"wechseln eines Tages in einen bürgerlichen Beruf." Das habe ich selten bis gar nicht erlebt. Meist ist es umgekehrt. Von der Fabrik Chonburi/Rayong in's Seebad.
Hab ich tatsächlich schon erlebt. Zwei Mädels fallen mir spontan ein. Die eine ist zurück nach Buriram und hat einen kleinen Laden eröffnet. Sie hat mich später mal vom Flughafen abgeholt und ist mit mir zur Hochzeit meines Onkels gefahren. Tolles Mädchen, die aber im Rotlicht komplett fehl am Platz war. Sie war auch happy, wieder zurück zu sein. Das Geld für den Laden hatte sie sich zusammengespart, gibt es auch nicht so oft. War aber ihr Ziel, als sie angefangen hatte, in Pattaya (könnte auch noch Phuket gewesen sein

) zu arbeiten.
Das andere Mädel hat auch so gar nicht nach Pattaya gepasst. Sie hatte einige Jahre in Italien und DK gelebt und in Restaurants ihrer Tante gearbeitet. War dann mit einem Italiener liiert, von dem sie ein Kind hatte. Gemeinsam haben die beiden dann eine Pizzeria in Thailand aufgemacht und sich ein schönes Häuschen gebaut. Bei einem Italien Urlaub hat der Ex dann einer anderen Frau ein Kind gemacht und dort geblieben. Das Restaurant musste sie aufgeben. Sie hatte dann auf ihr Haus einen Kredit aufgenommen, um der Schwester zu helfen. Die hat sich gefreut, aber natürlich nichts zurückgezahlt.
Freundinnen haben ihr erzählt, wie leicht man in Patty Geld machen kann und wie cool das alles ist. Der Italiener hat monatlich was für das Kind überwiesen, was aber nicht gereicht hat, um den Kredit zu tilgen. Also ist sie losgezogen.
Bei ihrer Ankunft war die Freundin nicht da, da diese gerade in einer Entzugsklinik war. In einer Bar hat sie dann zu schlechten Bedingungen angefangen und sich ein Zimmer mit einem anderen Mädchen geteilt. Alkohol hat sie nicht sonderlich gut vertragen, aber trotzdem reichlich trinken müssen.
Sie war dann ein paar Wochen mit mir zusammen und ist aufgeblüht (wusste aber, dass ich liiert bin).
Als ich weg bin, ging es wieder mit dem Trinken los. In der low season hatte sie dann die geniale Idee nach Phuket zu gehen, wo eine Barbesitzerin ihr vorgeschwärmt hat, wieviel Geld sie machen kann. Natürlich absolut tote Hose (war nicht mal in Patong).
Also wieder zurück und versucht, sich als Bedienung in zwei Jobs durchzuschlagen. Wir waren dann gemeinsam in der Türkei für drei Wochen und haben ihre Nebenkosten mal ihrem Gehalt gegenüber gestellt. Fazit war, dass sie vermutlich noch hundert Jahre an ihrem Kredit zahlt. An Tilgung war nicht zu denken.
Sie ist dann mit einer Überbrückungshilfe von mir zurück in ihre Heimatstadt und hat dort einen guten Job gefunden. Mittlerweile hat sie sich dort eingekauft und benötigt keine Unterstützung mehr.
Ich freue mich für sie und man kann feststellen, dass es doch funktionieren kann. Beide Mädels waren aber schon weit ü 30 und hatten etwas Lebenserfahrung.