7. Tag
Mithilfe meines Weckers war ich dann doch gegen 8 Uhr munter, fühlte mich aber total matschig

Dennoch machte ich mich schnell frisch und rief mir ein Bolt zum Bali Hai Pier. Unterwegs durch die Walking Street, war es mal ganz interessant zu sehen, wie es da früh morgens aussieht. Neben vielen Reinigungskräften, bemerkte ich unter anderem auch ein recht süßes Thaigirl, die ziemlich viel Mühe hatte ihre komplett dichte Bekanntschaft/Eroberung irgendwie in sein Hotel zu bekommen und dachte mir so: „Ohhje, ich glaube der hat heute nicht mehr so viel Spaß mit ihr

“.
Kurz vor 9 kam ich am Pier an und erwischte glücklicherweise noch die Fähre zum Anlegepunkt Nabaan. Die Fahrt kostete 30 Baht, war sehr, sehr entspannend und dauerte ca. 40 Minuten.
Vor Ort lief ich etwas durch die kleine Stadt und stieg dann in einen der Bahtbusse mit rundherum nur russisch sprechenden Mitfahrern. Wir fuhren zum Tien Beach, einen der sechs, größeren Strände der Insel. Angekommen war ich erst einmal gar nicht so beeindruckt, musste aber noch über einen kurzen Holz- und Betonsteg laufen und kam schließlich an einem, wahrhaft wunderschönen Strand an.
Ich zog meine Schuhe aus und lief barfuß durch den weichen Sand. Unterwegs gab es einige traumhafte, Instagrammäßige Spots (die ich zugegebenermaßen auch fotografierte

), so mit Schaukeln mitten im Wasser, die an, im/am Meer wachsenden, kleinen Mangrovenbäumen hingen. Ich genoss die Zeit an dem Strand, las etwas Buch, ging baden und sonnte mich.
Nach ca. 3 Stunden wollte ich aber noch mehr von der Insel erkunden und begab mich langsam auf den Weg zurück. Am Beginn des Stegs standen viele Motorbike Taxis und eine der Fahrerinnen sprach mich an. Sie zeigte mir eine Übersichtskarte und ich deutete auf einen Spot in der Mitte der Insel, den ich schon im Vorfeld unbedingt besuchen wollte. Für die Fahrt zur großen Buddhastatue und anschließend zum Tawaen Beach wollte sie 150 Baht, was okay war. Ich setzte mich hinten auf den Roller und los gings. Den recht steilen Berg hinauf hatte ich etwas Sorge, ob das der Roller auch schafft. Und tatsächlich begann der Roller auf halber Strecke zu stottern und ging aus

Sie versuchte ihn wieder anzulassen und nach ein paar mal sprang er auch wieder an. Erleichtert setzte ich mich wieder hinter sie und die Fahrt ging weiter, bis der Roller nach ca. weiteren 400 Metern wieder ausging

Ich dachte mir so: „Nein, Das kann doch wirklich nicht wahr sein“ und bereitete mich innerlich schon darauf vor zu laufen, aber meine Fahrerin war weiterhin relativ entspannt.
Sie öffnete den Stauraum unter dem Sitz und zauberte 2 1L-Flaschen (sah aus wie Speiseöl

) hervor und schüttete sie in den Roller. Und siehe da, der Roller schnurrte wieder wie ein Kätzchen

Von weiteren Zwischenfällen dieser Art verschont, kam ich also doch letztlich oben an der großen Buddhastatue an

Die Aussicht über die Insel war an dieser Stelle schon fantastisch, aber ich wollte noch weiter hinauf, die sogenannten „Buddha Steps“ zum höchsten Punkt. Ich fragte meine Fahrerin, ob ich schon die Hälfte anzahlen soll, da ich ja eine Weile unterwegs sein werde, aber sie war total relaxed und meinte nur „Take your Time“ und begab sich zu einem Kollegen um zu quatschen. Da liebe ich so an der thailändischen Mentalität

Undenkbar sowas in Deutschland!
Ich begab mich auf den steilen Weg nach oben, vorbei an einer anderen großen Buddhastatue, und dann stand ich vor den Treppen, blickte nach oben und sah kein Ende. Ich dacht mir so: „Ich hab es geahnt, das wird schweißtreibend!“. Egal, das wollte ich unbedingt sehen, also los. Die 250 Stufen brachten mich doch ganz schön zum pumpen. Endlich oben angekommen an der Pagode, blieb dann tatsächlich für einen Moment mein Herz stehen...
Allerdings nicht aufgrund der Anstrengung, sondern wegen der himmlischen Ruhe und dem Blick über die Insel. Zu dem Zeitpunkt war ich ganz allein da und muss sagen: Die Treppen hinauf, als auch dieser Moment hatten irgendwas mit mir gemacht. Ich fühlte mich so extrem gut und zugleich auch, keine Ahnung wie ich das besser beschreiben soll als, emotional berührt/bewegt. Krasse Erfahrung! Nach einer ganzen, ganzen Weile, ging ich die Stufen wieder hinab und ging zum gegenüberliegenden Weg zur Guan Yin-Statue. Der Ausblick da war sogar noch einen Tick besser, aber auch die Statue als solche fand ich sehr beeindruckend.
Um meine Chauffeurin nicht noch länger warten zu lassen, begab ich mich, nach bestimmt 1,5 Std. wieder auf den Weg nach unten. Aber ich glaube, ich hätte mir sogar noch mehr Zeit lassen können. Sie war immer noch gemütlich am quatschen
Wir fuhren danach runter zum Tawaen Beach an den Pier. Angekommen, gab ich ihr etwas Trinkgeld zusätzlich und bedankte mich. Ursprünglich wollte ich ja zurück zu Speedboot fahren, entschied mich aber doch für die slowly, slowly-Fahrt mit der Fähre, um noch etwas mehr entspannte Zeit zu haben, bevor es wieder in die umtriebige Stadt ging

Da ich noch etwas Zeit hatte, bevor die Fähre losfuhr, googelte ich mal die Bedeutung der Stufen als auch der Statue und war gleich nochmal viel faszinierter von beiden. Googelt gern selbst mal, ist echt interessant!
Noch ein kleiner „Rant“ am Rande: Selbst auf der Fähre hatte ich Internet eine lange Zeit lang auf der Fahrt. Warum bekommt DE sowas in manchen, selbst städtischen Regionen einfach nicht gebacken? Unbegreiflich! So, jetzt genug davon
Die Fahrt zurück war ziemlich relaxed, unterwegs fuhr eine Art von „Black Pearl“-Schiff an uns vorbei

Da sah echt genial aus! Wieder in Pattaya, begab ich mich erst einmal in mein Hotel und war ziemlich fertig vom vielen laufen und dem ganzen anstrengedem chillen am Strand

Nach einem kurzen spätnachmittaglichen Nickerchen, machte ich mich wieder frisch und begab mich dann nochmal auf den Weg die Second Road runter zum Pattaya Night Bazaar auf der Suche nach Souvenirs. Irgendwie wollte ich unbedingt eine Guan Yin-Figur haben, aber die gab es da nur in einem Laden und gefiel mir nicht so. Anschließend lief ich zurück zur Beach Road und entdeckte u.a. das Restaurant „Beef Eater“, worüber ich hier im Forum ab und zu schon einmal gelesen hatte. Letztlich trieb es mich aber doch in eine Draft-Beer-Bar direkt auf der Beach Road. „Beertique“ war der Name und ich hatte da einen recht guten Ausblick auf die Ladies der Beach Road
Gemütlich mein „Guinness“ trinkend, gesellte sich neben mich und meinem Barnachbarn ein junger Inder. Sein Englisch war nahezu perfekt und er kannte meinen Sitznachbarn, der wie sich herausstellte auch aus Deutschland war, aber zu dem Zeitpunkt schon ziemlich durch war. Er rauchte seinen Joint neben uns und fing dann auf einmal an philosophische Fragen zu stellen. Anfangs ging ich darauf ein und war etwas angetan von dem etwas intellektuelleren, grundsätzlicheren Gespräch. Ich kenn das ja selbst, da ich ab und zu mal Joints nicht ganz abgeneigt bin und daheim in DE selbst anbaue

Aber irgendwas passte nicht. Ich versuchte ihn mit meinen Antworten etwas herauszulocken, aber da kam nichts. Der Vibe passte einfach nicht. Er war zwar scheinbar recht reich/wohlhabend aber in meinen Augen, einfach nur ein verwöhntes, junges Kind, das auf welterfahren macht. Nach dem Guinness, das ich irgendwie schneller trank als gewollt, verabschiedete ich mich. Die Bar als solche kann ich leider ebenfalls nicht so empfehlen, die Preise waren für mich zu überteuert und die Liveband ging so.
Zurück auf dem Weg die Beach Road hoch, kam ich an meinem Hotel an, begrüßte meine Freundin und fragte kurz, ob ich ihr noch was zu essen mitbringen soll. Sie freute sich mich zu sehen, wir umarmten uns aber sie wollte nichts zu essen haben. Also ging ich weiter auf den kleinen Nachtmarkt in der Nähe meines Hotels und bestellte mir auf Empfehlung meiner Freundin einen Pattaya Salat und noch was fleischigeres

Der Pattaya Salat war echt gut, gar nicht mal so scharf wie gedacht. Gesättigt holte ich noch ein paar Bierchen und begab mich wieder zurück zu meinem Hotel und versackte wieder richtig gut bei meiner Freundin
Wir hörten Musik und ich zeigte ihr diesmal auch welche die ich so mag. Unsere Gespräche gingen wieder in eine persönlichere Richtung, daher muss ich euch leider enttäuschen und werde da nicht näher drauf eingehen. Irgendwann kam dann noch eine Freundin von ihr, nach Ihrer Arbeit vorbeigefahren mit ihrem Roller. Sie brachte ein halbgefrorenes Singha-Bier mit. Der Geschmack des „Biereis“ war interessant, aber irgendwie nicht so ganz meins. Wir hielten dann mal wieder einen vorbeilaufenden Imbissstand an und bestellten verschiedene Früchte. Wisst ihr eigentlich, wie genial Ananas mit Chili-Salz-Gewürzmischung schmeckt? OMG, ich war voll fasziniert! Auch wenn es mir schwer fiel, verabschiedete ich mich komplett happy und gut angetrunken, dann so gegen um 4 Uhr doch, da ich dringend etwas Schlaf brauchte. Bisher noch planlos was der morgige Tag bringt, ging ich auf mein Hotelzimmer...