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Tagebuch eines Ruheständlers in Pattaya. Ich bereite es vor: in wenigen Monaten wird es starten

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
Thread Starter
   Autor
Thread Starter
24 November 2024
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8.207
2.165
Hmm, an welchen Stammtischen hast Du denn schon gesessen das es ein eigener sein muss? 🤔

Es gibt im Leben Begegnungen, die Dich weiter bringen weil sie gut für Dich sind.

Ich verwende mal eine Metapher:

Einem Pferd erklären zu wollen, es solle sich zu Schimpansen in einen Baum setzen, könnte schief gehen.

Ich wäre so ein Fall, wenn man mich unter Menschen brächte deren Hauptmotivation es ist sich zu beschweren...über Deutschland, Thailand, "die Frauen", die Regenzeit, die Hitze...

Das gefiele mir nicht. Also suche ich mir eine Atmosphäre, bei der mein Dünndarm nicht Alarm schlägt.

Wann er das täte, schreibe ich hier nicht aber das kann man sich vielleicht denken...

Ich habe keinen Beziehungsstress mit @Hohenstein und bin auch kein konfrontativer Typ.

Aber ich verstehe aus seiner Sicht, was er meinen könnte. Das ist okay.

Ich weiss, dass es einige echt tolle Menschen in Pattaya gibt.

Ich glaube an positives Mindest und lehne Untergangsszenarien ab.

Die Depression meines Dünndarms hat mich also nicht überzeugt. Ich komme da raus.

Dauert halt. Inzwischen lerne ich Thai.

Aber noch einmal: @Hohenstein ist nicht das Problem. Er vermutet aber, so vermute ich es, dass ihm die Vibes meiner Umgebung nicht so zusagen würden.

Das ist legitim. Respektiere ich.
 

Rainer1969

Kennt noch nicht jeder
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2 Februar 2026
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Lieber Klimbim,

vielen herzlichen Dank für deinen bisherigen Thread, welcher meines Erachtens einer der witzigsten im ganzen Forum ist und dabei trotzdem wertvolle Informationen beinhaltet.

Ich wünsche dir einen guten Start in Pattaya Anfang nächsten Jahres und vor allem, dass sich deine Gesundheit wieder auf ein gutes Niveau verbessert.

Beste Genesungswünsche und Grüße
Rainer
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Lieber Klimbim,

vielen herzlichen Dank für deinen bisherigen Thread, welcher meines Erachtens einer der witzigsten im ganzen Forum ist und dabei trotzdem wertvolle Informationen beinhaltet.

Ich wünsche dir einen guten Start in Pattaya Anfang nächsten Jahres und vor allem, dass sich deine Gesundheit wieder auf ein gutes Niveau verbessert.

Beste Genesungswünsche und Grüße
Rainer


Abschiedserklärung - warum witzig?



Humor ist bei mir keine Charaktereigenschaft.

Eher eine Schutzweste.

Die brauchte ich schon, als ich als Kind manches einfach nicht verstand. Später, als sich meine Eltern trennten. Mit 15 beim Auszug. Mit 16, als ich beschloss, meinen Lebensunterhalt künftig selbst zu organisieren. Das Leben war gelegentlich der Meinung, ich könne ruhig ein paar Kapitel überspringen.

Ich habe mir deshalb angewöhnt, mich in schwierigen Situationen einen halben Meter neben mich zu stellen und zu denken:

„Na wunderbar. Mal sehen, was daran diesmal wieder komisch ist.“

Erstaunlicherweise findet sich fast immer etwas.

Diesmal allerdings hatte das Leben größere Pläne.

Zwei Notoperationen. Krankenhaus. Stoma. Wochenlang außer Gefecht.

Da musste selbst mein Humor erst einmal kurz auf die Intensivstation.

Inzwischen arbeitet er aber wieder in Teilzeit.

Ich habe nämlich einen bemerkenswerten Vorteil entdeckt.

Ich wiege inzwischen rund 15 Kilo weniger.

Nicht, weil ich plötzlich diszipliniert geworden wäre.

Sondern weil mein Dünndarm neuerdings das Sagen hat.

Unser täglicher Dialog verläuft ungefähr so:

„Steak?“

„Nein.“

„Curry?“

„Nein.“

„Schön scharfes Thai-Essen in Pattaya?“

„Willst du wieder operiert werden?“

„Schon gut... Hähnchen und Ofengemüse.“

„Siehst du. Geht doch.“

Ich muss zugeben: Mit meinem Dünndarm zu verhandeln ist ungefähr so aussichtsreich wie einem Pattaya-Veteranen am ersten Abend zu erklären, er solle doch bitte nur ein Wasser bestellen, spätestens um 21 Uhr im Bett liegen und die Walking Street ausschließlich aus kulturhistorischem Interesse besichtigen.

Rein theoretisch möglich.

Praktisch hat sich das Konzept noch nicht flächendeckend durchgesetzt.

Ich esse inzwischen ausschließlich Dinge, die mir schmecken und meinen Dünndarm nicht in eine existenzielle Krise stürzen.

Es ist vermutlich die erste Diät meines Lebens, die ich mir ganz sicher nicht freiwillig ausgesucht hätte.

Aber wenn das Leben einem schon einen eigensinnigen Dünndarm zuteilt, dann darf der wenigstens gelegentlich beweisen, dass er mehr Geschmack hat als ich.


CIAO ;-)
 

Klimbim

Hat nix anderes zu tun
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24 November 2024
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Ein paar Gedanken hinter dem Klimbim


Ich möchte meinem bisherigen Strang noch einmal ein paar persönliche Gedanken hinzufügen. Eigentlich wollte ich dort gar nicht mehr so viel weiterschreiben, aber ich glaube, für den einen oder anderen, der meine Geschichte über die ganze Zeit verfolgt hat, ist es vielleicht ganz interessant zu verstehen, wer eigentlich hinter dem ganzen Klimbim steckt und warum mich die jetzige Situation teilweise so sehr beschäftigt.

Die meisten wissen ja inzwischen, dass ich eine ziemlich heftige Geschichte mit meiner Divertikulitis hinter mir habe. Zwei Operationen, wobei der erste Versuch nicht erfolgreich war, und am Ende ein künstliches Stoma. Jetzt kämpfe ich mich langsam wieder zurück. Am 20. Oktober steht die Beurteilung an, wann der Rückbau des Stomas möglich ist. Wenn alles einigermaßen so läuft, wie ich hoffe, rechne ich damit, Anfang nächsten Jahres, vielleicht im Frühjahr, wieder nach Thailand fliegen zu können.

Körperlich ist das eine Sache. Was ich dabei psychisch unterschätzt habe, ist etwas ganz anderes.

Ich habe eigentlich mein ganzes Leben lang eine ziemlich klare Rolle gehabt. Ich war meistens derjenige, der sich gekümmert hat. Wenn irgendwo ein Problem war, habe ich versucht, eine Lösung zu finden. Nicht unbedingt, weil ich mich für besonders toll halte, sondern weil das einfach meine Art ist.

Das war zu Hause so, bei meiner Mutter, die inzwischen weit über 80 ist, bei meiner Tochter, die gerade ihr Abitur gemacht hat und natürlich trotzdem noch ihre ganz eigenen Teenagerbaustellen hatte, und auch im Beruf.

Ich arbeite im Bereich Compliance und war dort über viele Jahre gewissermaßen der klassische Problemlöser. Wenn etwas festgefahren war und keiner mehr so richtig wusste, wie es weitergeht, hieß es irgendwann: Fragt mal Klimbim. Der findet schon eine Lösung.

Der Spruch begleitet mich sogar schon seit meine Tochter fünf Jahre alt war. Wenn ich damals nach einem Kindergeburtstag ihre Klassenkameraden nach Hause gefahren habe, hat sie denen im Auto offenbar ganz selbstverständlich erzählt: Mein Papa hat immer für alles eine Lösung.

Das war irgendwie meine Rolle.

Und genau diese Rolle ist mir durch die Krankheit plötzlich komplett abhandengekommen.

Jetzt bin ich derjenige, um den sich alle kümmern müssen.

Das hört sich für viele wahrscheinlich erst einmal schön an. Man wird unterstützt, bekommt Hilfe und muss sich nicht um alles selbst kümmern. Und natürlich bin ich dafür dankbar. Sehr sogar.

Aber für mich ist das emotional erstaunlich schwer.

Ich bin es gewohnt, Probleme zu lösen. Ich bin es nicht gewohnt, selbst das Problem zu sein.

Mein Vorgesetzter kam sogar ins Krankenhaus und hat mir sehr deutlich signalisiert, dass der Konzern hinter mir steht. Das hat mich wirklich berührt. Und gleichzeitig saß ich da und dachte mir innerlich: Mein lieber Herr Kramer, das ist eigentlich überhaupt nicht meine Rolle.

Das klingt wahrscheinlich für jemanden, der von außen draufschaut, völlig verrückt. Da kommt der Chef ins Krankenhaus, signalisiert Unterstützung und macht einem Mut, und der Betroffene liegt nachts da und bekommt einen Weinkrampf.

Aber genau so war es teilweise bei mir.

Nicht, weil ich die Unterstützung nicht wollte. Sondern weil mir plötzlich sehr deutlich wurde, dass ich selbst gerade nicht mehr derjenige bin, der alles im Griff hat.

Und das betrifft natürlich ganz besonders meine Familie.

Meine Frau ist ursprünglich von den Philippinen. Sie ist außerdem erheblich jünger als ich. Ich erwähne das nicht, weil der Altersunterschied bei uns irgendein Problem wäre. Ist er nämlich nicht. Aber er gehört natürlich zu unserer Geschichte dazu und erklärt vielleicht auch ein Stück weit, warum manche Dinge von außen anders wirken können, als sie sich für uns tatsächlich darstellen.

Ich habe sie unter Umständen kennengelernt, die man wahrscheinlich nicht unbedingt als klassische Kennenlerngeschichte bezeichnen würde.

Sie war damals in Saudi-Arabien tatsächlich versklavt. Ihr wurde der Pass abgenommen, sie wurde zur Arbeit gezwungen und bei Widerstand auch geschlagen. Sie hatte sich dort ursprünglich als Haushaltshilfe verdingt, um Geld zu verdienen und ihre Familie zu unterstützen. Eine Freundin von ihr ist während dieser Zeit dort sogar ums Leben gekommen.

Ich bin durch eine Projektarbeit in meinem damaligen Beruf auf ihre Situation aufmerksam geworden und habe letztlich dafür gesorgt, dass sie dort herauskam.

Ich hatte damals überhaupt nicht den Gedanken, dass daraus irgendwann eine Beziehung entstehen könnte.

Ganz im Gegenteil. Mein erster Gedanke war eher: Ein kleines, süßes Püppchen. Das ist überhaupt nicht mein Ding.

Was mich beeindruckt hat, war etwas ganz anderes.

Sie hat trotz ihrer Situation unglaublich gekämpft. Sie wollte raus aus diesem Leben, wollte etwas aus sich machen und hat sich nicht damit abgefunden, dass andere über ihr Leben bestimmen.

Genau diese Stärke hat mich irgendwann immer mehr fasziniert.

Und irgendwann wurde aus der Frau, die ich zunächst gar nicht als meine Partnerin gesehen hatte, eben doch die Frau, die ich liebe.

Mir war von Anfang an wichtig, dass sie nicht von mir abhängig wird. Ich wollte keine Frau, die ich irgendwie versorgen muss. Ich wollte, dass sie selbstständig wird und ihr eigenes Leben führen kann.

Ich habe ihr deshalb Möglichkeiten eröffnet, aber sie hat diese Möglichkeiten dann selbst genutzt und daraus etwas gemacht.

Sie hat über ein Jahr lang praktisch jeden Tag zwölf Stunden Deutsch gelernt, um richtig gut Deutsch zu sprechen. Danach hat sie ihren mittleren Schulabschluss nachgeholt. Sie hat gearbeitet und sich selbst einen finanziellen Puffer aufgebaut. Anschließend hat sie die Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und erfolgreich abgeschlossen.

Und das alles hat sie ziemlich kompromisslos durchgezogen.

Ich habe mich parallel um ihren Sohn gekümmert, der nach Deutschland gekommen ist. Auch der hat sich unglaublich entwickelt. Er hat in kürzester Zeit sehr gutes Deutsch gelernt und spricht inzwischen praktisch wie ein Berliner Junge, der hier geboren wurde. Er geht aufs Gymnasium und hat sich wirklich hervorragend entwickelt.

Unser Verhältnis ist bombengut.

Was ich damit sagen möchte: Bei uns ist vieles ziemlich anders gelaufen, als man es vielleicht aus manchen Geschichten über Thailand und internationale Beziehungen kennt.

Meine Frau hat mich nie nach Geld gefragt.

Sie ist selbstständig, arbeitet als Krankenschwester und verdient ihr eigenes Geld. Eher musste ich sie manchmal bremsen, weil sie sich finanziell viel stärker beteiligen wollte, als es angesichts ihrer Möglichkeiten eigentlich sinnvoll war.

Ich habe immer versucht, ihr zu erklären, dass Gleichberechtigung nicht bedeutet, dass beide exakt denselben Betrag bezahlen müssen. Gleich bedeutet für mich, dass beide entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit beitragen.

Das wollte sie manchmal gar nicht so richtig akzeptieren.

Sie wollte immer mindestens genauso viel tragen wie ich.

Und genau das ist eigentlich typisch für sie.

Auch wenn ich alleine nach Thailand geflogen bin, insbesondere nach Pattaya, hat sie mir daraus nie einen Strick gedreht. Sie hat irgendwann verstanden, dass ich nicht nach Pattaya fliege, weil ich dort unbedingt irgendwelchen Frauen hinterherlaufen möchte.

Das ist einfach nicht mein Ding.

Ich kann akzeptieren, dass andere Männer das anders sehen und für sich anders leben. Das möchte ich überhaupt nicht bewerten.

Für mich persönlich funktioniert es emotional nicht. Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil ich einfach nicht der Typ dafür bin.

Wenn ich eine Frau liebe, dann bin ich emotional ziemlich eindeutig.

Und genau da liegt vielleicht auch ein Teil dessen, was uns jetzt so stark miteinander verbindet.

Meine Frau hat durch unsere gemeinsame Geschichte eine sehr tiefe emotionale Bindung zu mir entwickelt. Ich glaube, dass die Tatsache, dass ich ihr damals geholfen habe, aus dieser Situation in Saudi-Arabien herauszukommen, für sie eine enorme Bedeutung hatte.

Ich glaube auch, dass ich ihr damals Türen geöffnet habe. Aber durch diese Türen gegangen ist sie selbst.

Und darauf bin ich bis heute stolz.

Die Frau, die heute als Krankenschwester arbeitet, ihr eigenes Geld verdient, hervorragend Deutsch spricht und sich ihr Leben selbst aufgebaut hat, ist nicht deshalb so geworden, weil ich ihr Leben für sie gelebt habe. Im Gegenteil. Ich wollte immer, dass sie ihr eigenes Leben führen kann.

Und jetzt hat sich durch meine Krankheit plötzlich alles umgedreht.

Ausgerechnet sie, die immer so unglaublich stark und selbstständig war, hatte plötzlich Angst, mich zu verlieren.

Und zwar nicht ein bisschen Angst. Existenzielle Angst.

Sie arbeitet ausgerechnet in dem Krankenhaus, in dem ich behandelt wurde. Für sie war das alles dadurch noch viel unmittelbarer. Ich habe sie in dieser Zeit teilweise überhaupt nicht wiedererkannt.

Sie ist eigentlich ein ziemlich cooler und starker Mensch. Aber in dieser Situation ist sie emotional völlig zurückgefallen in die Hilflosigkeit, die ich ganz am Anfang bei ihr kennengelernt hatte.

Ich habe sie weinen sehen wie noch nie zuvor.

Und irgendwann habe ich verstanden, dass es für sie wahrscheinlich das Schlimmste überhaupt gewesen wäre, wenn mir etwas passiert wäre.

Das wiederum hat mir sehr deutlich gemacht, wie tief ihre Gefühle für mich tatsächlich sind.

Und trotzdem habe ich gerade damit ein Problem.

Denn inzwischen möchte sie am liebsten nicht einmal mehr, dass ich alleine das Haus verlasse. Sie versucht alles von mir fernzuhalten, was irgendwie anstrengend sein könnte. Sie kümmert sich um alles, teilweise um Dinge, bei denen ich mir denke: Das kann ich doch selbst noch.

Sie überversorgt mich geradezu.

Und ich weiß natürlich, warum sie das tut.

Es ist ihre Art, mir zu zeigen, dass sie mich liebt und dass sie Angst hat, mich noch einmal in eine Situation zu bringen, in der mir etwas passieren könnte.

Ich weiß das alles.

Und trotzdem macht es mich manchmal wahnsinnig.

Nicht, weil ich ihre Liebe nicht spüre. Ganz im Gegenteil. Ich spüre sie wahrscheinlich gerade stärker als jemals zuvor.

Aber diese Fürsorge überfordert mich.

Ich weiß nur noch nicht so richtig, wie ich ihr das erklären soll, ohne dass sie daraus macht: Er will meine Hilfe nicht. Oder schlimmer noch: Er braucht mich nicht.

Denn das ist überhaupt nicht die Botschaft.

Ich brauche sie sehr wohl.

Nur möchte ich irgendwann auch wieder ein bisschen derjenige sein dürfen, der selbst entscheidet, wann er aufsteht, wohin er geht und welches Problem er selbst lösen kann.

Vielleicht ist genau das für mich momentan die schwierigste Lektion.

Ich muss lernen, Hilfe anzunehmen, ohne mich dabei selbst zu verlieren.

Und meine Frau muss vielleicht lernen, dass sie mich nicht dadurch beschützen kann, dass sie alles für mich übernimmt.

Wir müssen beide gerade eine neue Balance finden.

Das betrifft eigentlich nicht nur uns beide. Im Moment haben sich die Rollen überall verändert.

Meine Mutter, um die ich mich sonst gekümmert habe, meine Tochter, meine Familie, meine Arbeit und natürlich meine Frau. Überall war ich eher derjenige, der gestützt hat.

Jetzt werde ich gestützt.

Und ich merke erst jetzt, wie sehr meine eigene Identität daran hing, derjenige zu sein, der Lösungen findet.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich manchmal so schlecht damit umgehen kann, obwohl objektiv betrachtet so viel Unterstützung da ist.

Ich bin nicht traurig, weil sich niemand um mich kümmert.

Ich bin manchmal traurig, weil sich plötzlich alle um mich kümmern müssen.

Das ist ein ziemlich großer Unterschied.

Und vielleicht erklärt das auch ein bisschen, warum ich in meinem langen Strang manchmal anders rübergekommen bin, als man es von jemandem erwarten würde, der eigentlich gerade sehr viel Unterstützung bekommt.

Ich freue mich jedenfalls darauf, irgendwann wieder etwas mehr von meiner alten Rolle zurückzubekommen. Nicht, weil ich wieder alles alleine machen möchte. Das habe ich inzwischen hoffentlich gelernt.

Sondern einfach, weil ich wieder ein Stück weit der Klimbim sein möchte, der nicht nur eine Lösung bekommt, sondern auch mal wieder eine findet.

Und wenn das mit dem Stoma-Rückbau im Oktober einigermaßen gut aussieht, dann hoffe ich sehr, dass Anfang nächsten Jahres oder spätestens im Frühjahr wieder ein Flug nach Thailand drin ist.

Wobei mein eigentliches Ziel inzwischen noch ein bisschen weiter geht.

Ich möchte nicht nur wieder für ein paar Wochen oder Monate nach Thailand kommen. Mein Plan ist, im Laufe des nächsten Jahres nach meiner Reise dann ziemlich zügig komplett nach Thailand überzusiedeln.

Das ist für mich inzwischen mehr als nur die nächste Reise oder irgendein Urlaubsziel. Ich möchte dort meinen Lebensmittelpunkt aufbauen und mein Leben gemeinsam mit meiner Frau dort weiterführen.

Natürlich muss dafür gesundheitlich erst einmal alles passen. Der Stoma-Rückbau muss funktionieren, ich muss wieder richtig auf die Beine kommen und auch die ganzen anderen Dinge müssen vernünftig geregelt werden.

Aber wenn das klappt, ist genau das mein Ziel.

Vielleicht ist das dann auch ein Stück weit der nächste Abschnitt meines Lebens. Nicht mehr unbedingt der Klimbim, der überall für alles eine Lösung haben muss, sondern einfach ein Mensch, der gelernt hat, dass man sich manchmal auch von anderen tragen lassen muss.

Und vielleicht ist das gar keine so schlechte Lektion.

Jetzt muss ich erst einmal durch den Rest dieser Geschichte durch.

Und wenn alles gut läuft, sehen wir uns irgendwann wieder in Pattaya.

Mein Stammtisch ist fest eingeplant. Ich rechne damit, das Kistenheiner und Bernd mit mir spätestens im März, eher bereits zuvor wieder Gin und Kirsch im Pool trinken werden und wir über die ganzen Dieters, Manfreds und Holgers amüsiert kommentieren können...

Meine Frau ist dabei. Das ist diesmal ausgemacht...und wir lernen Thai.

Thai mit filipino Akzent dann wohl auch bei mir? Weil ich mit ihr zusammen übe...

Die Thais sollen auch was zu lachen haben...
 
Tischtennis Pattaya

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