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Rundreise Rangun - Yangon - Burma, Myanmar

Naaaawkab

Gibt sich Mühe
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22 November 2011
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Rangun, Yangon, 15. März 2017

Die Shwedagon-Pagode.

Sie ist einfach OVERWHELMING! ÜBERWÄLTIGEND!
Sie ist von einzigartiger Schönheit. Der Stupa ragt etwa 100 m in den Ranguner Himmel.

Ich habe mich bereits zu Hause bei der Vorbereitung dieser Reise auf diese Pagode intensiv gefreut. Die gesamte Anlage ist wohl durchdacht und ein architektonisches Meisterwerk. Ich könnte jetzt die Anlage in ihrer Konstruktion im einzelnen erläutern und erklären und das mit Bildern dokumentieren. Aus zwei Gründen geht das nicht: erstens dauert das viel zu lange, zweitens ist mir der Super-GAU passiert. Nach drei Bildern streikte die Kamera. Akku leer. Scheibenhonig!
Shwe - DSC00350.jpg

Vielleicht ist diese gesamte buddhistische Tempelanlage sogar noch schöner als der Königswat – der Wat Pra Kheo – in Krung Thep – Bangkok.
Es ist hier wunderbar. Es herrschen ungefähr 36 Grad. In der Sonne entsprechend mehr. Die tropische Sonne brennt gnadenlos. Kaum Schatten. Selbst die ausgelegten Marmorplatten sind glühend heiß. Schuhe, selbst Strümpfe dürfen nicht getragen werden. Barfüßig geht es rund um den Stupa.

Shwe - DSC00352.jpg

Das ist das letzte Bild, was meine Kamera zuwege brachte. Dann hat sie sich verabschiedet.

Die ganze Anlage steht auf einem Hügel und man muß mehrere hundert Stufen aufsteigen, um die Plattform zu erreichen. Der Stupa ragt 100 m in die Höhe.
Jede Abstufung, jeder Ring, jeder Teil des wirklich beeindruckenden Stupas hat seine besondere Bedeutung und seine spezifische Begrifflichkeit. Große Teile des Stupas bestehen aus Gold oder Blattgold.

Live aus Rangun - Yangon - Burma, Myanmar
Bakwahn
 

Naaaawkab

Gibt sich Mühe
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22 November 2011
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It is tea time.

Es ist Zeit für einen Tee. Wo? Im alt ehrwürdigen STRAND-Hotel. Unmittelbar am Hafen. Gleich nebenan die Britische Botschaft, hahahaha das ist kein Zufall. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts waren die Briten die Herren des Landes. Nur 8 Gehminuten von meinem Hotel / Guesthouse entfernt. Da könnt ihr mal sehen, wie zentral und prominent ich wohne. Wie oft mögen wohl Rudyard Kipling und Somerset Maugham durch diese Tür geschritten sein? Diese beiden englischen Romanciers haben hier oft residiert.
Eingang 1 - DSC00364.jpg
Charly stolz am Eingang

Wer mehr über dieses Hotel erfahren möchte, hier zwei Links:

The Strand Yangon : Yangon, Myanmar : The Leading Hotels of the World auf Deutsch

The Strand Yangon | Official Website | 5 Star Hotel in Myanmar auf Englisch, die offizielle Webseite

Eingang - DSC00363.jpg

Ich lade Euch ein, mir zu folgen und mit mir eine Kanne „5 o'clock tea“ zu trinken, ach was, zu zelebrieren.
Strand lobby- DSC00360.jpg
Die Lobby des Hotels
Für den, der so etwas Steriles mag, bitte schön.
Ein Zimmer – der „Standardroom“ - kostet 600 Dollar pro Nacht. Die „Besserverdienenden“, die „Wohlhabenden“ unter Euch, würdet ihr eine Woche für 4.200 Dollar dort übernachten wollen?

Für ca. 4000 Euro würde ich mit einem meiner Thaifreunde in Pattaya die Puppen tanzen lassen: und Party feiern; mindestens 2 Wochen würde die Kohle dafür reichen. Und selbstverständlich jede Nacht ein hübsches Mädchen … noch Fragen?
Strand-lobby-DSC00361.jpg

In der Bar. Bei einem Jasmin-Tee.
Strand-DSC00353.jpg
Zwei reizende, bildhübsche Servier-Mädchen, Hotelangestellte kümmerten sich um mich.

Meine Erwartungen bestätigten sich auch für dieses Luxus-Hotel. Hinter mir – rechts – saßen an zwei Tischen je ein älteres Ehepaar und unterhielten sich. In Blickrichtung vor mir ca. 12 m saßen zwei asiatische Geschäftsleute. Der eine blätterte in einem Aktenordner und der andere beschäftigte sich mit seinem Pocket-Pc. Ein weiteres Paar betrat die Bar und setzte sich auf die Barhocker an die Bar / Theke, bestellte zwei Longdrinks auf Eis und ödete sich gegenseitig an. Kurze Zeit später betrat ein Herr in einem blauen Anzug die Bar, setzte sich vor mir an den Tisch, rauchte eine Zigarette und spielte mit seinem Smartphone herum.
Eine Kommunikation zwischen diesen Luxusgästen kommt nicht zustande. Jedes Paar, jeder Gast sitzt einzeln, isoliert an seinem Tisch, auf seinem Barhocker und langweilt sich.
Strand-DSC00354.jpg

Ich lächle und schmunzel in mich hinein, während ich meine Umgebung beobachte. Mein Mienenspiel muß wohl sehr lebhaft gewesen sein. Eine der beiden Hotelangestellten, die mich beobachtet hat, kommt auf mich zu und beginnt ein Gespräch mit mir. Ich erzähle ihr von meinen Beobachtungen hier in dieser Hotel-Bar und vergleiche diese Erfahrungen mit meinen Kommunikationserfahrungen in meinem Guesthouse. Da ist z.B. der Amerikaner mit seiner japanischen Freundin oder der Schweizer, ein alter Weltenbummler, mit denen ich mich immer wieder im kleinen Raum der Rezeption (=“Lobby“) unseres Guesthouses treffe und plaudere und wir uns lebhaft austauschen und auch gegenseitig Tipps geben zu Sehenswürdigkeiten und was man sonst so alles in Rangun sehen sollte und erleben kann. Ein reger Austausch und, wenn auch kurzfristig, das Schließen von Freundschaften.

Die junge Frau hört mir interessiert zu, lächelt dann kurz und sagt, ja, so ist das meistens hier, wie ich es beobachtet habe. Die Gäste bleiben weitgehend unter sich. Sie spricht ein sehr gutes Englisch. Sie ist bildhübsch. Ihr Lächeln läßt die Sonne erblassen. Ach du meine Güte. Gerne wäre ich jetzt dreißig Jahre jünger.

Sie fragt mich, woher ich komme, ob ich schon öfters in Myanmar gewesen sei etc. Ich beantworte alle ihre Fragen und die heikle Frage, welches der Länder SOA mir denn am besten gefiele, beantworte ich diplomatisch ausweichend: Alle Länder seien reizvoll, jedes einzelne habe seine speziellen Vorzüge. Aber ich verweise auch auf die enormen touristischen Ressourcen für sonnenhungrige Urlauber, über die Burma verfügt; etwa an seinen Küsten der Andamansee mit kilometerlangen einsamen Stränden und der völlig unerschlossenen Inselwelt des Indischen Ozean.

Hier liegt Entwicklungspotential für dieses Land. Die junge Dame staunt und lacht mir ins Gesicht. Natürlich schwärme ich von den buddhistischen Tempelanlagen Ranguns, von den freundlichen hilfsbereiten Menschen, die ich jeden Tag erlebe. Klar, ich rede über die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, über die brutale Militärdiktatur und das Versagen des Westens. Ihre Augen leuchten. Da ist ein Fremder, der sich ein wenig auskennt über ihr Land.

Mein Kaffee mit viel heißer Milch
Cafe - Strand - DSC00358.jpg

So geht unser Gespräch dahin, und dann fragt sie mich, ob ich noch etwas trinken möchte. Nach dem Tee, der mittlerweile ausgetrunken ist – es war fast ein ganzer Liter -, bekomme ich Durst auf einen Kaffee. „Please, without sugar but with a lot of milk.“ Hier kommt der Kaffee immer süßlich daher. Das mag ich gar nicht. Kurze Zeit später serviert mir der Kellner im Beisein meiner Gesprächspartnerin meinen gewünschten Kaffee. Wir setzen unsere Plauderei fort.

Ich erfahre etwas über sie und ihre Familie. Sie ist 32 Jahre jung. Sie hatte mich gefragt, ob ich ihr Alter schätzen könne. „27 years“, war meine Antwort nach kurzem Blick in ihr Gesicht. „Oh no,“ lacht sie „I am old lady now. I am 32 years.“ Sie ist nicht verheiratet und hat auch keinen Boyfriend.

Mir ist natürlich klar, warum sie Single ist. Sie findet keinen ihr angemessenen Partner. Sie hat eine gute Ausbildung etwa als Hotelfachfrau, einen erstklassigen und für burmesische Verhältnisse hochbezahlten Job. Da sucht sie nach einem Mann, der ihr mindestens ebenbürtig ist. Bei solch anspruchsvollen Kriterien wird die Luft am Heiratsmarkt gerade auch in einem bettelarmen Entwicklungsland wie Burma sehr dünn. Denn Männer, die solche wählerisch-gehobenen sozialen Kriterien erfüllen, verbinden sich vorzugsweise sozial „nach unten“. So ist es bei uns, und so entwickeln sich die Heiratsmärkte auch hier. Nein, nein, diese meine Überlegungen habe ich ihr natürlich für mich behalten.

Sie ist eine charmante, liebenswürdige Gesprächspartnerin. Es ist wunderbar.

Nach gut anderthalb Stunden geht meine Zeit im STRAND leider zu Ende. Es ist jetzt kurz vor 18 Uhr. Es wird bald dunkel. Ich muß in mein Guesthouse zurück

Mein Mädchen bringt mir die Rechnung. 4 US-Dollar für die Kanne Tee; das sind 5400 Kyat.

Ich frage nach dem Kaffee, den ich auf der Rechnung vermisse.

Sie lächelt: „The coffee is on the house. It's from me. Thank you sir for your nice conversation.“

Ich protestiere, zücke mein Portmonnaie, aber mein Einwand wird abgelehnt. Ich zahle 6000 Kyat, verabschiede mich mit einem Lächeln und Kopfnicken, schaue in die Runde zu der anderen jungen Dame, dem Kellner und dem Barkeeper. Mit einem kurzen Blick und Kopfnicken verabschiede ich mich von den anderen Gästen, sofern sie bemerken, daß jemand die Bar verläßt. Mein Mädchen begleitet mich zur Tür, öffnet sie und wünscht mir noch einen guten Abend.

Ich komme wieder zurück ins STRAND. Sure, 100 %, verspreche ich ihr.

Live aus Yangon, Rangun, Burma. 15. März 2017
Bakwahn
 

Barnes

Kein anderes Hobby?
   Autor
19 Dezember 2013
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Sehr schön, bin gerne dabei und wünsche weiterhin viel Spaß auf deiner Reise!
 
Danke für den bisher schönen Bericht, schade, das die Kamera ins Jenseits ging.

Das Hotel finde ich klasse, hat Stil und die Standardzimmer sind Suiten! Die bekommst du für rund 400€.

Für den gebotenen Service und Geschichte des Hotels find ich das ok.

So sind die Geschmäcker verschieden..:)

Freue mich auf mehr....:daumen
 
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Reaktionen: tongshi

joleg

irtigfe pfidere
Inaktiver Member
9 April 2015
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wäre schön wenn die Geschichte eine Fortsetzung findet; ganz einfach deswegen - die Erzählung ist so geschrieben, dass man unbedingt mehr wissen möchte -
macht Lust auf mehr.
 

BangkokBub

Member Inaktiv
Inaktiver Member
28 November 2016
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PTY - BKK
Shwedagon ist das mit Abstand beeindruckendste religiöse Bauwerk das ich in Asien gesehen habe. Nachteil: Wer das mal gesehen hat, der gähnt fortan bei jedem anderen Tempel Südostasiens. Ich war 2010 und 2011 die ersten male dort, als noch gaaaaanz wenig Touristen da waren und man für 60$ noch im Park Royal Nähe Bahnhof unterkommen konnte. Zwischenzeitlich wurden dort dann schon mal 280$ aufgerufen. Der beginnende Umbruch war spürbar, es lag ein richtiges Knistern in der Luft und ein jahrzehntelanger nicht vorhandener Optimismus begann sich bei den Leuten zu entwickeln. Suu Kyi war noch in ihrem Haus am Kandawgyi-See eingesperrt, um den man teilweise herumspazieren konnte. Mit meinem Reiseführer in Mandalay, der, wie etliche andere, danach ein Freund wurde, haben wir noch auf dem Mandalay Hill heimlich "voice of America" gehört, der verbotene, von Exil-Burmesen betriebene Radiosender.
Vom Flughafen kommend hat man sofort die modrige Fäulnis von Yangon durch das offene Taxifenster inhalliert (ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass Aircon generell nirgendwo in irgendwelchen Autos/Taxis vorhanden war, aber wer braucht das schon wenn es nur 42 Grad draussen hat -_- ).
Geldautomaten gab es keinen einzigen im ganzen Land, Kreditkarten wurden nirgends akzeptiert, und die grösste Banknote war ein 1000er (30 Baht ca), d.h. man ist mit einer Plastiktüte voll Geld vom (illegalen) Geldwechsler im Scott Market weggegangen.
Internet war extrem selten, in Mandalay hat mir einer einen Geheimtip gegeben, da hat einer im Hinterzimmer zwei Computer betrieben, da es oft auch keinen Strom gab, wurden die an Autobatterien gehängt um einen Absturz zu verhindern. Nach zehn Minuten hatte sich endlich mal die yahoo-Seite (war verboten, wie auch hotmail etc) aufgebaut, dank VPN connection.
Das Land, vor allem aber die Menschen haben mich in der Tat zutiefst beeindruckt. Hätte auch jede Menge pics aus 2010/2011 anzubieten, aber es ist ja nicht mein Topic hier und werde daher auch aussen vor bleiben.
Ich hatte mir ernsthaft überlegt, dieses Jahr zum Thingyian-Fest (Songkran) wieder hinzugehen, aber an diesen Tagen ist praktisch ALLES geschlossen in ganz Myanmar, selbst Busse fahren nicht und es ist selbst schwierig, irgendwo was zwischen die Zähne zu bekommen.
Das Thaungbyone-Festiival nördlich von Mandalay, das ich zweimal hintereinander besucht habe, gehört neben dem Kaamatan-Fest der Kadazandusun auf Borneo und einer Silvesternacht in engen und nicht ungefährlichen Gässchen einer Geringverdiener-Gegend (viele würden das Slum nennen) in Ost-Malate (Manila) zu den drei Highlights meines 17-jährigen Asiendaseins.

FREUE MICH AUCH AUF WEITERE BERICHTE VON DEINEM TRIP !
 

franki

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deine Schreibe gefällt mir. :daume

Mir auch, du kannst gut beobachten und erzählen!

Vielleicht ist diese gesamte buddhistische Tempelanlage sogar noch schöner als der Königswat – der Wat Pra Kheo – in Krung Thep – Bangkok.

Für mich ist die Shwedagon ganz ohne Zweifel viel schöner als der Wat Pra Kheo, ich war dreimal in Myanmar, 2000, 2007 und 2011. Und jedesmal habe ich natürlich auch die Shwedagon besucht. Noch letzte Woche war ich in Bangkok, weil wir Freunde hatten, die das erste Mal in Bangkok waren, sind wir auch im Wat Phra Keo gewesen: furchtbar dieses Gedrängel und Geschiebe dort!

Hab mal den Link rausgesucht zu meinem Bericht, so schön erzählen wie du kann ich aber nicht:

https://www.pattayaforum.net/forums/threads/myanmar-in-den-sueden.32336/
 
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BangkokBub

Member Inaktiv
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Mir auch, du kannst gut beobachten und erzählen!



Für mich ist die Shwedagon ganz ohne Zweifel viel schöner als der Wat Pra Kheo, ich war dreimal in Myanmar, 2000, 2007 und 2011. Und jedesmal habe ich natürlich auch die Shwedagon besucht. Noch letzte Woche war ich in Bangkok, weil wir Freunde hatten, die das erste Mal in Bangkok waren, sind wir auch im Wat Phra Keo gewesen: furchtbar dieses Gedrängel und Geschiebe dort!


Da kann aber der WAT nix dafür.

Das ist mittlerweile in Yangon relativ ähnlich. Und je mehr Festland-Chinesen-Touristen einfallen, desto unzivilisierter wird es, wie sonst auch überall wo die jetzt mittlerweile die Mehrheit darstellen --->>> Angkor Wat, Bali, Borneo, Chiang Mai, Krabi, Luang Phrabang..... UND UND UND (ausser Vietnam)
 

Limbobell

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7 August 2011
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Wirklich sehr schade wegen dem Fotoapparat, dennoch zwei super Bilder von der Pagode.
Schöner und informativer Bericht. Danke!
Lese gerne weiter...