Wie man Pläne zersägt.
Eigentlich war der Plan klar.
Tschechien, Part 2
Dieses mal sollte es über Eger und Komotau nach Graupen gehen.
Kultur, Aussicht und ein bisschen Bewegung:
Die Wallfahrtsbasilika Maria Schein, ein Spaziergang auf den Mückenberg, und stilecht die Abfahrt mit dem Sesselllift.
Danach Königgrätz:
Altstadt und Schlachtfeld 1866 Preußen gegen Österreich.
Und dann der Heimweg:
Prag zur Entspannung. Termin mit Zara war sogar schon organisiert.
Vielleicht hätte sich auch noch die Gelegenheit ergeben "einzulochen".
Klingt alles nach einer runden Sache … Hat nur leider nicht stattgefunden.
Mein Kumpel Lupo hatte keine Zeit, und wenn ich ehrlich bin, ich auch nicht so richtig.
Also wurde alles vertagt.
Schade drum.
Stattdessen hat mich Lupo angefunkt:
Ob ich nicht bei seinem Nachbarn helfen könnte.
Ein Nussbäumchen fällen, das Holz darf ich behalten.
Klar, „Bäumchen fällen“ geht immer, und Holz kann man schließlich nie genug zu Hause haben.
Also am nächsten Nachmittag das Auto geladen, Werkzeug rein, PSA eingepackt.
Vor Ort dann die erste Erkenntnis:
Das „Bäumchen“ ist ja schon ausgewachsen.

Hatte wohl eine schlechte Kindheit, und ist zum Monster mutiert.
Also nichts für eine kurze Nachmittagsbeschäftigung.
Aber gut. Jetzt bin ich hier.
Ausrüstung angelegt, Baumansprache, und 15 Minuten später lag das „Bäumchen“ am Boden.
Bis ich dann auf einmal realisiere, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst richtig anfängt.
Viele Äste, viel Stamm, viel Gewicht.
Aus einem „kurz helfen“ wurde ganz schnell ein Megaprojekt, und dann begann sie:
Die scheiß Woche.
Aber immerhin habe ich jetzt genug Holz,
und Tschechien läuft nicht weg.
Der Nussbaum schon gar nicht mehr.
