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Klimbim

Hat nix anderes zu tun
   Autor
24 November 2024
1.277
6.405
1.865
Wenn Bitcoin wirklich ein Schneeballsystem wäre, würde ich ihn aus Staatssicht besser gar nicht besteuern. Denn ein Schneeballsystem wird früher oder später kollabieren und riesige Verluste produzieren, an denen sich dann die Steuerzahler beteiligen müssten.

Der Einwand verfehlt die steuerliche Logik.

Besteuert wird nicht ein Etikett wie Schneeballsystem sondern die realisierte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Wer Gewinne erzielt, hat einen steuerlich relevanten Zuwachs unabhängig von der Stabilität des zugrunde liegenden Systems.

Gerade bei Bitcoin kommt ein zusätzlicher Punkt hinzu. Wenn ein System darauf angelegt ist, sich weitgehend der staatlichen Geldordnung, Regulierung und Kontrolle zu entziehen und seine Dynamik wesentlich aus spekulativer Kapitalzufuhr bezieht, berührt das jedenfalls strukturell zentrale staatliche Steuerungs und Finanzierungsinteressen. Das macht es nicht steuerfrei sondern im Gegenteil klar steuerpflichtig.

Im Ergebnis bleibt es dabei. Steuerrecht fragt nicht nach Systemsympathie, sondern nach Gewinn. Und staatliche Neutralität endet dort, wo sich dauerhafte Parallelstrukturen zum regulierten Finanzsystem bilden.

Die sollten wir tunlichst vermeiden.
 

netflyer

Schreibwütig
    Aktiv
20 August 2018
520
1.135
1.343
Der Einwand verfehlt die steuerliche Logik.

Besteuert wird nicht ein Etikett wie Schneeballsystem sondern die realisierte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Wer Gewinne erzielt, hat einen steuerlich relevanten Zuwachs unabhängig von der Stabilität des zugrunde liegenden Systems.

Gerade bei Bitcoin kommt ein zusätzlicher Punkt hinzu. Wenn ein System darauf angelegt ist, sich weitgehend der staatlichen Geldordnung, Regulierung und Kontrolle zu entziehen und seine Dynamik wesentlich aus spekulativer Kapitalzufuhr bezieht, berührt das jedenfalls strukturell zentrale staatliche Steuerungs und Finanzierungsinteressen. Das macht es nicht steuerfrei sondern im Gegenteil klar steuerpflichtig.

Im Ergebnis bleibt es dabei. Steuerrecht fragt nicht nach Systemsympathie, sondern nach Gewinn. Und staatliche Neutralität endet dort, wo sich dauerhafte Parallelstrukturen zum regulierten Finanzsystem bilden.

Die sollten wir tunlichst vermeiden.
Ich habe nicht von steuerlicher Logik geschrieben. Sondern ob bei einer Änderung der Systematik Mehreinnahmen für den Staat generiert werden oder nicht. Und bei einem Schneeballsystem wird das auf lange Sicht nicht passieren. Im Gegenteil. Der unweigerliche Zusammenbruch des Schneeballsystems wird zu massiven Mindereinahmen führen.
 
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Klimbim

Hat nix anderes zu tun
   Autor
24 November 2024
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Ich habe nicht von steuerlicher Logik geschrieben. Sondern ob bei einer Änderung der Systematik Mehreinnahmen für den Staat generiert werden oder nicht. Und bei einem Schneeballsystem wird das auf lange Sicht nicht passieren. Im Gegenteil. Der unweigerliche Zusammenbruch des Schneeballsystems wird zu massiven Mindereinahmen führen.

Dein Einwand wirkt auf den ersten Blick strukturiert, verfehlt aber die steuerrechtliche Systematik deutlich.

Steuerrecht ist keine volkswirtschaftliche Zukunftsanalyse. Besteuert wird die realisierte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im Zeitpunkt des Gewinns, nicht eine spekulative Prognose über den langfristigen Bestand eines Marktes.

Die Annahme, eine mögliche spätere Marktinstabilität könne eine Besteuerung im Hier und Jetzt in Frage stellen, ist dogmatisch nicht haltbar. Sie würde im Ergebnis jede Besteuerung volatiler oder risikobehafteter Märkte infrage stellen, was mit der Systematik der Einkommensteuer unvereinbar ist.

Ein Markt, der nur mit erheblichem Aufwand überhaupt in die Rechtsordnung integrierbar ist, stellt nicht die Frage nach Privilegierung, sondern nach klarer regulatorischer Begrenzung.
 

netflyer

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20 August 2018
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Naja, es geht schon darum , Steuereinnahmen zu generieren. Natürlich muss am Ende die Systematik stimmen . Bislang hat es steuersystematisch auch gepasst. Künftig wird es auch passen . Falls nicht, wird geklagt. Aber wie gesagt , unter der Annahme dass es sich um ein Schneeballsystem handelt, wird der Stat viel Geld verlieren . Ganz grob 100 Milliarden Euro verteilt auf die wenigen Jahren bis zum unweigerlichen Zusammenbruch. Es sind ja auch Verluste aus dem Shitcoinsektor zu erwarten. Hier könnte man ja sogar wirklich von einem Schneeballsystem sprechen.
 
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Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
1.277
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1.865
Naja, es geht schon darum , Steuereinnahmen zu generieren. Natürlich muss am Ende die Systematik stimmen . Bislang hat es steuersystematisch auch gepasst. Künftig wird es auch passen . Falls nicht, wird geklagt. Aber wie gesagt , unter der Annahme dass es sich um ein Schneeballsystem handelt, wird der Stat viel Geld verlieren . Ganz grob 100 Milliarden Euro verteilt auf die wenigen Jahren bis zum unweigerlichen Zusammenbruch. Es sind ja auch Verluste aus dem Shitcoinsektor zu erwarten. Hier könnte man ja sogar wirklich von einem Schneeballsystem sprechen.

hmmm...

Ein System, dessen Preisbildung ausschließlich auf Weiterverkauf an spätere Käufer ohne eigene Ertragsbasis beruht, trägt strukturell Schneeballmechanismen in sich und ist volkswirtschaftlich hoch fragil.

Gerade weil hier kein produktiver Wertstrom existiert, sondern nur spekulative Umverteilung zwischen Marktteilnehmern, entstehen erhebliche Risiken für Anleger und mittelbar auch für die Stabilität der Finanzordnung.

Eine konsequente steuerliche Erfassung ist daher das Minimum, weil sie die realisierte spekulative Wertabschöpfung in das allgemeine Leistungssystem zurückholt und Gleichheit herstellt. Ob dem Staat etwas verloren ginge? Reine Spekulation, wie das System selbst.

Darüber hinaus ist aus ordnungspolitischer Sicht nachvollziehbar, solche halbseidenen Strukturen in der Grauzone der Legalität entweder strikt zu regulieren oder ihre Marktausbreitung deutlich einzuschränken, um systemische Risiken und Fehlanreize zu begrenzen.
 

netflyer

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20 August 2018
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DDu w
hmmm...

Ein System, dessen Preisbildung ausschließlich auf Weiterverkauf an spätere Käufer ohne eigene Ertragsbasis beruht, trägt strukturell Schneeballmechanismen in sich und ist volkswirtschaftlich hoch fragil.

Gerade weil hier kein produktiver Wertstrom existiert, sondern nur spekulative Umverteilung zwischen Marktteilnehmern, entstehen erhebliche Risiken für Anleger und mittelbar auch für die Stabilität der Finanzordnung.

Eine konsequente steuerliche Erfassung ist daher das Minimum, weil sie die realisierte spekulative Wertabschöpfung in das allgemeine Leistungssystem zurückholt und Gleichheit herstellt. Ob dem Staat etwas verloren ginge? Reine Spekulation, wie das System selbst.

Darüber hinaus ist aus ordnungspolitischer Sicht nachvollziehbar, solche halbseidenen Strukturen in der Grauzone der Legalität entweder strikt zu regulieren oder ihre Marktausbreitung deutlich einzuschränken, um systemische Risiken und Fehlanreize zu begrenzen.
Du weichst immer wieder aus. Wir brauchen hier nicht zu diskutieren , ob und warum bitcoin ein Schneeballsystem ist. Wenn es eins ist, wird es zusammenbrechen. Da gibt e langfristig keine Gewinne abzuschõpfen. Dass man es regulieren kann, ist ein anderes Thema . Das hat man mit MICAR ja schon gemacht .
 
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