Ja und nein. Ja, es gibt die von dir beschriebene Saisonalität, die besagt, dass die Rendite zwischen Oktober und Mai im Durchschnitt höher ist als zwischen Mai und Oktober. Der Effekt ist aber nicht riesig. Jedoch ist es nicht so, dass die Rendite zwischen Mai und Oktober im Durchschnitt unter 0 liegt. Wenn man also im Mai aussteigt und dann in Tagesgeld anlegt, um im Oktober wieder zu investieren, müsste, damit sich das rentiert, im Festgeld mehr Rendite erzielen als die im Schnitt etwas schlechtere Rendite zwischen Mai und Oktober. Und die Umtauschkosten muss man ja auch berücksichtigen, auch wenn diese heutzutage ja nicht mehr so hoch sein müssen. Und das lohnt sich dann meist nicht mehr. Man fährt also meist besser, wenn man buy and hold macht. Ja, nach der reinen Lehre der Asset allocation könnte es risikoadjustiert sinnvoller sein, zeitweise rauszugehen. Aber unterm Strich hat man dann weniger Cash in der Täsch. Die traditionellen Aktienmärkte haben schon lange nicht mehr riesige Saisoneffekte. Gäbe es diese, würde jemand das ausnutzen. Und Statistiken diesbezüglich lassen sich schön manipulieren. Sell in may and sail away. Ja, aber wann genau im Mai und wann genau im Oktober wird wieder gekauft? Und was genau? Welche Aktien, welcher Index? Kleine Änderungen führen auf lange Sicht zu großen Unterschieden, die man dann gut "verkaufen" kann. Journalistisch, werbetechnisch, für ne Doktorarbeit, fürs Renomee der Uni usw.Na so ganz stimmt das natürlich nicht.
Es gibt viele Untersuchungen zur Saisonalität. - Über längere Zeiträume gilt z.B. das "Sell in May and go away". Wer Aktien nur von Ende Oktober bis Anfang Mai gehhalten hat und dann immer wieder neu eingestiegen ist, hat eine deutlich höhrere Rendite eingefahren, als jemand, der über Jahre ununterbrochen investiert war.















