Wie man sieht, geht die Sonne demnächst unter und ich hab wohl noch 1 Stunde Fahrt vor mir. Ich spute mich, halte nicht mehr an und stehe später im
Dunkeln vor einer Treppe, die zu meinem Rooftophotel an der Friedenspagode führt. Nie und nimmer laufe ich da mit 30 kg Gepäck hoch über 2 oder 300 Stufen.
Google Maps in Nepal ist manchmal sehr ungenau, bzw. kann Treppen und Straßen nicht unterscheiden, oder erkennt keine 50 cm hohen Wälle, über die man mit Auto
(Motorrad kann man auf Maps in Nepal nicht auswählen) einfach nicht fahren kann. Ich suche einen 2. Weg mit 3 km Umweg: Straße gesperrt. Die 3. Möglichkeit endet
wieder an einer Treppe, diesesmal noch weiter vom Hotel entfernt.
Ich befinde mich rechts oben, rechts der Friedenspagode. Der Besitzer des Aussichtscafes ist unheimlich nett, unterhält sich ein Weilchen mit mir, ruft dann meinen Hotelbesitzer
an, der mich schließlich 20 Minuten später mit Moped abholt. Er fährt dorthin, wo die gesperrte Straße ist. Seitlich ist ein schmaler Weg an steilem Abhang in 50 - 60 cm Breite neben der
asphaltierten Straße, die 25 oder 30 cm erhöht ist. Erst in knapp 200 m Entfernung haben die Einheimischen ein paar Steine plaziert, um auf die Asphaltpiste zu kommen. Paar Hundert
Meter weiter kommt wieder Dirtroad und dann enden wir wieder an einer Treppe. Das Rooftophotel ist in Bildmitte mit dem blauen Dächlein. Der Hotelboss übernimmt freundlicherweise
mein Gepäck und führt mich genau 100 Treppenstufen höher zu meinem Zimmer.
Am nächsten Morgen, ich war früh im Bett und sehr früh wach - schon vor Sonnenaufgang war ich draußen und war wie meist enttäuscht von der schlechten Sicht: Smog; Nebel und Wolken
verhinderten einen Blick auf den Himalaya. Ich erklomm dann die 200 - 300 Stufen zur Friedenspagode, fuhr danach zum Pumdikot Tempel mit der großen Shiva Statue...
...hier oben links ganz klein zu sehen - und unten etwas größer (Sony nicht DJI

- hier waren etwas zuviele Armyleute unterwegs, alle mit Knarre, da hab ich mich nicht getraut,
mit der Drohne zu fliegen - hatte auch mehrere Startplätze angeschaut, aber alle zu weit weg ohne Sichtverbindung)...
...und danach zurück zu Frühstück in mein Hotel.
Anschließend runter zum See, wo das Center der Touris ist, Reisebüros, Trekkingshops, Cafes, Restaurants. Ich hatte mir eine Adresse vorgemerkt, wo ich mein ACAP machen wollte.
Ich fragte allerdings zunächst nach einer geführten Tour. Und tatsächlich: übermorgen könnte ich nach Upper Mustang mitfahren, ich könnte mich einer Jeepsafari anschließen für insgesamt
5 Tage und 550 $ Kosten incl. allem (ACAP, Tourguide, Hotel, Essen). Nach Upper Mustang kommt man nur mit Guide und mindestens 2 Personen + dem REP (restricted Area Permit), das ich
ja vor ein paar Tagen in Lamabagar auch gebraucht hätte. Ich hatte schon zugesagt, wollte gerade zu einer ATM fahren und Kohle holen, als eine Agenturmitarbeiterin von hinten
plötzlich einwarf, das oben im Tal, das auf über 4000 m liegt, überall Schnee liegt. Sie zeigte mir dann am Handy aktuelle Bilder von Upper Mustang.
Damit hatte sich der Upper Mustang Trip erledigt - ich bin ja nicht lebensmüde. Mit Motorrad fahre ich nicht auf Schnee entlang von steilen Abhängen, die fast alle ungesichert sind.
Dann eben nur der Lower Mustang - da geht`s nur auf 3800 m in Muktinath - man kann alleine ohne Guide dahin und braucht nur ein ACAP für 20$.
Bei einem Cappu am See sehe ich, das von Westen es sehr dunkel wird und mein Regenradar meldet Regen in Pokhara, wovon ich allerdings nichts sehe.
Auf dem Rückweg zu meinem Hotel, das ich noch eine 2. Nacht buchte, flog ich noch kurz mit der Drohne zur Friedenspagode.
Was dann geschah war atemberaubend und ich bekomme jetzt gerade heute Gänsehaut, wenn ich daran denke...