vom Irankrieg. Der ist die Zugabe. Ich rede vom "Normalfall".

Vor ein paar Jahren konntest du mit etwas Glück für 500 bis 700 Euro hin und zurück fliegen.

Heute bewegst du dich, je nach Saison und Laune der Weltpolitik, eher in Bereichen, in denen man kurz prüft, ob der Sitz nebenan nicht mit verkauft wurde. Wenn ich Economy 2025 / flog, dann nicht unter 1000 Euro / Flug, eher 1200 aufwärts (direkt).

Und das ist nur der Anfang.

Kerosin wird nicht billiger, weil wir es uns wünschen. Es wird teurer, weil Energie insgesamt teurer wird.
Kriege sind in dieser Hinsicht bemerkenswert unkooperativ.

Und Thailand liegt nicht zufällig näher, nur weil man sich dort wohler fühlt.

Dann die Lebensmittel. Thailand war einmal das Land, in dem man für kleines Geld sehr gut essen konnte.
Das kann man immer noch.

Nur ist „kleines Geld“ inzwischen ein bewegliches Konzept geworden.

Reis kostet mehr.
Öl kostet mehr.
Importierte Produkte sowieso.

Und plötzlich sitzt man da und stellt fest, dass der einfache Restaurantbesuch nicht mehr die charmante Nebensache ist, sondern langsam beginnt, sich wie eine bewusste Entscheidung anzufühlen.

Was völlig in Ordnung ist. Nur eben anders als früher.

Dann Energie.

Strompreise steigen.
Klimaanlagen laufen länger.
Es wird wärmer.
Nicht subjektiv.
Messbar.

Das führt zu der interessanten Situation, dass man mehr bezahlt, um es auszuhalten, dass es teurer geworden ist.

Ein in sich sehr geschlossenes System.

Und dann kommen wir zu dem Punkt, über den erstaunlich viele Menschen sprechen wie über entfernte Verwandte, die man nicht einladen möchte.

Versicherungen.

Die Vorstellung, dass man sich mit einer günstigen Lösung dauerhaft elegant durch das Leben in einem fremden Gesundheitssystem bewegt, hat ungefähr die Stabilität eines Plastikstuhls in der Regenzeit.

Es funktioniert. Bis es nicht mehr funktioniert.

Und wenn es nicht mehr funktioniert, wird es plötzlich sehr konkret.

Krankenhäuser in Thailand sind gut. Sehr gut sogar.

Sie haben allerdings die charmante Angewohnheit, ihre Leistungen auch bezahlt haben zu wollen.

Und zwar nicht symbolisch. Ich gehe inzwischen davon aus, dass Thailand sich in den kommenden Jahren sehr genau anschauen wird, wer dort lebt und unter welchen Bedingungen.

Nicht aus Bosheit. Aus Logik.

Es ist schwer vermittelbar, dass jemand mit einer sehr knappen Rente in ein Land kommt, dort lebt, keine ausreichende Absicherung hat und im Ernstfall Kosten entstehen, die dann irgendwie aufgefangen werden müssen.

Vor allem dann, wenn der lokale Steuerzahler deutlich weniger verdient als derjenige, der gerade behandelt wird.

Das ist kein nachhaltiges Modell. Und nachhaltige Modelle setzen sich erfahrungsgemäß durch. Irgendwann. Meistens etwas abrupt.

Und genau an dieser Stelle tritt er auf.

Der Optimist.

Er setzt sich mir gegenüber, lächelt und sagt:

„Also ich komme mit 1000 Euro locker aus.“

Ich nicke.

„Das ist beeindruckend.“

„Ich lebe wie ein König.“

„Welches Königshaus genau?“

„Na, entspannt halt. Essen billig, Miete billig, alles billig.“

„Das klingt nach einem sehr kooperativen Universum.“

„Du rechnest zu kompliziert.“

„Ich rechne mit Zahlen, die sich nicht entschuldigen.“

„Früher ging das auch.“

„Früher gab es auch Röhrenfernseher.“

„Thailand ist günstig.“

„Thailand ist weniger teuer als andere Orte. Das ist ein Unterschied.“

„Du brauchst keine 2000 Euro.“

„Man braucht auch keinen Regenschirm. Bis es regnet.“

„Ich kenne Leute, die leben von 1200.“

„Ich kenne Leute, die essen drei Tage Reis und nennen es Tradition.“

„Du übertreibst.“

„Ich untertreibe. Das ist mein Hobby.“

„Flüge sind doch nicht so teuer.“

„Doch. Sie haben nur beschlossen, dich langsam daran zu gewöhnen.“

„Ich fliege selten.“

„Das macht sie nicht günstiger, nur seltener.“

„Essen ist billig.“

„Ja. Und langsam weniger billig. Das nennt man Entwicklung.“

„Strom kostet fast nichts.“

„Dann lass die Klimaanlage mal durchlaufen und schau dir die Rechnung an, wenn sie Selbstbewusstsein entwickelt.“

„Versicherung ist optional.“

„Krankenhäuser sehen das überraschend anders.“

„Ich nehme eine günstige.“

„Das ist mutig. Fast schon literarisch.“

„Ich bin gesund.“

„Das ist der Standardzustand vor dem ersten Krankenhausbesuch.“

„Thailand kümmert sich schon.“

„Thailand kümmert sich. Aber nicht zwingend kostenlos.“

Er lehnt sich zurück.

„Du siehst alles zu negativ.“

Ich lächle.

„Nein. Ich sehe es nur vor dir.“

Stille.

Dann sagt er:

„Also ich probiere es trotzdem.“

Ich nicke.

„Das ist auch völlig in Ordnung.“

„Man muss es einfach machen.“

„Ja. Aber man darf auch rechnen.“

Er steht auf.

„Ich komme klar.“

Ich sehe ihm nach.

„Ich hoffe es.“

Und genau da liegt der Punkt.

Es geht nicht darum, dass es nicht funktioniert.

Es geht darum, unter welchen Bedingungen es funktioniert.

Wenn ich heute rechne, lande ich nicht bei nostalgischen Zahlen.

Ich lande gedanklich eher hier:

Untere Grenze etwa 1800 Euro.
Realistisch eher zwischen 2000 und 2500 Euro.
Und wenn man es wirklich entspannt haben möchte, sind 3000 Euro kein Zeichen von Dekadenz, sondern von Ruhe.

Alles darunter funktioniert.
Irgendwie.

So wie ein Roller mit drei Leuten, zwei Hühnern und einer Waschmaschine funktioniert.

Man kommt an.

Aber man sollte nicht überrascht sein, wenn es unterwegs interessant wird.

Und genau hier beginnt der Punkt, an dem viele nicht mehr rechnen, sondern hoffen.

Hoffen ist ein schönes Konzept.
Es ersetzt nur leider keine Kalkulation.

Ich verstehe das.

Die Idee, mit 1200 oder 1500 Euro ein entspanntes Leben zu führen, ist verlockend.
Sie war vielleicht sogar einmal realistisch.

Heute ist sie eher… optimistisch.

Oder, um es etwas höflicher zu formulieren:

Sie setzt voraus, dass sich globale Entwicklungen künftig deutlich rücksichtsvoller verhalten als bisher.

Das halte ich für ambitioniert.

Was also tun?

Gar nicht auswandern?

Doch. Wenn man vorgesorgt hat, geht es. Wenn man nicht so gut vorgesorgt hat... vielleicht anders.

Teilzeit statt Vollzeit.
Längere Aufenthalte statt endgültiger Entscheidungen.
Thailand als Lebensqualität, nicht als letzte Kalkulation.

Das hat einen unschlagbaren Vorteil.

Man bleibt flexibel.

Und man gerät nicht in die Situation, in der man in einem fremden Land sitzt, die Kosten steigen und man sich fragt, ob man gerade einen Plan lebt oder einen sehr langen Zufall.

Am Ende ist es ganz einfach.

Thailand ist kein billiges Paradies mehr. Aber immer noch ein günstiges und vor allem schönes.

Es ist ein wunderbarer Ort.
Mit steigenden Preisen.
Wie der Rest der Welt auch.

Der Unterschied ist nur:

Die Rechnung kommt dort manchmal mit einem Lächeln.

Und das macht sie nicht kleiner.


Das alles ist nur meine persönliche Sicht auf die Dinge. Ich lehne es ab, diese als allgemeinverbindlich zu erklären. Das bringt nichts ausser Ärger.

Aber ich biete an nachzudenken. Youtuber wollen Klicks. Mir sind die völlig egal. Ich halte mehr von Ehrlichkeit und gutem Humor.


Wobei... "der 1000 Euro und ich bin im Isaan der König unter Büffeln, Mücken, Sumpfnattern und Hühnern Freak", er ist mir sympathisch. Das meine ich ernst. (so leben könnte ich selber allerdings niemals freiwillig. Da bliebe ich lieber "dahoam".

In Pattaya, ist er, dieser Freak mir indes suspekt. Eine Art Karnevalstyp auf Abwegen, aber lustig zugleich. Ich mag Karneval.

Funkenmariechen finde ich auch sehr süß.

474599693_1323920565535986_2025233084209608635_n.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Teil 19: „Die kleinen Stellschrauben oder: Wie man versucht, die Realität höflich zu verhandeln“


Es gibt im Leben eines angehenden Auswanderers diesen einen Moment.

Man hat verstanden, dass alles teurer wird.
Man hat verstanden, dass die Welt sich nicht nach dem eigenen Excel-Sheet richtet.

Und dann sagt man sich:

Gut.

Dann drehe ich eben an ein paar Stellschrauben.

Nicht, um das Problem zu lösen. Das wäre überambitioniert. Aber um es… angenehmer zu gestalten.

Ich habe genau das getan. Mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass er den Ozean nicht aufhalten kann, aber zumindest überlegt, wo er sein Handtuch hinlegt.


Punkt eins: Die Wohnung

Die Idee klingt zunächst bestechend einfach.

Kaufen statt mieten.

Einmal zahlen. Dann Ruhe. Ein wunderbarer Gedanke.

Fast schon poetisch. Bis man feststellt, dass auch Immobilienpreise eine gewisse Dynamik entwickelt haben, die entfernt an aufgeregte Hühner erinnert.

Ich habe den Eindruck, dass die Preise in den letzten zwölf Monaten deutlich angezogen sind.

Nicht dramatisch. Aber ausreichend, um zu verstehen, dass „ich schaue mir das mal in Ruhe an“ eine Strategie mit eingebautem Preisschild ist.

Natürlich löst der Kauf ein Problem. Man eliminiert einen der größten Unsicherheitsfaktoren.

Miete. Die kommt dann nicht mehr überraschend. Dafür kommt etwas anderes.

Eigentum.

Und Eigentum hat eine bemerkenswerte Eigenschaft: Es bleibt. Auch dann, wenn man feststellt, dass die Wohnung vielleicht doch nicht ganz das ist, was man sich in einem Moment leichter Euphorie vorgestellt hat.

Eine Mietwohnung kann man wechseln. Eine Eigentumswohnung betrachtet man irgendwann sehr lange und sagt Sätze wie:

„Eigentlich ist es ja ganz schön hier.“ Mit 50.000 bis 90.000 Euro ist man dabei. Das ist fair. Dazu ein Hausgeld von 20.000 bis 30.000 Baht im Jahr.

Das ist ebenfalls fair. Fair ist ein schönes Wort. Es bedeutet nur nicht automatisch günstig.


Punkt zwei: Das Visum

Dann kommt die nächste Stellschraube.

Das Visum.

Ein Feld, auf dem erstaunlich viele Menschen Entscheidungen treffen wie bei einem Überraschungsei.

Man weiß ungefähr, was drin sein könnte. Aber man ist dann doch überrascht. Ich habe mir das OA Non Immigrant Visum angeschaut.

Und plötzlich hatte ich das Gefühl, dass es eine Variante gibt, die weniger… kompliziert ist als ihr oft gewählter Bruder. Am Ende... am Ende...

Das O Non Immigrant Visum ist ebenfalls eine Option. Es bringt nur ein paar charmante Begleiterscheinungen mit sich.

Zum Beispiel eine gewisse Nähe zu Agenturen. Die wissen das und empfehlen dieses Visum. Irgendwie am Ende fast immer...

Ergebnis: Eine gewisse Regelmäßigkeit in deren Dienstleistungen.

Und eine gewisse Preisgestaltung, die einem das Gefühl gibt, man hätte unabsichtlich ein Abonnement abgeschlossen.


Dann kommt das Lieblingsthema.

Versicherung.

Hier wird es regelmäßig richtig witzig.

„Ich ernähre mich gesund.“

„Ich habe Rücklagen.“

„Im Notfall fliege ich zurück.“

Ich höre das und habe das Bild eines Mannes vor Augen, der ohne Fallschirm aus einem Flugzeug springt und sagt:

„Ich bin optimistisch.“

Das Problem ist nicht die Einstellung. Das Problem ist die Landung. Ein Motorradunfall mit zehn Brüchen ist kein logistisches Detail.

Es ist eine Situation, in der man nicht elegant sagt: „Ich nehme dann mal den nächsten Flug.“

Man wird eher transportiert. Sehr vorsichtig. Sehr teuer.

Und mit einem Organisationsaufwand, bei dem selbst sehr engagierte Fachkräfte kurz innehalten und sagen:

„Das wird… interessant.“

Kurz gesagt: Versicherung ist keine Option. Es ist eine Voraussetzung. Alles andere ist kein Mut.

Es ist ein Experiment mit sehr begrenzter Wiederholbarkeit. Nun gibt es gute Nachrichten.

Es gibt Anbieter, die sehr vernünftige Langzeitversicherungen anbieten. Erstaunlich vernünftig. Erstaunlich bezahlbar.

Mit einem kleinen Haken.

Man sollte in Deutschland gemeldet bleiben. Und hier kommt wieder ein Klassiker ins Spiel.

„Ich will mit Deutschland nichts mehr zu tun haben.“

Das ist emotional nachvollziehbar. Nicht für mich, aber für andere - was ich erstaunlich finde, aber akzeptiere. Als liberaler Mensch darf man das.

Nur: Finanziell ist es ungefähr so klug, wie bei Regen den Regenschirm wegzuwerfen, weil man mit dem Wetter unzufrieden ist.


Punkt drei: Der Dauerurlaub

Und dann gibt es noch diese dritte Kategorie.

Den sogenannten Dauerurlaub.

Ein Konzept, das auf den ersten Blick sehr überzeugend wirkt.

Sonne.
Freizeit.
Gesellschaft.

Viel Gesellschaft. Sehr viel Gesellschaft. Oft in weiblicher Form. Dauerhaft. Ich formuliere es vorsichtig:

Das ist ein Kostenfaktor. Ein dynamischer. Mit erstaunlicher Wachstumsrate. Man beginnt mit einem angenehmen Lebensstil.

Und stellt irgendwann fest, dass man sich finanziell in einem Bereich bewegt, der entfernt an eine laufende Hotelrechnung erinnert, bei der man vergessen hat auszuchecken.

Es ist nicht unmöglich. Aber es ist auch kein stabiler Plan.


Ergänzung: Die feine Kunst, sich freiwillig finanziell zu entkernen

An dieser Stelle betritt eine weitere, sehr elegante Variable die Bühne.

Das Bar-Girl.

Ein Wesen von bemerkenswerter Anpassungsfähigkeit, emotionaler Intelligenz und einem nahezu akademischen Verständnis für westliche Zahlungsbereitschaft. Man lernt sich kennen.

Zufällig.

Ganz ungeplant.

Sie lächelt.

Man denkt:
„Wie nett.“

Sie sagt:
„You good man.“

Man denkt:
„Endlich erkennt es jemand.“

Zwei Tage später sagt sie:
„My buffalo sick.“

Und plötzlich ist man Teil einer landwirtschaftlichen Notfallversorgung.

Finanziell.

Es beginnt harmlos.

Ein Essen hier.
Ein kleines Geschenk da.

Man fühlt sich großzügig.
Fast schon philanthropisch.

Dann kommen die kleinen Geschichten.

Die kranke Mutter.
Der kaputte Roller.
Der Bruder mit einer bemerkenswert instabilen Karriereplanung.

Alles Einzelfälle.

Natürlich.

Zufällig gehäuft.

Und ehe man sich versieht, hat man ein monatliches Unterstützungsprogramm aufgebaut, das entfernt an Entwicklungshilfe erinnert.

Mit dem Unterschied, dass es nicht steuerlich absetzbar ist und emotional deutlich komplexer wird.

Der kritische Moment ist nicht der erste Baht.

Der kritische Moment ist der Satz:

„I need help, only you.“

Wenn man sich dabei wie ein Auserwählter fühlt, ist man bereits mitten im System.

Die Kunst besteht darin, früh zu erkennen, wohin die Reise geht.

Ein einfacher Test:

Wenn die Beziehung mit steigenden Kosten emotional stabil bleibt, ist es eine Beziehung.

Wenn die Kosten steigen und gleichzeitig die Dramatik zunimmt, ist es ein Geschäftsmodell.

Ein weiteres Indiz:

Wenn Probleme regelmäßig auftreten, aber erstaunlich selten gelöst werden, hat man kein Leben, sondern ein Abonnement.

Die Lösung ist überraschend unspektakulär.

Langsam machen.
Beobachten.
Nicht sofort lösen wollen.

Und vor allem:

Echte Nähe erkennt man nicht daran, wie viel sie kostet.

Sondern daran, wie wenig sie fordert.

Das ist weniger spektakulär.

Aber deutlich nachhaltiger.

Und am Ende des Tages auch… günstiger.


Fazit

Diese Stellschrauben funktionieren.

Bis zu einem gewissen Punkt.

Sie reduzieren Unsicherheiten.

Sie schaffen Struktur.

Sie geben das Gefühl, dass man das Ganze im Griff hat.

Und das ist nicht nichts. Aber sie ersetzen keine grundlegende Erkenntnis:

Die Zeiten, in denen man mit sehr wenig Geld sehr entspannt in Thailand leben konnte, verändern sich.

Nicht abrupt. Aber kontinuierlich. Und wer das ignoriert, plant nicht. Er hofft. Hoffnung ist schön. Aber sie zahlt keine Rechnungen.

Und sie verhandelt auch nicht mit der Realität. Das macht die Realität selbst.

Sehr zuverlässig.

472548967_1421192909290612_3259766908804979042_n.jpg
 
Pattayareise

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
P.S. das Argument, die Thailänder können auch mit 500 Euro im Monat leben, höre ich oft.

Ich habe aber meine Zweifel, ob das Argument trägt. Thailänder haben eine deutlich ! niedrigere Lebenserwartung:

Thailand vs Deutschland: Ländervergleich und Statistiken

Zudem: so willst Du in der Regel nicht leben: Ohne AC, ohne europäisches Essen, auf dem Land in der absoluten Einöde zwischen Mücken und Sumpfnattern...


Ja, manche mögen das. Ja, ich finde das absolut akzeptabel als freie Willensentscheidung und ich verteidige die Berechtigung dieser Extremlebensentwürfe: der Isaanfreak. Ich mag ihn aufrichtig.

ABER. das halten 90% der Europäer nicht dauerhaft durch. Ausnahme: sie müssen. Sie haben keine Alternative.

Nur: Ist das dann der Ruhestand, den wir wollen? Plant mit höherem Budget, vergesst die Youtuber - zu 90% unseriös (nicht alle!), habt einen Plan B,C,D, seid geduldig, versucht euch anzupassen und nicht eure Umgebung an euch und...

... nehmt die Missgeschicke mit Humor. Die meisten sind sehr witzig, ich spreche aus eigener Erfahrung und bei mir läuft oft etwas schief, aber dann auch wieder perfekt im Ergebnis. Perfekt im Sinne von Zufriedenheit...und Belustigung.

Ich finde selbst die Auswanderer, die mich nicht so mögen oft lustig. Aber ich halte mich dann eher an die, die ich mag und die mich ertragen wollen.


Meistens sind das dann glückliche Menschen.


Auch eine Strategie.
 

MGiebel

Gibt sich Mühe
    Aktiv
27 Januar 2024
220
514
733
Die Frage, die sich jemand stellt, der hier in Thailand mit 500-1000€ 'gut' lebt ist 'Wie sieht mein Leben mit 500-1000€ im kalten Deutschland aus'.

Die Sonne scheint hier fast jeden Tag, kostenlos :LOL:

P.S.: Ich habe hier mal einen Bürgergeldempfänger getroffen, der so lange wie möglich im Jahr in Thailand leben wollte.
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
1.132
5.206
1.765
Die Frage, die sich jemand stellt, der hier in Thailand mit 500-1000€ 'gut' lebt ist 'Wie sieht mein Leben mit 500-1000€ im kalten Deutschland aus'.

Die Sonne scheint hier fast jeden Tag, kostenlos :LOL:

P.S.: Ich habe hier mal einen Bürgergeldempfänger getroffen, der so lange wie möglich im Jahr in Thailand leben wollte.
Bürgergeldempfängern die in Thailand leben, leben dort als Sozialversicherungsbetrüger.

Das kann ich nicht gut heissen oder gar empfehlen.

Das Leben bei 500 bis 1000 Euro in Deutschland ist nicht bedroht.

In Thailand bei entsprechenden Krankheiten schon.

Auch nicht so nett finde ich.
 

Ähnliche Themen