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Iffis sporadische Anwandlungen (So was wie ein Blog - vielleicht)

Iffi

In Memoriam
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18 Oktober 2008
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geht schon noch weiter....aber später....


Status Update

- Seit dem 24.12.2011 permanent Wohnhaft auf dem Airforce Gelände in Bangkok Don Mueang.

- am 14.2.2012 verstorben
- am 15.2.2012 wieder auferstanden und mich am gleichen Tag in meine Krankenschwester im Vibhavadi Hospital verliebt. Die hat mir den Schniedel gewaschen und den Arsch abgewischt. Welche Frau macht dat schon.
- Im Juni/July 2012 in der Schweiz bei meiner Marokko-Flamme zwecks Abnabeln "for ever" mit Abstecher nach Wien und Kölle
- im August 2012 Herzschrittmacher
- Seit gleichem Monat Mia Noi in Ko Samet. Hat sich vom Gig seit Anfang des Jahres so entwickelt. Steile Karriere.
- Seit Anfang November Zweitwohnsitz im R-Con Hotel, Soi Buakao, Pattaya (13K pro Monat)
- Seit Mitte November: Oli kann mich mal am Arsch lecken. Auf seinen wie aus heiterem Himmel kommenden Extra-Service: "ich polier dir deine Fresse" kann ich verzichten
- Ende November wieder im Zweitwohnsitz R-Con mit Abstecher nach Ko Samet.
- Bis dahin patter ich fast täglich morgens rüber zum Don Mueang Airport, kauf mir ne englische Zeitung, trink nen Kaffee Jen und führe abends nach Büroschluss mit meiner Mia intellektuelle Gespräche.

Mir glaubt's ja keiner. Meine Mia macht sich echt Sorgen, dass ich in Don Mueang versaure und hat mir ans Herz gelegt, mir doch ne Bude in Patty zuzulegen, damit ich dieser Enklave im Norden Bangkoks ab und zu entweichen kann, ehe ich vor Langeweile (wieder) sterbe.

Ich mache immer, was meine Mia von mir verlangt. Bin ich jetzt ein Weichei?:zwink

Egal, ich halte mich für einen Glückspilz....
 

samui

Ubon Ratchathani
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1 Februar 2009
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Du warst in Wien und ich weiss des net?! Muss ich mir jetzt den Wolf zur Brust nehmen?
Himmel, Arsch und Carabao nochmal .. :bigg
 

Iffi

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Samui, ich war von 1993 bis 2001 in Wien. Mein Büro war Nähe Praterstern, Lassallestrasse gegenüber vom Riesenrad bei einer globalen Firma.

Meine Einflugsschneisen waren im Sommer: Donauinsel und ansonsten die Thai-Treffs Gusto und Camelot. Ich bin mir fast sicher wie kennen uns...
 
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samui

Ubon Ratchathani
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1 Februar 2009
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Wir kennen uns vom Gusto, du hast mir pro und kontra bzgl. Heirat mit Thai gegeben (eigentlich mehr contra :bigg)
Wird Jahreswende 2002/2003 gewesen sein.
Gusto gibts schon länger nicht mehr, meine kleinere Hälfte ist April 2003 gekommen und hats bis heute mit
mir ausgehalten ;)
 

Iffi

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Hi samui

Jo, dein Nick kam mir bekannt vor. Krieg nur dein Gesicht im Augenblick nicht auf die Reihe.

Glückwunsch, dass du nicht auf mein Geschwätz gehört hast.

Falls du Bilder aus der Zeit vom Gusto hast, würde es mich riesig freuen, falls du die hier reinstellen würdest
 

Iffi

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Meine Fatima - Wir tanzten ein halbes Jahr

Ich weiss gar nicht mehr, welcher Teufel mich geritten hatte. Es war Ende Juni 2011 in der schweizer Nordprovinz. Mein Kündigungsdatum stand fest. Ende September wollte ich in Frühpension gehen und nach Thailand zu meiner Frau ins gemachte Heim mit Garten übersiedeln. Hatte einfach die Faxen dicke vom Berufsleben in der internationalen Computer-Branche. Ausserdem war meine Altersversorgung gesichert. Nie mehr arbeiten...oh Freude.

Wir waren schon 8 Jahre verheiratet, allerdings nur traditionell ohne Standesamt. Ihrer Verwandtschaft reichte das, und ich durfte somit während meiner Aufenthalte in Bangkok mit ihr das Schlafzimmer in ihrem Haus teilen. Während dieser 8 Jahre waren unsere Lebensmittelpunkte getrennt, sie in Thailand und meiner in der Schweiz. Wir lebten die ganze Zeit getrennt, unterbrochen von mehrmaligen gegenseitigen Besuchen pro Jahr. Mal ich in Thailand, mal sie in der Schweiz. Insgesamt haben wir somit 2 Monate pro Jahr miteinander verbracht. Meine Frau war gerade nach ihrem letzten Besuch Anfang Juni 2011 nach Thailand zurückgekehrt...und mich überkam die Torschlusspanik.

Nicht im Sinne von: ich kriege keine mehr mit, sondern von: bald wird mein Leben monogam. Oh Gott, lass diesen Kelch an mir vorübergehen!

Schon Goethe hatte gesagt, man solle mit seinen Wünschen vorsichtig sein, denn sie könnten wahr werden. Aber wer denkt denn schon an so was, was dann noch kam. Der Kelch der Monogamie schien tatsächlich an mir vorüber zu gehen. Aber zu welchem Preis...zum Preis der Ewigkeit.

In den letzten 12 Monaten war ich wirklich treu gewesen, hab nur rumgeschäkert und sonst nix. Wie es nu mal meine Art ist, stürzte ich mich mit dem Ende meiner "Junggesellenzeit" vor Augen ins Nachtleben und begegnete ihr...


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Hätte ich damals schon geahnt, wie wahr die Sprüche auf ihrem Lieblings T-Shirt waren...wer weiss... vielleicht wäre ich nicht frühzeitig verstorben.


Wird fortgesetzt...
 

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Iffi

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...und hier geht's weiter

Samira


Wie alles anfing

Eigentlich habe ich schon lange damit aufgehört, über meine länger andauernden Weibergeschichten zu schreiben. Frauen sind nur eine flüchtige Laune der Natur und schnell vom Winde verweht. Das liegt auch daran, dass sie das einzige Geschlecht sind, das altert. :bigg In der Vergangenheit habe ich am Anfang eines neuen Verhältnisses oft begonnen, Tagebücher zu schreiben, in der Hoffnung, sie sei etwas besonderes für mich und deswegen schriftlich für meine eigene Erinnerungswelt erwähnenswert, der Flüchtigkeit vorbeugend. Die Vergeblichkeit war meist schon im ersten Satz verborgen: „Dieses Mal werde ich alles anders machen.“

Samira wird auch nur ein Windspiel sein, denn ich verlasse diesen Ort in ein paar Monaten. Sie wird Teil meiner Erinnerung bleiben und vielleicht etwas mehr. Aber dieses „mehr“ könnte es in sich haben.

So meine Gedanken, die im Nachhinein wie eine Prophezeiung klingen.

Samira ging zu jener Zeit seit etwa einem halben Jahr regelmäßig ins GO IN und kennt dort im Prinzip alle, obwohl sie in Spreitenbach, etwa 25 Minuten mit dem Bus von hier in Baden wohnt. Ich selbst war vielleicht zehn Mal in den letzten 12 Monaten im GO IN und hatte sie dort vorher nie angetroffen. Bis zu ihrer jetzigen und neuen Arbeitsstelle bei der SV, in der Kantine des SBB Hauptquartiers in Spreitenbach, hatte Samira in einem Altersheim hier in Baden halbtags gearbeitet und ist durch Fragen nach "gerolltem" Nachschub an den Rolli und somit ins GO IN geraten, dem Hauptquartier von Rolli. Einmal die Woche holt sie dort ihr Tütchen. Das kann Mittwochs sein, aber auch Freitags oder Samstags. Dann bleibt sie immer länger im GO IN.

Rolli ist ein Bär von Mann. Kommt auf den ersten Blick wie ein Rocker rüber. Hat ganz kurzes schütteres Haar, eigentlich schon eine Glatze. Er trägt so ein gezwirbeltes und geflochtenes Bartanhängsel am Kinn. Sieht aus wie eine Kordel. War, glaube ich, einmal bei den Hunnen Mode. Drei/vier verschiedenfarbige Ringe halten am unteren Ende die „Kordel“ zusammen. Samira hatte ihm einmal das Bärtchen im GO IN neu gezwirbelt. Ehe sie die Ringe wieder dran hatte, dauerte es eine Ewigkeit. Sie hat Rolli das Ende der „Kordel“ immer wieder zum Annässen wie einen Zwirn in den Mund gesteckt, damit sie diese in die Ringe einfädeln kann. Rolli grinste die ganze Zeit selig wie ein Honigkuchenpferd, als ob Mama seinen Blähbauch streichelte.

Warum er Rolli heißt, hab ich weiter noch nicht gefragt, da ich einfach annahm, das käme von Rolf oder von den “gerollten” und geladenen Zigaretten, die er verkauft.

Von Rolli gibt es nie ein böses Wort. Reden tut er sowieso nicht viel. Aber frag ihn mal über Rock/Blues/Pop-Musik. Der kennt alles und alle und weiß grundsätzlich, wo, wann und was los ist.

Als ich an einem Freitag Abend das GO IN betrat, fiel mir Samira sofort auf. Schwarze Haare, gut drauf, ein leicht exotisches Aussehen und einen schelmischen Blick. Am anderen Ende der Theke. Sie erwiderte meinen Blick unverhohlen aber nicht versprechend. Immer wieder. Sie schien irgendwie interessiert, genauso wie ich.

Mein Platz an der Theke war eigentlich keiner. Zweite Reihe und langer Arm um das Bier zu fassen. Volles Haus.

Plötzlich war dort, wo Samira saß eine Lücke. Für längere Zeit. Sie war wohl gegangen. Kurz entschlossen setzte ich mich an diese Stelle auf den Barhocker, denn sie ist strategisch. Die Kneipe voll im Blick.

Erst nach meinem zweiten Bier stand sie plötzlich wieder wie aus dem Nichts neben mir.

„Oh, Entschuldigung, habe ich ihren Platz eingenommen?“

„Nein. Geht schon. Bleib sitzen und rede weiter mit mir.“

Wie bitte? Wie ist die denn drauf? Dachte ich mir.

„Ich geh doch nicht aus, um stumm an der Theke zu sitzen.” “Rede!“, sagte sie noch einmal.


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Das war sie einmal vor 15 Jahren...

Aha, besoffen ist sie allerdings nicht, eher gut drauf, dachte ich mir, da ich selbst nur drei kleine Bier bisher getrunken hatte. Das hätte ich als quasi Nüchterner gemerkt. Nach dem Zehnten hätte ich das als sexuelle Sympathie interpretiert.

Samira kam mir wie eine Barfrau vor. Rauchige Stimme, selbstbewusst und keine Angst vor Männern. Im Gegenteil. Sie nimmt sie sofort für sich ein. Ich erzählte ihr ein bisserl von meinem Expatriate-Leben und dass ich in drei Monaten den großen Flug nach Thailand für immer mache. Baden ade! Bei meinen Erzählungen aus meiner Vergangenheit in Saudi Arabien lachte sie. Sie hatte dort selber fast ein Jahr arbeitenderweise verbracht und wir tauschten schelmisch arabische Redewendungen aus. Inzwischen hatte sich Rolli aus seiner Ecke bewegt und sich auf die andere Seite von Samira gesetzt. Der guckte immer nur. Samira legte manchmal ihren Arm um seine Schulter.

Rolli könnte mich in Grund und Boden hauen, so wie er gebaut ist. Rocker hoch drei. Ich spielte den unschuldigen Unterhalter, der zufällig neben Rollis Geliebter saß…


Fortsetzung folgt...
 

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Iffi

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Samira

Schon das Ende?

OK, irgendwie aufgedreht ist sie schon, dachte ich mir. Vorsicht! Keine Rocker-Grenzen überschreiten. Als Samira pinkeln ging, äußerte ich in Rollis Richtung: „Alles klar Jung?“ Der antwortete „Nein, bin schlecht drauf.“ Mit einer recht hohen und sanften Stimme, die so gar nicht zu ihm passt und das Gegenteil von sonor ist.

„Was’n los?“

„Will ich nicht drüber reden“.

Und plötzlich wurde er zum weinerlichen Typen, vor dem noch nicht einmal ein Kätzchen Angst haben musste.

Samira kam zurück, Rolli war gerade draußen Tüten rollen, und ich fragte sie, wer dieser Typ überhaupt sei?

„Mein Ruhepol. Mein Anker.“

OK, was auch immer das bedeutete. Ich nahm es nicht als eventuelle Enttäuschung, denn es hörte sich irgendwie asexuell an. Bildete ich mir wunschträumend zumindest ein. Meine Taktik, um den Abend nicht alleine zu verleben, nahm Formen an.

Samira schwärmte weiter von Rolli. Wie hilfsbereit und lieb er wäre, etc. Er hätte sich auch immer darum gekümmert, dass sie irgendwie nach Hause käme, wenn sie mal über die Stränge schlug und zu angeturnt war. Außerdem wäre er mit ihr und ihrer Schwester einige Male in andere Musiklokale ausgegangen.

Samira sprang plötzlich auf, und begrüßte und umarmte ein dunkelblondes Mädel. Kurz darauf flüsterte sie mir ins Ohr, dass diese „Blonde“ die Ex von Rolli sei, worunter er immer noch leide. Ich fasste Mut. Samira gehörte den Abend vermutlich mir. Wichtig war, den verständnisvollen Zuhörer mit einem gewissen Abstand zu spielen. Nur nicht zu nahe treten. Abstand vom Geschehen um Samira herum, das war hinterhältig als „dirty old man“ Strategie angesagt. Einfach den aufmerksamen Beobachter spielen.

Mittlerweile weiss ich, dass Rolli ständig unglücklich verliebt ist, weil er im Gegensatz zu seiner jeweiligen angeblichen „Geliebten“ glaubt, ein Verhältnis mit ihr zu haben. Sie ist allerdings meistens anderer Meinung. Deswegen trifft man Rolli grundsätzlich mit Liebeskummer an. Die weibliche Verursacherin seines Leidens wechselt alle paar Wochen.

Samira wurde immer handgreiflicher zu mir und neutraler zu Rolli. Der nahm es locker hin. Die waren nie zusammen, wie sie mir gestand, als sie mir die Geschichte ihres Lebens erzählte. Samira fing an zu reden und hörte nicht mehr auf, sodass ich es schon bereute, neben ihr zu stehen. Eine absolute Quasselstrippe. Sie sei Marokkanerin, stolz darauf, eine echte Araberin zu sein, dreizehnjährige Tochter, wohlhabender schweizer Vater und geschieden.

Ohne, dass ich fragte, sagte Samira: „Warum ich geschieden bin? Nach fünf Jahren stellte ich fest, dass er keine Personality hatte.“

Sehr interessante Bemerkung. OK, Mädel. Hauptsache du bleibst auf mich fixiert – dachte ich mir. So kam es auch. Auf Rolli, ihren lieben Anker und Ruhepol angesprochen, meinte sie, „Der kann “personality” noch nicht einmal buchstabieren.“


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Als solidarischer Mann fand ich das nicht so gut, aber egal. Heute Abend ist heute Abend. Samira ist heute Nacht meine Gesprächspartnerin und ich will mich mit keiner anderen unterhalten. Erst später fand ich heraus, dass dies eine der Übersetzungen ihres Namens ist. Samira = “Gefährtin oder Gesprächspartnerin der Nacht.” So eine Marokkanerin ist schon was Feines – waren meine Gedanken.

Samira trug ein weißes geiles T-Shirt, dass sie des öfteren am Halsansatz hochzog, weil es ständig runter rutschte und die weißen Ansätze ihrer Brüste zeigte. Darüber eine Bluse mit langen Ärmeln und vorne leger offen. Sie erinnerte mich an die Süßen in Pattaya. Ansprechende offene Art, beim Reden Hand auflegen und die volle Breitseite mit ihrem Busen als Waffe ständig an meinem Oberarm. „The full metal jacket“. Samiras Busen war ständig in Tuchfühlung an mir.

Solch eine Freundin hatte ich abgesehen von Thailand, wo einem so etwas ständig unbedeutenderweise passiert, 1986 in Deutschland. Es endete in einer Katastrophe. Aber falls es einen Anfang mit Samira geben sollte, dann war das Ende schon vorprogrammiert, und zwar zivilisiert am Airport Kloten, einer eventuellen Katastrophe entrinnend, sagte ich mir, mich selber beruhigend.

Samira fand das mit den „drei Monaten“ auch ganz lustig. Einfach in die Nacht hinein leben, ohne an Morgen zu denken, ohne Zukunftspläne zu schmieden. Frei und voll die Gegenwart, den Moment, ausleben. Komme, was wolle.

Eine kleine sexy und relativ junge Schwarze gesellte sich zu uns. Gut drauf. Wir haben zu Dritt rumgealbert und ein paar Sachen getrunken. Die Kleene war über irgend etwas empört und machte zwischendurch immer wieder ihrem Ärger Luft. Samira fand die süss und empfand sie nicht als Konkurrenz. Behandelte sie fast wie eine Mutter, aber sehr lustig um sie runter zu bringen, wenn sie wieder einmal ein trotziger Ärger auf irgend etwas übermannte.

Als das GO IN um 1:30 morgens Anstalten machte zu schließen, meinte Samira, dass sie noch etwas unternehmen wolle. Keine Lust, schon nach Hause zu fahren. Die kleene Schwarze könnten wir auch mitnehmen. Der letzte Bus war schon weg. Ob ich denn noch ein nettes Nachtlokal kenne. Draußen vor der Türe seilte sich die Kleene in einer weiteren Trotzphase allerdings plötzlich ab.

Ein Nachtlokal kannte ich, nämlich den Moonlight Club ganz bei mir in der Nähe. Geöffnet bis 7 Uhr morgens. Dort verkehren auch die Schwalben der Nacht nach getaner Arbeit. So wie ich Samira bis dahin einschätzte, würde sie das Publikum schon ertragen können. Ich war schon lange nicht mehr dort. Der Club gehörte zu meiner anfänglichen Sturm und Drang Zeit hier in Baden. Der Besitzer, Peter, kannte mich noch und begrüßte mich mit Handschlag. Meine Club-Karte brauchte ich gar nicht vorzeigen. Die hatte ich nämlich sowieso nicht dabei.

Samira und ich setzten uns an die Theke. Dort haben wir ununterbrochen rumgealbert, ja gekichert. Da gab ein Wort das andere, und dem anderen fiel immer noch eine Steigerung ein. Kennst ihr sicher. Niemand störte uns und ich kann mich an kein anderes Gesicht der Anwesenden erinnern, ausser an die Bedienung, Peters Freundin. Gutaussehend, schlank, cool, routiniert, professionell, nicht zu anbiedernd, aber aufmerksam und zuvorkommend. Genau mein Barfrau-Typ. Zwischendurch tanzte Samira immer wieder alleine auf der Tanzfläche. Die Musik war nämlich gut. Gegen Sechs, Halbsieben, es war schon hell, hatten wir genug. Getorkelt ist keiner von uns beiden, das ständige Gerede und Gekicher hat uns wohl vor dem Absturz bewahrt und den Alkoholpegel am Überschwappen gehindert.

Ich hab mir gedacht: war ein schöner Abend, mal wieder so richtig wie in alten Tagen durchgezogen, aber jetzt erst einmal ins Bett und zwar alleine und morgen in aller Ruhe ungestört wieder ausnüchtern. Für mich nur ein Fünfminuten-Fussweg nach Hause. Bloß keine intellektuelle Diskussionen nach dem Aufwachen mit einer eventuellen Bettgenossin. Und endloses Gequassel erst gar nicht. Egal mit wem. Ich gab Samira meine Karte, aber fragte nicht nach ihrer Nummer. Typisch Iffi! Nach dem Motto: Mal sehn, was sich daraus ergibt. Schicksal nimm deinen Lauf.

Soll Samira doch die Initiative ergreifen. Ansonsten gibt es ja noch das GO IN. Da würde ich bis Ende September ab jetzt sowieso wieder öfters hingehen und eventuell Samira zufällig wiedersehen. Am Taxi: “Tschüss”, ein nasser Kuss von ihr auf meinen Mund und das war's…
 

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Iffi

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Samira

Ein Anfang?

Den Samstag habe ich mit Körper- und Hirnpflege verbracht. Mir steckte die durchzechte Nacht mit Samira in den Knochen. In meinem Kopf tobte die Wüste Gobi. Leer, geräuschlos, trocken und voller Sand. Völlig antriebslos verbrachte ich den Tag auf meinem Balkon und beobachtete die Krähen auf dem Bahnsteig und die Platanen im Hintergrund. Niemand drängte mir ein Gespräch auf. Mein Handy blieb stumm. Mir war das so was von Recht! Samira? War da was? Am Abend schlief ich vor dem Fernseher ein.

Am Sonntag Morgen rief ein Kumpel an.

„Mach dich fertig, Alter. Ich hole dich in einer Stunde ab. Wir fahren an den Obersee Naehfels in den Bergen. Da können wir ungestört von irgendwelchen Weibern ein bisschen quatschen. Ich nehme meinen Hund mit.“

Auf halbem Wege meldete sich mein Handy. Unbekannte schweizer Nummer. Als ich die unverwechselbare rauchige Stimme von Samira am anderen Ende hörte, schnellte mein Puls in die Höhe.

„Ist dort der Herr Iffi Ziffipuss?“

„Ja?“

„Vielen Dank für den netten Abend am Freitag.“

„Nichts zu danken. Ist normal.“ und grinste dabei meinen Kumpel an.

„Vielleicht können wir den mal wiederholen?“

Oha, die hat es aber eilig, schoss es mir durch den Kopf.

„Natürlich. Der Abend hat mir auch sehr gefallen. War lustig, blah blah blah...“

„Wie wär’s mit kommendem Freitag?“ fragte Samira

„Jo, gerne. Freue mich schon.“

Das Gespräch führte ich wie ferngesteuert. Mein Kumpel schaute mich von der Seite sonderbar an. Als ich mein Handy wieder wegstecken wollte, fand ich die passenden Taschenlöcher vor Aufregung nicht und hielt es dann einfach in der Hand.

Die Rundwanderung um den See tat mir gut. Die Bergluft ebenfalls. Die gedämpfte Geräuschkulisse beruhigte mein Herz. Trotz guter Vorsätze trank ich drei Bier und einen Wodka am See-Restaurant und wurde schließlich etwas ruhiger. Mein Kumpel schüttete mir sein Herz über seine Ehe aus. Er ist mit einer Thai seit Jahren verheiratet. Da lief nicht alles rund. Sein Thema war für mich eine willkommene Ablenkung.

Den Rest des Sonntags verbrachte ich mit Grübeln. Bin ich blöd, oder was? Samira war doch nur eine sporadische Kneipenbekanntschaft. Nix besonderes. Tausend mal erlebt. Was ist bloß los mit mir? Ich kam zu keinem Schluss, außer, dass mich ihre arabische Herkunft total angemacht hatte.

Die Woche im Office verlief schleppend. Ich war aber voller Tatendrang. Die Abende verliefen nüchtern und solide. Irgendwie ahnte ich, dass ich Kräfte für diese Frau sammeln musste.

Ich war vielleicht 10 Minuten vor Samira am folgenden Freitag im GO IN. Rolli saß in seiner Ecke. Ich hob die Hand zum Grusse. Er auch. Hatte mit ihm vorher sowieso kaum ein Wort gewechselt und ich wusste nicht, was ich mit ihm bequatschen sollte. Setzte mich deswegen nicht in Rollis Ecke sondern wieder ans andere Ende der Theke.

Samira rauschte herein, sah Rolli, dann mich, stellte ihre Handtasche wortlos neben meinem Bierglas ab, ging zum Rolli in seine Ecke und Bussi hier und Bussi dort. Ich dachte mir: na, was wird das heute werden? Sie kam aber recht schnell wieder zu mir und wir mussten erst einmal wieder warm miteinander werden. Dauerte aber nicht lange. Das Rumalbern ging gleich wieder los.

Samira bestellte einen halben Liter Bier für Rolli. Wir prosteten uns aus der Ferne zu. Ich wollte mal wieder den Gentleman spielen, denn ich war mir nicht mehr sicher, ob ich das Wochenende vorher alles richtig verstanden hatte, was mir Samira über Rolli und ihr Verhältnis zu ihm erzählt hatte und fragte mit leichtem Zweifel, aber eigentlich nur, um Klarheit zu haben durch die Blume:

"Ist das dem Rolli eigentlich recht, dass du hier so weit weg mit mir sitzt? Wird der nicht sauer?"

Wumm! Da bekam ich meine erste Breitseite und eine Ahnung davon, was arabisches Temperament bedeutet.

"Hallo? Grüzi? Für wen hälst du mich eigentlich? Was denkst du eigentlich von mir?"

"Ähm, ich dachte nur...."

"Dass der Rolli mein Liebhaber ist? Schau ihn dirrr doch an. Der ist doch kein Mann. Willst du mirrr beleidigen?"

"Mir" und "mich" verwechselt Samira grundsätzlich, "mich" gibt es sowieso nicht in ihrem deutschen Wortschatz und das "r" am Ende spricht sie leicht aus dem Rachen auf diese spezielle französische Art. Französisch ist neben Arabisch ihre zweite Muttersprache. Als sie mir das erzählte, wurde mir klar, warum ihr schwiezer Dütsch einen französischen Akzent hatte.

"Ich bin ihm nichts schuldig und ich bin mit dirrr verabredet, habibi. Punkt."

Das fehlte noch, dass ich wegen einer etwas harschen Bemerkung einer immer noch flüchtigen Kneipenbekanntschaft die beleidigte Leberwurst spiele. Ich hakte das als Erfahrungspunkt ab.

„OK, nachdem dies geklärt ist...was trinken wir als nächstes Frau Schmitz?“

Das Eis war gebrochen, die Stimmung war wieder hergestellt, sogar in aller Freundschaft mit Rolli. Aus „habibi“ wurde im Laufe des Abends „mon cheri“ und aus „mon cheri“ wieder „habibi“. Samira trank Rotwein, ich Bier. Ein Wodka zwischendurch räumte den Magen auf. Mir war am vergangenen Wochenende schon aufgefallen, dass Samira einen echten Stiefel verträgt. Nicht zu vergessen ihre regelmäßige „geladene“ Zigarette zwischendurch.

Wir knüpften nahtlos an unser Gespräch von der Vorwoche an und witzelten vor uns hin. Mir fiel auf, dass mich alle Frauen im GO IN verstohlen beobachteten. Womit hatte ich auf einmal diese Ehre verdient? Ab und zu kam ein Gast zu Samira und alberte mit ihr rum. Aber das war nichts Neues für mich. Sie war hier bekannt wie ein bunter Hund. Die Frauen hielten allerdings Abstand.

Samiras Hand lag ständig auf meinem Arm, Oberschenkel oder an meiner Hüfte. Mein anderer Oberarm bekam Fieber, weil er wieder zwischen ihren Brüsten eingebettet war, während Samira sich von der Seite an mich lehnte. Sie blieb ständig auf Tuchfühlung. Ich habe mich gefragt: Sind wir hier in Thailand oder was? Oder sind Araberinnen etwa genauso drauf wie die Bierbar Girls?

Egal. Der Abend wurde immer lustiger und ein Ende war nicht abzusehen....
 
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Samira

Wasser unter dem Stroh

Rolli wusste mal wieder, wo es gute Live Musik gibt. In der Altstadt gab es an diesem Abend ein Open Air Blues Concert. Blues und Samira? Ich war skeptisch. Sie schien aber von der Idee ganz begeistert zu sein. Unterwegs hakte sie sich bei mir ein und ließ mich nicht mehr los. Für mich ungewohnt. Für solch einen spießigen S.cheiss hatte ich noch nie was übrig. So stolperte ich mehr oder weniger wie ein Behinderter neben ihr her.



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Die Leute vor der Open Air Bühne waren alle gut drauf. Alle hatten einen Becher mit Wein oder Bier in der Hand und bewegten ihre Körper im Rhythmus. Ich zückte meine Kamera und machte mit ausgestreckten Armen Bilder und Videos der Band. Samira wollte aber auf Körperkontakt nicht verzichten. Ließ meinen Arm los und steckte ihre Hand voll in meine Jeans Gesäßtasche. Da stand ich nun, begeistert von der Musik, am Fotografieren und eine weibliche Hand ständig am A.rsch. Als Mann der alten Schule fragte ich mich: Muss das eigentlich nicht umgekehrt laufen? Der Mann mit der Hand am A.rsch der Nachtfee? Egal, ich genoss einfach die vertauschten Geschlechterrollen. Zwischendurch sorgte Samira fürs leibliche Wohl und holte Bier und Wein für sich und die Männer, so wie es sich für eine Frau gehört. Das war dann die Zeit, wo ich ihre Hand an meinem Gesäss vermisste. Hatte sie aber vorher gefragt, warum sie meinen Arm losgelassen hatte. Wo sie doch den ganzen Abend an mir hing.

„Ich wollte dir nicht stören, mon coeur.“

Aha, aber ihre Hand an meinem A.rsch lenkt mich nicht ab, oder was? he he

Samira rockte richtig gut während des Konzertes ab. Blues/Rock lag ihr im Blut. Für mich eine Überraschung. Als ich zwischendurch meine Videoaufnahmen checkte und leider feststellen musste, dass der Sound völlig verzerrt war, deutete Samira auf die PA Boxen. Wir standen ziemlich nahe dran und das Kameramikrofon hat das Gedröhne nicht mehr gerafft. Samira lenkte mich mit ihrer Hand in meiner Gesäßtasche etwas abseits und gut war’s. Ich kam mir vor, wie eine ferngesteuerte Marionette. Nicht, dass mich das gestört hätte.

Baden, in der Schweizer Nordprovinz, hat übrigens eine ausgezeichnete Musik-Szene. Der Rock-Musiker Adrian Stern ist ein Badener Kind. Der ist voll in Ordnung und gut drauf, wie ich feststellen durfte, als ich ihn einmal kennen lernte.

"http://www.youtube.com/watch?v=CAZyhxXO2as"]<a href="http://www.youtube.com/ watch?v=CAZyhxXO2as" target="_blank" rel="nofollow">[/URL]

Adrian Stern während der Einweihung des Schlossbergplatzes in Baden

Die Blues/Rock Band in der Badener Altstadt war wirklich gut und ist eine nationale Größe in der Schweiz. Die haben echt gut abgezockt. Rolli verabschiedete sich, weil er noch „Geschäfte“ erledigen wollte und Samira und ich wechselten das Territorium ebenfalls.

„Ich hab Hunger, mon ami. Sandwich im Subway?"

„OK, Schatzi“

Wer bin ich eigentlich? „habibi“, „mon coeur“, „mon ami“? Nehme mir vor, darauf zu achten in welcher Situation ich was bin. Ich brauche diese intellektuelle Herausforderung im Suff. Denn nüchtern waren wir beide nicht mehr.

Im Subway übernimmt Samira das Ruder. Hält alle Angestellten mit Sonderwünschen auf Trab. Sie registriert wohlwollend, dass auch ich es gerne etwas schärfer habe. Die Mädels hinter der Theke sind alle Ausländerinnen. Die nehmen unsere Aufgekratztheit lockerer als wir DACH Leute. Mit Samira verstehen sie sich sofort. Es herrscht reges und kicherndes Geplapper.

Danach hingen wir noch etwas im GO IN ab. Die Blicke der Gäste sprachen Bände. Samira schon wieder, oder immer noch, mit dem gleichen Typen? Als dort die Musik ausgeschaltet wurde, waren wir uns unausgesprochen einig, dass der Abend dem Ende zugeht. Der Bus, voller besoffener Yugos, brauchte 10 Minuten bis vor meine Haustüre. Samira stieg einfach mit mir aus.

In meinem Apartment drehte sie sich als erste Übung eine „Rolli“ Zigarette. Wie schon vorher beobachtet, nicht etwa eine Tüte, sondern eine, die gerade mal gut für 5 – 6 Züge ist. Einen Black Label mit Wasser, den ich jetzt brauche, lehnte sie auch nicht ab. Dann noch Musik in Zimmerlautstärke und der „gemütliche“ Teil konnte beginnen.

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Ja ja, 15 Jahre sind eine lange Zeit im Vergleich zu den beiden Fotos vorher...besonders für eine Frau

„Stören dich eigentlich deine verqualmten Klamotten nicht? Ich hätte da was bequemes für dich.“

Reine Altersverschlagenheit. Ich legte ihr eines meiner ärmellosen, unter den Achseln tief ausgeschnittenes T-Shirt auf die couch. Da kann man die Titten so schön von der Seite blitzen sehen.

„Mach dir’s bequem habiba.“ (habiba ist die weibliche Form von habibi)

Samira verschwand im Badezimmer, duschte und kam von mir frisch eingekleidet zurück. Ob sie darunter ein Höschen an hat, werde ich schon noch raus finden, dachte ich. Ich wusste jetzt, dass sie die Nacht bleiben wird.

Ich hatte es mir inzwischen auch bequem gemacht und verschwand nur mit einem Handtuch um die Hüften im Bad. Bekleidet mit einem langen T-Shirt und nichts drunter setzte ich mich neben Samira auf die mittlerweile zum Bett umfunktionierte Couch.

„Darf ich dich anfassen Tira... äh Schatzi?“

„Warum fragst du?“

Jesus! Samira hatte meinen „faux pas“ gottseidank nicht geschnallt. Ja, mein Französisch wurde schon damals immer besser.

Und dann konnte ich mich nicht mehr retten. Samira vernaschte mich nach Strich und Faden. Nach ihrem ersten Orgasmus meinte sie:

„Vielen Dank für ihre Hilfestellung...Monsieur“

Wir haben eine Stunde lang nicht aufgehört zu lachen. Daran waren sicherlich auch ihre „Rolli“ Zigaretten nicht unschuldig. Der totale Kicherheimer überkam uns. Gutes Zeug. Samira spricht zwar ein putziges Deutsch, hat aber ein wahnsinns Sprachgefühl. Voll bewusst, dass sich „Hilfestellung“ in diesem Zusammenhang wie Amtssprache anhört.

Vorher erzählte sie mir: „Weißt du, warum ich immer gerne neben dem Rolli im GO IN sitze?“

„OK, du sagst es mir.“

„Weil, er hat mir immer gehörrrt“ Sie meinte: er hat mir immer zugehört.

Wir haben uns dann in den Schlaf gevögelt. Der Gedanke an die „Dusche danach“ kam gar nicht erst auf. Nach uns die Sintflut. Drei Monate sind noch lange hin...

Kurz bevor wir einschliefen, erzählte mir Samira, dass sie eigentlich eine liebe und umgängliche Person sei, aber:

„Uwi habibi, ich warne dich. Ich kann wie Wasser unter dem Stroh sein.“

Nachts träumte ich davon, über Stroh zu laufen und plötzlich sang und klanglos unter zu gehen. Würde mich nicht wundern, falls ich im Schlaf nach Luft geschnappt habe...
 

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Iffi

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Es iss nu mal so...

Nach meiner Schweizer Araberin und meinem Intermezzo mit einer HiSo Thai bin ich wieder voll im Thai-Sumpf gelandet. Kann nicht sagen ,dass ich das irgendwie scheisse finde…. lol

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Iffi

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Herzflimmern (1)

Mehr als zwei Jahre nach meinem Herzstillstand (Februar 2012) und dem Einsetzen eines "Stent" in eine meiner Herzarterien im Vibhavadi Hospital, Bangkok, stand mal wieder wie aus heiterem Himmel ein weiterer Herzeingriff an.

Beim täglichen Blutdruckmessen, der seitdem eine meiner Pflichtübungen ist, stellte ich Anfang März 2014 einen sehr hohen Puls (150) und hohen Blutdruck (155) fest. Diese Werte variierten im Minutentakt. Hoch und runter, runter und hoch.

Mir war das vorher im August 2012 schon einmal passiert. Zu der Zeit war ich in Deutschland und verbrachte eine Nacht am Tropf im Krankenhaus. Am nächsten Morgen schlug mein Herz wieder normal. Auf Empfehlung des Arztes bekam ich Ende August, 2012, einen Herzschrittmacher, ebenfalls im Vibhavadi Hospital, Bangkok, der in solchen Fällen das Schlimmste verhindern würde. Der Herzschrittmacher ist zwar generell inaktiv und tritt nur in Aktion, wenn mein Herz anfängt zu spinnen. Er ist auf Puls über 167 eingestellt. Falls mein Puls höher geht, gibt's einen elektrischen Schock, der wie für einen Computer, ein "reset" meines Herzens verursacht und es wieder regelmässig schlagen lässt.

Seit August 2012 hatte ich Ruhe. Kein Schock vom Herzschrittmacher und kein unregelmässiger hoher Puls oder hoher Blutdruck. Mein Leben lief einfach ganz normal ab. Null Beschwerden. Gelegentliches Saufen war ohne Nebenwirkungen auch drin.


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Dann im März diesen Jahres, in Pattaya, stellte ich beim Blutdruckmessen wieder diese Unregelmässigkeiten fest. Nach anderthalb Jahren Ruhe. Ich wusste sofort, was das bedeutet und begab mich ins Bangkok Hospital Pattaya. Die behielten mich gleich für eine Nacht, regulierten medikamentös meinen Herzschlag wieder und schickten mich wieder nach Hause.

Aber...

Acht Tage später das gleiche Spiel. Mein Herz spielte schon wieder verrückt. Also wieder ins Bangkok Hospital Pattaya. Die gleiche Prozedur. Der Herzdoktor nahm mich allerdings zur Brust.

"Hör mal gut zu Jung. Das ist keine Lösung, was wir mit dir hier abziehen. Du kannst morgen schon wieder Herzflimmern haben, oder es wird chronisch, gar permanent. Dann hast du schlechte Karten. Noch bist du gut auf den Beinen und angesichts deiner Herz-Vorgeschichte relativ stark drauf. Ich empfehle dir deswegen einen Eingriff, mit der Chance, dein Herz wieder permanent auf die Reihe zu kriegen.

Es ist keine Operation im klassischen Sinne mit Skalpell und Schere oder so, aber wir werden per Katheder im Inneren deines Herzen rumwurschteln und den Grund deines Herzflimmern eliminieren.

Der medizinische Ausdruck für diesen Eingriff ist "Artrial Fibrillation Ablation"

Uff, ich bitte um Bedenkzeit, war meine vorläufige Antwort...


 

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Iffi

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Herzflimmern (2)

Mein Arzt gab mir zusätzlich ein Medikament mit auf den Weg, was meinen Herzschlag und Puls unter Kontrolle halten würde. Theoretisch könne ich die mein Leben lang nehmen um Herzflimmern zumindest einzudämmen ,aber eine "Heilung" von diesem Übel des Herzflimmerns = Artrial Fibrillation wären die nicht, sondern lediglich Rumdoktern an den Symptomen.

Wieder zu Hause in unserem Apartment in Pattaya macht ich mich im Internet erst einmal schlau, was Artrial Fibrillation eigentlich ist und was da im Herz abgeht.

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Das Herz im Bild links zeigt den Normalzustand des Herzens. Das Bild rechts veranschaulicht denn Fall des Herzflimmerns = Artrial Fibrillation.

Was auf diesem Bild links ist, ist in Wirklichkeit rechts. Also bitte in der Folge nicht verwirren lassen.

Das Herz besteht aus vier Kammern. Zwei oberen und zwei unteren. Im Normalfall gibt der Sinus-Knoten in der rechten (auf dem Bild links) oberen Herzkammer das elektrische Signal für den Herz-Rythmus. Und zwar er ganz alleine.

Im Falle des Herzflimmerns (auf dem Bild das rechte Herz) feuern bestimmte Stellen in der oberen linken Herzkammer (auf dem Bild rechts) ebenfalls elektrische Signale, die den Herzschlag total durcheinander bringen.

Das ist typischerweise der Fall nach Herzinfarkten oder anderen ernsten Herzvorfällen. Bei hohem Alter ebenfalls.

Tödlich ist das in der Regel nicht, manche Leute wissen noch nicht einmal, dass sie Herzflimmern haben. Andere klagen über Brustschmerzen, Schwindel- und Schwächeanfälle bis zur Bewusstlosigkeit.

Ich gehöre zu denjenigen, die gar nix davon merken. Ausser vielleicht ein bisschen Atemlosigkeit beim Treppensteigen, was sich leicht auf die jeweilige Tagesform schieben lässt.

Die grösste Gefahr beim Herzflimmern ist nicht etwa der Herztod sondern ein Gehirnschlag. Bei der unregelmässigen Rumzitterei des Herzens wird das gesamte Blut nicht schnell genug wieder aus dem Herzen gepumpt. Stattdessen verweilen Reste des Blutes meist zu lange darin. Das kann zum Verklumpen des Blutes führen und falls sich solch ein Klümpchen auf Wanderschaft ins Gehirn begibt und dort in den immer enger werdenden Adern stecken bleibt, machst "Päng". Der nicht mehr durchblutete Teil des Gehirns kollabiert wegen Sauerstoffmangel und es kommt zum Gehirnschlag mit unabsehbaren Folgen.

Nachdem ich das alles verstand, war mir klar, dass ich nicht mehr rein symptomässig mit Medikamenten behandelt werden wollte und eine schnell Lösung angesagt war.

denn...

Je länger man mit sporadischem Herzflimmern lebt um so grösser die Gefahr, dass es permanent wird. Die spinnenden Zellen, mit den falschen elektrischen Signalen werden nämlich über die Zeit immer stärker und das Herz reagiert schliesslich nur noch schwach auf das Signal vom Sinusknoten.

Diese ganze scheiss Ungewissheit wollte ich mir nicht länger antun und ich erinnerte mich wieder an die Worte des Arztes: "Noch bist du ganz gut drauf…mach's lieber sofort als später. Die Erfolgschancen sind bei dir im Augenblick äusserst hoch...
 

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coolkurt

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Na IFFI das ist ja kardiologische Rhytmologiefortbildung vom Feinsten. Da muß ich auf der Arbeit ja mitlesen. "Ablatio" wird in unserer Klinik auch gemacht. Routine Eingriff bei Vorhofflimmern usw. Kostet bei 1 Tag Aufenthalt ca 1200.-€. Ab dem 2.tag ca 4500.-€. Bei erschwerenden Nebendiagnosen kanns teurer werden. Der Herzschrittmacher mit Defibralation der modernsten Generation kostet ca 26.000.-€
Off topic aus. Ich hoffe Du hast alles gut überstanden und ich kann Dich im November im Seebad gesund und munter sehen.
 

Iffi

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Hi coolkurt,

interessant, was du da schreibst. Hier der Kosten-Vergleich mit Thailand.

Meine erste nur Medikamenten-Behandlung von Herzflimmern, nur ein Tag und eine Nacht, hat 36,000 Baht gekostet. also 820 EURO

Meine Zweite auch nur Medikamenten-Behandlung eine Woche später, ebenfalls nur ein Tag und eine Nacht, hat 51,000 Baht gekostet, also 1160 EURO. Da waren allerdings mehr Laboruntersuchungen dabei.

Mein Pacemaker mit Defibralation der Firma Medtronic hat damals im Vibhavadi Hospital, Bangkok etwa 900,000 Baht gekostet, also 20,450 EURO.

Die AF Ablation kürzlich hat 800,000 Baht gekostet, also 18,200 EURO

Na klar sehen wir uns im November :daume
 

coolkurt

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Hi,
na das mit dem Defi-Preis kommt ja ungefähr hin. Da haste ja erstklassige Ware intus.
Bist ein "wertvolles Kerlchen"
Bei der AF Ablatio gibts halt verchiedene Methoden und Preise.

Gut das Du nicht minimaltechnich versichert bist.
So einen "Mittelklassewagen" im Brustkorb ist in Thailand sicher nicht alltäglich.
 

Iffi

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Jo, meine Versicherung "APRIL International Expats" zahlt seit mehr als zwei Jahren ohne Murren. Werde im Krankenhaus immer wieder sehr zuvorkommend und VIP-mässig behandelt. Die wissen, dass sie bei mir nicht sparen brauchen und APRIL International hat hier einen hervorragenden Ruf bei den Hospitals.

Über die bei mir angewandte AF Ablatio Methode später mehr….