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Bar Bills

Riva

Freier Hedonist
   Autor
7 Januar 2013
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Man kann das Thema aus sehr vielen Perspektiven betrachten. Ich habe mich auf meinen ersten Reisen (2012) gewundert, warum alle Bars das gleiche Kassensystem verwenden, bis auf die Bars die noch die einzelnen Rechnungen pro Runde in den Becher gesteckt haben. Diese sind inzwischen ja fast ausgestorben.

Damals hatte ich spaßeshalber zusammen mit einem Foristen auch mal überlegt Business in Pattaya zu machen. Nicht ganz ernsthaft. Aber wir hatten die Idee das Kassensystem zu kopieren bzw. zu verbessern. Über die Jahre habe ich dann verstanden, wie sehr ausgeklügelt dieses System ist. Die Endkundenrechnung ist ja nur ein Teil davon. Darüber laufen ja auch die Ladydrinks mit ihren Gutschriften uvm. . Das war am Anfang noch nicht so.

Wenn wir jetzt mal nur die Bill im Becher betrachten, dann kann das für alle Beschäftigten in der Bar auf den ersten Blick schon so einiges aussagen. Steckt die Rechnung Hochkant im Becher und ist sie kurz, dann ist der Gast noch nicht lange im Laden oder hat noch nicht viel verzerrt. Weil die Uhrzeit drauf steht, kann der Service auch immer nachschauen wann bestellt wurde und ob sich da jemand eine Stunde an einem Draftbeer festhält. Ist die Rechnung sehr lang und steckt hochkant drin, dann ist der Kunde ein Angeber oder ein Newbie. Kunden die keine große Show wollen, falten selber ihre Rechnung zusammen und lassen sie im Becher verschwinden. Dort wo ich bspw. gern gesehener Stammkunde bin, faltet man die Rechnung direkt in den Becher. Dort weiß man auch so, dass ich genug ausgebe und diesen Schwanzvergleich nicht möchte.

Ist der Becher leer, dann wissen alle, dass gerade eine weitere Bestellung unterwegs ist. Wenn gleichzeitig der Gast noch ein volles Getränk vor sich hat, wissen die Mädels, dass er sehr wahrscheinlich eine Lady eingeladen hat. Von daher sagt der Becher auch für die Mädels immer eine Menge aus. Und das gute ist, es ist in (fast) jeder Bar gleich.

Unterschreibt ein Manager oder auch ein Mädel eine Rechnung beim Kunden, dann wird der Kunde eingeladen. Na ja und meist ist dann auch der Becher leer, weil der Kunde sich direkt revanchiert.

Zum Thema sehr lange Bills kann ich gleich mal was schreiben. Ich glaube man könnte in einem Buch über Pattaya dem Abrechnungssystem ein ganzes Kapitel widmen. Ich finde das genial!
 

NOMAAM

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Ach so , die trinken Nix , die schütten wech oder saufen doppelt und dreifach ? 😱😱😱 Ich als Geizhals Würde durchzählen

Ich erkläre es dir mal an einem Beispiel (der Screenshot ist ein Auszug aus der Rechnung aus dem ersten Beitrag):

1774780439495.png

Die obere Zeile bedeutet, dass eine Lady namens "Brin", die im Kassensystem mit der Nummer 777 hinterlegt ist, 46 "Boss Drink" bekommen hat - keine Ahnung, was das genau sein soll, ich vermute mal irgendeine Art von "normalem" Lady Drink (also ein Mischgetränk).

Die Zeile darunter ist genauso zu lesen: Hier heißt die Lady "Fern Tag" (komischer Name, aber so ist er halt im System hinterlegt), sie hat die (interne) Nummer 100 und sie bekam 46 Tequilas.

Da man den Beleg im ersten Beitrag nicht komplett erkennen kann, ist unklar, wie viele Damen da genau durchgefüttert wurden - aber hochgerechnet waren es wohl "nur" zwischen 15 und 20 (Mamasan und Cashier vermutlich mit einbezogen).

Ob jede der Damen ihre 46 oder 47 Getränke tatsächlich getrunken hat, erkennt man anhand der Rechnung nicht (manchmal werden diese auch an Kolleginnen weitergegeben) - ich würde aber fast vermuten, ja. Klingt surreal, aber die Ladies sind einiges an Alkohol gewohnt und vermutlich erstreckte sich die Party über den ganzen Abend.
 

NOMAAM

GC-Tester
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Das sind 2 Flaschen 😱😱😱

Nicht unbedingt - die Lady Tequilas sind oft nur 1 cl (also ein halber "normaler" Shot), insgesamt also womöglich weniger als ein halber Liter. Für einen ungeübten Trinker wäre das ein Ticket ins Krankenhaus, aber bei trinkfesten Damen über sagen wir mal 6 Stunden verteilt erscheint mir das nicht unrealistisch.

Und die normalen Lady Drinks enthalten oft nur wenig Alkohol - d.h. 46 von denen sind zwar eine Menge Flüssigkeit, aber besoffen wird man davon nicht zwangsläufig.
 

NOMAAM

GC-Tester
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Ich glaube man könnte in einem Buch über Pattaya dem Abrechnungssystem ein ganzes Kapitel widmen.

Und das sollte man dann unbedingt auch auf Thai übersetzen und den neuen Bardamen als Pflichtlektüre in die Hand drücken: Ich hatte es nämlich im letzten Urlaub mit ein paar Newbies (erster Tag im Job) zu tun, denen musste ich sogar noch erklären, dass sie die Rechnung aus dem Becher mitnehmen müssen, wenn sie zur Bar laufen, um neue Getränke zu besorgen. :bigsmile
 

Riva

Freier Hedonist
   Autor
7 Januar 2013
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Und das sollte man dann unbedingt auch auf Thai übersetzen und den neuen Bardamen als Pflichtlektüre in die Hand drücken: Ich hatte es nämlich im letzten Urlaub mit ein paar Newbies (erster Tag im Job) zu tun, denen musste ich sogar noch erklären, dass sie die Rechnung aus dem Becher mitnehmen müssen, wenn sie zur Bar laufen, um neue Getränke zu besorgen. :bigsmile
Hehe, ja das kenne ich auch. Aber ich glaube fühlen ist besser als lesen.

Zum Thema "Wer hat den Längsten".... im Becher. Wenn eine Bar selber Fotos von Kunden mit Rechnung veröffentlicht, zeigt das zwar, dass man gute Kundschaft hat aber sollte das kein Stammkunde sein (was sehr wahrscheinlich ist), weckt das Begehrlichkeiten und die anderen Bars bemühen sich den Big Spender zu binden. Aber oft sind das ja die Kunden selber, vermutlich um irgendwie einen auf dicke Hose zu machen ohne jetzt ein paar Meter weiter zu denken. Gibt ja auch Farangs die Fotografieren ihren Stapel Geldscheine kurz vor der Abreise nach Pattaya und posten das auf Social. Ist wahrscheinlich so semi clever, aber man kennt den individuellen Fall ja nicht. Hier im Forum werden ja meist nur Wurstkonserven für Helmut und Horst, sowie Schoki für die lieben Mäuse vor Abreise fotografiert ;-)

Oft sind es aber auch Owner, Manager oder Teilhaber die im eigenen Laden auf den eigenen Bin diverse Runden geben und die Glocke bimmeln. Das ist oft so wenn der Laden nicht gut läuft, die Mädels eine LD Quote zu erfüllen haben und der Boss die Mädels im Laden halten will. Klingt bescheuert, aber vieles was Farang Barbetreiber machen ist bescheuert oder ich verstehe es nicht. Es kann ja keiner abstreiten, dass es eine wahnsinnige Fluktuation an Bars, jeglicher Coloeur, in Pattaya gibt.

Dann gibt es noch den Fall, dass sich befreundete Bars untereinander besuchen und mehrfach die Glocke bimmeln. Das kannte ich bis vor 2-3 Jahren auch noch nicht. Bella aus meinen letzten Berichten, hatte als Jobbeschreibung "Marketing". Sie arbeitete quasi als Hostess in einer angesagten Agogo. Sie war so etwas wie Key Account Managerin und setzte sich nur zu Kunden mit den allerlängsten.... Allerdings gehörte zu ihrem Job auch, andere Agogos aufzusuchen. Da war ich meist bei. Ein Agogo Besuch lief nie unter 10k ab, oft zwischen 20 und 30k und davon manchmal mehrere in der Nacht. Die Rechnungen hat sie immer fein bezahlt und ein Foto der Rechnung an "Someone" geschickt.

Bella erklärte mir das mit Gefälligkeitsbesuchen. Einige Rechnungen hat sie nicht selber bezahlt und bei anderen bekam sie im Nachhinein dann noch 10-20 Prozent. Sie meinte das wäre halt ihr Job. Dass über diesen Weg auch Geld zwischen den Agogos hin und her geschoben wird, ist auch irgendwie klar. Der Owner dieser Agogos kam dann immer auch zu Besuch in ihre Agogo und zeigte sich dort auch sehr großzügig.

Meist wurde um die länge der Rechnung kein Aufriss gemacht. Mich guckten halt immer die anderen Gäste an. Vor allem wenn sie dann bezahlte. Manchmal war es aber auch wichtig ein Post auf Instagram und Facebook abzusetzen. Damit demonstriert man dann öffentlich den Zusammenhalt. Mit der Überschrift "Thank you Bella from Dream Agogog to support our Agogo".

Wie Nachhaltig das Geschäftsmodel für sie persönlich war, kann ich nicht mehr sagen. Sie ist jetzt wieder fest mit einem Immobilien Mafiosi zusammen. Ist wohl erstmal bequemer als die harte Arbeit ;-)

Hab aber auch viele lustige Sachen mit Big Bills erlebt. Als ich mit Bella mal ohne ihren Marketing Auftrag unterwegs war und wir beide getrennte Becher hatten, ist sie kurz zum telefonieren aus der Agogo raus gegangen. Der Manager kennt sie und mich, aber er hatte sich an dem Abend noch nicht gezeigt. Als sie dann raus war und er sie zuvor gesehen hat, haben wir uns den Spaß gemacht und ihr eine 3 Meter Rechnung in den Becher gelegt. Er ließ eh gerade eine Abrechnung durch die Kasse laufen und die spuckte meterweise Papier aus. Als sie dann durch die Tür kam und ihre Monsterrechnung sah, guckte sie mich schon etwas böse an. Ich sagte ihr, dass ich ein paar mal die Glocke für sie habe geläutet. Das sind so Späße an die ich mich gerne erinnere und was man woanders auf der Welt nicht so kennt. Ein anderer Scherz ist so zu tun als hätte man die Rechnung gerade verschluckt. Ich habe mir da eine gute Technik angewöhnt, die das sehr gut vortäuscht. Gerade in Bars mit weniger erfahrenen Hühnern, sorgt man dort schnell für etwas Panik.

Ach ja, es gibt so viel über dieses Stück Papier zu erzählen....
 

Oldman139de

some people feel the rain others just get wet
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22 Januar 2011
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Da ja Interesse an Bar Bills besteht poste ich mal was wirklich Krasses - eine Runde LD Drinks mit Bis 47! Mittrinkern - welche Bar ist das ? Welche Bar hat so viele Damen ( incl Klofrau ?)

Preis ist eigentlich egal , nur warum macht Mann das ? Anhang anzeigen 2204646
Der Bin schaut mir nicht so aus, als wäre er von einem Kunden. Das ist eher die Wochenabrechnung der einzelnen Mädels.

Schaut euch mal die Zeiten an, zwischen 23.13 Uhr und 23.16 Uhr hätten die über 400 LD verkauft und konsumiert. Absolut unmöglich.
 

Earn

Schreibwütig
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17 Oktober 2024
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Ich stimme der Sichtweise von Member @Oldman139de zu. Sehr gut analysiert.

Die Erklärung von @NOMAAM oben zum Kassensystem ist interessant – bestätigt für mich aber eher eine interne Abrechnung.

Die Zeitspanne 23:13–23:16 spricht ohnehin für sich. Und um 23:30 haut dann noch schnell eine Freelancerin 7 Drinks rein, bevor um Punkt 0:00 Uhr die Party endet. 5555

Aber klar – wer glaubt, dass mehrere Damen jeweils 46 Tequila „getrunken“ haben, hat vermutlich auch schon jemanden nach 30 Shots noch entspannt Billard spielen sehen. 😉

Für mich eindeutig: interne Abrechnung, kein Kundenbeleg.
 

Hohenstein

GeizigerBiertrinker
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Pratumnak
21 hab ich live erlebt aber nicht in TH sondern als Kneiper in Dummland
 
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NOMAAM

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Ich muss gestehen, ich habe keine Ahnung, wie eine Wochenabrechnung aussieht - 46 Tequilas an einem Tag halte ich zwar nach wie vor für möglich, aber pro Woche wäre zugegebenermaßen wahrscheinlicher.

Was mich dabei aber stört, sind die (fast) gleichen Zahlen so vieler Damen: Das wäre schon ein ungewöhnlicher Zufall, dass mehrere Damen jeweils auf 46 bzw. 47 Getränke kommen - hier hätte ich bei einer Wochenabrechnung eine größere Spanne erwartet.

Und zu den Zeiten: Das kann auch die Zeit der jeweils letzten Änderung einer Zeile sein und die Cashier hat schlicht ca. 3 Minuten gebraucht (23:13 - 23:16 Uhr), um die Informationen nacheinander in die Kasse zu tippen. Um meinen Screenshot von oben aufzugreifen: Brin hat ihren 46. Drink um 23:14 Uhr erhalten und die restlichen 45 gab es irgendwann vorher (wann genau, würde man auf den älteren Bills erkennen).
 
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