Ausbildung in Deutschland direkt nach der Senior High School
Ich wollte einmal einen eigenen Thread zu einem Weg aufmachen, der für junge Filipinos momentan immer interessanter wird: Nach der Senior High School Deutsch lernen und anschließend für eine Ausbildung nach Deutschland gehen.
Wir haben diesen Weg inzwischen mit sechs jungen Frauen begleitet. Fünf davon machen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Eine weitere arbeitet im Hotelbereich. Wir haben das weitgehend selbst organisiert und keine Agentur benötigt.
Alle fünf Pflegefachfrauen in Ausbildung sind mit einem Visum zur Ausbildungsplatzsuche nach Deutschland eingereist. Lediglich diejenige, die heute im Hotelbereich arbeitet, ist mit einer Opportunity Card nach Deutschland gekommen.
Diese Visumwege haben wir bewusst gewählt, weil nach der schriftlichen Auskunft des Department of Migrant Workers (DMW) in unseren konkreten Fällen keine Registrierung als Overseas Filipino Worker und keine entsprechende Exit Clearance erforderlich waren. Dadurch war das Verfahren auf den Philippinen wesentlich einfacher. Natürlich sollte man die DMW-Anforderungen für jeden Einzelfall aktuell prüfen lassen.
Unsere Erfahrungen seit 2024
Die erste ist 2024 nach Deutschland gekommen und hat inzwischen gut zwei Jahre ihrer Pflegeausbildung hinter sich.
2025 kamen drei weitere. Zwei davon machen ebenfalls die Ausbildung zur Pflegefachfrau und sind seit Oktober 2025 dabei. In deren Berufsschulklasse waren bereits ungefähr zwölf Filipinos. Das war ein deutlicher Unterschied zu 2024, als unsere erste Filipina noch die einzige in ihrer Klasse war.
2026 sind zwei weitere hinzugekommen. Beide haben am 1. Oktober ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau begonnen und inzwischen auch die ersten Schulwochen hinter sich.
Man merkt inzwischen deutlich, dass deutsche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen Filipinos für die Ausbildung entdeckt haben. Das Krankenhaus, mit dem wir zu tun haben, hat sehr gute Erfahrungen gemacht und inzwischen auch über Agenturen weitere Filipinos angeworben.
Die Auszubildenden sind übrigens keineswegs alle 18 oder 19 Jahre alt. Es sind auch Leute Mitte oder Ende 20 und teilweise um die 30 dabei.
Deutsch ist der wichtigste Teil der Vorbereitung
Unsere fünf Pflegeauszubildenden haben ihre Deutschkurse auf den Philippinen beim Goethe-Institut absolviert und bis B2 gelernt.
Diesen Teil haben wir selbst finanziert. Das ist sicherlich einer der größten Kostenpunkte bei diesem Weg.
B2 ist bei unserem Krankenhaus und der dazugehörigen Pflegeschule inzwischen Mindestvoraussetzung. Anfangs wurden auch Bewerber mit B1 aufgenommen. Da viele jedoch erhebliche Schwierigkeiten hatten, dem Unterricht zu folgen, wurde die Anforderung auf B2 angehoben.
Ich persönlich halte es für sinnvoll, möglichst bald nach der Senior High School damit anzufangen. In diesem Alter sind die meisten noch im Lernrhythmus und können sich meiner Erfahrung nach relativ gut auf den intensiven Deutschkurs einstellen.
Warum wir das Visum zur Ausbildungsplatzsuche gewählt haben
Alle fünf Pflegeauszubildenden sind mit einem Visum zur Ausbildungsplatzsuche nach Deutschland gekommen.
Das war bei uns eine bewusste Entscheidung.
Die Mädels hatten bereits vor ihrer Einreise Kontakt zu möglichen zukünftigen Arbeitgebern. Nach der Einreise konnten die weiteren Dinge direkt vor Ort erledigt werden.
Für uns hatte dieser Weg zwei große Vorteile.
Zum einen konnten die Mädels bereits vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn nach Deutschland kommen. Sie hatten dadurch Zeit, sich an Deutschland zu gewöhnen, ihre Behördengänge zu erledigen, ihre Umgebung kennenzulernen und ihre Deutschkenntnisse im Alltag weiter zu verbessern.
Zum anderen war dieser Weg auf der philippinischen Seite wesentlich unkomplizierter.
Nach der Auskunft, die wir vom Department of Migrant Workers (DMW) für unsere konkreten Fälle erhalten haben, war keine DMW-Registrierung und keine entsprechende Exit Clearance erforderlich. Wir haben uns das vom DMW auch schriftlich bestätigen lassen.
Das war für uns ein wichtiger Punkt, weil dadurch das sonst mögliche DMW-Verfahren für eine Beschäftigung im Ausland entfiel.
Natürlich würde ich jedem empfehlen, sich die jeweils aktuelle Regelung vor der eigenen Ausreise noch einmal direkt vom DMW bestätigen zu lassen. Entscheidend sind die tatsächlichen Umstände und der rechtliche Status im jeweiligen Einzelfall. Ich kann hier nur beschreiben, wie es bei unseren Fällen 2024 bis 2026 tatsächlich funktioniert hat.
Die letzten beiden im Jahr 2026
Bei unseren beiden letzten Fällen sieht man sehr schön, welchen Vorteil die frühere Einreise haben kann.
Die beiden sind im Juli 2026 nach Deutschland gekommen. Bereits ungefähr eine Woche nach ihrer Ankunft haben sie im Krankenhaus mit einem Praktikum begonnen.
Sie hatten dadurch Zeit, sich an Deutschland zu gewöhnen, ihre Behördengänge zu erledigen und das Krankenhaus kennenzulernen, bevor am 1. Oktober die eigentliche Ausbildung begann.
Inzwischen haben sie ihre ersten Schulwochen hinter sich. Und die hatten es durchaus in sich! Beide mussten erst einmal ganz schön schlucken, wie anspruchsvoll die Ausbildung tatsächlich ist. Der Unterricht findet natürlich komplett auf Deutsch statt und die vielen neuen Fachbegriffe sind anfangs eine echte Herausforderung.
Aber trotz dieser ersten Schwierigkeiten gefällt es beiden inzwischen sehr gut. Sie fühlen sich wohl, sind motiviert und freuen sich, dass es jetzt richtig losgegangen ist.
Für das Visum haben wir bei diesen beiden ein Sperrkonto für drei Monate eingerichtet, weil wir die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn abgesichert hatten: Juli, August und September. Ab 1. Oktober begann die bezahlte Ausbildung. Diese Finanzierung wurde in unseren konkreten Fällen akzeptiert; daraus sollte man allerdings nicht ableiten, dass drei Monate grundsätzlich für jeden Visumantrag ausreichen.
Das Visum selbst war bei uns überhaupt kein Problem.
Bei der Ausreise von den Philippinen muss man natürlich trotzdem darauf vorbereitet sein, dass die Immigration Fragen stellt. Deshalb hatten unsere Mädels ihre vollständigen Unterlagen dabei und zusätzlich die Bestätigung des DMW, dass für ihren Fall keine DMW-Registrierung und keine Exit Clearance erforderlich war.
Bei unseren Fällen hat auch die Ausreise letztendlich problemlos funktioniert.
Die letzten beiden sind übrigens über Taiwan geflogen und hatten dort noch besonderes Glück. Für den Weiterflug nach Deutschland bekamen beide völlig unerwartet ein kostenloses Upgrade in die Business Class. Warum, wissen sie bis heute selbst nicht. Sie wussten wahrscheinlich nicht einmal, was so ein Business-Class-Ticket normalerweise kostet. Für den Start in ihr neues Leben in Deutschland wurden sie jedenfalls ordentlich verwöhnt.
Unterkunft und Praktikum
Das Krankenhaus hat den beiden sehr schnell eine Unterkunft zur Verfügung gestellt.
Sie wohnen zu zweit in einer komplett neu eingerichteten Wohnung. Jede hat ein sehr großes eigenes Zimmer. Bad und Küche werden gemeinsam genutzt. Die Wohnung ist wirklich sehr schön und liegt günstig zu Krankenhaus und Schule.
Die reguläre Miete beträgt ungefähr 460 Euro pro Person und Monat.
Das Krankenhaus hatte den beiden allerdings mitgeteilt, dass sie für August und September überhaupt keine Miete bezahlen mussten.
Gleichzeitig konnten sie vor Ausbildungsbeginn bereits ihr Praktikum im Krankenhaus machen und erhielten dafür auch noch ein Taschengeld.
Besser hätte der Start eigentlich kaum laufen können.
Wohnen während der Ausbildung
Auch bei den anderen hat sich die Wohnsituation sehr gut entwickelt.
Drei unserer Mädels, zwei aus 2025 und diejenige aus 2024, wohnen inzwischen gemeinsam in einer Wohnung. Jede hat ihr eigenes Zimmer und zahlt einschließlich der Nebenkosten ungefähr 330 Euro pro Monat.
Auch die anderen Filipinos, die über das Krankenhaus gekommen sind, haben vom Krankenhaus organisierte Unterkünfte. Meist sind das Wohnungen für zwei Personen, jeweils mit eigenem großen Zimmer sowie gemeinsamer Küche und gemeinsamem Bad.
Und das Ganze ohne Agentur
Was vielleicht für andere interessant ist: Wir haben unseren Weg selbst organisiert.
Man braucht nicht zwingend eine Agentur.
Deutsch lernen, Ausbildungsplatz suchen, Kontakt mit dem Krankenhaus aufnehmen, Visum beantragen, Sperrkonto einrichten und die übrigen Unterlagen vorbereiten kann man grundsätzlich auch selbst erledigen.
Natürlich muss man sich intensiv mit den Voraussetzungen beschäftigen und alles sorgfältig vorbereiten.
Die meisten anderen Filipinos, die wir inzwischen dort kennengelernt haben, sind allerdings über Agenturen gekommen. Das funktioniert offensichtlich ebenfalls. Ich würde bei einer Agentur aber immer sehr genau prüfen, welche Kosten entstehen und welche Verpflichtungen man eingeht.
Ein anderer Weg: Opportunity Card
Eine unserer sechs ist einen anderen Weg gegangen.
Sie hat einen Bachelor in Hotel and Tourism Management, der in Deutschland vollständig anerkannt wurde, und kam mit der Opportunity Card nach Deutschland.
Auch bei ihr war der Vorteil, dass sie zunächst zur Arbeitsplatzsuche und nicht über den klassischen Weg einer bereits vermittelten Arbeitsmigration nach Deutschland gekommen ist. Die DMW-Frage hatten wir auch in diesem Fall vorab geklärt.
Sie arbeitet inzwischen seit ungefähr einem Jahr in einem Hotel im Schwarzwald und bezahlt für ihr Zimmer dort nur etwa 300 Euro monatlich.
Für ihre Vorbereitung und den Start in Deutschland hatte ich ungefähr 500.000 Pesos vorgestreckt.
Sie hat anschließend jeden Monat 500 Euro zurückgezahlt. Anfang August 2026 war die letzte Rate fällig. Damit hat sie den gesamten vorgestreckten Betrag innerhalb ungefähr eines Jahres zurückgezahlt.
Jetzt ist die Sache erledigt und ihr Einkommen steht ihr, abgesehen natürlich von ihren normalen Lebenshaltungskosten, selbst zur Verfügung.
Eine neue philippinische Community entsteht
Was ich persönlich besonders interessant finde, ist die Entwicklung der philippinischen Community in Deutschland.
Früher kamen sehr viele Filipinas aufgrund einer Beziehung oder Heirat mit einem Deutschen nach Deutschland.
Das verändert sich gerade deutlich.
In der Kleinstadt, in der unsere Mädels leben, wohnen nur ungefähr 25.000 Menschen. Trotzdem gibt es dort inzwischen erstaunlich viele junge Filipinos, die vollkommen unabhängig von einem deutschen Partner nach Deutschland gekommen sind.
Sie machen eine Ausbildung, arbeiten in der Pflege, verdienen ihr eigenes Geld und bauen sich selbstständig ein Leben in Deutschland auf.
2024 hatten wir noch eine einzige Filipina in der Ausbildungsklasse.
2025 waren es bereits ungefähr zwölf Filipinos.
Und auch 2026 sind wieder weitere hinzugekommen.
Das ist aus meiner Sicht tatsächlich eine neue Generation und eine neue Art philippinischer Community in Deutschland.
Mein Fazit nach sechs Fällen
Für jemanden auf den Philippinen, der die Senior High School abgeschlossen hat, bereit ist, ernsthaft Deutsch zu lernen und sich eine berufliche Zukunft in Deutschland vorstellen kann, halte ich eine Ausbildung momentan für einen sehr interessanten Weg.
Besonders die Pflege bietet gute Möglichkeiten.
Natürlich ist das kein kostenloser Weg. Vor allem der Deutschkurs auf den Philippinen und die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn müssen finanziert werden. Je nachdem, wie früh man einreist und wie der Lebensunterhalt nachgewiesen wird, kann auch ein Sperrkonto erforderlich sein.
Aber unsere Erfahrung mit inzwischen sechs Personen zeigt, dass es machbar ist und dass man dafür nicht zwingend eine Agentur benötigt.
Unsere Mädels sind jedenfalls sehr zufrieden. Diejenigen aus 2024 und 2025 sind weiterhin erfolgreich in ihrer Ausbildung, die beiden Neuen haben inzwischen am 1. Oktober begonnen und trotz eines anspruchsvollen Starts ihre ersten Schulwochen gut gemeistert.
Vielleicht hilft dieser Thread anderen, die Verwandte, Bekannte oder Freunde auf den Philippinen haben, die nach der Senior High School überlegen, welchen Weg sie einschlagen könnten.
Wenn Interesse besteht, kann ich auch einmal detailliert aufschreiben, wie wir das Schritt für Schritt gemacht haben, vom Deutschkurs beim Goethe-Institut über die Ausbildungsplatzsuche, Sperrkonto und Visum bis hin zur DMW-Frage und zur tatsächlichen Ausreise aus den Philippinen.
Ich wollte einmal einen eigenen Thread zu einem Weg aufmachen, der für junge Filipinos momentan immer interessanter wird: Nach der Senior High School Deutsch lernen und anschließend für eine Ausbildung nach Deutschland gehen.
Wir haben diesen Weg inzwischen mit sechs jungen Frauen begleitet. Fünf davon machen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Eine weitere arbeitet im Hotelbereich. Wir haben das weitgehend selbst organisiert und keine Agentur benötigt.
Alle fünf Pflegefachfrauen in Ausbildung sind mit einem Visum zur Ausbildungsplatzsuche nach Deutschland eingereist. Lediglich diejenige, die heute im Hotelbereich arbeitet, ist mit einer Opportunity Card nach Deutschland gekommen.
Diese Visumwege haben wir bewusst gewählt, weil nach der schriftlichen Auskunft des Department of Migrant Workers (DMW) in unseren konkreten Fällen keine Registrierung als Overseas Filipino Worker und keine entsprechende Exit Clearance erforderlich waren. Dadurch war das Verfahren auf den Philippinen wesentlich einfacher. Natürlich sollte man die DMW-Anforderungen für jeden Einzelfall aktuell prüfen lassen.
Unsere Erfahrungen seit 2024
Die erste ist 2024 nach Deutschland gekommen und hat inzwischen gut zwei Jahre ihrer Pflegeausbildung hinter sich.
2025 kamen drei weitere. Zwei davon machen ebenfalls die Ausbildung zur Pflegefachfrau und sind seit Oktober 2025 dabei. In deren Berufsschulklasse waren bereits ungefähr zwölf Filipinos. Das war ein deutlicher Unterschied zu 2024, als unsere erste Filipina noch die einzige in ihrer Klasse war.
2026 sind zwei weitere hinzugekommen. Beide haben am 1. Oktober ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau begonnen und inzwischen auch die ersten Schulwochen hinter sich.
Man merkt inzwischen deutlich, dass deutsche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen Filipinos für die Ausbildung entdeckt haben. Das Krankenhaus, mit dem wir zu tun haben, hat sehr gute Erfahrungen gemacht und inzwischen auch über Agenturen weitere Filipinos angeworben.
Die Auszubildenden sind übrigens keineswegs alle 18 oder 19 Jahre alt. Es sind auch Leute Mitte oder Ende 20 und teilweise um die 30 dabei.
Deutsch ist der wichtigste Teil der Vorbereitung
Unsere fünf Pflegeauszubildenden haben ihre Deutschkurse auf den Philippinen beim Goethe-Institut absolviert und bis B2 gelernt.
Diesen Teil haben wir selbst finanziert. Das ist sicherlich einer der größten Kostenpunkte bei diesem Weg.
B2 ist bei unserem Krankenhaus und der dazugehörigen Pflegeschule inzwischen Mindestvoraussetzung. Anfangs wurden auch Bewerber mit B1 aufgenommen. Da viele jedoch erhebliche Schwierigkeiten hatten, dem Unterricht zu folgen, wurde die Anforderung auf B2 angehoben.
Ich persönlich halte es für sinnvoll, möglichst bald nach der Senior High School damit anzufangen. In diesem Alter sind die meisten noch im Lernrhythmus und können sich meiner Erfahrung nach relativ gut auf den intensiven Deutschkurs einstellen.
Warum wir das Visum zur Ausbildungsplatzsuche gewählt haben
Alle fünf Pflegeauszubildenden sind mit einem Visum zur Ausbildungsplatzsuche nach Deutschland gekommen.
Das war bei uns eine bewusste Entscheidung.
Die Mädels hatten bereits vor ihrer Einreise Kontakt zu möglichen zukünftigen Arbeitgebern. Nach der Einreise konnten die weiteren Dinge direkt vor Ort erledigt werden.
Für uns hatte dieser Weg zwei große Vorteile.
Zum einen konnten die Mädels bereits vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn nach Deutschland kommen. Sie hatten dadurch Zeit, sich an Deutschland zu gewöhnen, ihre Behördengänge zu erledigen, ihre Umgebung kennenzulernen und ihre Deutschkenntnisse im Alltag weiter zu verbessern.
Zum anderen war dieser Weg auf der philippinischen Seite wesentlich unkomplizierter.
Nach der Auskunft, die wir vom Department of Migrant Workers (DMW) für unsere konkreten Fälle erhalten haben, war keine DMW-Registrierung und keine entsprechende Exit Clearance erforderlich. Wir haben uns das vom DMW auch schriftlich bestätigen lassen.
Das war für uns ein wichtiger Punkt, weil dadurch das sonst mögliche DMW-Verfahren für eine Beschäftigung im Ausland entfiel.
Natürlich würde ich jedem empfehlen, sich die jeweils aktuelle Regelung vor der eigenen Ausreise noch einmal direkt vom DMW bestätigen zu lassen. Entscheidend sind die tatsächlichen Umstände und der rechtliche Status im jeweiligen Einzelfall. Ich kann hier nur beschreiben, wie es bei unseren Fällen 2024 bis 2026 tatsächlich funktioniert hat.
Die letzten beiden im Jahr 2026
Bei unseren beiden letzten Fällen sieht man sehr schön, welchen Vorteil die frühere Einreise haben kann.
Die beiden sind im Juli 2026 nach Deutschland gekommen. Bereits ungefähr eine Woche nach ihrer Ankunft haben sie im Krankenhaus mit einem Praktikum begonnen.
Sie hatten dadurch Zeit, sich an Deutschland zu gewöhnen, ihre Behördengänge zu erledigen und das Krankenhaus kennenzulernen, bevor am 1. Oktober die eigentliche Ausbildung begann.
Inzwischen haben sie ihre ersten Schulwochen hinter sich. Und die hatten es durchaus in sich! Beide mussten erst einmal ganz schön schlucken, wie anspruchsvoll die Ausbildung tatsächlich ist. Der Unterricht findet natürlich komplett auf Deutsch statt und die vielen neuen Fachbegriffe sind anfangs eine echte Herausforderung.
Aber trotz dieser ersten Schwierigkeiten gefällt es beiden inzwischen sehr gut. Sie fühlen sich wohl, sind motiviert und freuen sich, dass es jetzt richtig losgegangen ist.
Für das Visum haben wir bei diesen beiden ein Sperrkonto für drei Monate eingerichtet, weil wir die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn abgesichert hatten: Juli, August und September. Ab 1. Oktober begann die bezahlte Ausbildung. Diese Finanzierung wurde in unseren konkreten Fällen akzeptiert; daraus sollte man allerdings nicht ableiten, dass drei Monate grundsätzlich für jeden Visumantrag ausreichen.
Das Visum selbst war bei uns überhaupt kein Problem.
Bei der Ausreise von den Philippinen muss man natürlich trotzdem darauf vorbereitet sein, dass die Immigration Fragen stellt. Deshalb hatten unsere Mädels ihre vollständigen Unterlagen dabei und zusätzlich die Bestätigung des DMW, dass für ihren Fall keine DMW-Registrierung und keine Exit Clearance erforderlich war.
Bei unseren Fällen hat auch die Ausreise letztendlich problemlos funktioniert.
Die letzten beiden sind übrigens über Taiwan geflogen und hatten dort noch besonderes Glück. Für den Weiterflug nach Deutschland bekamen beide völlig unerwartet ein kostenloses Upgrade in die Business Class. Warum, wissen sie bis heute selbst nicht. Sie wussten wahrscheinlich nicht einmal, was so ein Business-Class-Ticket normalerweise kostet. Für den Start in ihr neues Leben in Deutschland wurden sie jedenfalls ordentlich verwöhnt.
Unterkunft und Praktikum
Das Krankenhaus hat den beiden sehr schnell eine Unterkunft zur Verfügung gestellt.
Sie wohnen zu zweit in einer komplett neu eingerichteten Wohnung. Jede hat ein sehr großes eigenes Zimmer. Bad und Küche werden gemeinsam genutzt. Die Wohnung ist wirklich sehr schön und liegt günstig zu Krankenhaus und Schule.
Die reguläre Miete beträgt ungefähr 460 Euro pro Person und Monat.
Das Krankenhaus hatte den beiden allerdings mitgeteilt, dass sie für August und September überhaupt keine Miete bezahlen mussten.
Gleichzeitig konnten sie vor Ausbildungsbeginn bereits ihr Praktikum im Krankenhaus machen und erhielten dafür auch noch ein Taschengeld.
Besser hätte der Start eigentlich kaum laufen können.
Wohnen während der Ausbildung
Auch bei den anderen hat sich die Wohnsituation sehr gut entwickelt.
Drei unserer Mädels, zwei aus 2025 und diejenige aus 2024, wohnen inzwischen gemeinsam in einer Wohnung. Jede hat ihr eigenes Zimmer und zahlt einschließlich der Nebenkosten ungefähr 330 Euro pro Monat.
Auch die anderen Filipinos, die über das Krankenhaus gekommen sind, haben vom Krankenhaus organisierte Unterkünfte. Meist sind das Wohnungen für zwei Personen, jeweils mit eigenem großen Zimmer sowie gemeinsamer Küche und gemeinsamem Bad.
Und das Ganze ohne Agentur
Was vielleicht für andere interessant ist: Wir haben unseren Weg selbst organisiert.
Man braucht nicht zwingend eine Agentur.
Deutsch lernen, Ausbildungsplatz suchen, Kontakt mit dem Krankenhaus aufnehmen, Visum beantragen, Sperrkonto einrichten und die übrigen Unterlagen vorbereiten kann man grundsätzlich auch selbst erledigen.
Natürlich muss man sich intensiv mit den Voraussetzungen beschäftigen und alles sorgfältig vorbereiten.
Die meisten anderen Filipinos, die wir inzwischen dort kennengelernt haben, sind allerdings über Agenturen gekommen. Das funktioniert offensichtlich ebenfalls. Ich würde bei einer Agentur aber immer sehr genau prüfen, welche Kosten entstehen und welche Verpflichtungen man eingeht.
Ein anderer Weg: Opportunity Card
Eine unserer sechs ist einen anderen Weg gegangen.
Sie hat einen Bachelor in Hotel and Tourism Management, der in Deutschland vollständig anerkannt wurde, und kam mit der Opportunity Card nach Deutschland.
Auch bei ihr war der Vorteil, dass sie zunächst zur Arbeitsplatzsuche und nicht über den klassischen Weg einer bereits vermittelten Arbeitsmigration nach Deutschland gekommen ist. Die DMW-Frage hatten wir auch in diesem Fall vorab geklärt.
Sie arbeitet inzwischen seit ungefähr einem Jahr in einem Hotel im Schwarzwald und bezahlt für ihr Zimmer dort nur etwa 300 Euro monatlich.
Für ihre Vorbereitung und den Start in Deutschland hatte ich ungefähr 500.000 Pesos vorgestreckt.
Sie hat anschließend jeden Monat 500 Euro zurückgezahlt. Anfang August 2026 war die letzte Rate fällig. Damit hat sie den gesamten vorgestreckten Betrag innerhalb ungefähr eines Jahres zurückgezahlt.
Jetzt ist die Sache erledigt und ihr Einkommen steht ihr, abgesehen natürlich von ihren normalen Lebenshaltungskosten, selbst zur Verfügung.
Eine neue philippinische Community entsteht
Was ich persönlich besonders interessant finde, ist die Entwicklung der philippinischen Community in Deutschland.
Früher kamen sehr viele Filipinas aufgrund einer Beziehung oder Heirat mit einem Deutschen nach Deutschland.
Das verändert sich gerade deutlich.
In der Kleinstadt, in der unsere Mädels leben, wohnen nur ungefähr 25.000 Menschen. Trotzdem gibt es dort inzwischen erstaunlich viele junge Filipinos, die vollkommen unabhängig von einem deutschen Partner nach Deutschland gekommen sind.
Sie machen eine Ausbildung, arbeiten in der Pflege, verdienen ihr eigenes Geld und bauen sich selbstständig ein Leben in Deutschland auf.
2024 hatten wir noch eine einzige Filipina in der Ausbildungsklasse.
2025 waren es bereits ungefähr zwölf Filipinos.
Und auch 2026 sind wieder weitere hinzugekommen.
Das ist aus meiner Sicht tatsächlich eine neue Generation und eine neue Art philippinischer Community in Deutschland.
Mein Fazit nach sechs Fällen
Für jemanden auf den Philippinen, der die Senior High School abgeschlossen hat, bereit ist, ernsthaft Deutsch zu lernen und sich eine berufliche Zukunft in Deutschland vorstellen kann, halte ich eine Ausbildung momentan für einen sehr interessanten Weg.
Besonders die Pflege bietet gute Möglichkeiten.
Natürlich ist das kein kostenloser Weg. Vor allem der Deutschkurs auf den Philippinen und die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn müssen finanziert werden. Je nachdem, wie früh man einreist und wie der Lebensunterhalt nachgewiesen wird, kann auch ein Sperrkonto erforderlich sein.
Aber unsere Erfahrung mit inzwischen sechs Personen zeigt, dass es machbar ist und dass man dafür nicht zwingend eine Agentur benötigt.
Unsere Mädels sind jedenfalls sehr zufrieden. Diejenigen aus 2024 und 2025 sind weiterhin erfolgreich in ihrer Ausbildung, die beiden Neuen haben inzwischen am 1. Oktober begonnen und trotz eines anspruchsvollen Starts ihre ersten Schulwochen gut gemeistert.
Vielleicht hilft dieser Thread anderen, die Verwandte, Bekannte oder Freunde auf den Philippinen haben, die nach der Senior High School überlegen, welchen Weg sie einschlagen könnten.
Wenn Interesse besteht, kann ich auch einmal detailliert aufschreiben, wie wir das Schritt für Schritt gemacht haben, vom Deutschkurs beim Goethe-Institut über die Ausbildungsplatzsuche, Sperrkonto und Visum bis hin zur DMW-Frage und zur tatsächlichen Ausreise aus den Philippinen.
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