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Vorurteile in Asien - eine Analyse der Ansichten meiner Frau

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Internationale Beziehungen – Live aus dem Wohnzimmer

Manchmal glaube ich, wir leben nicht in einem Haushalt, sondern in einem geopolitischen Brennpunkt mit angeschlossenem Sprachinstitut. Es wohnen bei uns: eine temperamentvolle Frau (mit der Ausdruckskraft eines Vulkans, aber immer mit Augenzwinkern), meine Tochter (18, Teenager mit Strategiediplom), ein zwölfjähriger Stiefsohn (charmanter Schlingel mit Hang zum Damenbesuch), und ich – der ruhende Pol, der das Chaos protokolliert. Bei uns wird muttersprachlich deutsch, Bisaya, Tagalog, Französisch und Portugiesisch gesprochen.

Willkommen bei der UN. Fangen wir an:

Der Knirps bringt gelegentlich weibliche Gäste mit. Alles noch harmlos, meist mit Rucksack, Zahnspange und einem Blick, der fragt: „Wo ist das WLAN-Passwort?“ Meine Tochter nimmt dann sofort den Mentorenposten ein: "Zieh mal was Frisches an, das ist 'ne Acht von zehn. Ich übernehme die WhatsApp-Kommunikation – du bist emotional nicht reif genug."

Wir lachen oft. Manchmal so sehr, dass ich mich frage, ob ich gerade eigentlich in einer Sitcom wohne.

Und dann kommt meine Frau.

Mit festem Blick, der wenig Zweifel offenlässt:

„Er kann von mir aus jede mitbringen. Aber keine Asiatin. Und schon gar keine mit philippinischen Eltern.“

Ich habe das als Test verstanden. Vielleicht auch nicht.

„Warum nicht?“ frage ich vorsichtig, als wäre ich bei einer Bombenentschärfung mit Plastikbesteck.

„Weil ich weiß, wie die sind. Ich war mal eine.“

Die Logik steht auf wackligen Füßen, aber wer bin ich, dagegen zu argumentieren?


„Subjektive Weltansichten – aber mit Überzeugung!“

Amerikaner hingegen:

„Sag mal, warum lernen deine Landsleute nie eine andere Sprache?“

Mein amerikanischer Freund, leicht verschwitzt:

„Äh… weil… wir...“

„Im Land meiner Eltern hat man uns fast schon gezwungen, Englisch zu lernen. Aber hier? Hier sollten wir mal laut sagen: Stopp.“

Dann lacht sie und reicht ihm ein Bier. Niemand bleibt lange beleidigt.

Und so leben wir hier – im kulturellen Schmelztiegel mit täglicher Weltlagebesprechung.

Mit einem Sohn, der vermutlich bald Liebesbriefe diktiert bekommt. Mit einer Tochter, die eine Ausbildung zur Diplomatin verdient hätte.
Und mit einer Frau, die schärfer urteilt als der Internationale Strafgerichtshof, aber dabei herzlicher ist als jedes UN-Komitee.

Wenn ihr mal das echte chaotische Asien erleben wollt – kommt vorbei. Aber bringt keine Asiatin mit. Außer ihr könnt gut kochen.
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Super amüsant...ich hoffe es geht weiter

Danke

Also hier so ne Art Ministories aus unserem Wohnzimmer, ne Glosse? Bekomme ich hin. Ich empfehle dann aber meinen Pattaya - Bericht zu lesen, denn da ist die Vorgeschichte meiner Entwicklung erkennbar die mich in diesen Zirkus brachte.

Übrigens war ich eben beim Arzt. Eine kleine Nachbehandlung für einen Eingriff, der letzte Woche erfolgte. Immer wenn ich Schiss habe, schreibe ich Blödsinn um zu lachen und mich so vor meinen persönlichen Panikattacken zu befreien.

Wer meinen Pattaya - Bericht kennt, wird wissen wer Bernd ist. Der Rest muss halt lesen um zu begreifen - und wird viel zu Lachen haben.

Eben mit Bernd telefoniert, meinem Pattaya - Buddy. Er ist pensioniert und ich darf da wo er früher als Bundesbeamter wirkte wieder frontal angreifen... die Welt ist klein.

"Wenn der Winter zu laut wird" - 2011, meine erste Reise nach Pattaya | Pattaya - Thailand - Asien Forum
 
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Klimbim

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24 November 2024
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hört sich gut an, aber wie immer spühr ich den Blick von meinem Thai-Kumpel,

wenns REAL ist, ist es super,

wenn es nicht REAL war, merkst Du es erst, wenn man Dich füttern muss, und keiner mehr da ist.

„Wenn’s real ist, merkst du’s beim Füttern.“

Schon klar. Ich hoffe dann einfach, dass sie nicht die Katze füttert und mich aus Versehen vergisst.

Meine Beziehung? Acht Jahre. Kein Barhocker, keine Happy Hour, keine Rechnung mit Herzchen. Sie begann mit der stillen Erkenntnis, dass moderne Sklaverei nicht nur in Dokumentationen vorkommt – und dass ich in dem Moment bei meiner Arbeit nicht weggeschaut habe. Vielleicht war das der Anfang von „real“.

Seitdem?

Nicht nur Kerzenromantik. Dafür Alltag, Spülmaschine, Lachen, Streit, Verzeihen, neue Zahnbürsten. Und eine Frau, die mir liebevoll sagt: "hey, Du brauchst mal wieder neue Schuhe. Bitte, finde die passen prima!"
 
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Leebanon

Massage Profi
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15 Juni 2009
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Dark Side zwischen floating market & Phönix Golf
ich wünsch es Dir,

im Forum hatten wir mal einen Fotographen, Herzrobbe, 20 Jahre mit seiner Thaifrau bei Frankfurt in einer Bäckerei füür die Auswanderung gespart,
Nach der Auswanderung war die Ehe nach 5 Jahre in Th vorbei.

anyway

Lebe die Zeit und schaff Dir mit wertvollen Menschen Erinnerung für den Lebensabend
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Super amüsant...ich hoffe es geht weiter

Es geht weiter. Zum Verständnis kannst Du auch in meinen Reisebericht schauen - die letzten Beiträge im Strang stimmen ein...

(2) "Wenn der Winter zu laut wird" - 2011, meine erste Reise nach Pattaya | Pattaya - Thailand - Asien Forum




„Befehl vom Zuckerspatz“ - oder: "bei den Klimbims"


Heute früh – 07:12 Uhr – ich war gerade in der kritischen Phase zwischen zweitem Kaffee und eventuellem Denken – fand ich auf dem Küchentisch ein Schriftstück.

Handschriftlich. Lila Tinte

Ein Zettel – genauer gesagt: ein Operationsbefehl.

„Schatz,
schau mal bitte nach der Wäsche.
Bitte kümmere dich um das Geschirr.
Bitte kaufe was Vernünftiges ein.
Kuss, mein Lieber. Bis später.
Zuckerspatz.“



Ich stand da wie ein Rentner vorm Fahrkartenautomaten.

Schau mal nach der Wäsche.

Aha.
Was genau? Ob sie noch da ist? Ob sie sich verändert hat? Ob sie sich verlassen fühlt?
Ich kann doch keine Gedanken lesen, ich bin über 55.

Kümmere dich um das Geschirr.

Wie?
Zuhören? Umarmen? Auf ein Gespräch einladen, vielleicht?
Oder einfach alles nehmen und in den Wald tragen, wo es niemanden mehr belastet?

Kauf was Vernünftiges ein.

Jetzt mal ehrlich: Was soll das heißen?
Ich habe Steak gekauft.
Und Bier.
Und eine Familienpackung Tiefkühlpizza – das ist schließlich Grundversorgung.

Ich murmelte meine Unsicherheiten vor mich hin – laut.
Und da höre ich plötzlich von rechts:

Der Knirps (12), lehnt im Türrahmen, die Arme verschränkt, der Blick trocken wie Knäckebrot:

„Papa, du brauchst nicht verzweifeln. Mama sagt auch bei der Spülmaschine "bitte denk mal nach" – die ist auch nicht besser. Steht an der Ampel und wartet – ich sag: Mama, et is grün! Sie schaut mich an und überlegt, was ich meine...“

Er war nicht mal überrascht. Das ist das Schlimme.
Ein Kind, das längst verstanden hat, dass Männer im Haushalt nicht scheitern, sondern scheitern gelassen werden.

Dann – natürlich – der große Auftritt meiner Tochter (18).

Sie kommt rein wie eine Mischung aus Paris Hilton und Protestbewegung.

Rosa Hoodie, Kajal so dick wie Panzerband, Lippenstift aus Mamas Schrank.
Guckt mich an, als hätte ich soeben ein Einhorn beleidigt.

Sie, völlig entsetzt:

„Du hattest klare Instruktionen!
Und du bringst Tiefkühlpizza? Ich... kann... nicht!“


Sie ließ sich aufs Sofa fallen wie eine Operndiva in Zeitlupe.
Drama. Emotion. Glitzer.

Abends kam meine Frau heim.

Sie roch sofort, dass alles falsch lief.

Ich hatte die Wäsche „nachgeschaut“ – und sie dann da gelassen.
Wirklich sehr gewissenhaft „nachgeschaut“.

Das Geschirr hatte ich sortiert – nach Farbe. (War ja nicht genau gesagt, was „kümmern“ heißt.)
Eingekauft hatte ich – ja. Vernünftige Dinge. Nur halt aus meiner Sicht.

(Bitte nicht verwechseln mit „ihrer Sicht“. Die ist... komplex.)

Sie sah mich an wie ein Lehrer einen Schüler, der sein Referat mit „weiß ich auch nicht“ beginnt.
Dann schüttelte sie den Kopf.

Und massierte mir wortlos die Schultern.

Wie man halt ein Pferd streichelt, das zu alt für den Reitsport ist, aber noch irgendwie süß.

Ich schlief kurz darauf ein – friedlich.

Getröstet.
Verstanden.
Verloren.

Morgen kommt der nächste Zettel.

Vielleicht mit einer Skizze.
Oder Piktogrammen.
Oder einem QR-Code, der mir ein Erklärvideo zeigt.


Bis dahin... träume ich.
Von Bernd.
Vom Pool.
Und vom Bier, das keine Anforderungen stellt. Nur Temperatur. Und seinem Gin...

Zuckerspatz, ich liebe dich. Aber deine Einsatzbefehle brauchen dringend Untertitel.


Und liebe Leser... erzählt mir bitte nicht, dass ihr euch besser schlagt. Frauen sind sonderbar. Das wissen wir. Aber unvergleichbar ebenso...

Schöne Geschöpfe, ein Rätsel.
 
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Klimbim

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24 November 2024
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Reisevorbereitungen – oder: Familie Klimbim hebt ab

Diesmal läuft’s fast nach Plan. Teresa (meine Frau) und ich fliegen eine Woche früher nach Korsika. Ohne Kinder. Ja, ich weiß – das ist fast ein paradiesischer Zustand - eine kleine Auszeit.

Sie will Wasserfälle sehen, wandern, kurven fahren, wie damals als ich sie kennen lernte, vor nun schon einigen Jahren... damals fuhren wir durch Marokko im Atlas. Die Anreise war extrem kompliziert, aber Marokko war visafrei für sie, damals noch Filippina. Meine Gedanken reisen...


Fast Offload – oder: Teresa gegen den Flughafen Manila

2018.

Ich sitze irgendwo zwischen Koffer, Kaffee und Kontrollblick aufs Handy, schon halb im Abflugmodus Richtung Marokko. Casablanca. Abenteuer.Und Teresa – meine Teresa – irgendwo in Manila. Auf dem Weg zum Flughafen.

Zumindest: hoffentlich.

Denn mein Handy blinkt. Nachricht von ihr.

„Stuck. Traffic. Still in Makati. OMG. 😩😩😩

Mein Herz? Kurz still. Der Flug? In zwei Stunden. Der Verkehr in Manila? Eine apokalyptische Mischung aus Karneval, Weltuntergang und Dauerbaustelle.

Ich? Nervlich irgendwo zwischen Gebet und Verzweiflung.

Das nächste Selfie kommt fünfzehn Minuten später. Sie im Taxi. Schweißperlen. Wut-Face. Die langen schwarzen Haare wild, wie frisch durchgeweht vom Taifun. Der Blick: „Ich bringe gleich das gesamte Verkehrsministerium um.“

„This driver... like grandpa after 10 Joints. I swear. I will walk if he don’t move soon."


Ich sitze da, starre aufs Display und sehe in Zeitlupe, wie meine sehr kleine, sehr zarte Frau innerlich explodiert – und gleichzeitig noch irgendwie aussieht wie ein aufgescheuchter Disney-Charakter mit Flipflops und riesiger rosa Schleife im Haar.

Dann: „At airport. Maybe too late. They want offload me. 😡

Offload. Dieses Wort. (Forenfreunde mit Philippinenbezug kennen dieses Wort wenn sie eine Freundin dort haben, 100%).

Ich lese es und mein Magen stürzt in den Keller.

Aber Teresa – damals 27 Jahre alt, 45 Kilo pure Entschlossenheit – war nicht bereit, sich offloaden zu lassen.
Sie berichtete mir später mit blitzenden Augen:

„I stand there. They say "Ma’am, gate closed."

I say: "NO".

I stomped my foot! I say: That’s my boyfriend. I fly!

I gave passport. I looked like crazy. But cute. You know?

And them... they did let me go!!“


Das Englisch meiner Frau war nicht sooo gut. Ihr Deutsch ist 10x, 1000x besser. Die Behauptung, Filipinos würden sehr gut Englisch sprechen... ich bin davon nicht überzeugt und denke, sie sollten aufhören zu versuchen Amerikaner nachzuahmen - aber das, das ist eine ganz andere Geschichte...

Ich schwöre, ich habe sie dabei vor Augen, heute noch.

Klein wie ein Teenie, aber mit der Haltung eines Generals, der gerade den Sieg erklärt.
Sie – in ihrer Teresa eigenen Wut – wahrscheinlich so süß, dass selbst der Bodenchef kurz vergaß, was Vorschriften sind. Eigentlich eine asiatische Latina...

Und dann – als Allerletzte – stieg sie tatsächlich ins Flugzeug. Und 18 Stunden später kam sie in Casablanca mit Zwischenstopp in irgendeinem Golfstaat an. Strahlend. Lachend. In der Ankunftshalle rannte sie auf mich zu und rief laut:

„I won, Mister FOX! I won against Manila traffic!“

Dann fiel sie mir um den Hals.

Ich stand da. Gerührt. So verliebt...

Denn so ist sie eben.

Klein, wütend, charmant, ein bisschen irre – und nicht aufzuhalten, wenn es um Liebe (oder pünktliche Flüge) geht.

DJ Aku Rindu Padamu - Evie Tamala Remix Galau Slow Bass

Filipina, abstammend von den Seenomaden aus dem äußersten Westen Mindanaos, vorgelagerte Insel...

Korsika? Neue Reise, wieder...

JA.

Ich lasse sie ans Steuer. Serpentinen – mein Gott. Sie liebt das. Ich liebe sie. Also: überleben. Eine Filipina im Abenteuermodus. Die Korsen werden ihre Freude haben... und ich brauch gute Nerven.

Die Kinder? Kommen später. Eine Woche später. Bis dahin – Hotel Oma.

Der Knirps, 12, ruft schon beim Verstauen seines Rucksacks quer durch den Flur:

„Oma, können wir zu einem Autorennen? Also so mit Qualifying und allem, ja?“

Meine Tochter (18, Lippenstift in Pantone-Rot und Laune in Nebelgrau) verzieht keine Miene, rollt nur die Augen.

„Boah. Ich will feiern. Oma? Ich brauch WLAN. Und ich bring mein ganzes Make-up mit. Also alles.“

Alles, das hieß: ein halber Koffer. Ich vermute, der andere halbe ist für Lidschatten, der nach Ländern benannt ist.

Oma? Absolut unbeeindruckt. Die Frau hat drei Weltkrisen überlebt und den 2CV durch Berliner Winter gesteuert. Ihre Reaktion:

„WLAN gibt’s. Herrenbesuch nicht. Punkt.“

Der Knirps (trocken und Schwester auslachend wie ein Zwieback in der Sahara):

„Haha. Also keine Typen, aber dafür Lidschatten in zwölf Hauttönen. Das wird 'ne Party.“

Oma, mittlerweile in ihrem roten Audi A2 (sie nennt ihn „das Kirscherl“), fährt täglich drei Mal zum Supermarkt, weil sie „noch was vergessen“ hat. Sie kauft wie eine französische Armee im Belagerungsmodus.

Ihre Liste der „Essenswünsche der Kinder“ liest sich wie ein interkultureller Showdown:

* Für meine Tochter: vegane Nuggets, Bubble Tea, Nudeln ohne „diese grünen Sachen“.
* Für den Knirps: Burger, Pommes, irgendwas mit Ketchup.
* Für Oma: Ratatouille, gebackene Tomaten, Lamm mit Kräutern der Provence.
* Für mich: bitte keine Diskussion.

Sie verzweifelt still. Aber sie verzweifelt.

„Früher“, sagt sie und schaut in die Luft, „wolltet ihr nur Baguette und Schokolade.“

Und dann erzählt sie wieder von 1978. Als wir mit dem alten 2CV – Klappdach, Fenster zum Hochklappen – von Berlin nach Südfrankreich gefahren sind.

Drei Tage. Mein Vater, zwei Schwestern, ich. Soooooo eng... es war echt anstrengend. Übereinander gestapelt. Der Wagen voll bis unters Dach. Ich saß hinten, zwischen einem Koffer, einem Klappstuhl und einem Sack braunes Brot (oder grau) der mitgereist war, weil „man da unten kein richtiges bekommt“ - meinte mein Vater immer.

An der DDR-Grenze wurden wir skeptisch betrachtet. Mein Vater trug Espadrilles, meine Mutter redete französisch – der Grenzer fragte ernsthaft, ob wir Subversive seien. Wir fanden die DDR lächerlich, muss es so sagen.

1978 – Die Grenze. Ein Klappriger Citroën, ein gestärkter Grenzer und meine Mutter in Weiß.

Grenzübergang Drewitz. Früher Morgen.

Unser 2CV stand da wie ein zitternder Blechkäfer, der kurz vor dem Nervenzusammenbruch war. Klappfenster offen, Dach zurückgerollt, der Geruch von französischem Käse mischte sich mit Berliner Unruhe.

Meine Mutter – weiße Caprihose, Sonnenbrille mit Goldrand, Zigarettenspitze aus Bakelit – thronte auf dem Beifahrersitz wie Sophia Loren - die war echt hübsch - sehe ich auf alten Photos.

Der DDR-Grenzer kam näher. Steif wie ein Laternenpfahl. Uniform wie frisch gebügelt, Blick wie Beton.

„Zweck der Reise?“ bellte er, und sein Blick fiel auf meine Mutter.

Sie zog langsam die Brille ab, musterte ihn von oben bis unten, und lächelte... charmant. „Wir besuchen die Familie“, sagte sie – mit einem Hauch von Côte d’Azur in der Stimme. Dann fügte sie hinzu: „Haben Sie eigentlich auch so schönes Wetter in Ihrer Zone, Herr… Hauptmensch?“

Er blinzelte irritiert. „Ich bin Hauptmann.“

„Oh, pardon. Man verliert da so leicht den Überblick bei all den schönen Abzeichen.“ Sie paffte elegant. Mein Vater sagte nichts. Er saß da, als wäre er in eine Theaterprobe geraten.

Der Grenzer drehte sich zu mir, dem Jüngsten, der zwischen Koffern und einem gebratenen Huhn in einer Kiste hockte. (Langgeschichte. Urlaubshuhn.)
Er beugte sich runter, um Eindruck zu schinden.

„Na, junger Mann. Und du willst wohl zur See fahren, was?“ Ich sah ihn an. Müde vom Stau. Genervt vom Huhn. Klebrige Hände vom Nougat.
Dann sagte ich wie ich halt so war als Junge:

"Wollnse mit? Ach so, Sie dürfen ja nich. Allet klar Herr Kommissar".

Stille.

Der Grenzer richtete sich auf, schniefte, klappte sein Büchlein zu, und ließ uns mit einem knappen „Fahren Sie weiter“ passieren.

Meine Mutter setzte die Brille wieder auf, sah mich durch den Rückspiegel an und sagte leise:

„Ich glaub, ich hab dich ein bisschen zu gut erzogen.“

Ich grinste. Der 2CV hoppelte los.

In Richtung Sonne, Freiheit – und viel zu warmer Camembert im Kofferraum mit entsprechendem Aroma.

Der 2CV schaukelte bei jedem Windstoß wie ein Ruderboot im Orkan. Aber wir waren frei. Und jung. Und der mitgebrachte Monokasettenrekorder spielte Musik:

Plastic Bertrand - Ça Plane Pour (Lyrics/) (From Money Heist Season 5 Vol 2)

Diese Erinnerung könnte mich treffen, wenn wir später in Ajaccio am Mietwagenschalter stehen könnten. Ich bekomme da dann einen Fiat Panda. Kleinwagen. Auf Korsika. Ich schlucke bei diesem Gedanken...

Aber ich weiß: es wird schaukeln. Vielleicht nicht wie damals. Aber es wird gut.

Was hören wir? Mit dem Internet verbunden aus dem Handy und Verstärker?

Dimanche Aux Goudes

Und ich werde Teresa fahren lassen. Sie kann das. Und ich werde schweigen. Und Fotos machen. Und atmen.

Denn ich weiß: sie braucht das, will auch bestimmen. Trotzig aber glücklich.

Und dann beginnt das echte Abenteuer, da bin ich sicher. Gedanklich kenne ich das bereits... hatten wir so ähnlich letztes Jahr in Griechenland, nun Korsika

Zärtliche Serpentinen – oder: Wenn Teresa fährt - vorauseilende Gedanken auf Reisen

Ich sitze im Beifahrersitz. Neben mir Teresa – meine Frau, mein Herz, meine kleine Naturgewalt auf 150 Zentimetern, 45 kg. Ihre Hände am Lenkrad, konzentriert, aber mit einem Lächeln. Schwarze Haare flattern im heißen Wind, der durchs halb geöffnete Fenster hereinsticht wie der Geruch von wildem Thymian.

Wir sind allein unterwegs. Eine Woche nur sie und ich, vor dem Familienaufprall. Die Kinder noch bei meiner Mutter, wir auf Korsika. Zwei Verliebte, die sich sonst im Alltag zwischen Küchenspülen, Dienstplänen und schnoddrigen Pubertieren verlieren.

Sie fährt. Und sie fährt gut. Kurven, Serpentinen, schmale Straßen mit tiefen Abgründen – Teresa bleibt gelassen. Ich überlege, wie oft sie im Krankenhaus mit ruhig pochendem Herz einen Menschen wieder zusammenflickt, während ich überlege, ob das Bier im Kühlschrank noch reicht. Hier darf sie frei sein. Leicht. Fast wie ein Teenager, der barfuß tanzt. Sie ist so... anders, wenn der Alltag Pause macht. Niedlich, ja. Aber auch stolz. Wach. Verspielt. Wild wie der Süden selbst.

Ich lehne mich zurück. Schaue hinaus. Denke zurück.

1978...ich war 12... wie der Knirps heute.

Citroën 2CV. Meine Mutter vorne links, Zigarette mit Spitze, Sonnenbrille wie aus einem Fellini-Film. Mein Vater – schweigend. Ich hinten, mit meiner nervigen Schwester, einem gebackenen Huhn und einem Gefühl von Aufbruch. DDR-Grenze. Ein Grenzer, der sich durch seinen Dienstgrad definierte und sich von meiner Mutter – mit einem einzigen Satz – höflich zur Witzfigur machen ließ.

Heute, Jahrzehnte später, denke ich: nächste Woche Kleinwagen auf Korsika, bei Teresa.

Ich sehe sie an. Dieses Lächeln, das sie manchmal nicht merkt. Die Art, wie sie sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht pustet, wenn sie denkt, ich schau grad nicht hin. Und ich weiß, was ich damals im Citroën noch nicht wusste:

Liebe ist nicht der große Knall. Es ist der Moment, in dem man sagt: „Fahr du ruhig.“

Und sie fährt. Und du schaust. Und alles ist gut.

Sie mag idonesischen Kitsch... akzeptiere ich. Ihr Dialekt ist dicht am Malayischen. Alles gehört zusammen, wunderbar.

Mala Agatha - Satu Hati Sampai Mati (Official Music Video)
 
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Klimbim

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Vergangener Urlaub... oder:

Die Frau, die tiefer tauchte als die Schildkröten – Eine wahre Geschichte von Mindanao bis Kreta


Am einem kleinen Hafen von Kreta nahe Paleochora im Südwesten der Insel saßen ein paar alteingesessene Fischer, wie sie dort seit Jahrzehnten sitzen: wettergegerbte Gesichter, sonnengebleichte Hemden, und Meinungen so salzig wie das Wasser hinter ihnen. Dann kam sie.

Jung, unauffällig, keine großen Gesten. Vielleicht sah sie aus wie eine Touristin, vielleicht wie eine stille Begleiterin. Aber sobald sie die Harpune in die Hand nahm und wortlos ins Wasser stieg, wurde klar: Hier stimmt was nicht – im besten Sinne.

Sie verschwand unter den Wellen. Kein Tank. Kein Guide. Kein Drama. Einfach nur sie, das Meer und eine jahrhundertealte Fähigkeit, die in ihrer Familie so normal ist wie Zähneputzen: Freitauchen.

Fünf Minuten. Zwanzig Meter tief. Zwei Fische. Kein Kommentar.

Die Griechen am Kai standen mittlerweile – nicht, weil sie helfen wollten, sondern weil man sich nicht einfach setzt, wenn gerade jemand das komplette Konzept von „Respekt“ neu definiert.

„Ist sie Marineinfanterie?“, fragte einer.
„Nein. Mindanao.“

Denn genau da kommt sie her. Von einer kleinen, vorgelagerten Insel in West-Mindanao, Südphilippinen. Aufgewachsen mit dem Meer, nicht am Meer. Ihre Familie: Perlentaucher, Seefahrer, Fischer – seit Generationen.

Sie kennt den Ozean wie andere den Stadtverkehr. Sie rechnet in Strömung, nicht in Uhrzeit. Ihre Lunge? Ein biologisches Gedicht. Ihre Ruhe? Vermutlich vom Salzwasser konserviert.

Sie kochte später die Fische am Strand, reichte sie mit einem trockenen Lächeln und einem Spritzer Zitrone. „Nicht die besten, aber sie wollten halt mitkommen.“

Dann stand sie auf, blickte zum Horizont – und verschwand wieder, als wäre sie nie da gewesen.

.....................................


Ich hab' s aufgenommen... sie will wieder Fische jagen... diesmal dann Korsika. Wird nix, da sie dafür dort eine Lizenz braucht. Nicht schlimm - dann halt Schnorcheln.

Diese alten traditionellen Fischer in Griechenland, Kreta: sie waren komplett aus dem Konzept, total verwirrt. Hätte die auch noch aufnehmen sollen... war lustig.

Die wollten sie adoptieren.
 
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ritschi

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3 April 2024
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Fast noch besser geschrieben wie "wenn der Winter...
 
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Klimbim

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Klimbim

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24 November 2024
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Nach langer Pause mit meinen satirischen Texten, nun mal wieder was aus dem Wohnzimmer... @ritschi : es geht weiter.

"Bei den Klimbims"

...nun habe ich zu meinem ersten Beitrag in diesem Strang aus konkretem Anlass den zweiten Teil verfasst.

Habe mich gleich ran gemacht: "Eisen schmieden, so lange es heiss ist".


Wer den ersten Teil nicht las, sollte das zuerst nachholen: erster Bericht in diesem Strang



Das Abendessen – Die Internationale Familienkomödie / das Abendessen beginnt wie immer mit der Illusion von Ruhe.


Alle sitzen, jeder halb hungrig, halb misstrauisch, und doch erstaunlich gut koordiniert ... zumindest bis jemand das Thema berührt, das in diesem Haus niemals lange schläft.

Der Junge lächelt plötzlich über seinem Handy. Viel zu verträumt. Viel zu geheimnisvoll. In diesem Haushalt ist das ungefähr so subtil wie ein Feueralarm. „Warum grinst du wie jemand, der erwischt werden möchte?“, fragt meine Frau sanft, doch mit der Präzision einer Person, die schon vieles durchschaut hat, bevor es überhaupt begonnen hat.

Ich werfe einen Blick hinüber. Ein Hauch von eleganter Skepsis schwingt in meiner Stimme mit, als ich murmele: „Das sieht sehr nach einer romantischen Entwicklung aus.“ Der Junge presst das Handy an seine Brust.

Verteidigungshaltung Stufe fünf. „Sag endlich den Namen!“, ruft meine Tochter, die keinerlei Geduld mit Andeutungen hat. „Ich muss wissen, ob ich mich freuen oder Sorgen machen soll.“

Ich versuche, den Moment zu retten, indem ich sachlich feststelle: „Wir werden es ohnehin gleich erfahren. Dramatisches Schweigen ist selten dauerhaft wirksam.“

Alle schauen mich irritiert an. Ich bin das gewohnt.

Der Junge gibt auf „Also… da ist ein Mädchen“, sagt er, als handle es sich um einen unbedeutenden Nebenfakt. Meine Frau lächelt liebevoll, aber prüfend.

Meine Tochter rückt näher, energiegeladen, als beginne jetzt die wichtigste Mission ihres Lebens. Ich atme einmal tief durch und schätze ein, wie viele Gespräche mir dieser Abend noch bescheren wird. „Gutes Mädchen?“, erkundigt sich meine Frau. „Höflich? Freundlich? Bietet sie dir etwas zu essen an, wenn du bei ihr bist?“

„Zeig den Chatverlauf“, fordert meine Tochter. „Ich muss sehen, ob sie gut für dich ist, bevor du dich völlig blamierst.“ Der Junge stöhnt auf, als müsse er vor ein Tribunal treten.

Die entscheidende Frage „Wie heißt sie?“, frage ich beiläufig, während ich mein Glas anhebe. Der Klang eines Namens sagt schließlich einiges.

„Wenn sie keinen Rhythmus hat, wird das kompliziert“, wirft meine Tochter ein, als gälte das universell.

„Wichtig ist, dass sie freundlich ist“, sagt meine Frau und nickt ernst. „Wenn sie dir nicht sofort etwas zu essen anbietet… das geht nicht.“

Ich versuche, nüchtern zu bleiben. „Vielleicht sollten wir erst einmal alle Informationen einholen, bevor wir Vermutungen anstellen.“ Was sofort als übertriebene Rationalität abgetan wird. Der Junge platzt heraus „Sie ist halb Spanierin, halb Schwedin.“

Überraschung. Erleichterung. Verwirrung. Ein bisschen Applaus aus Richtung meiner Tochter. „Spanisch ist gut“, meint sie. „Schwedisch… na ja… kann funktionieren.“ Ich zucke mit den Schultern. „Ein interessanter Kontrast. Kann harmonieren.“

Meine Frau nickt langsam. Ein langes, bedeutungsvolles Nicken, als gehe sie im Kopf die Menüs dieser Welt durch. Ich füge nur trocken an: „Klingt vollkommen akzeptabel.“

Der Junge wagt mehr „Kann ich sie morgen mitbringen?“ Die Atmosphäre kippt sofort. Ganz kurz. Fast unsichtbar. Dann legt meine Frau den Kopf leicht schräg. „Natürlich. Bring sie mit. Aber sag ihr… sie soll nichts Süßes mitbringen. Ich habe Standards.“

Meine Tochter ist schon halb aufgesprungen. „Ich erkläre ihr vorher die Regeln. Ein Haus wie dieses betritt man nicht uninformiert.“

Ich lehne mich zurück. „Ich werde so tun, als wäre es ein völlig gewöhnlicher Tag.“

Niemand glaubt mir das.

Der Junge seufzt „Warum könnt ihr nicht einfach normal sein?“ Vier sehr unterschiedliche Persönlichkeiten antworten im selben Moment: „Wir sind normal!“

Stille.

Dann lachen wir alle: in verschiedenen Lautstärken, aus unterschiedlichen Gründen und in völlig unvereinbaren Rhythmen.

Und trotzdem passt es perfekt zusammen. Eine typische, vollkommen untypische Familie.





@OnkelToto : ich bin in 2 Wochen wieder da. Und im nächsten Jahr mit Kind und Kegel. Zweite Wohnung kaufen. Wenn Du das ansehen willst und gerne lachst, kommst Du mal bei uns vorbei.
 
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Teil 3, "sie kommt zu Besuch"...


Der nächste Nachmittag beginnt mit einer verdächtigen Ruhe.

Das Haus wirkt wie ein Ort, der auf etwas wartet. Die Tochter hat Listen ausgedruckt. Meine Frau hat eine Schale Mangos zurechtgelegt, „falls sie Hunger hat“.

Ich habe es geschafft, mich nicht vorzubereiten, was stillschweigend als Provokation gilt.

Der Junge läuft im Kreis. Er sieht aus, als müsse er gleich einer Jury aus 47 Botschaftern erklären, warum er die Menschheit nicht enttäuschen wird.

„Atme“, sage ich, völlig unemotional. „Ich atme!“ zischt er, als wäre Atmen eine extreme sportliche Leistung. Es klingelt. Alle erstarren. Es ist ein Klingeln, das zu früh im Leben eines Zwölfjährigen kommt ...zu ernst, zu bedeutungsschwer, zu klar.

Meine Frau öffnet die Tür. Und da steht sie. Die erste große „Beinahe-Liebe“ eines Jungen, der gerade erst beginnt, zu verstehen, dass Mädchen nicht nur existieren, sondern auch lächeln können.

Sie tritt ein. Ihre Haare zu einem ordentlichen Pferdeschwanz gebunden: Ihre Augen leuchten neugierig und selbstbewusst: Ihre Begrüßung klingt wie jemand, der noch nicht sicher ist, ob sie es hier bei uns cool oder nur verwirrend findet. „Hola… also… hallo.

“ Meine Frau strahlt. Meine Tochter mustert. Der Junge schmilzt. Ich nicke höflich, als wäre ich Gastgeber eines internationalen Gipfels. Was soll ich sonst tun?

Der Erstkontakt „Setz dich doch“, sagt meine Frau freundlich. Das Mädchen setzt sich mit einer Art überkorrekter Aufrichtung, dann klopft sie im nächsten Moment rhythmisch mit der Hand auf den Tisch, um etwas zu betonen, ein Reflex, der eher in warmen, sonnigen Küchen geboren wird.

Das Mädchen sieht sich um. „Ihr habt viele Sprachen hier, oder?“, fragt sie hellwach.

„Mehr als nötig“, murmelt meine Tochter. "Du sprichst Spanisch? Ist fast wie Portugiesisch aber irgendwie verdreht ausgesprochen".

Ich stupse meine Tochter unter dem Tisch an, der Knirps wird rot.

„Genug, um sich gegenseitig zu verwirren“, sage ich. Der Junge lächelt gequält.

Die Prüfung beginnt „Magst du… äh… Snacks?“, fragt der Junge und zeigt auf die Schale Mangos. Das Mädchen greift eine Mango, riecht sie fachkundig und sagt: „In Spanien würden wir die mit Salz essen. Ich kann nicht anders".

„Eine sehr differenzierte Antwort.“ Meine Tochter schaut misstrauisch. „Isst du scharfes Essen?“, fragt sie. „Nein“, sagt das Mädchen offen.

Ein erstaunlich ehrlicher Satz für eine Zwölfjährige. Meine Frau lacht leise, wie jemand, der weiß, dass diese Haltung im Leben nicht lange trägt.

Die Tochter übernimmt wieder die Kontrolle „Also“, sagt meine Tochter, „ich habe hier eine kleine Liste. Keine Regeln! Nur Hinweise. .“ Das Mädchen wirkt interessiert.

Neugier gepaart mit Ernsthaftigkeit. „Du darfst meinen Bruder nicht "Süßer" nennen“, beginnt die Tochter.

Der Junge erstarrt, als hätte jemand seine Existenz verraten. „Warum nicht?“, fragt das Mädchen.

„Weil er dann komplett implodiert“, erkläre ich.

Das Mädchen nickt: „Okay. Keine Problem.“ ... erste Runde

„Hast Du Dich in unserem Bezirk schon mal verlaufen?“, fragt meine Tochter weiter. Das Mädchen schweigt, ist verwirrt.

Der Knirps betrachtet sie, als hätte er gerade einen kleinen Stern entdeckt. Der Moment der kindlichen Diplomatie „Also“, sagt meine Tochter. „Was magst du an meinem Bruder?“

Der Junge wird blass. Das Mädchen denkt kurz nach und antworten: „Er ist nett. Und er lächelt, bevor er etwas sagt.“

Der Junge möchte im Boden versinken, strahlt aber gleichzeitig. Meine Frau lächelt warm, zufrieden. Ich hebe nur eine Augenbraue. Mehr Emotion als nötig.

Der Abschied Nach einer Stunde einer Stunde voller Fragen, Beobachtungen, stillen Paniken und heimlichen Blickwechsel ...holt ein Elternteil das Mädchen ab.

Bevor sie geht, sagt sie: „Ihr seid… eine sehr interessante Familie.“

Meine Tochter grinst: „Kannste sagen, allerdings.“

Meine Frau winkt. „Komm gern wieder. Wir haben immer Essen.“ Das Mädchen nickt begeistert. „Ich bringe beim nächsten Mal etwas mit!“ Alle erstarren. Meine Frau räuspert sich. „Ganz egal, was du mitbringst… Du bist uns willkommen."

Der Junge sieht ihr hinterher, bis die Tür zugeht. Dann seufzt er: „Ihr seid die schlimmste Familie der Welt.“ Wir schauen ihn an. Und sagen im Chor: „Wir sind normal!“ Er verdreht die Augen. Zum ersten Mal heute Abend wirkt er wirklich wie ein Teenager.
 
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Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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OK. Eben klärte mich meine Frau auf, das Mädchen sein spanisch und holländisch gewesen. Typ war eindeutig südeuropäisch. Aber ich hab den Text schon durch, mir jetzt egal.

Am Ende sind wir eh alle Berliner. Der Knirps hatte es verwechselt. Wenn das weiter geht, wird er es noch lernen.
 
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