Sommerferien so billig wie nie
Die grossen Ferien stehen vor der Tür. Doch Urlaubslaune kommt wegen der Wirtschaftskrise kaum auf – trotz Tiefstpreisen für Pauschalreisen und Flugtickets. Spätbucher haben jetzt beste Aussichten auf erstklassige Schnäppchen.
Kuoni, Hotelplan und TUI Suisse klagen über einen Auftragsrückgang von bis zu 15 Prozent. «Die erhoffte Buchungswelle für den Sommer ist leider noch nicht eingetroffen», räumt auch Hans-Jörg Leuzinger (59) ein, Präsident des Schweizerischen Reisebüro-Verbands. Jetzt müssen Überkapazitäten abgebaut werden, unter *anderem in einer deftigen Preisschlacht.
Paradiesische Zeiten für Spätbucher: Sie können im Reisebüro oder Internet auf Schnäppchenjagd gehen. TUI Suisse zum Beispiel bietet sieben Tage im ägyptischen Hotel Hyatt Regency in Sharm el-Sheikh für zwei Personen mit Kind (inklusive Flug) für 2494 Franken an, fast 500 Franken billiger als noch vor wenigen Tagen. Bei Kuoni gibt es eine Woche im Fünfsternehotel Aguas auf Ibiza ab 1845 statt 2695 Franken. Bei Hotelplan sind sogar Nur-Flüge im Discount zu haben: Zürich–Mykonos retour für 199 Franken.
Griechenland gilt ohnehin als günstiges Ferienland. So lassen sich weitere Kosten sparen. «Im Vergleich zu anderen Destinationen sind die Nebenkosten in Tunesien, Ägypten, Griechenland und der Türkei tief», sagt Thomas Stirnimann (47), CEO der Hotelplan-Tochter M-Travel Switzerland.
Aber aufgepasst: Gerade in den gefragten Ländern kann es trotz Flaute während der Schulferien zu Engpässen kommen, betont Kuoni-Schweiz-CEO Stefan Leser (42). So ist das tunesische Djerba heiss*begehrt: M-Travel Switzerland oder ITS Coop Travel mussten Zusatzflüge organisieren.
Neu ist, dass Ferienkunden in Zeiten der Krise äusserst kurzfristig buchen. Zudem verlegen viele ihre Ferien vermehrt vom Sommer auf den Herbst. Der Oktober hat dem Juli den Rang abgelaufen.
Wegen der kürzeren Schulferien im Herbst ist das Angebot jedoch begrenzt. Bei Destinationen wie etwa im arabischen Raum, in Thailand, den Malediven oder auf Mauritius gebe es bereits erste Engpässe, sagt Leuzinger. Manche Flüge, auch über Weihnachten und Neujahr, nach Mauritius oder auf die Malediven seien kaum noch zu kriegen.
Mit Buchungen im Herbst und an Weihnachten lässt sich das Reisejahr 2009 vielleicht doch noch verbessern. Die Hoffnung ist gross. TUI-Suisse-CEO Martin Wittwer (47) ist aber sicher, dass der Schweizer Reisemarkt (Umsatz: 10 Mrd. Franken) 2009 «insgesamt rund 15 Prozent schrumpfen wird».
Quelle: Blick.ch
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