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Wir eröffnen einen Zoo /// Thailand-Business gesucht

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
   Autor
24 November 2024
1.323
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-Trend Solarenergie: ich meine jetzt nicht Solaranlagen zu verkaufen oder installieren (da gibt es schon viele), sondern Geschäftsmodelle, wo früher die Stromkosten zu hoch waren, jetzt rentabel sind, wenn man mit Solarenergie arbeitet. Die Anlagen und Komponenten werden immer billiger. Welche Geschäftsmodelle kommen in Frage? Sorry, jetzt solltest du mal dein Gehirn anstrengen.

Ich komme aus der Energiebranche und bin da bei Deiner Idee sofort hellhörig geworden: das halte ich für Branchenfremde ohne Erfahrung für eine massive Überforderung, nicht böse sein.

Bei den anderen Dingen, kann ich nichts sagen. Nachdem ich begann für mich ein Balkonkraftwerk in meinem Condo in Pattaya zu planen, was ich schnell wieder aufgab da Parameter nicht hinhauen, hat mich die Eigentümergemeinschaft auf eine Verwirklichung auf dem Dach angesprochen und ein Immobilienagent darauf, dass ich das doch serienmäßig in Projekte integrieren könnte um den Marktwert der Objekte zu pushen...

Ich habe abgewunken...

An diesem Beispiel kann ich mal sehr explizit darlegen, warum und wie massiv hier Dinge nicht in den Blickwinkel geraten können... für eine Geschäftsidee. Nur exemplarisch, weil ich schlicht von den anderen Idee null verstehe.


Das Thema Solar in Thailand wirkt auf den ersten Blick sehr attraktiv. Viel Sonne, steigender Strombedarf und sinkende PV-Kosten sprechen dafür. Wenn man genauer hinschaut, ist es aber kein einfacher Markt, sondern ein stark reguliertes System mit vielen Besonderheiten.

Der Strompreis für Endkunden liegt grob bei 4 bis 5 THB pro kWh, also etwa 0,10 bis 0,13 Euro. Die Erzeugungskosten dahinter liegen ungefähr bei Gas mit 2 bis 4 THB pro kWh, Kohle bei etwa 2 bis 3,5 THB pro kWh und Solar je nach Projekt bei rund 1,5 bis 3 THB pro kWh. Technisch wäre Solar damit oft im Vorteil, aber dieser Vorteil kommt nicht direkt im Strompreis an.

Wichtig ist, dass Thailand keinen echten freien Merit Order Strommarkt wie in Europa hat, in dem sich der Preis stündlich über Angebot und Nachfrage bildet.

Es gibt zwar eine technische Einsatzreihenfolge im Netz, aber die Preisbildung ist stark staatlich gesteuert. Der Strom wird zentral geplant und über langfristige Verträge und regulierte Tarife organisiert. Solar wird im Netz zwar bevorzugt eingespeist, aber daraus entsteht kein freier Marktpreis.

Das bedeutet, dass selbst wenn Solar technisch vorne liegt, daraus kein automatischer wirtschaftlicher Vorteil über den Strompreis entsteht. Projekte hängen stark von Ausschreibungen, PPA Strukturen und Eigenverbrauchsmodellen ab.

Laien beachten so etwas gar nicht, sie legen einfach los was ich absolut nachvollziehen kann. Ist dann aber in der Umsetzung schwierig.


Dazu kommen viele praktische Fragen wie Projektart, also Dachanlage, Freifläche oder Hybrid mit Speicher, das Abnehmerprofil wie Industrie oder Gewerbe, die konkrete Netzanschluss Situation, Genehmigungen und die Qualität lokaler EPC Partner.

Unterm Strich ist das kein einfacher Solar Case, sondern ein regulierter Infrastrukturmarkt, in dem man ohne lokale Erfahrung und technisches sowie regulatorisches Verständnis schnell an Grenzen stößt.

Ich verstehe wie gesagt von den anderen Geschäftsfeldern nichts aber ich wette, dass man analog zu allem hier auch sagen muss:

"Nur was man echt versteht, sollte man angehen".

Der andere Forenteilnehmer hat das super gut oben dargelegt: "was man nicht einmal in Deutschland wegen Nichtwissen in der Sache begönne, hat in Thailand wenig Substanz, weil fachfremd".
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
   Autor
24 November 2024
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Und vor allem wo ich der Chef bin und nicht irgendein Thai

Dass Dir der hier vorgegebene ordnungspolitische Rahmen missfällt, kann ich komplett nachvollziehen. Ich kann ihn aber aus Sicht der Thailänder auch wiederum durchaus verstehen:

Wenn Nichtthais aufgrund der (ihrer) Marktmacht schlicht so vereinfacht wirtschaftliche Gestaltung übernehmen und die einheimische Bevölkerung verdrängen, ist das (bis sich das wirtschaftliche Kräfteverhältnis mal angleicht) kritisch zu betrachten - oder man kann es auch kritisch betrachten.

Ich habe mir da noch keine abschliessende Meinung bilden können.

Aber ob Thais bessere Chefs sind als ich selbst (abstrakt betrachtet, denn ich eigne mich nicht als Chef), besonders in Thailand selbst mit Kenntnis der örtlichen rechtlichen und kulturellen Rahmen, weiss ich nicht pauschal zu bewerten.

Kann zutreffen, kann abweichen. Mit der Nationalität selbst, kann ich es aber hier nicht verknüpfen. Ich hatte Chefs aus aller Herren Länder.

Die besten waren für mich die, die sich nicht narzisstisch selbst im Weg standen, Sachkompetenz aufwiesen, neugierig waren und der Sache dienen wollten.


Warum sollte man das alles bei Thais nicht finden?
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
   Autor
24 November 2024
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Der Thai darf es aber dann in der EU?

Ich kann wie gesagt Deinen Gedankengang nachvollziehen. Du mahnst Gleichbehandlung an. Finde ich im Grundsatz absolut gerechtfertigt und gut.

Beim Gleichheitsgrundsatz ist aber zu beachten, dass er nicht pauschal bedeutet alles gleich zu behandeln.

Genau das kann auch gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen.

Wesentlich Gleiches ist gleich, und wesentlich ungleiches eben ungleich zu behandeln - wenn man es vom Sinn und Zweck des Grundsatzes her betrachtet.

Wenn also die wirtschaftlichen Grundvoraussetzungen sehr unterschiedlich sind, kann man hier auch dann davon sprechen dass der Gleichbehandlungsgrundsatz beachtet wird, wenn die Zielgruppen ungleich behandelt werden bzw. erst genau dadurch.

Das kann man vorliegend so subsumieren - muss man wohl gemerkt aber nicht.

Thailands Gesellschaft ist wirtschaftlich in weiten Teilen nicht so ausgestattet wie die der EU. Somit könnte man diesen Unterschied mitdenken.

Was ich aber wirklich nicht weiss (es spricht einiges dafür) und deshalb auch nicht bewerten kann (und auch nicht will):

würde das wirtschaftliche Gesamtniveau einer Gesellschaft nicht gerade dann ansteigen, wenn Investitionen hier ins Land gelangen?

Möglich.


Dann ist der argumentative Ansatz aber für mich eher: "was ist pragmatisch sinnvoller" und nicht so sehr: "sind wechselseitig identische Regelungen gewünscht".
 
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