Nach längerer Sonneneinstrahlung und starker Erwärmung des Körpers kann der Sprung in kaltes Wasser innerhalb weniger Sekunden einen Kälteschock auslösen – medizinisch auch als "Cold Shock Response" oder Immersionsschock bezeichnet. Der Körper reagiert dann mit automatischen Schutzreflexen, auf die man nicht bewusst Einfluss nehmen kann.
Was im Körper beim Kälteschock passiert
Beim plötzlichen Eintauchen in kaltes Wasser reagieren die Kälterezeptoren der Haut sofort und es kommt zu einer Reihe körperlicher Reaktionen.
- Die Atmung wird schlagartig schneller und tiefer, sodass viele Menschen unkontrolliert nach Luft schnappen. Gleichzeitig fällt es deutlich schwerer, den Atem anzuhalten.
- Der Kreislauf wird stark belastet, weil Herzschlag und Blutdruck abrupt ansteigen.
- Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, damit möglichst viel warmes Blut die lebenswichtigen Organe im Körperinneren versorgt.
Je größer der Temperaturunterschied zwischen Körper und Wasser ist und je schneller der gesamte Körper eintaucht, desto heftiger können diese Reaktionen ausfallen, warnt die
Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Kälteschock: Tod durch Ertrinken oder Herzversagen
Der größte Anteil der Todesfälle durch einen Kälteschock geschieht, weil Betroffene unkontrolliert nach Luft schnappen und dabei Wasser einatmen. Sie ertrinken. Seltener versagt das Herz: Dabei geraten zwei automatische Reaktionen des Körpers gleichzeitig in Gang. Während die eine Herzschlag und Blutdruck stark beschleunigt, versucht die andere, den Puls zu verlangsamen. Dieser Widerspruch, das "gleichzeitige Treten von Gas- und Bremspedal des Kreislaufs", kann den Herzrhythmus gefährlich stören, schreibt die DLRG.
Unterkühlung: Warum es auch nach Minuten noch gefährlich bleibt
Auch wer die ersten Minuten überlebt, bleibt in Gefahr: Bei starker Unterkühlung nimmt die Leistungsfähigkeit von Muskeln und Nerven schon nach wenigen Minuten deutlich ab. Das Schwimmen wird dann unkoordiniert und kraftlos, der Körper kommt kaum noch voran und gerät in eine horizontale Lage, in der der Kopf nur noch mit Mühe über Wasser gehalten werden kann. Auch die Hände verlieren an Kraft und Geschicklichkeit, sodass es schwer wird, sich festzuhalten oder ein Rettungsmittel zu ergreifen.
Wer beim Sprung ins kalte Wasser besonders gefährdet ist
Besonders gefährdet sind Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestehenden Herzrhythmusstörungen sowie ältere Personen.