Thread Starter
- 24 November 2024
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Teil 44 „Wenn die Dachkante schreibt, hält das Forum kurz inne und überprüft die Statik der Realität“
Es gibt im Forum einen Mann, den ich eigentlich sehr gern habe. Er lebt in Pattaya. Wir schätzen uns; er überschätzt mich gelegentlich finde ich, geschenkt.
Ein skurriler Kauz.
Schnurrbart wie aus einer anderen Zeit.
Haarschnitt irgendwo zwischen „ich wollte nur kurz zum Bäcker“ und „ich habe mich beim Schneiden selbst überrascht“.
Er trägt eine Art permanent wache Skepsis im Gesicht, als würde er jederzeit damit rechnen, dass hinter der nächsten Nachricht ein Professor auftaucht, der irgendetwas Grundsätzliches in Frage stellt.
Nennen wir ihn hier einfach die Dachkante.
Er selbst würde das vermutlich sofort als Teil eines größeren Musters betrachten.
Und genau darin liegt sein Charme.
Die Dachkante hat eine besondere Gabe:
Er findet zu jedem Thema mindestens drei Professoren, die irgendetwas gesagt haben könnten, was irgendjemand irgendwann falsch interpretiert hat.
Besonders beliebt:
Corona.
Und Herr Drosten.
Den ich persönlich als fachlich sehr seriösen Experten wahrnehme.
Die Dachkante hingegen sieht das etwas… freier.
Oder sagen wir: globaler.
Er selbst ist dabei kein klassischer Dauerposter.
Eher das Gegenteil.
Er taucht auf wie ein Gegenstand, den niemand bestellt hat und der trotzdem plötzlich mitten im Raum steht.
Ein Kommentar von ihm wirkt manchmal so, als wäre irgendwo eine schwere Kiste aus dem Nichts gefallen und alle schauen sich kurz um und fragen sich, ob das gerade wirklich passiert ist.
Dann ist er wieder weg.
„Du wirst sehen, Klimbim“, sagt er gelegentlich zu mir, völlig aus dem Nichts heraus, „die fünfte Impfung war der Wendepunkt.“
„Für was genau?“
„Für alles.“
„Aha.“
Kurze Pause.
„Also alles im Sinne von… alles?“
„Ja. Alles hängt zusammen.“
Ich nicke dann meistens langsam.
So, wie man nickt, wenn jemand erklärt, dass WLAN eigentlich eine Form von Gedankensteuerung ist, die nur noch nicht offiziell bestätigt wurde.
„Und Drosten?“
Er verzieht das Gesicht, als hätte ich gerade eine sehr persönliche Erinnerung beleidigt.
„Teil des Systems.“
„Welchen Teil genau?“
„Den unsichtbaren.“
„Ah.“
Ich mache mir innerlich eine Notiz:
Unsichtbarer Systemteil = vermutlich nicht im Inhaltsverzeichnis auffindbar.
Die Dachkante lehnt sich dann zurück, zufrieden mit der Weltlage.
„Du wirst noch sehen. Alles kommt raus.“
„Was genau?“
„Alles.“
Ich nicke erneut.
„Das scheint ein sehr produktives Wort in deiner Theorie zu sein.“
Er überhört das freundlich.
Das ist auch eine Fähigkeit.
Manchmal frage ich ihn, wie er morgens eigentlich aufsteht, ohne sofort eine globale Kette von Ereignissen zu rekonstruieren.
Er lacht dann.
„Du wirst auch noch verstehen.“
Ich sage meistens:
„Ich hoffe erst mal auf Kaffee.“
Damit endet die Diskussion dann vorerst.
Später taucht er wieder irgendwo im Thread auf, ohne Vorwarnung.
Ein Satz.
Kein Kontext.
Kein Übergang.
Wie eine schwere Kiste, die plötzlich wieder aus der Luft fällt.
Mehr braucht es meist nicht.
Ich lese das.
Und denke mir:
Es gibt Menschen, die sehen die Welt wie ein Puzzle.
Und es gibt Menschen wie die Dachkante.
Die glauben, das Puzzle bewege sich heimlich während man hinschaut.
Ich persönlich bleibe lieber bei Kaffee.
Und gelegentlicher Beobachtung.
P.S. das Lied finde ich übrigens genial. Es summt in meinem Kopf, wenn mir etwas zu viel wird und gleich geht es mir besser...
ZSK - Ich habe Besseres zu tun (Official Video) Drosten
Es gibt im Forum einen Mann, den ich eigentlich sehr gern habe. Er lebt in Pattaya. Wir schätzen uns; er überschätzt mich gelegentlich finde ich, geschenkt.
Ein skurriler Kauz.
Schnurrbart wie aus einer anderen Zeit.
Haarschnitt irgendwo zwischen „ich wollte nur kurz zum Bäcker“ und „ich habe mich beim Schneiden selbst überrascht“.
Er trägt eine Art permanent wache Skepsis im Gesicht, als würde er jederzeit damit rechnen, dass hinter der nächsten Nachricht ein Professor auftaucht, der irgendetwas Grundsätzliches in Frage stellt.
Nennen wir ihn hier einfach die Dachkante.
Er selbst würde das vermutlich sofort als Teil eines größeren Musters betrachten.
Und genau darin liegt sein Charme.
Die Dachkante hat eine besondere Gabe:
Er findet zu jedem Thema mindestens drei Professoren, die irgendetwas gesagt haben könnten, was irgendjemand irgendwann falsch interpretiert hat.
Besonders beliebt:
Corona.
Und Herr Drosten.
Den ich persönlich als fachlich sehr seriösen Experten wahrnehme.
Die Dachkante hingegen sieht das etwas… freier.
Oder sagen wir: globaler.
Er selbst ist dabei kein klassischer Dauerposter.
Eher das Gegenteil.
Er taucht auf wie ein Gegenstand, den niemand bestellt hat und der trotzdem plötzlich mitten im Raum steht.
Ein Kommentar von ihm wirkt manchmal so, als wäre irgendwo eine schwere Kiste aus dem Nichts gefallen und alle schauen sich kurz um und fragen sich, ob das gerade wirklich passiert ist.
Dann ist er wieder weg.
„Du wirst sehen, Klimbim“, sagt er gelegentlich zu mir, völlig aus dem Nichts heraus, „die fünfte Impfung war der Wendepunkt.“
„Für was genau?“
„Für alles.“
„Aha.“
Kurze Pause.
„Also alles im Sinne von… alles?“
„Ja. Alles hängt zusammen.“
Ich nicke dann meistens langsam.
So, wie man nickt, wenn jemand erklärt, dass WLAN eigentlich eine Form von Gedankensteuerung ist, die nur noch nicht offiziell bestätigt wurde.
„Und Drosten?“
Er verzieht das Gesicht, als hätte ich gerade eine sehr persönliche Erinnerung beleidigt.
„Teil des Systems.“
„Welchen Teil genau?“
„Den unsichtbaren.“
„Ah.“
Ich mache mir innerlich eine Notiz:
Unsichtbarer Systemteil = vermutlich nicht im Inhaltsverzeichnis auffindbar.
Die Dachkante lehnt sich dann zurück, zufrieden mit der Weltlage.
„Du wirst noch sehen. Alles kommt raus.“
„Was genau?“
„Alles.“
Ich nicke erneut.
„Das scheint ein sehr produktives Wort in deiner Theorie zu sein.“
Er überhört das freundlich.
Das ist auch eine Fähigkeit.
Manchmal frage ich ihn, wie er morgens eigentlich aufsteht, ohne sofort eine globale Kette von Ereignissen zu rekonstruieren.
Er lacht dann.
„Du wirst auch noch verstehen.“
Ich sage meistens:
„Ich hoffe erst mal auf Kaffee.“
Damit endet die Diskussion dann vorerst.
Später taucht er wieder irgendwo im Thread auf, ohne Vorwarnung.
Ein Satz.
Kein Kontext.
Kein Übergang.
Wie eine schwere Kiste, die plötzlich wieder aus der Luft fällt.
Mehr braucht es meist nicht.
Ich lese das.
Und denke mir:
Es gibt Menschen, die sehen die Welt wie ein Puzzle.
Und es gibt Menschen wie die Dachkante.
Die glauben, das Puzzle bewege sich heimlich während man hinschaut.
Ich persönlich bleibe lieber bei Kaffee.
Und gelegentlicher Beobachtung.
P.S. das Lied finde ich übrigens genial. Es summt in meinem Kopf, wenn mir etwas zu viel wird und gleich geht es mir besser...
ZSK - Ich habe Besseres zu tun (Official Video) Drosten
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