Eine Frage an die Expats:
Gibt es eine Krankenversicherung für Thailänder? Ich meine was von 300Bh pro Monat gelesen zu haben. Beinhaltet die Versicherung auch Arzneien?
Hintergrund ist folgender: die thailändische Freundin unseres Nachbarn sagte ihm, dass ihre Mutter Diabetes hat und monatlich 10 K für die Medikamente bezahlen muss. Und er soll die monatlichen Überweisungen erhöhen.
Ist das glaubhaft?
Glaubwürdig ist das durchaus.
Die staatliche Versorgung wurde ja schon erklärt – theoretisch passt das alles. Praktisch sieht es aber gerade bei älteren Leuten oft anders aus:
Den halben oder ganzen Tag im staatlichen Krankenhaus zu sitzen, empfinden viele schlicht unzumutbar. Also geht man ins Privatkrankenhaus – schneller, bequemer, mehr „Service“. Kostet halt.
Und jetzt kommt der interessante Teil:
Wenn im Umfeld bekannt ist, dass da ein „reicher Farang“ mit im Spiel ist, verschieben sich die Maßstäbe ganz automatisch ein bisschen nach oben. Da wird dann nicht mehr die günstigste Lösung gewählt, sondern die angenehmere.
Thais sind da nicht naiv – die wissen sehr genau, wie es komfortabler geht. Vor allem, wenn jemand anderes zahlt.
Wenn dein Nachbar einmal angefangen hat, regelmäßig zu überweisen, ist er ohnehin in der Geschichte drin.
Im Zweifel gilt dann: weiterzahlen oder Beziehung beerdigen – Stichwort Gesichtsverlust.
Und :
Wer weiß schon, was er vor der Diabetes-Geschichte alles schon problemlos übernommen hat…
Wenn man einmal damit anfängt, hier ein bisschen zu helfen, da etwas zu zahlen, gewöhnt sich das Umfeld ziemlich schnell daran.
Und plötzlich ist ein Betrag von 10.000 Baht dann einfach die nächste logische Stufe – nicht unbedingt, weil es objektiv nötig ist, sondern weil es ins Gesamtbild passt.
Am Ende gilt oft:
Wie man es anfängt, muss man es auch irgendwie weiterführen.
Fazit:
Sich bei einer Krankheit aus der Verantwortung zu stehlen, kann einem schnell als schäbig ausgelegt werden.
Wenn ihm an der Beziehung etwas liegt und er halbwegs bei klarem Verstand ist, wird er den Dauerauftrag wohl anpassen.
Da beißt die Maus keinen Faden ab.
Bei Kleinigkeiten großzügig zu bleiben, ist da wohl das Gebot der Stunde – zumindest solange es bei „Kleinigkeiten“ bleibt. 5555